Rezension: Dynasty Warriors: Origins (Switch 2)

Rund ein Jahr nach der Erstveröffentlichung, tritt der unter Amnesie leidende Krieger in Dynasty Warriors: Origins auch auf der Switch 2 in die Konflikte Chinas ein.

Dynasty Warriors: Origins war im Januar 2025 eine der ersten Überraschungen des Jahres. Koei Tecmo und Omega Force haben die Musō-Reihe spürbar und sinnvoll weiterentwickelt. Nicht nur grafisch und technisch, auch beim Gameplay hat Dynasty Warriors: Origins einen deutlichen Sprung nach vorne vollzogen. Rund ein Jahr später ist das Hack-and-Slash-Action-Spiel zeitgleich mit der Erweiterung Visionen von vier Helden am 22. Januar für die Nintendo Switch 2 erschienen. Damit ist es erstmals möglich, die Schlachten der späten Han-Dynastie des alten China auf einer Nintendo-Konsole zu bestreiten. Inhaltlich hat sich im Vergleich zur Version für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC nichts verändert. Noch immer folgt die Geschichte einem unter Amnesie leidenden Protagonisten, dessen Name selbst festgelegt werden darf. Weiterhin gilt dabei: die Geschichte profitiert maßgeblich von der zentralen Hauptfigur.

Gelungene Umsetzung

Da sich an Geschichte und Gameplay nichts verändert, stellt sich zuerst die wichtige Frage: Wie gut läuft Dynasty Warriors: Origins auf der Nintendo Switch 2? Außerdem dürfte für viele interessant sein, wie groß die grafischen Abstriche sind oder welche Unterschiede es zwischen Handheld- und Fernseher-Modus gibt. Als erstes sollte erwähnt sein, dass das Musō-Spiel technisch nicht identisch mit den anderen Versionen ist. So zeigen sich einige eindeutige grafische Abstriche bei den Charakteremodellen und Umgebungen. Weniger Details und eine etwas unschärfere Darstellung fallen sofort auf, wenn ihr das Spiel beispielsweise zwischen Switch 2 und PS5 vergleicht. Dennoch ist Dynasty Warriors: Origins noch immer ein hübsches und vor allem stimmungsvolles Spiel. Die grafischen Abstriche fallen bei weitem nicht so gravierend aus, dass der Spielspaß darunter leiden würde.

Ähnliches gilt für die Performance. In den Optionen habt ihr die Möglichkeit zwischen zwei Modi zu wählen. Diese unterscheiden sich allerdings ausschließlich in der angepeilten Zahl der Bilder pro Sekunde beziehungsweise FPS. Entweder könnt ihr auswählen, dass das Spiel mit festgelegten dreißig FPS läuft. Das gilt dann unverständlicherweise auch für die Menüs, die Performance bleibt aber durchgehend stabil. Alternativ könnt ihr die FPS-Begrenzung auch aufheben und eine variable Bildwiederholrate einstellen. Dadurch schwanken die Bilder pro Sekunde zwar, es werden aber deutlich höhere FPS-Zahlen erreicht. Wirklich negativ ist beim Test keiner der beiden Modi aufgefallen. Dynasty Warriors: Origins mag nicht so gut laufen wie die anderen Versionen, bleibt aber stets flüssig und ruckelfrei und spielt sich weiterhin sehr gut. Nur wenn euch sechzig Bilder pro Sekunde wichtig sind, solltet ihr zu einer anderen Version greifen. Vorteil der Switch-2-Fassung ist der ebenfalls sehr gut laufende Handheld-Modus. Größere Unterschiede zum Spielen am Fernseher sind während des Tests nicht aufgefallen. Als Vergleich, ist für Musō-Fans vielleicht noch hilfreich, dass Dynasty Warriors: Origins bei der Perfomance nicht ganz an die Qualität des Switch-2-exklusiven Hyrule Warriors: Chronik der Versiegelung heran kommt.

