Rezension: Gundam: Requiem for Vengeance

Beim Kampf um die Erde werden Captain Iria Solari und ihre Einheit in Gundam: Requiem for Vengeance mit einem gefährlichen Feind konfrontiert.

Unter dem Kommando von Captain Iria Solari schließt sich die Mobile-Suit-Einheit Red Wolves dem Kampf des Zeon-Militärs an der europäischen Front an. Ihre Mission ist die Rückgewinnung von Cluj-Napoca. Doch nach dem Sieg wird die Stellung der Zeon plötzlich hart angegriffen. Ein unbekannter Mobile Suit der Erdföderation attackiert die Basis. Scheinbar unbezwingbar, haben selbst die berühmten Red Wolves keine Chance auf einen Sieg und Iria verliert einen Teil ihrer Einheit. Zusammen mit weiteren Überlebenden versuchen sie und ihr Untergebener Lieutenant Kneeland LeSean zu entkommen. Doch der feindliche Mobile Suit scheint ihnen zu folgen und nicht alle Verbündete sind bereit, sie zu unterstützen.

Überleben im Krieg

Bereits im Oktober 2024 ist die sechs Episoden lange Serie Gundam: Requiem for Vengeance bei Netflix erschienen. Angesiedelt im bekannten Anime- und Manga-Universum, wird die Geschichte aus der Perspektive der meist als Antagonisten präsentierten Zeon erzählt. Als Hauptfigur fungiert Captain Iria Solari, die die berühmte Mobile-Suit-Einheit Red Wolves befehligt. Schon zum Einstieg setzt Requiem for Vengeance auf reichlich Action und inszeniert den Krieg zwischen Erdföderation und Zeon gnadenlos und hart. Das Eingreifen der Red Wolves kann zu Beginn eine Wende bringen, allerdings verändert sich alles, als plötzlich ein geheimnisvoller und starker weißer Mobile Suit der Erdföderation auftaucht. Hier nutzt die Serie das legendäre Mecha-Modell aus einem neuen Blickwinkel. Statt den zentralen Figuren Hoffnung zu schenken, ist der Mobile Suit dieses Mal der Schrecken für die Hauptcharaktere. Schließlich scheinen Iria und ihre Verbündeten keine Chance gegen ihn zu haben.

Requiem for Vengeance erzählt die Geschichte temporeich, lässt sich in den richtigen Momenten aber auch Zeit, um ruhige Szenen einzuflechten und die Charaktere ausreichend vorzustellen. Allzu viel Tiefe sollte aber weder bei der Handlung noch den Figuren erwartet werden. Negativ wirkt sich das nicht aus, da die Mobile-Suit-Gundam-Serie vor allem eine düstere Science-Fiction-Action-Geschichte im Kampf um die Erde erzählen will. Die Konfrontationen zwischen den Zeon und der Erdföderation sind brachial inszeniert und wissen mit effektreicher Darstellung sowie sichtbarer Zerstörungsgewalt zu fesseln. Gleichzeitig baut die sechsteilige Serie eine spannende Geschichte über den Überlebenskampf der verbliebenen Zeon-Soldaten auf. Trotz einiger stereotypischer Figuren wecken Iria und die anderen Sympathien, was auch an ihrer Verbindung zueinander liegt. Vor allem Iria erhält zudem mit ihrer Vergangenheit und ihren Entscheidungen zusätzliche Tiefe.

Allerdings stehen im Mittelpunkt von Requiem for Vengeance eindeutig Krieg und Überlebenskampf. Dadurch setzen die sechs Episoden immer wieder auf die Konfrontation zwischen Zeon und Erdföderation, was schließlich auch zum actionreichen, mitreißenden und gelungenen Ende führt. Der starke Fokus auf die Mechas und Kämpfe dürfte auch der für die Animationen verwendeten Unreal Engine zu verdanken sein. Vorwiegend als Grafikgerüst für Videospiele bekannt, ist Requiem for Vengeance der erste Gundam-Anime, der auf der Engine basiert. Das ist der Serie deutlich anzusehen. Besonders die Actionszenen und Darstellungen der Mechas wissen zu überzeugen und profitieren von der Unreal Engine. Gleichzeitig fallen bei den Charakteren Schwächen bei Bewegungen und Mimik auf. Alles wirkt ein wenig hölzern und nicht so flüssig, wie es Fans von Anime-Serien gewohnt sind. Wirklich negativ ist das für den Unterhaltungswert von Requiem for Vengance jedoch nicht. Die Geschichte mag nicht anspruchsvoll sein, weiß aber mit nachdenklichen Themen, einer guten Inszenierung und brachialer Action zu fesseln. Zudem ist die Zeon-Perspektive interessant. Der stimmungsvolle Soundtrack und die sehr gute deutsche Vertonung runden Requiem for Vengeance ab.

Fazit

Schon lange wollte ich mir Gundam: Requiem for Vengeance ansehen und doch habe ich die Serie nie begonnen. Als sich zum Jahreswechsel zufällig die Gelegenheit ergab, habe ich dem Gundam-Anime endlich eine Chance gegeben und die sechs Episoden am Stück angesehen. Sicher, die Geschichte mag nicht unbedingt tiefgründig sein, weiß aber mit der Kriegsthematik, gelungenen Wendungen und einer packenden Inszenierung zu fesseln. Zudem sind die wichtigsten Charaktere sympathisch genug, um mit ihnen zu fiebern und zu leiden. Dass einige Klischees und Stereotypen kaum zu vermeiden sind, hat mich ebenfalls nicht gestört, da sie im Zuge der Handlung wenig Einfluss haben. Somit hat mich Requiem for Vengeance bis zum gelungenen Ende gut unterhalten. Ein herausragender Gundam-Anime, den sich alle Fans des Franchises ansehen müssen, erwartet euch aber auch nicht. Dennoch ist die Zeon-Perspektive und die gebotene Mecha-Action für kurzweilige Unterhaltung genau richtig. Mit den Animationen in der Unreal Engine müsst ihr euch aber anfreunden können. Gerade angesichts der Actionszenen lohnt sich das jedoch.

Kurzfazit: Actionreiche Mobile-Suit-Gundam-Serie, die mit spannender Geschichte, unüblicher Perspektive und ausreichend sympathischen Charakteren packende Mecha-Unterhaltung in ungewohnter Unreal Engine bietet.

Details
Titel: Gundam: Requiem for Vengeance
Originaltitel: Kidō Senshi Gundam: Fukushū no Requiem
Genre: Action, Science-Fiction
Regie: Erasmus Brosdau
Studio: Safehouse Inc., Sunrise Inc.
Produktionsjahr: 2024
Laufzeit: ca. 142 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch, Englisch u.a.
Untertitel: Deutsch u.a.
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 17. Oktober 2024
Streaming: Gundam: Requiem for Vengeance bei Netflix

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