Rezension: Miru Tights (Blu-ray)

Die Oberschülerinnen Ren, Yua und Homi verbringen in Miru Tights spaßige Tage zusammen und haben eine Vorliebe für Strumpfhosen.

An einem regnerischen Apriltag beginnt das neue Schuljahr. Während Kirschblüten fallen, stellen die Freundinnen Ren, Yua und Homi fest, dass sie wieder in einer Klasse sind. An diesem ersten Schultag plagt sie alle drei ein Problem: Aufgrund des Regens sind ihre Strumpfhosen durchnässt. Aber schnell noch umziehen ist nicht möglich, da ihre Klassenlehrerin, die hübsche und beliebte Yuiko Okuzumi, auftaucht und der Unterricht beginnt. Der Alltag der drei Oberschülerinnen wird aber noch von mehr bestimmt. Yua widmet sich mit Begeisterung Cosplays und veröffentlicht Fotos auf Social Media, Ren jobbt nach der Schule in einem Café und die aus wohlhabender Familie stammende Homi versucht jeden Tag fröhlich zu verbringen. Natürlich kümmern sie sich auch gemeinsam um Probleme, wie Rissen in ihren Strumpfhosen, schmerzenden Beinen und Füßen oder dem Lernen vor den Prüfungen. Ganz ohne Vorfälle bleibt das aber nicht. Und auch Klassenlehrerin Yuiko ist manchmal etwas zu übereifrig.

Alltag mit Strumpfhosen

Miru Tights, eine Original-Anime-Serie des Studios Yokohama Animation Lab, lässt sich nicht ohne das Wort Strumpfhose beschreiben. Schließlich steht in den dreizehn jeweils etwa 4 Minuten langen Episoden der Alltag der Hauptfiguren mit Fokus auf ihre Strumpfhosen im Vordergrund. Entsprechend inszeniert die Ecchi-Slice-of-Life-Comedy-Serie häufig die Beine und Füße der Oberschülerinnen Ren, Yua und Homi sowie von Lehrerin Yuiko Okuzumi. Ob nun der verregnete erste Schultag inklusive durchnässter Strumpfhosen, knappe Cosplays in Verbindung mit Strumpfhosen, Bedienen im Cafe, Umziehen für den Schwimmklub oder einfach nur Lernen, stets wird das Kleidungsstück zentral präsentiert. Das mag seltsam klingen, doch Miru Tights ist trotz allem keine reine Erfüllung von erotischen Fantasien und Vorlieben.

So können die Alltagsgeschichten rund um Ren, Yua und Homi durchaus kurzweilig unterhalten. Die Freundschaft der drei Oberschülerinnen wird schön dargestellt und die Protagonistinnen zeigen sogar mehr Tiefe als erwartet. Zwar setzt Miru Tights auf bekannte Standards, schafft es dabei aber auch keine bloßen wandelnden Stereotypen zu erschaffen. Das ist gut so, da es vor allem Ren, Yua und Homi zu verdanken ist, dass Miru Tights zumindest ein wenig auch als Slice-of-Life-Serie funktioniert und sogar Potential für mehr zeigt. Andere Figuren bleiben hingegen etwas zu blass, was jedoch angesichts ihrer Rollen nicht negativ ist. Lediglich Lehrerin Yukio Okuzumi tritt noch ausreichend präsent auf, um etwas genauer vorgestellt zu werden. Dabei hat sie den zweifelhaftesten Moment der Serie.

Fokussierte Strumpfhosen

Natürlich sollte von der Geschichte trotzdem nicht zu viel erwartet werden. Die dreizehn Vier-Minuten-Episoden, von denen die letzte als OVA nachträglich veröffentlicht wurde, erzählen eher kleine Momentaufnahmen. Dabei ist Miru Tights durchaus amüsant, der Fokus liegt aber eindeutig auf der Präsentation der Strumpfhosen auf verschiedene Art und Weise. Dabei gehören an- und ausziehen genauso dazu wie verschiedene Blickwinkel. Zusätzlich baut die Ecchi-Slice-of-Life-Comedy-Serie auf einige erotische Anspielungen. So artet eine Fuß- und Beinmassage schnell aus oder das Ohrenreinigen hat unerwartete Folgen. Ebenfalls verzichtet Miru Tights nicht auf Girls-Love-Anspielungen. Abseits davon zeigt sich jedoch, dass die Alltagsgeschichten zumindest ordentlich gestaltet sind.

