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Apr 29 2018

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Rezension: Keine Cheats für die Liebe – Band 1 (Manga)

Nerdige Romantik-Comedy verspricht die Beziehung von Kindheitsfreunden in Keine Cheats für die Liebe Band 1.

Narumi hat es nicht leicht. Kaum erfahren die Männer, dass sie ein Nerd ist, nehmen sie Reißaus. So auch in ihrer letzten Beziehung zu einem Kollegen, was schließlich zum Wechsel ihres Arbeitsplatzes geführt hat. Für den Neustart nimmt sich Narumi fest vor, ihr Geheimnis zu wahren. Doch zu ihren Kollegen zählt auch ihr Kindheitsfreund Hirotaka, ebenfalls Nerd und Extrem-Gamer. Fast lässt er Narumi auffliegen und bietet schließlich die Lösung für ihr Problem: Da eine normale Beziehung nicht funktioniert, braucht Narumi einen Nerd. Prompt bietet sich Hirotaka selbst als Freund an. Kann die Romanze funktionieren oder scheitert die Beziehung an den Eigenheiten von Hirotaka und Narumi?

Nerdiges Liebes-Chaos

Ursprünglich veröffentlichte Mangaka Fujita Otaku ni Koi wa Muzukashii, was übersetzt soviel heißt wie „Liebe ist schwer für Otakus“, auf dem Künstlerportal Pixiv. Dank des japanischen Verlags Ichijinsha umfasst die Romantik-Comedy-Reihe mittlerweile fünf Bände. Der noch junge deutsche Verlag altraverse veröffentlicht Fujitas Manga-Serie unter dem Titel Keine Cheats für die Liebe auf deutsch. Schnell fällt der kurzweilige, lockere Erzählstil auf, durch den die Online-Herkunft erkennbar ist. Obwohl sich ein erkennbarer roter Faden durch den ersten Band und die als Episoden bezeichneten Kapitel zieht, wirken die Seiten teilweise wie kleine Szenen, die sich erst zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Ein 4-Panel- oder Kurzepisoden-Manga ist Keine Cheats für die Liebe aber nicht. Die Struktur bleibt klassisch, allerdings werden Szenen – meist auch einzelne Seiten – mit passenden Untertitel-Überschriften versehen. Das verleiht dem sowieso bereits witzigen Geschehen noch eine besondere Würze.

Fujita schafft es allgemein die ans Slice-of-Life-Genre angelehnte Geschichte auf lockere und angenehme Weise zu erzählen. Dadurch liest sich Keine Cheats für die Liebe schnell und bereits nach kurzer Zeit entwickelt sich ein guter Flow, der an den Manga fesselt. Zu verdanken ist dieser der exzellenten Mischung aus Humor, Romantik und dem chaotisch-sympathischen Alltag der Hauptfiguren. Dieser wirkt niemals zu abgedreht und erhält sich dadurch einen realistischen Eindruck, was der Geschichte deutlich hilft. Eine der größten Stärken von Keine Cheats für die Liebe sind die Charaktere. Egal ob Narumi und Hirotaka oder deren Arbeitskollegen und Mitnerds Hana und Kabakura, das kleine, liebenswerte Ensemble weiß zu jederzeit zu überzeugen. Sie sind es, die Keine Cheats für die Liebe erst zu dem machen, was der Manga ist: eine romantische Komödie rund um Nerds. Letzteres ist ein wichtiger Faktor, da regelmäßig nerdige Themen wie Animes, Manga oder Games angesprochen oder zu direkten Bestandteilen der Handlung werden. Dank hilfreicher Fußnoten brauchen auch in Internet-Sprache oder beim Nerd-Wissen weniger erfahrene Leser nicht zu befürchten, bestimmte Witze oder Dialoge nicht zu verstehen. Ein gewisser Hang zu Nerd- und Otaku-Themen ist jedoch empfehlenswert.

Optisch kann Keine Cheats für die Liebe durch hervorragende Charaktermodelle samt erstklassiger und oft aberwitziger Mimik überzeugen. Fujita versteht es Narumi, Hirotaka, Hana und Kabakura stets richtig in Szene zu setzen und jeder Situation durch die Zeichnungen die passende Stimmung zu verleihen. Egal ob es nun romantisch wird, Streit aufkommt oder die Figuren einfach nur Blödsinn machen, in Keine Cheats für die Liebe ist jede Szene zeichnerisch gelungen. Das trägt zur Figurenbindung bei und hilft bei der sowieso gelungenen Charakterisierung.

Fazit

Da ich bereits die ersten Episoden der aktuell laufenden Anime-Umsetzung Wotakoi: Keine Cheats für die Liebe als Simulcast gesehen habe, wusste ich, was mich bei Keine Cheats für die Liebe erwartet. Deshalb war meine Vorfreude auf den ersten Band größer, als noch nach der Ankündigung. Der Auftakt-Manga der Romantik-Komödie hat mich nicht enttäuscht. Mit großem Spaß und dem einen oder anderen Lacher, habe ich den Auftakt von Narumis und Hirotakas Geschichte gelesen. Keine Cheats für die Liebe Band 1 zeigt sich als witziger Romantik-Alltags-Manga, der maßgeblich von den sympathischen und liebenswerten Figuren sowie der hervorragend eingebundenen Nerd-Thematik profitiert. Zusätzlich trägt zum Lesespaß die kurzweilige, angenehme Erzählweise bei. Durch ganz typische Situationen wie Diskussionen über Animes, Manga oder Games, gemeinsames zocken oder auch nur zusammen trinken gehen und sich streiten, zeichnet Keine Cheats für die Liebe einen glaubwürdigen Alltag des vierköpfigen Ensembles, der dazu einlädt Narumi, Hirotaka, Hana und Kabakura auch weiterhin zu begleiten. Wer auch nur ein bisschen was mit Nerd-Comedy, Romantik oder Slice of Life anfangen kann, sollte sich Keine Cheats für die Liebe nicht entgehen lassen.

Kurzfazit: Angenehm kurzweilige Romantik-Komödie mit liebenswerten Charakteren, großartigem Humor samt hervorragender Nerd-Thematik und schönen Zeichnungen.

Vielen Dank an altraverse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Keine Cheats für die Liebe – Band 1!

Details
Titel: Keine Cheats für die Liebe – Band 1
Originaltitel: Otaku ni Koi wa Muzukashii
Genre: Comedy, Romance
Verlag: altraverse
Text/Zeichnungen: Fujita
Seiten: 128
Preis: 10,00 €
ISBN: 978-3-96358-009-3
Verlagsseite: Keine Cheats für die Liebe – Band 1 bei altraverse
Erscheinungsdatum: 26. April 2018

Bilder Copyright altraverse / Ichijinsha

Lesetipp: Anime-Simulcast-Frühlingssaison 2018 Teil 4

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