Rezension: Nekopara

Während die Katzenmädchen Chocola und Vanilla in Nekopara mit ihrem Herrchen in der Konditorei leben, nehmen sie ein kleines Kätzchen bei sich auf.
Um die Konditorei „La Soleil“ zu eröffnen, ist Kasho bei seiner Familie ausgezogen. Beim Auspacken der Umzugskisten hat er in zwei Kisten die Katzenmädchen Chocola und Vanilla entdeckt, die unbedingt weiterhin mit ihm zusammenleben wollen. Seitdem helfen sie ihm, genauso wie die Katzenmädchen, die noch bei Kashos jüngerer Schwester Shigure leben, in der Konditorei aus. Als Chocola eines Abends schnell noch einkaufen geht, entdeckt sie im Park ein kleines Kätzchen, das ganz alleine ist. Erst Zuhause merkt sie, dass ihr das junge Katzenmädchen gefolgt ist. Da sie kein Zuhause hat, wollen Chocola und Vanilla sich unbedingt um sie kümmern.
Konditorei der Katzenmädchen
Die in der Winter-Season 2020 erstmals erschienene Slice-of-Life-Anime-Serie Nekopara basiert auf dem gleichnamigen Dōjinshi des Zirkels Neko Works. Ursprünglich als Hentai-Werk der Zeichnerin Sayuri erschienen, wandelte sich Nekopara zu einer Visual Novel, die sowohl eine für alle Altersgruppen geeignete als auch eine Eroge-Version für Erwachsene erhalten hat. Von den erotischen Ursprüngen der Reihe ist in der Anime-Serie allerdings nur noch wenig zu merken. Dabei sind die 2020 veröffentlichten zwölf Episoden nicht die erste Anime-Adaption von Nekopara. Bereits 2017 erschien eine über Crowdfunding finanzierte, etwa einstündige OVA, die 2018 einen Nachfolger erhielt. Direkte inhaltliche Verbindungen zu den bisherigen Veröffentlichungen des Franchises hat die Anime-Serie Nekopara allerdings lediglich beim grundlegenden Szenario und den Charakteren.
Angesiedelt ist die Geschichte in einer Welt, in der Katzen Menschen ähneln. Diese Katzenmädchen können sprechen und menschliche Aufgaben wahrnehmen, haben aber neben Ohren und Schweif weiterhin katzenhafte Verhaltensweisen. Zudem sind sie weiterhin Haustiere von Menschen, zu denen sie eine enge Bindung eingehen. Diese Grundlage nutzt Nekopara, um von den Katzen der Familie Minazuki zu erzählen. Die Protagonistinnen sind die beiden jungen Katzenmädchen Chocola und Vanilla, die gemeinsam mit ihrem Herrchen Kasho die Konditorei „La Soleil“ betreiben. Unterstützung erhalten sie von den Katzen von Kashos jüngerer Schwester Shigure. Während sich die erste Episode vor allem auf die Etablierung der Hauptfiguren und des Szenarios konzentriert, wird zum Ende des Serienauftakts ein neues Kätzchen ohne Zuhause vorgestellt. Chocola will es aufnehmen und erhält dabei Unterstützung von Vanilla. Das ist die Ausgangslage für eine liebenswerte und niedliche Geschichte über den Alltag der Katzenmädchen.
Niedliche Katzenmädchen
Dabei stehen nicht ausschließlich Chocola, Vanilla und das Kätzchen im Mittelpunkt, sondern auch die anderen Katzenmädchen erhalten viel Aufmerksamkeit. Auffällig dabei ist, dass sie immer als Duos auftreten. Neben Chocola und Vanilla sind das Azuki und Coconut sowie Maple und Cinnamon. Jedes der Katzenmädchen hat eine eigene, oftmals bewusst ein wenig überzeichnete, aber sehr amüsante Persönlichkeit. Dadurch wachsen sie genauso wie Kasho und Shigure schnell ans Herz. Zumal die Alltagsgeschichten sehr abwechslungsreich sind und die Charaktere vor verschiedene Herausforderungen stellen.
Besonders niedlich dabei ist das kleine Kätzchen sowie das oftmals katzenhafte Verhalten der anthropomorphen Katzenmädchen. Neben witzigen Alltagsereignissen und kleineren dramatischen Einflechtungen, setzt Nekopara auch auf seichte Ecchi-Elemente, die der Erotik-Herkunft des Franchises geschuldet sind. Störend fallen diese angesichts der charmanten und liebenswerten Geschichte und Charaktere jedoch nicht auf. Die Animationen und Zeichnungen wissen zu überzeugen und tragen zur angenehmen Stimmung der Serie bei. Zudem haucht die japanische Vertonung den Charakteren gekonnt Leben ein. Eine deutsche Synchronisation gibt es bisher nicht, dafür steht die Serie mit deutschen Untertiteln und englischer Sprachausgabe bei Crunchyroll zum Streamen bereit.
Fazit
Obwohl Nekopara eine Herkunft als Hentai-Dōjinshi und daran anknüpfender Eroge-Visual-Novel hat, ist davon in den zwölf Episoden der Anime-Serie nichts mehr zu erkennen. Lediglich kleinere Ecchi-Elemente deuten die Herkunft noch an, diese fallen aber kaum auf. Stattdessen handelt es sich bei Nekopara um eine kurzweilige Slice-of-Life-Serie über das Leben der anthropomorphen Katzenmädchen der Familie Minazuki. Diese sind überaus liebenswert und niedlich und wachsen genauso wie Kasho und Shigure, die als Geschwister Herrchen und Frauchen der Katzen sind, schnell ans Herz. Gleichzeitig weiß Nekopara das recht große Charakterfeld gut zu nutzen und schenkt neben den Protagonistinnen Chocola, Vanilla und ihrem neuen Kätzchen auch den anderen Katzenmädchen viel Aufmerksamkeit. Das garantiert Abwechslung und unterstützt den Charme sowie den leichtgängigen Humor der Slice-of-Life-Serie. Genre- und Katzenfans, die sich an kleineren Ecchi-Elementen nicht stören, können Nekopara eine Chance geben.
Kurzfazit: Leichtgängige Slice-of-Life-Serie, die mit liebenswert-niedlichen Katzen-Charakteren, abwechslungsreicher Geschichte, lockerem Humor und etwas Ecchi kurzweilige Genre-Unterhaltung bietet.
Details
Titel: Nekopara
Originaltitel: Nekopara
Genre: Slice of Life, Comedy
Regie: Yasutaka Yamamoto
Studio: Felix Film
Produktionsjahr: 2020
Laufzeit: ca. 276 Minuten
Sprachen: Japanisch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: 16
Erscheinungstermin: 14. Januar 2020 bis 26. März 2020
Streaming: Nekopara bei Crunchyroll
©NEKO WORKs/NEKOPARA Project
© Crunchyroll LLC.







