Rezension: Mouse P.I. for Hire (PC)

Privatdetektiv Jack Pepper ermittelt in Mouse: P.I. for Hire in einem Vermisstenfall und gerät in eine große Verschwörung.
Seit Anfang 2024 ist der Zeichentrick-Klassiker „Steamboat Willie“ von 1928 nicht mehr vom US-amerikanischen Urheberrecht geschützt und gilt somit als gemeinfrei. Als Folge gab es bereits einige Filme, Videospiele und andere Medien, die sich des ersten Auftritts von Micky Maus zu Nutzen gemacht haben. Der Krimi-Noir-First-Person-Shooter Mouse: P.I. for Hire ist ebenfalls von „Steamboat Willie“ inspiriert, nutzt den Disney-Zeichentrickfilm aber vor allem als Inspiration beim handgezeichneten Schwarz-Weiß-Cartoon-Grafikstil und den mäuserischen Charakteren. Eine Hommage an „Steamboat Willie“ darf natürlich trotzdem nicht fehlen und ist sehr gut eingebunden, ohne dass Mouse: P.I. for Hire seine Selbstständigkeit verliert.
Rauer Privatdetektiv
Mouse: P.I. for Hire fällt auf den ersten Blick besonders mit dem erwähnten Grafikstil auf. Komplett in schwarz-weiß gehalten, weckt der Shooter sofort Erinnerungen an klassischen Zeichentrickfilme wie den bereits erwähnten „Steamboat Willie“. Dabei besticht Mouse: P.I. for Hire mit flüssigen und erstklassig umgesetzten Rubberhose-Animationen. Figuren und Umgebungen sind kreativ gestaltet, charmant gezeichnet und animiert. Schnell entsteht der Eindruck, in einem spielbaren, klassischen Zeichentrickfilm zu stecken – großartig. Besonders hervorgehoben erwähnenswert sind die fantastischen Nachlade-Animationen.
Aber Mouse: P.I. for Hire überzeugt nicht nur mit Grafik-Stil und Animationen. Der First-Person-Shooter trumpft ebenfalls mit einer dichten Krimi-Noir-Atmosphäre auf. Unter gekonnter Verwendung bekannter Genre-Klischees wird eine spannende Geschichte erzählt. Privatdetektiv Jack Pepper, stimmungsvoll vertont von Synchronsprecher Troy Baker, ist genau das, was sich Genre-Fans von einem solchen Charakter erwarten. Der neue Fall von Jack befasst sich mit dem Verschwinden eines Zauberers von der Bühne während einer Show. Doch es bleibt nicht bei einem Vermisstenfall und genre-typisch wird Jack in eine große Verschwörung inklusive korrupter Polizisten und Politiker hineingezogen. Das ist charmant erzählt, ausreichend spannend und wirklich motivierend.
Cartoonige Ballerei & Erkundung
Dabei profitiert Mouse: P.I. for Hire ebenfalls davon, dass das Gameplay wirklich spaßig ist. Das Gunplay fühlt sich gut an und die Waffen, die im Laufe der Geschichte freigeschaltet werden, sind angenehm unterschiedlich und zum Teil auch kreativ. Bedauerlich ist lediglich, dass aufgrund der Möglichkeit Waffen zu verbessern, erst später gefundene Waffen viel zu schwach sind, um sie sinnvoll einzusetzen. Doch das hat kaum Einfluss auf den Spielspaß, zumal der First-Person-Shooter mit einfalls- und abwechslungsreichen Leveln inklusive Erkundung aufwarten. Zwar gibt es vor allem Sammelobjekte und Geld zu finden, trotzdem ist es motivierend, die Geheimnisse zu suchen. Geld wird vor allem für das optionale Kartenspiel benötigt.
