Rezension: Detektiv Akechi spielt verrückt – Band 1 (Manga)

Schülerin und Geist eines Detektivs jagen in Detektiv Akechi spielt verrückt Band 1 brutale Mörder.

Als Kind wurde Mayumi Hanasaki entführt und anschließend vom Detektiv Kogoro Akechi gerettet. Seitdem hegt die mittlerweile fünfzehnjährige Schülerin den Wunsch, selbst Detektivin zu werden. Fasziniert von Kriminalfällen, beschäftigt sie sich mit aktuellen Verbrechen. Darunter auch der Fall eines Serienkillers, der seine Opfer zerstückelt zurücklässt und immer ein Körperteil mitnimmt. Als Mayumi eines Tages nach Hause kommt, findet sie ihren Onkel und ihre Tante, die sie einst bei sich aufgenommen haben, auf genau diese Weise ermordet. Ebenfalls in der Wohnung anwesend ist der Geist des drei Jahre zuvor verstorbenen Kogoro Akechi. Den Umstand, dass Mayumi ihn sehen kann, nutzt der einstige Meisterdetektiv sofort und schlüpft in den Körper der Schülerin, um Besitz von diesem zu ergreifen. Gemeinsam mit Mayumis mehr oder weniger freiwilligen Hilfe, beginnt Akechi zu ermitteln, verfolgt dabei aber eigene Ziele.

Zweifelhafter Geisterdetektiv

Eine von Verbrechen faszinierte Schülerin trifft auf den Geist eines Meisterdetektivs, der sie kontrollieren kann. Detektiv Akechi spielt verrückt von Mangaka Sakae Esuno klingt nach einer interessanten Mystery-Krimi-Geschichte und kann durchaus überzeugen. Leider setzt der erste Band auch auf teilweise fragwürdige und unnötige Erotik-Elemente. Besonders mit Blick auf die erst fünfzehnjährige Mayumi und den sie kontrollierenden Akechi, wirken einige der Szenen zweifelhaft. Zudem sind sie oft aufgesetzt. Wirklich sinnvoll oder für die Geschichte relevant sind die Ecchi-Elemente kaum. Höchstens als Mittel um Akechis im Tod veränderte Persönlichkeit und die Beziehung der Hauptfiguren zu erläutern, sind sie akzeptabel, aber dennoch oft fragwürdig. Immerhin bleiben entsprechende Szenen trotz einer gewissen Regelmäßigkeit und einer sogar handlungsmäßigen Nutzung im dritten Kapitel eher die Ausnahme. Es gelingt Detektiv Akechi spielt verrückt Band 1 trotzdem eine durchaus spannende Geschichte zu erzählen.

Zum Auftakt der Mystery-Reihe ermitteln Mayumi und Akechi in zwei Fällen. Kapitel eins dient dabei als Einstieg in den Manga und stellt die beiden Hauptfiguren sowie die Grundlagen der Geschichte vor. Sowohl der Mord an Mayumis Onkel und Tante als auch die erste Begegnung zwischen der Schülerin und dem Geist des Meisterdetektivs sowie die ersten gemeinsamen Ermittlungen werden thematisiert. Dadurch wird ein erstes Verständnis für die noch unerfahrene, manchmal ein wenig naiv wirkende, aber dennoch intelligente Mayumi geschaffen. Ein wenig schade ist, dass sie meist eher wie ein Werkzeug von Akechi wirkt und erst gegen Ende etwas stärker selbst agieren kann. Doch auch das gehört zur Handlung und der sich entwickelnden Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren dazu. Hierbei fällt ein starker Kontrast zwischen der von Kriminalfällen und Detektiven faszinierten Mayumi mit klarem Gerechtigkeitssinn und dem scheinbar verrückt gewordenen Akechi, der Besessen von der Jagd auf die geheimnisvollen Stranger ist, auf.