Schlachten der Drei Reiche

Für alle, die sich bisher nicht mit Dynasty Warriors: Origins befasst haben, will ich im Folgenden noch auf das Spiel an sich eingehen. Der DLC Visionen von vier Helden ist dabei nicht berücksichtigt. Angesiedelt ist Dynasty Warriors: Origins in der späten Han-Dynastie und somit zur Zeit der Drei Reiche in China. Als Inspiration diente dabei die historische chinesische Geschichte Romance of the Three Kingdoms aus dem vierzehnten Jahrhundert. Wie bereits erwähnt steht im Mittelpunkt von Dynasty Warriors: Origins keiner der bekannten Feldherren, sondern ein unter Amnesie leidender Protagonist. Dieser schließt sich bald einigen bekannten Figuren an und zieht für große Persönlichkeiten der damaligen Zeit in die Schlacht. Dabei gilt es, in den gewohnten Musō-Massen-Schlachten etwa gegen die gelben Turban-Rebellen zu kämpfen. Die Perspektive eines einzelnen Charakters sorgt dafür, dass die Geschichte deutlich besser inszeniert werden kann und zugleich spannender und interessanter ausfällt. Daran ändern auch manche hölzerne Animationen oder steife Dialoge wenig.

Zumal mit drei Pfaden und verschiedenen Kriegsherren, denen der Protagonist dient, reichlich Umfang geboten wird. Inklusive optionaler Nebenaufgaben bewegt sich die Spielzeit von Dynasty Warriors: Origins im dreistelligen Bereich. Umso besser, dass das Musō-Spiel wirklich motiviert. Dazu tragen neben der Geschichte auch die Aufträge anderer Charaktere und die Gespräche mit diesen bei. Zwar fallen die Aufgaben kaum unterschiedlich aus, dafür sind die kleinen Nebenereignisse durchaus willkommen und einige der Figuren wachsen aufgrund ihrer Darstellung mit der Zeit sogar ans Herz. Eine Seltenheit in den Warriors-Spielen von Omega Force.

Bekanntes und neues Schlachtgefühl

Im Kern bleibt Dynasty Warriors: Origins trotzdem ein klassisches Musō-Spiel. Das bedeutet natürlich, dass die Schlachten gegen tausende Gegner der Hauptteil des Gameplays sind. Abseits davon kann die Weltkarte erkundet werden. Dort warten Materialien für die Verbesserung von Waffen oder optionale Schlachten sowie Städte mit Händlern. Starten wir eine der zahlreichen Schlachten, heißt es in der Strategiebesprechung aufzupassen, denn einfaches, drauflos schnetzeln und unüberlegtes Vorgehen ohne Verbündete zu beachten führt schnell zum Scheitern und Game Over. Hier zeigt sich, dass Dynasty Warriors: Origins zwar das Hack-and-Slash-Gameplay in den Mittelpunkt stellt, aber zumindest kleinere taktische Ansätze einflechtet. So muss darauf geachtet werden, wo auf dem Schlachtfeld die Anwesenheit des Protagonisten am sinnvollsten ist oder welche Aufgaben gerade zu erfüllen sind. Hinweise der Vorgesetzten und anderen Charaktere sollten deshalb unbedingt beachtet werden.

Die Schlachten selbst spielen sich zwar grundsätzlich wie die Vorgänger, fühlen sich aber dank der exzellenten Steuerung besser an als zuvor. Besonders die Konfrontationen mit feindlichen Offizieren sind dynamischer. Animationen dürfen jederzeit abgebrochen werden und Ausweichen sowie Parieren wird zufriedenstellend belohnt. Zudem fällt das Zeitfenster für Reaktionen höchst angenehm aus. Dadurch ergibt sich ein erstklassiges Kampfgefühl, das neue Maßstäbe im Genre setzt. Zusätzlich ist dank der zahlreichen Aktionen und Spezialangriffe sowie zehn verschiedener Waffentypen, die der Protagonist ausrüsten kann, viel Abwechslung garantiert. Ob schnelles Einhandschwert, schweres Podao oder exotischer Klingenreif, jede Waffe fühlt sich anders an, spielt sich anders und erfordert ein abweichendes Vorgehen. Das motiviert ungemein die unterschiedlichen Waffen auszuprobieren. Und das ist auch sinnvoll, da Waffen nur durch Verwendung besser werden. Waffen-Stufenaufstiege wiederum erhöhen den allgemeinen Kämpferrang. Verdiente Punkte dürfen anschließend in Fähigkeitenbäumen, von denen einige erst mit der Zeit freigeschaltet werden, investiert werden. Zudem lernt der Protagonist mit höheren Waffenrängen neue Manöver und Angriffstechniken, wodurch sich die Kämpfe noch vielfältiger gestalten. Ein großer Spaß.

