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Okt 30 2015

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Rezension: Corpse Party – Blood Covered – Band 1 (Manga)

corpse-party-blood-covered-coverPassend zu Halloween hat Egmont Manga Anfang Oktober den ersten Band der Horror-Manga-Reihe Corpse Party – Blood Covered veröffentlicht.

Durch einen alten Fluch landen die Schüler der Klasse 2-9 der Kisaragi-Lehranstalt getrennt voneinander in einem alten, heruntergekommenen Schulgebäude. Nach dem sie aufgewacht ist, kann Naomi Nakashima lediglich ihre beste Freundin Seiko Shinohara finden. Von Satoshi Mochida und ihren anderen Freunden sowie Satoshis kleiner Schwester Yuka und der stellvertretenden Klassenlehrerin Yui Shishido fehlt jede Spur. Schon bald entdecken die beiden Mädchen die Leiche eines unbekannten Schülers und merken, dass in dem Haus Geister ihr Unwesen treiben.

Gruselhaus

Corpse Party – Blood Covered basiert auf einer japanischen Horror-Adventure-Videospiel-Reihe, deren erster Teil 1996 erschienen ist. Die erste Manga-Umsetzung erschien von 2008 bis 2012 in Japan und erzählt von dem Schicksal der Schüler der Klasse 2-9. Entsteht im ersten Kapitel noch der Eindruck, dass Satoshi Mochida die Hauptrolle in der Geschichte einnimmt, konzentrieren sich die weiteren drei Kapitel klar auf Naomi und Seiko. Dabei dient der Einstieg in den Manga zur Vorstellung der insgesamt neun Charaktere sowie der Vergangenheit der Kisaragi-Lehranstalt sowie deren Vorgänger Schule der Tenjin-Grundschule.

Obwohl Corpse Party mit seltenen etwas blutigeren oder schaurigeren Szenen arbeitet, bleibt der Horror im ersten Manga eher subtil. Wirkliche Action ist nicht zu erwarten und auch brutale Momente in denen jemand auf grausame Weise stirbt sind nicht vorhanden. Dafür wird das Schicksal der bereits im alten Schulgebäude ums Leben gekommenen Personen angedeutet. Und das ist teilweise recht grausam. Daraus und aus der Tatsache, dass Naomi und Seiko scheinbar in dem heruntergekommenen Haus gefangen sind, ohne eine Möglichkeit ihre Freunde zu finden, ergibt sich eine recht angenehme Grusel-Atmosphäre, die mit einigen typisch japanischen Elementen arbeitet.

Gruselspannung

Die ausbleibende Horror-Stimmung stört jedoch nicht, da durch das beklemmende Gefühl der Gefangenschaft und der Trennung von den Freunden, eine angenehme Spannung erzeugt wird, die zum Weiterlesen animiert. Dennoch scheint Band eins in erster Linie ein klarer Einstieg zu sein und es ist zu erwarten, dass in den kommenden Mangas von Corpse Party – Blood Covered deutlich mehr passiert und das Leben der Charaktere wesentlich eindeutiger bedroht wird als bisher.

Immerhin gelingt es Interesse für das Schicksal der handelnden Figuren zu entwickeln, auch wenn mehrere typische Persönlichkeiten abgebildet werden. Die Gruselgeschichten liebende Klassensprecherin, der aufgedrehte Spaßvogel, das etwas unsichere Mädchen, der coole Kerl. Fast alle klassischen Rollen scheinen in irgendeiner Weise Verwendung zu finden. Hundertprozentig einstufen lässt sich das zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht, da abgesehen von Naomi und Seiko, die meisten Charaktere zu wenig Platz im ersten Band haben, um sich wirklich entfalten zu können. Die beiden Protagonistinnen zeigen dafür neben ihren stereotypischen Rollen kleinere Ansätze von etwas mehr Tiefgang bei ihrer Persönlichkeit. Es ist zu hoffen, dass das vorhandene Potenzial genutzt wird. Was allerdings die gelegentliche ‚Fummelei‘ von Seiko an Naomi für einen tieferen Sinn hat, erschließt sich noch nicht, könnte aber lediglich der Auflockerung dienen und darstellen wie die eher aufgedrehte Seiko versucht Stresssituationen zu entschärfen. Vielleicht soll auf diese Weise auch ein Mindestmaß an Erotik in den Manga einfließen.

Die Zeichnungen von Toshimi Shinomiya sind ordentlicher Standard, brillieren allerdings gerade bei den Kapitel-Titelbildern und der Darstellung von schaurigen Dingen wie etwa einer Leiche. Hintergründe sind manchmal gar nicht vorhanden, wissen aber ansonsten zu gefallen und stellen das verfallene Schulgebäude gut dar. Auch das Charakterdesign ist an sich gelungen. Ohne groß hervorzustechen, haben alle Figuren ihre Eigenheiten und damit einen hohen Wiedererkennungswert.

Fazit

Der erste Band von Corpse Party – Blood Covered ist ein solider Einstieg in die Horror-Reihe. Es werden viele Fragen aufgeworfen und eine relativ spannende Grusel-Atmosphäre erzeugt, die bisher angenehmer Weise ohne große Action- oder Splatter-Elemente auskommt. Die Leichen und Geister sind dafür schaurig-schön umgesetzt, wodurch sie sich gut ins Gesamtbild des Mangas einfügen. Dass die Geschichte sich vorerst auf zwei der neun Schüler konzentriert, stört zu keiner Zeit, da Naomi und Seiko auf diese Weise besser vorgestellt werden können. Gerade die Fragen, ob sie ihre Freunde finden und wer es lebend aus der Schule schafft, weckt das Interesse an der Fortsetzung der Reihe.

Kurzfazit: Solider Einstieg mit spannender Geschichte und angenehmer Grusel-Atmosphäre, der das Interesse auf die weiteren Bände weckt.

Details
Titel: Corpse Party – Blood Covered – Band 1
Genre: Horror, Mystery
Verlag: Egmont Manga
Story: Makoto Kedouin (TeamGrisGris)
Zeichnungen: Toshimi Shinomiya
Seiten: 194
Preis: 3,99 € (bis 31.12.15) / 7,50 € (ab 01.01.2016)
ISBN: 978-3-7704-8853-7
Verlagsseite: Corpse Party – Blood Covered – Band 1 bei Egmont Manga
Erscheinungsdatum: Oktober 2015

Bilder Copyright Egmont Manga

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