Rezension: Edens Zero (PS5)

Nach der Begegnung mit Abenteuerin Rebecca und Roboterkatze Happy verlässt Shiki in Edens Zero seinen Heimatplaneten und erlebt Abenteuer in den Weiten des Weltraums.

Das Action-Rollenspiel Edens Zero basiert auf der gleichnamigen Manga-Reihe von Fairy-Tail-Schöpfer Hiro Mashima und erzählt die bekannte Geschichte nach. Dank des Cel-Shading-Grafikstils erinnern Shiki, Rebecca, Happy und die anderen Charaktere an die Figuren aus der Anime-Serien-Umsetzung von Edens Zero. Spielerisch setzt das von Konami entwickelte Action-Rollenspiel auf bekannte Gameplay-Mechaniken. Eine lineare Nacherzählung der Geschichte wird mit actionreichen Kämpfen und einem rudimentären Rollenspiel-System verknüpft. Außerdem darf der Planet Blue Garden frei erkundet werden. Das funktioniert ziemlich gut und die Geschichte bleibt auch ohne Vorkenntnisse verständlich.

Aufbruch ins Abenteuer

Nach einem längeren Intro, das aus Zwischensequenzen und einem Tutorial-Abschnitt besteht, kehrt Edens Zero zum Anfang der Geschichte zurück. Shiki lebt seit zehn Jahren auf dem Planeten Granbell. Dort ist er der einzige Mensch. Die anderen Bewohner sind Roboter, die verschiedene Rollen im mittlerweile brachliegenden Vergnügungspark verkörpert haben. Als nach hundert Jahren erstmals wieder eine Besucherin eintrifft, ist die Aufregung groß. Es kommt zu einem Zwischenfall und Shiki ist gezwungen, mit Abenteurerin Rebecca und ihrer Roboterkatze Happy von Granbell zu fliehen und seine bisherigen Freunde zurückzulassen. Damit beginnt Shikis Reise und schon bald beschließen er, Rebecca und Happy nach Mother, einer geheimnisvollen Lebensform, die irgendwo im Weltraum existiert, zu suchen.

Obwohl einige Szenen gekürzt oder angepasst wurden, bleibt Edens Zero der Handlung der Vorlage weitgehend treu. Außerdem ist die Geschichte weiterhin verständlich und ermöglicht es auch ohne Vorkenntnisse den Ereignissen, um Shiki, Rebecca, Happy und ihrer wachsenden Crew zu folgen. Im Laufe des Story-Modus gilt es lineare Abschnitte zu absolvieren. Diese verknüpfen kurze Laufwege mit Zwischensequenzen und zahlreichen Kämpfen. Das mag nicht immer abwechslungsreich sein, kann aber gerade dank der sympathischen Charaktere und ihrer gut dargestellten Beziehungen unterhalten. Zumal im Verlauf des Action-Rollenspiels Bindungs-Events Einblicke den Figuren mehr Tiefe verleihen und ihre Beziehungen zueinander näher beleuchten. Dadurch wachsen die Charaktere noch mehr ans Herz.

Frei erkundbarer Planet

Abseits des Story-Modus steht früh im Spiel der Erkundungs-Modus zur Verfügung. Dieser ermöglicht es, die weitläufige, offene Welt des Planeten Blue Garden zu erkunden. In der Abenteurer-Gilde können Nebenquests angenommen und schließlich Rangaufstiege verdient werden. Allerdings gestalten sich die Aufgaben repetitiv. Vorwiegend gilt es, Gegner zu besiegen, Gegenstände zu sammeln oder Fotos zu schießen. Charakter-spezifische Quests bringen etwas Abwechslung. Ansonsten warten in der offenen Welt Sammelobjekte und Schnellreisepunkte auf ihre Entdeckung. Das ist durchaus motivierend, zumal Shiki jederzeit fliegen darf. Die sich daraus ergebende Freiheit ist überraschend und ermöglicht es, schnell überallhin zu gelangen. Allerdings verlieren die ebenfalls verfügbaren Fahrzeuge etwas an Bedeutung.

Die Kämpfe gestalten sich im Story- und Erkundungs-Modus identisch. Bei Begegnung mit Gegnern kommt es zu einer actionreichen Auseinandersetzung in einem begrenzten Bereich. Als Angriffe stehen normale Attacken, die sich zu Kombos aneinanderreihen lassen, und Spezialaktionen zur Verfügung. Zusätzlich verfügen die Charaktere über individuelle Fähigkeiten und einen Ultra-Angriff, sofern dieser aufgeladen ist. Da sich Shiki, Rebecca und die anderen unterschiedlich spielen und verschiedene Stärken und Schwächen haben, lohnt sich der regelmäßige Wechsel, um auf bestimmte Situationen zu reagieren. Wirklich taktisch sind die Kämpfe nicht. Erst wenn im Talentbaum mit bei Levelaufstiegen verdienten Punkten neue Fähigkeiten freigeschaltet werden, werden die Auseinandersetzungen etwas taktischer. Damit verfallen die Kämpfe nicht in reines Button-Mashing, bleiben aber trotzdem wild. Zumal die Übersicht häufig verloren geht, woran die Lock-on-Funktion wenig ändert.

