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Mrz 07 2019

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Rezension: Das Herz einer Hexe – Band 2 (Manga)

Weniger episodisch geht Mikas Reise zur Suche ihres Herzens in Das Herz einer Hexe Band 2 weiter.

Mika ist es mit Hilfe von Prinzessin Viotite und ihrem Begleiter Ritter August gelungen, die Machenschaften der Zollstation aufzudecken. Nun in der Stadt, erfährt die Hexe von einer Meerjungfrau, die von der Kirche verehrt wird. Allerdings verbirgt sich dahinter ein großes Geheimnis. Später treffen Mika und Lumière in einem Wald auf ein ungleiches Paar und werden mit den Folgen harter Gesetze in einer gesellschaftlich ungerechten Stadt konfrontiert.

Kleinere Schritte, mehr Zusammenhang

Das Herz einer Hexe Band 2 knüpft mit einem dreiteiligen Handlungsbogen direkt an das letzte Kapitel des Vorgängers an. Damit verwirft der zweite Manga von matobas Fantasy-Mystery-Reihe zumindest teilweise den episodischen Erzählstil des Auftaktbandes, behält aber die melancholisch-sanfte Art bei. Gemeinsam mit Lumière, Prinzessin Viotite und Ritter August ist die unsterbliche Hexe endlich in die Stadt am See gelangt. Dort erfährt sie recht bald von einer alten Geschichte über eine Meerjungfrau, die für den Wohlstand verantwortlich sein soll und von der Kirche verehrt wird. Dieser längere Handlungsbogen zeigt, wie gut Das Herz einer Hexe bei Storyaufbau und der Nutzung von urbanen Legenden ist. Gleichzeitig versteht es Mangaka matoba die Figuren, vor allem Mika und Viotite, zu nutzen und mit witzigen Dialogen Leben einzuhauchen und Persönlichkeit zu verleihen.

Obwohl die anschließenden Kapitel etwas unabhängiger funktionieren, greift der episodische Erzählstil nicht völlig. Widmet sich eines der Reiseerlebnisse von Mika und Lumière einer jungen Liebe zwischen ungleichen Wesen, sticht immer wieder der Tod als wichtiges Thema von Das Herz einer Hexe hervor. Allerdings rückt Band zwei zusätzlich noch den Sinn des Lebens und was das Dasein lebenswert macht sowie den Einfluss Fremder auf das eigene Leben mit ein. Gerade Prinzessin Viotite bringt hier interessante Aspekte mit ein. Das Herz einer Hexe Band 2 greift ebenfalls gesellschaftliche Unterschiede und Kritik daran auf, bleibt jedoch der eher seichten, ruhigen Erzählweise treu. Niemals dramatisiert oder überzeichnet der Manga etwas, zu keiner Zeit wirken die Erlebnisse und Beobachtungen der Hexe innerhalb der magischen Fantasy-Welt übertrieben. Viel mehr bleibt die Geschichte bodenständig – und das trotz einer unsterblichen Hexe als Hauptfigur, die auf der Suche nach ihrem gestohlenen Herzen ist.

Dieser rote Faden der als Hauptgeschichte dient und damit die Reise von Mika, wird im zweiten Band regelmäßig aufgegriffen. Sei es in den schön geschriebenen Dialogen, mittels wundervoller Zeichnungen oder als Teil der Handlung. Der Manga baut die Geschichte von Mika hervorragend aus und fügt besonders im abschließenden Kapitel des zweiten Bandes interessante und neugierig stimmende Ereignisse mit ein. Mittels eines Rückblicks wird zudem ein wichtiger Punkt in der Vergangenheit von Mika aufgegriffen und ein auf ganz eigene Weise spannendes Ende geschaffen. Besonders der angenehm leichtgängige Witz in der eher ernsten Situation sorgt für eine hervorragende Überleitung zum dritten Band und weckt den Wunsch, diesen möglichst schnell lesen zu können.

Fazit

Statt unverändert auf den Stil des ersten Mangas zu setzen, greift Das Herz einer Hexe Band 2 die melancholisch-sanfte Stimmung auf, verzichtet aber weitgehend auf den episodischen Erzählstil. Damit hat mich der Manga etwas überrascht, aber mindestens genauso gut unterhalten wie der Vorgänger. Mikas Reise ist voller bewegender, lustiger und mitreißender Ereignisse und stets habe ich mit den Figuren mitgefühlt. Gleichzeitig haben mich die Themen Tod, Leben und alles was dazu gehört nachdenklich gestimmt. Manchmal mit bloßen Bildern und dann wieder in den schön geschriebenen Dialogen. Zwar gilt weiterhin, dass Erzählstil, genauso wie das niedliche Charakterdesign, im Einklang mit der teils düsteren Geschichte nicht jedem gefallen dürfte, doch wer sich nicht daran stört, sollte sich die Reihe definitiv nicht entgehen lassen.

Kurzfazit: Sanft und melancholisch erzählt, überzeugt Das Herz einer Hexe Band 2 mit längeren Handlungsbögen, liebevollen Charakteren und der mal düsteren, mal traurigen, mal fröhlichen Stimmung.

Vielen Dank an altraverse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Das Herz einer Hexe – Band 2!

Details
Titel: Das Herz einer Hexe – Band 2
Originaltitel: Majo no Shinzo
Genre: Fantasy, Mystery
Verlag: altraverse
Story/Zeichnungen: matoba
Seiten: 196
Preis: 7,00 €
ISBN: 978-3-96358-168-7
Verlagsseite: Das Herz einer Hexe – Band 2 bei altraverse
Erscheinungsdatum: 17. Januar 2019

© matoba / Square Enix / altraverse

Lesetipp: Rezension: Das Herz einer Hexe – Band 1 (Manga)

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