Obwohl das Gameplay wirklich gelungen ist, ist Mouse: P.I. for Hire nicht ohne Schwächen. So fällt auf, dass es gerade zu Beginn, aber auch in manchen späteren Abschnitten, ausreicht, am Eingang zu einem Raum stehen zu bleiben, um die meisten Gegner problemlos auszuschalten. Wirklich intelligent agieren die Feinde nur selten und gefährlich werden fast ausschließlich die Nahkämpfer, wenn sie in Reichweite kommen. Zudem liegt auf dem normalen Schwierigkeitsgrad überall in den Leveln Munition, Heilung und Rüstung, weshalb ihr nur selten wirkliche Probleme haben solltet. Ob das wirklich negativ ist, ist eine persönliche Entscheidung und dank verschiedener Schwierigkeitsgrade lässt sich der Anspruch etwas erhöhen. Spaßig bleibt Mouse: P.I. for Hire bis zum Ende, das je nachdem wie viel ihr erkundet und ob ihr alles einsammeln wollt, nach 15 bis 25 Stunden erreicht ist.
Atmosphärischer Charme
Neben dem schönen handgezeichneten Grafikstil und den fantastischen Animationen, besticht Mouse: P.I. for Hire mit einer sehr guten englischen Vertonung. Synchronsprecher-Allzweck-Waffe Troy Baker überzeugt als Jack Pepper einmal mehr und beweist, weshalb er zu den gefragtesten Stimmen der Branche gehört. Doch auch die weiteren Figuren wissen zu überzeugen. Begleitet wird die englische Vertonung von sehr guten deutschen Texten, die zwar nicht immer eins zu eins passen, dafür aber gekonnt Humor und Charme des Krimi-Noir-Abenteuers einfangen. Untermalt wird das Geschehen von einem stimmungsvollen Big-Band-Jazz-Soundtrack, der nicht nur perfekt zum Stil von Mouse: P.I. for Hire passt, sondern auch viel zur dichten Krimi-Noir-Atmosphäre beiträgt. Ein weiteres Merkmal, das den First-Person-Shooter auszeichnet und zu einem besonderen, wenn auch nicht perfekten, Genre-Erlebnis werden lässt.
Fazit
Mouse: P.I. for Hire hat schon vor einiger Zeit mit Trailern Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das war besonders dem schwarz-weißen Zeichentrick-Grafikstil mit den Rubberhose-Animationen zu verdanken. Doch auch das Szenario und die Krimi-Noir-Ausrichtung haben mein Interesse geweckt. Nachdem ich endlich mit Jack Pepper dem Vermisstenfall und der großen Verschwörung auf die Spur gehen konnte, wurden meine Erwartungen sogar noch ein wenig übertroffen. Mouse: P.I. for Hire ist sicher nicht perfekt und hat seine Schwächen, dennoch ist der First-Person-Shooter wirklich spaßig und beweist ein Händchen für Abwechslung. Das Gunplay fühlt sich gut an, das Erkunden der Level ist motivierend, Nebenaufgaben lassen mich noch mehr in die Welt eintauchen, die Geschichte ist spannend und die englische Vertonung genauso wie der Jazz-Soundtrack wirklich stimmungsvoll. Das Ergebnis ist ein einzigartiges und sehr atmosphärisches Genre-Erlebnis, das sich kein Shooter-Fan, der nicht vom Grafikstil komplett abgeschreckt ist, entgehen lassen sollte.
Kurzfazit: Charmanter und atmosphärischer Krimi-Noir-First-Person-Shooter in wunderschöner Zeichentrick-Grafik, der mit spaßigem Gameplay und spannender Geschichte kleine Schwächen problemlos ausgleicht.
Vielen Dank an PlaySide Studios & Fumi Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mouse: P.I. for Hire!
Details
Titel: Mouse: P.I. for Hire
Genre: Shooter
Publisher: PlaySide Studios
Entwickler: Fumi Games
Spieler: 1
Syteme: PC (getestet), PlayStation 5, Xbox Series X|S, Switch 2
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungsdatum: 16. April 2026
© Fumi Games & PlaySide Studios Ltd. 2024. The name MOUSE and all copyright and intellectual property in the game and name are owned by Fumi Games, all rights reserved.