Leichtgängiges Abenteuer

Wirklich anspruchsvoll ist Edens Zero nicht. Zumindest wenn die Ausweich- und Konter-Funktion genutzt wird, sind die meisten Gegner kein Problem. Lediglich Bosse bringen etwas Abwechslung und sind gut inszeniert, aber niemals wirklich fordernd. Am kurzweiligen Spielspaß ändert das wenig. Eine gewisse Rolle spielt außerdem die Ausrüstung. Neben Waffen können verschiedene Kleidungsstücke und die Sonderfunktionen gewährenden Lacrima angepasst werden. Das hat Auswirkung auf die Statuswerte und ändert zusätzlich das Aussehen der Charakter. Diese sind schick gestaltet und verfügen über eine ausreichend ausdrucksstarke Darstellung. Gerade dadurch erhöht sich allerdings der Kontrast zu den tristen Umgebungen, die besonders hervorheben, dass die Grafik nicht ganz zeitgemäß ist. Dennoch leidet die PlayStation-5-Version unter Performance-Problemen. Besonders beim Fliegen bricht die Bildrate regelmäßig ein. Pop-ins von Texturen und Objekten sind in der offenen Welt ebenfalls normal. Immerhin wird nie das Spielgefühl merklich beeinträchtigt.

Für etwas zusätzliche Abwechslung sorgen die Minispiele an Bord des Raumschiffs. Diese fallen zwar eher rudimentär und kurz aus, sind aber ein netter Zusatz. Außerdem kann gekocht, die Einrichtung angepasst, neue Crewmitglieder rekrutiert und Items hergestellt werden. Gemeinsam mit der gelungen Inszenierung und Erzählweise sowie dem gelungenen Soundtrack, zeigt Edens Zero, das trotz Schwächen viel Charme in dem Action-Rollenspiel steckt. Schade ist allerdings, dass auf eine deutsche Synchronisation verzichtet wurde. Die deutschen Texte werden von der sehr guten japanischen Sprachausgabe begleitet. Für Fans der Anime-Serie kann das ein Pluspunkt sein, zumindest, wenn ihr Edens Zero im Originalton und nicht in der deutschen Fassung gesehen habt. Unabhängig davon ist Edens Zero ein kurzweiliges, wenn auch nicht perfektes Action-Rollenspiel zum Franchise, das nicht nur Fans ausreichend Spielspaß bieten kann.

Fazit

Obwohl ich bereits Manga-Reihe und Anime-Serie von Edens Zero angefangen habe, bin ich mit der Geschichte von Shiki, Rebecca und Happy nur bedingt vertraut. Trotzdem war ich neugierig auf die Action-Rollenspiel-Umsetzung. Nach dem etwas verwirrenden Intro habe ich schnell gemerkt, dass die Geschichte gut erzählt ist und auch ohne Vorkenntnisse verständlich bleibt. Das kurzweilige Gameplay hat mich trotz Schwächen und zu geringer Abwechslung ausreichend motiviert, um weiterzuspielen. Vor allem ist das den sympathischen Charakteren zu verdanken. Shiki, Rebecca, Happy und die anderen sind mir mit ihren Eigenheiten schnell ans Herz gewachsen und die Geschichte ist spannend genug, um mein Interesse zu wecken. Zudem sind die actionreichen Kämpfe ausreichend spaßig und der Erkundungs-Modus bringt mit der offenen Welt von Blue Garden etwas Abwechslung in den sonst linearen Spielverlauf. Damit ist Edens Zero sicher nicht perfekt, aber auch keinesfalls misslungen. Vielmehr handelt es sich um eine gelungene, ordentliche Videospiel-Umsetzung einer Manga-Anime-Reihe. Fans vergleichbarer Spiele sowie der Vorlage können ruhig einen Blick wagen. Die bereits rund einen Monat vor der Veröffentlichung erschienene Demo-Version bietet hierfür eine gute Möglichkeit.

Kurzfazit: Kurzweiliges Anime-Action-Rollenspiel, das die Vorlage gut umsetzt und trotz Schwächen ausreichend Spielspaß bietet.

Vielen Dank an Konami für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Edens Zero!

Details
Titel: Edens Zero
Genre: Action-Rollenspiel
Publisher: Konami
Entwickler: Konami
Spieler: 1
Syteme: PlayStation 5 (getestet), Xbox Series X|S, PC
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungsdatum: 15. Juli 2025