Erstklassige Präsentation

Natürlich bleibt Dynasty Warriors: Origins trotzdem Genre-typisch bis zu einem gewissen Grad repetitiv. Letztlich gilt es, sich immer wieder aufs Neue durch tausende Gegner zu metzeln, um die Ziele jeder Schlacht zu erfüllen. Doch auch hier garantiert das Musō-Spiel einen spürbaren Fortschritt im Vergleich zu den Vorgängern. Das ist vor allem der Präsentation zu verdanken. So bleibt es nicht ausschließlich bei kleinen Gegner-Gruppen, sondern oft warten riesige Armeen mit Truppen bis zum Horizont auf den Protagonisten. In Einklang mit der stimmungsvollen Soundkulisse, die herausragend ist, wenn zwei Armeen aufeinanderprallen, sorgen auch spielerische Aspekte für ein erstklassiges Erlebnis. So erfüllt Dynasty Warriors: Origins wirklich die Prämisse der Reihe und stellt Kämpfe eins gegen tausend in Aussicht. In Einklang mit taktischen Mitteln wie Pfeilhagel oder Kavallerieangriff garantiert das herausragende Schlachten.

Gleichzeitig ist Dynasty Warriors: Origins trotz der Abstriche der Switch-2-Version das bisher schönste Spiel der Reihe. Optisch stechen besonders die detailreichen Charaktermodelle, der realistische Stil und die zahlreichen Effekte auf. Wie bereits erwähnt, läuft das auf der Switch 2 zudem ausreichend flüssig, so dass der Spielspaß nicht beeinträchtigt wird. Abgerundet wird das Musō-Spiel von einem stimmungsvollen Soundtrack sowie der wahlweise lediglich ordentlichen englischen und einer sehr guten japanischen Sprachausgabe. Die in den anderen Versionen enthaltene chinesische Vertonung fehlt in der Switch-2-Version. An der dichten Atmosphäre, die von den Synchronisationen sehr gut unterstützt wird, ändert das genauso wenig wie am Spielspaß. Dynasty Warriors: Origins ist auch auf der Switch 2 der bisher beste Teil der Reihe.

Fazit

Da ich Dynasty Warriors: Origins bereits auf der PlayStation 5 gespielt habe, wusste ich, was mich bei der Switch-2-Portierung erwartet und war gespannt, wie gut das Musō-Spiel auf die neue Nintendo-Hybrid-Konsole umgesetzt wurde. Die vorhandenen technischen und grafischen Abstrichen haben mich nicht überrascht, sind aber auch zu keiner Zeit negativ aufgefallen. Dynasty Warriors: Origins sieht auf der Switch 2 noch immer gut aus und läuft flüssig. Allerdings werden die auf anderen Systemen möglichen 120 FPS nicht erreicht. Trotzdem sind mir weder die Begrenzung auf 30 FPS noch der Variable-Bildwiederholraten-Modus negativ aufgefallen. Das ist allerdings Ansichtssache und wer Wert auf eine möglichst gute Performance mit vielen Bildern pro Sekunde legt, sollte Dynasty Warriors: Origins auf einer anderen Konsole oder dem PC spielen. Nintendo-Fans erhalten jedoch eine wirklich gelungene Umsetzung, die ohne technische Probleme spielbar ist und können somit die spannende Geschichte und die spaßigen Schlachten ebenfalls erleben.

Kurzfazit: Gelungene Switch-2-Portierung des herausragenden Musō-Spiels, das trotz technischer Abstriche flüssig läuft und mit erstklassiger Spielbarkeit, großem Umfang und spannender Geschichte reichlich Spielspaß garantiert.

Vielen Dank an Koei Tecmo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dynasty Warriors: Origins!

Details
Titel: Dynasty Warriors Origins
Genre: Musō, Action, Rollenspiel
Publisher: Koei Tecmo
Entwickler: Omega Force
Spieler: 1
Syteme: Switch 2 (getestet), PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungsdatum: 22. Januar 2026

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