Rezension: Predator Band 1: Tag des Jägers (Comic)

Auf der Suche nach Rache, jagt Theta in Predator Band 1: Tag des Jägers die tödlichen außerirdischen Predator.

Im Jahr 2041 lebt die kleine Theta mit ihren Eltern auf einem unerforschten Planeten. Als Teil einer Expedition, ist es die Aufgabe der Besatzung, mehr über den Planeten zu erfahren. Eines Tages werden jedoch Thetas Eltern und die gesamte restliche Crew von einem schwerbewaffneten, wilden Außerirdischen mit Tarnfähigkeit angegriffen und brutal getötet. Theta kann nur dank ihrer Mutter, der es gelingt, den Angreifer zu verletzen, und der Raumschiff-KI Sandy überleben. Fünfzehn Jahre später reist Theta nur in Begleitung von Sandy durch den Weltraum, auf der Suche nach dem Außerirdischen, der ihr alles genommen hat. Dafür ist sie bereit alles aufs Spiel zu setzen und wird selbst zur tödlichen Jägerin.

Jagd und Beute

Seit Predator von 1987, hat der ursprüngliche Film neben zahlreichen Fortsetzungen auch Spin-offs mit den Xenomorphs aus Alien, Spiele, Romane und Comics spendiert bekommen. Autor Ed Brisson und Zeichner Kev Walker widmen sich in einer neuen Comic-Reihe dem tödlichen außerirdischen Jäger. Angesiedelt ist die Geschichte im Jahr 2056 beziehungsweise in Rückblicken 2041. Protagonistin Theta hat von einem der Predator alles, was ihr etwas bedeutet hat, geraubt bekommen, weshalb sie wild entschlossen Rache sucht. Dadurch ist sie in den fünfzehn Jahren seit der Ermordung ihrer Eltern selbst zur tödlichen Jägerin geworden und nutzt die Waffen ihrer Feinde. Bereits zum Einstieg in Predator Band 1: Tag des Jägers wird deutlich, was das für die titelgebenden Außerirdischen bedeutet. Bevor ein Rückblick den Angriff des Predators im Jahr 2041 thematisiert, kämpft Theta in einem Predator-Anzug gegen einen ihrer Feinde. Erstklassig inszeniert, wird hier nicht nur die Wildheit, sondern auch der Zorn der Hauptfigur hervorragend vermittelt.

Rein auf Action setzt der Comic-Sammelband, der den sechs US-Hefte umfassenden ersten Handlungsbogen enthält. aber nicht. Gerade die Interaktion zwischen Theta und Sandy dient dazu, der Protagonistin mehr Tiefe zu verleihen und ihr Leiden zu verdeutlichen. Zwar bleibt sie trotzdem hauptsächlich die von Zorn und Schuldgefühlen getriebene, nach Rache suchende junge Frau, doch reicht es aus, um mehr Sympathie für sie zu wecken. Dadurch ist Theta eine gelungene Protagonistin, was enorm wichtig ist, da sie die Geschichte über große Teile alleine tragen muss. Das funktioniert wirklich gut und geht in Einklang mit der spannenden Geschichte und dichten Atmosphäre, die von einigen Wendungen zusätzlich fesseln. Daran ändern auch manche konstruiert wirkende Entwicklungen nichts, zumal sie einen sinnvollen Zweck haben.

Natürlich kommt es regelmäßig zu actionreichen, großartig inszenierten Kämpfen, die nicht nur Thetas Fähigkeiten, sondern auch die Gefahr der Predator hervorragend vermitteln. Gnadenlos und blutig, fängt der Comic-Sammelband damit die bedrohliche Stimmung der meisten Filme gut ein und hält zugleich den Action-Fokus der Vorlage. Dazu tragen neben der packenden Geschichte besonders Kev Walkers Zeichnungen bei. Auf detailreichen, stimmungsvollen Bildern wird die gesamte Wucht der Kämpfe, die Bedrohlichkeit der Außerirdischen und die düstere Atmosphäre erstklassig vermittelt. Der hervorragende Panel-Aufbau in Einklang mit Thetas Gedankentexten und den Dialogen sowie die packende Inszenierung unterstreichen letztlich den enormen Lesespaß, den Predator Band 1: Tag des Jägers bis zum gelungenen, hochspannenden Ende bietet.

Fazit

Nach den Alien-Comics, kehren auch die tödlichen außerirdischen Jäger als Comic zurück. Predator Band 1: Tag des Jägers hat mich von der ersten Seite an gefesselt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Das Science-Fiction-Szenario verleiht der Geschichte eine eigene Richtung und sorgt für neue Möglichkeiten, die von Protagonistin Theta hervorragend genutzt werden. Zudem ist die Frage nach Jäger und Beute typisch für das Franchise nicht durchgängig, nur dass Theta direkt zu Beginn bereits die Konfrontation mit den Predators sucht. Das sorgt für einen spannenden Handlungsansatz, den Autor Ed Brisson hervorragend nutzt. Gerade weil Theta kampfstark ist und sich gegen die außerirdischen Jäger zu wehren weiß, hat mich Predator Band 1 noch mehr gefesselt. Hervorragend inszenierte, gnadenlose Kämpfe, eine erstklassige, düstere Atmosphäre, die gut geschriebene Protagonistin und eine packende Geschichte sorgen dafür, dass es schwerfällt, den Comic-Sammelband wieder aus der Hand zu legen. Eine erstklassige neue Predator-Geschichte, die mich ausgezeichnet unterhalten hat und viel stimmungsvollen Lesespaß bietet. Fans actionreicher, düsterer Science-Fiction-Comics oder der titelgebenden Außerirdischen können bedenkenlos zugreifen.

Kurzfazit: Spannend erzählter, erstklassig inszenierter Science-Fiction-Action-Horror-Comic, der mit starker Protagonistin, dichter Atmosphäre und bedrohlichen Feinden fesselnden Lesespaß bietet.

Vielen Dank an Panini für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Predator Band 1: Tag des Jägers!

Details
Titel: Predator Band 1: Tag des Jägers
Originaltitel: Predator (2022) 1-6
Genre: Science-Fiction, Horror, Action
Verlag: Panini
Autor: Ed Brisson
Zeichner: Kev Walker
Farben: Frank D’armata
Seiten: 164
Preis: 19,00 €
Verlagsseite: Predator Band 1: Tag des Jägers bei Panini Comics
Erscheinungsdatum: 29. August 2023

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