Rezension: Das Land der Juwelen – Band 2 (Manga)

Phos will weiterhin Cinnabarit helfen und begibt sich deshalb in Das Land der Juwelen Band 2 auf eine gefährliche Erkundung mit schwerwiegenden Folgen.

Bort, Dia und die anderen konnten den Angriff des Mondvolks zurückschlagen und Phos retten. Seitdem verhält sich Phos aber etwas seltsam, spricht mit dem schneckenähnlichen Wesen, das gefunden wurde und scheint dessen Stimme zu hören. Außerdem möchte Phos noch immer dem giftigen Edelstein Cinnabarit helfen, die einsame Nachtwache verlassen zu können. Dafür ist Phos bereit alles zu tun und jeden Preis zu zahlen. Antworten könnten allein am verbotenen Meeresgrund zu finden sein. Dorthin möchte auch das schneckenähnliche Wesen, das sich selbst als Hoheit bezeichnet und Ventricosus nennt.

Um jeden Preis

Das Land der Juwelen strahlt mit Band zwei die gleiche Faszination aus, die schon den Reihen-Auftakt ausgezeichnet hat. Die emotionale Geschichte von Phosphophyllit, kurz Phos genannt, setzt sich auch nach den aufregenden Ereignissen des ersten Bandes fort. Gerade erst wurde Phos – erneut – gerettet, da scheint der jüngste und zerbrechlichste Edelstein wieder etwas Neues im Sinn zu haben. Weiterhin ist es weniger die Aufgabe eine Enzyklopädie zu schreiben, als der Wunsch dem giftigen Edelstein Cinnabarit zu helfen, der Phos und damit die Geschichte antreibt. Mangaka Haruko Ichikawa erschafft dabei eine phantastische Welt, die mit faszinierenden Details, liebenswerten Figuren und einer magischen Atmosphäre zum Eintauchen einlädt. Das erleichtert es zusätzlich, Phos auf ihrem Weg und damit in ihrer Entwicklung zu begleiten. Bereits jetzt sind erste Veränderungen erkennbar. Wirklich große Schritte macht schließlich Band zwei – und das fast wortwörtlich.

Als neues Ziel für Phos‘ Interesse dient das Meer. Verboten und geheimnisvoll, hofft Phos, dort eine Lösung für ihre sich selbst gestellte Aufgabe zu finden. Schließlich will Phos Cinnabarit unbedingt helfen und aus der Einsamkeit der Nachtwache befreien. Immerhin hat Cinnabarit einzig Phos den geheimen Wunsch, vom Mondvolk entführt zu werden, verraten. Es ist – auch angesichts der Kapitelnamen und des frühen Reisebeginns – kein Spoiler, wenn verraten wird, dass Phos tatsächlich ins Meer aufbricht. Gemeinsam mit dem schneckenähnlichen Wesen Ventricosus macht sich Phos auf den Weg in die Heimat der Kreatur, die nur Phos hören kann. Erneut brilliert Das Land der Juwelen dabei mit neuen Details, der faszinierenden Welt, wunderschönen Bildern und unerwarteten Entwicklungen, die nicht nur zur Geschichte beitragen, sondern auch die Hintergründe näher beleuchten. Hier erhält Das Land der Juwelen eine tiefgreifende Ebene, die Potenzial verspricht und gerade aufgrund der weiteren Ereignisse noch Spannung verspricht und ermöglicht.

Natürlich bleibt Das Land der Juwelen bei all dem trotzdem eher ruhig und gemächlich. Trotz kleinerer Action-Einlagen bei den wenigen Kämpfen gegen das Mondvolk, die noch seltener auftreten als bereits im ersten Band, liegt die Konzentration des Mangas eindeutig auf Geschichte und Figuren. Der Alltag der geschlechtslosen Edelsteine und insbesondere Phos‘ Erlebnisse stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Inklusive einiger überaus interessanter und unerwarteter Wendungen, die so manche Änderung mit sich bringen. Dabei treten neben Phos wieder zahlreiche andere Edelsteine auf. Das ordentliche Charakterfeld wird gut genutzt, die meisten Figuren grenzen sich optisch voneinander ab und auch in Sachen Persönlichkeit wird Abwechslung geboten. Zudem führt Mangaka Haruko Ichikawa neue Charaktere ausführlich genug ein, um zumindest ein grobes Verständnis für sie zu bekommen. Obwohl manch bekannter Edelstein etwas kürzer kommt, kann das Ensemble von Das Land der Juwelen durchweg überzeugen und profitiert von der liebenswerten und sympathischen Darstellung der Figuren sowie den auffälligen Eigenheiten, die zum Teil leicht amüsant daherkommen. Gemeinsam mit Phos tragen die anderen Edelsteine sowie das Schnecken-Wesen Ventricosus Das Land der Juwelen Band 2 hervorragend und sorgen für ein faszinierendes und magisches Erlebnis, das nur noch mehr die Neugier an der interessanten, fantasievollen Geschichte weckt.

Fazit

Nach dem ersten Band konnte ich es kaum erwarten, Das Land der Juwelen Band 2 endlich zu lesen. Die Geschichte von Phos, Cinnabarit und den anderen Edelsteinen ist emotional und spannend. Mit der magischen Atmosphäre und einer faszinierenden Welt sowie liebenswerten Figuren, schafft Mangaka Haruko Ichikawa eine der ungewöhnlichsten und zugleich interessantesten Manga-Reihen der letzten Jahre. Spätestens mit Band zwei beweist Das Land der Juwelen diesen Status und schafft es, eine ungewöhnliche Fantasy-Geschichte mit ruhiger Erzählweise und sanften Slice-of-Life-Elementen zu versehen. Gleichzeitig baut Band zwei die Welt, Hintergründe und das Drumherum aus, wartet mit spannenden Wendungen, die auch entscheidende Wandlungen mit sich bringen, auf und weckt damit nur noch um so mehr die Neugier an der Fortsetzung.

Kurzfazit: Das Land der Juwelen Band 2 erhält sich seine außergewöhnliche Faszination mit spannenden Wendungen, dem Ausbau der magischen Welt, der emotionalen, ideenreichen Geschichte und einer ausgezeichneten Nutzung der liebenswert-sympathischen Figuren.

Details
Titel: Das Land der Juwelen – Band 2
Originaltitel: Houseki no Kuni
Genre: Alltag, Drama, Fantasy, Mystery, Science-Fiction
Verlag: Manga Cult
Mangka: Haruko Ichikawa
Seiten: 196
Preis: 10,00 €
ISBN: 978-3-964331-08-3
Verlagsseite: Das Land der Juwelen – Band 2 bei Manga Cult
Erscheinungsdatum: 02. Dezember 2018

© Haruko Ichikawa / Kodansha / Manga Cult

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