Rezension: Haruko: Ein Leben für die Tiere – Band 1 (Manga)

Als neue Tierpflegerin im Hidamari-Zoo, muss Haruko in Haruko: Ein Leben für die Tiere Band 1 noch viel lernen.

Harukos Traum wird wahr, sie hat die Stelle als Tierpflegerin im Hidamari-Zoo bekommen. Aus Liebe zu Tieren und ihrer Faszination für Gerüche ist die Arbeit ein Traum für sie. Allerdings merkt sie schnell, dass der Alltag mit den Tieren anders ist als gedacht. Leidenschaft, Motivation und Liebe reichen nicht aus, um den Tieren gerecht zu werden. Die Tiere sind misstrauisch, scheu und erfordern besondere Aufmerksamkeit. Außerdem ist der junge Zoodirektor streng und stellt hohe Erwartungen an Haruko. Als ihr schließlich ein großer Fehler passiert, steht Harukos Zukunft als Tierpflegerin auf dem Spiel. Um ihren Job zu retten, muss sie eine scheinbar unmögliche Aufgabe erfüllen.

Unerfahrene Tierpflegerin

Haruko: Ein Leben für die Tiere Band 1 ist der Auftakt einer vierteiligen Slice-of-Life-Manga-Reihe über den Alltag einer jungen und unerfahrenen Tierpflegerin in einem kleinen Zoo. Die Geschichte beginnt mit Harukos Einstellung, wodurch die Protagonistin von ihrem ersten Tag in ihrem Traumberuf begleitet werden darf. Gleichzeitig wird früh hervorgehoben, dass der junge und ebenfalls neue Zoodirektor streng ist und finanzielle sowie wirtschaftliche Aspekte über alles stellt. Keine einfachen Bedingungen für Haruko, die schon seit ihrer Kindheit als eigenwillig und seltsam abgelehnt wurde. Besonders ihr Hang zu Gerüchen, an denen sie die Empfindungen von Menschen und Tieren erkennt, weckt Skepsis und verleiht ihr zugleich eine ungewöhnliche Eigenheit. Wie realistisch das ist, bleibt dabei unwichtig. Das heißt allerdings nicht, dass die Geschichte auf Realismus verzichtet. Vielmehr setzt Haruko: Ein Leben für die Tiere Band 1 auf eine möglichst realitätsnahe Darstellung, die in Einklang mit einer unterhaltsamen Handlung steht.

Schon früh im Manga passiert Haruko ein großes Missgeschick im Zusammenhang mit dem Löwen des Zoos. Das führt dazu, dass ihre Arbeit als Tierpflegerin auf dem Spiel steht. Eine Grundlage, die dazu dient Harukos Entwicklung mit einem vermeintlich dramatischen Druck zu verbinden. Zwar wird die Geschichte nie wirklich spannend, ist aber stets unterhaltsam. Es ist interessant Haruko und die anderen Mitarbeiter des Zoos bei der Versorgung der Tiere zu begleiten. Zumal Mangaka Saku Yamaura bereits im ersten Band auf die Einbindung verschiedener Tierarten setzt. So bekommt es Haruko neben dem Löwen mit Elefantendame Sumire, Nilpferd Mimiko und einer Giraffenfamilie zu tun. Parallel dazu hat sie Einfluss auf ihre Kollegen, die teilweise genauso wie die Tiere mit Problemen zu kämpfen haben und von der offenherzigen, etwas naiven und vorschnell sowie unüberlegt handelnden Haruko beeinflusst werden.

Statt auf möglichst niedliche Darstellung setzt Haruko: Ein Leben für die Tiere Band 1 auf realistische Zeichnungen der Tiere. Dadurch zeigt der Slice-of-Life-Manga, welche Ansprüche die Geschichte hat. Ein Aspekt, der sehr gut funktioniert, da wirklich der Eindruck erweckt wird, einen Einblick in die Arbeit eines Zoos zu erhalten. Zwar könnte die Geschichte manchmal mehr Tiefe vertragen und auch die Charaktere bleiben teilweise etwas blass, die wichtigsten Figuren sind aber ausreichend ausgearbeitet, um die Geschichte neben Haruko tragen zu können. Bei den Zeichnungen setzt Mangaka Saku Yamaura neben den realitätsnahen Tieren auf einen einfachen, aber passenden Stil, der die Emotionen und Persönlichkeiten der Charaktere hervorhebt. Damit wird der kurzweilige Slice-of-Life-Lesespaß gut abgerundet.

Fazit

Haruko: Ein Leben für die Tiere Band 1 ist im Grunde genau das, was ich von der Reihe erwartet habe: eine kurzweilige und relativ realitätsnahe Geschichte über den Alltag einer Tierpflegerin im Zoo. Dabei setzt der erste Band auf einige dramatische Momente und auch wenn manche davon vielleicht etwas konstruiert wirken, fügen sie sich gut ein. Zumal das Verhalten der Tiere meist glaubhaft dargestellt ist. Haruko ist zudem eine sympathische Protagonistin, die mit ihren Eigenheiten heraussticht und gerade aufgrund der Probleme anderer Menschen mit ihrer Art ans Herz wächst. Es ist wirklich interessant und unterhaltsam mitzuerleben, wie sich Haruko den Herausforderungen ihrer neuen Arbeit stellt und langsam Einfluss auf Tiere und Mitarbeiter hat. Zwar könnten Geschichte und Charaktere etwas mehr Tiefe vertragen, am gebotenen Lesespaß ändert das aber wenig. Entsprechend freue ich mich auf die Fortsetzung und bin gespannt, wie das offene Ende aufgelöst wird. Fans von Slice-of-Life-Manga mit Tieren oder Arbeitsplatz-Thematik sollten Haruko: Ein Leben für die Tiere Band 1 eine Chance geben.

Kurzfazit: Kurzweiliger Slice-of-Life-Manga, der zum Auftakt eine unterhaltsame Geschichte mit sympathischer Protagonistin erzählt und trotz kleiner Schwächen angenehmen Genre-Lesespaß bietet.

Vielen Dank an Carlsen Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Haruko: Ein Leben für die Tiere – Band 1!

Details
Titel: Haruko: Ein Leben für die Tiere – Band 1
Originaltitel: Kemonomichi
Genre: Slice of Life
Verlag: Carlsen Manga
Mangaka: Saku Yamaura
Seiten: 176
Preis: 7,50 €
ISBN: 978-3-551-80639-0
Verlagsseite: Haruko: Ein Leben für die Tiere – Band 1 bei Carlsen Manga
Erscheinungsdatum: 27. Januar 2026

© 2013 Saku Yamaura / Kodansha Ltd.
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