«

»

Feb 04 2017

Beitrag drucken

Rezension: One-Punch Man – Band 2 (Manga)

Saitama ist wieder im Einsatz. Im zweiten Band von One-Punch Man muss sich der Hobby-Held erneut mit starken Gegnern und Monstern herumschlagen.

Durch die Informationen des gepanzerten Gorillas wissen Saitama und Genos, wer hinter dem Angriff auf sie steckt und was das Ziel des Feindes ist. Das Haus der Evolution ist aufgrund seiner Kraft an Saitama selbst interessiert. Der Anführer der Sekte will die Evolution der Menschheit künstlich vorantreiben und arbeitet zu diesem Zweck mit Versuchen an Tieren und Menschen. Sofort begeben sich Saitama und Genos zum Hauptquartier des Hauses der Evolution. Ihr Feind lässt indes seine mächtigste und gefährlichste Schöpfung frei, um den selbsternannten Hobby-Helden aufzuhalten und tot oder lebendig für Forschungszwecke zu gewinnen. Doch bleibt es nicht bei dieser einen Bedrohung, der sich Saitama stellen muss. Eine Gruppe arbeitsunwilliger Terroristen greift an. Da sie alle – wie der Held selbst – Glatzen haben, entsteht in der Bevölkerung schnell der Eindruck, auch Saitama würde zu ihnen gehören. Das kann er auf keinen Fall zulassen.

Actionreiche Persiflage

One-Punch Man Band 2 macht genau so weiter wie der Auftakt der Manga-Reihe. Actionreich parodiert die Geschichte von Autor One das Superhelden-Genre und baut zugleich eine eigene Handlung mit einer zwar oberflächlichen, aber in Grundzügen ausgearbeiteten Welt auf. Saitama hat die manipulierten Tiermenschen gemeinsam mit Genos besiegt und erfährt vom gepanzerten Gorilla alles, was er über das Haus der Evolution und dessen Gründer, einem genialen Wissenschaftler namens I. Genus. Abgesehen vom offensichtlichen Wortwitz, präsentiert sich der Widersacher des Protagonisten auch in anderen Punkten gewollt klischeehaft und erfüllt damit die amüsante Rolle des typischen verrückt gewordenen Wissenschaftlers, der einen Plan verfolgt, um die Menschheit nach eigenen Vorstellungen umzugestalten. Kreativ mag die Handlung in diesem Fall nicht sein, doch One-Punch Man erzählt die Geschehnisse, auch dank der abgedrehten und teils überaus skurillen Charaktere und Monster, angenehm erfrischend und humorvoll. Zu keiner Zeit nimmt sich der Manga zu ernst, was sämtlichen Klischees und Stereotypen eine gänzlich andere Wirkung gibt und sie zu einem notwendigen Teil der Geschichte macht.

Dass die Konzentration erneut hauptsächlich auf Action liegt, stört ebenfalls nicht, da die lockeren Kämpfe überaus gut unterhalten. Besonders weil Saitamas enorme Kraft so absurd erscheint und doch perfekt zum Helden passt. Letztlich bleibt sein Problem bestehen, dass er keinen würdigen Gegner findet und somit kaum ein Kampf wirklich spannend für ihn ist. Allerdings wird bereits angedeutet, dass diese Thematik nicht dauerhaft erhalten bleibt und gegen Ende des Mangas werden der Heldenruhm und die dafür notwendigen Bedingungen deutlicher. Zwar wirkt das ein wenig aufgesetzt, gibt der Reihe aber eine neue Richtung, durch die auch Saitamas enorme Kraft ein wenig relativiert werden könnte.

Ansonsten dient der zweite Band auch dazu, die beiden Protagonisten zu festigen und ihre noch immer nicht in wirklichem Einverständnis bestehende Lehrer-Schüler-Beziehung weiter zu behandeln. Zudem erfährt man gemeinsam mit Genos das Geheimnis hinter Saitamas Kraft – und merkt einmal mehr, wie naiv und einfach gestrickt der Hobby-Held in Wirklichkeit ist. Das wird in den richtigen Stellen auch gut durch die Zeichnungen von Yusuke Murata vermittelt. Immer wieder wechselt die Darstellung von Saitama zwischen einer etwas ernsthafteren und der vereinfachten Variante. Letztere sorgt häufig für zusätzliche Schmunzler, da der einfach gestrickte Held in diesen Szenen auf eine Weise handelt, die kaum jemand nachvollziehen kann. Gemeinsam mit den gut in Szene gesetzten Kämpfen, überzeugt der zweite Band also auch bei den Bildern, die in einem gelungenen Einklang mit den passend geschwollen und übertrieben wirkenden Dialogen stehen.

Fazit

One-Punch Man mag auch mit dem zweiten Band kaum mehr als kurzweilige Action-Comedy bieten, schafft es aber diese durch interessante Handlungs-Aspekte und die amüsant-sympathischen Charaktere zu tragen. Die Superhelden-Satire bleibt leicht episodenhaft, zeigt aber einen deutlicheren roten Faden, als dies beim ersten Band der Fall war. Getragen wird dieser auch durch Genos, der weiterhin Saitamas Schüler sein möchte. Letztlich ist es der Cyborg-Krieger, der den wichtigen – wenn auch im ersten Moment etwas unlogisch und seltsam wirkenden – Einwurf bringt, der eine zentrale Wendung in der Geschichte der Reihe bedeuten könnte. Es bleibt spannend, wie sich das Helden-Leben von Saitama und Genos dadurch verändert.

Kurzfazit: Amüsante Superhelden-Satire, die mit viel brachialer Action und einem naiv-sympathischen Protagonisten kurzweilig unterhält.

Vielen Dank an Kazé für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One-Punch Man – Band 2!

Details
Titel: One-Punch Man – Band 2
Genre: Action
Verlag: Kazé Manga
Autor: One
Zeichner: Yusuke Murata
Seiten: 200
Preis: 6,95 €
ISBN: 978-2-88921-846-2
Verlagsseite: One-Punch Man Band 2 bei Kazé Manga
Erscheinungsdatum: 06. Oktober 2016

Bilder Copyright Kazé Manga

Lesetipp: Rezension von One-Punch Man Band 1

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.thelostdungeon.de/2017/02/04/rezension-one-punch-man-band-2-manga/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>