Seltsam mutet Mayumis Umgang mit dem Tod ihrer offenbar einzigen Verwandten an. Weder ist wirkliche Trauer zu sehen, noch spielt der brutale Mord in ihrem Denken später eine große Rolle. Ähnlich verhält es sich mit dem Verhalten der Polizei gegenüber Mayumi, als diese sich kontrolliert von Akechi, in die Ermittlungen einmischt. Nicht eine Sekunde wirkt es so, als würden die Schlussfolgerungen, die immerhin eine Schülerin präsentiert, von Inspektor Namikoshi angezweifelt werden. Sogar nachdem Akechi als Mayumi eine sehr fragwürdige Reaktion auf die Entlarvung des Täters zeigt, passiert nichts und die Fünfzehnjährige kann nach einer nicht im Detail gezeigten Befragung das Polizeirevier verlassen. Dass sie ihren Onkel und ihre Tante verloren hat und entsprechend nicht geklärt ist bei wem sie leben wird, spielt für die Polizei offenbar ebenfalls keine Rolle. Mit solchen Logiklücken muss man sich im ersten Kapitel leider anfreunden. Dafür erhalten geneigte Leser mit dem zweiten Handlungsbogen, die den restlichen Manga umfasst, einen wirklich spannenden und in sich durchaus schlüssigen Fall, der Hoffnung für die Fortsetzungen der Mystery-Reihe weckt. Dass auch abseits von Akechi auf übernatürliche Elemente gesetzt wird, stört nicht, schließlich ist eine der Hauptfiguren ein Geist. Trotz aller Kritik am ersten Band, sollten sich Genre-Fans Detektiv Akechi spielt verrückt zumindest ansehen, da die Reihe durchaus Potenzial besitzt, das hoffentlich in den noch ausstehenden drei Bänden genutzt wird.

Fazit

Der Geist eines Detektivs ermittelt zusammen mit einer Schülerin, in deren Körper er schlüpfen kann. An sich hat Detektiv Akechi spielt verrückt Band 1 schon mit dem Setting mein Interesse geweckt. Leider hat der Auftakt-Manga meine Erwartungen an die vierteilige Mystery-Reihe nicht ganz erfüllen können. Zu große Logiklücken, die glücklicherweise vorwiegend im ersten Kapitel auftreten, trüben den Handlungs- und Charakteraufbau. Dazu kommen fragwürdige und aufgesetzte Erotik-Elemente, die in dieser Form unnötig und zweifelhaft sind. Immerhin hat mich der Manga in den Kapiteln zwei bis vier trotzdem gut unterhalten und einen spannenden Fall erzählt, der sowohl mit der Haupthandlung um die mysteriösen Strangers und Akechi in Verbindung steht, als auch das Potenzial der Reihe zeigt. Genau hier hoffe ich, dass Mangaka Sakae Esuno in den kommenden drei Bänden die vorhandenen Möglichkeiten nutzt. Gerade die Schülerin sollte künftig etwas freier agieren dürfen. Entsprechende Andeutungen sind bereits vorhanden. Erfüllt die Reihe diese Faktoren, könnte Detektiv Akechi spielt verrückt zumindest recht unterhaltsame Genre-Kost bieten. Eine klare Empfehlung kann ich aktuell noch nicht aussprechen. Genre-Fans, die sich an den Ecchi-Elementen und Logiklücken nicht stören, können einen Blick wagen, alle anderen sollten abwarten bis im Juli der zweite Band gezeigt hat, wie sich die Reihe entwickelt.

Kurzfazit: Logiklücken und fragwürdige Erotik-Elemente trüben die durchaus spannende Mystery-Geschichte rund um ein ungleiches Detektiv-Gespann, die im Laufe des Mangas anzieht und Potenzial für die Fortsetzungen zeigt.

Vielen Dank an Panini für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Akechi spielt verrückt – Band 1!

Details
Titel: Detektiv Akechi spielt verrückt – Band 1
Originaltitel: Tantei Akechi wa Kyouran su
Genre: Mystery
Verlag: Panini
Story/Zeichnungen: Sakae Esuno
Seiten: 204
Preis: 7,99 €
ISBN: 978-3-7416-1207-7
Verlagsseite: Detektiv Akechi spielt verrückt – Band 1 bei Panini Comics
Erscheinungsdatum: 23. April 2019

© Sakae Esuno / Kadokawa / Panini