Angesichts des Fokus auf der Präsentation der Strumpfhosen, überrascht es nicht, dass das Kleidungsstück in seinen verschiedenen Variationen optisch besonders aufwändig gestaltet ist. So werden Durchsichtigkeit, Glanz, Struktur und auch Risse visuell gut dargestellt. Auch sonst überzeugen die Animationen von Miru Tights weit mehr als erwartet. Besonders die Charaktere sind schön gestaltet, was angesichts der Ecchi-Ausrichtung wenig verwunderlich ist. Ebenfalls gelungen ist die sehr gute deutsche Synchronisation, bei der Anni C. Salander als Ren, Ronja Peters als Yua, Sarah Alles als Homi und Jenny Löffler als Yuiko Okuzumi überzeugen. Zusätzlich zu den einzelnen Episoden umfasst Miru Tights noch eine Langfassung. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschnitt der dreizehn Vier-Minuten-Episoden ohne Ending und Intro, wodurch die Serie am Stück in rund vierzig Minuten angesehen werden kann. Gerade angesichts des stets etwas längeren Endings ist das durchaus sinnvoll und begrüßenswert. Allerdings fehlen in der Langfassung die nach jeder Episode gezeigten Illustrationen der Charaktere. Als weitere Extras liegen noch ein Manga-Booklet mit einer weiteren Kurzgeschichte über Ren, Yua und Homi sowie vier Strumpfhosen-Karten zu den Hauptfiguren inklusive Yuiko bei.

Fazit

Miru Tights ist sicherlich keine herausragende Serie. Dennoch können die dreizehn Vier-Minuten-Episoden durchaus kurzweilig unterhalten. Zumindest, wenn ihr euch mit dem sehr präsenten Strumpfhosen-Thema anfreunden könnt oder die Serie gerade deshalb sehen wollt. Die Ecchi-Elemente sind mit Fokus auf Strumpfhosen, Beine und Füße sehr präsent. Doch Miru Tights überzeugt auch bei den sympathischen Hauptfiguren und mit kurzweiligen Alltagsgeschichten. Dadurch wird zwar nicht unbedingt viel Tiefe geboten, aber durchaus Potential für eine unterhaltsame Slice-of-Life-Serie auch ohne den Strumpfhosen-Fokus gezeigt. Dieses wird aber nicht vollständig genutzt, was auch dem Umfang der Serie zu verdanken ist. Letztlich bleibt zudem festzuhalten, dass die Ecchi-Ausrichtung manchmal etwas zu groß ist und die Fokussierung auf die Strumpfhosen seltsam wirken kann. Zumal einige Szenen kaum mehr zeigen als die entsprechend gekleideten Beine und Füße der Hauptfiguren. Wirklich empfehlen kann ich Miru Tights nur Ecchi-Fans, die Interesse am zentralen Thema haben. Ansonsten dürfte die Serie nur bedingt unterhaltsam sein.

Kurzfazit: Stark auf das zentrale Thema fokussierte Ecchi-Slice-of-Life-Comedy-Serie, die trotz kurzweiliger Alltagsgeschichten und sympathischer Hauptfiguren nicht jedem gefallen wird, aber immerhin ordentliche Genre-Unterhaltung bietet.

Vielen Dank an polyband anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Miru Tights!

Details
Titel: Miru Tights
Originaltitel: Miru Tights
Genre: Ecchi, Slice of Life
Regie: Yuuki Ogawa
Studio: Yokohama Animation Lab
Produktionsjahr: 2019
Laufzeit: ca. 65 Minuten (+ca. 40 Minuten Langassung-Zusammenschnitt)
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 10. Juli 2026
Herstellerseite: Miru Tights (Blu-ray) bei polyband anime

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