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Rezension: Agatha Christie: Und dann gab’s keines mehr – Band 1 (Manga)

Zehn Personen werden in Agatha Christie: Und dann gab’s keines mehr Band 1 von einer geheimnisvollen Person auf eine abgelegene Insel eingeladen.

Auf einer abgeschiedenen Insel treffen zehn Personen aus unterschiedlichen Gründen aufeinander. Jeder von ihnen hat eine Einladung oder eine Arbeitsstelle erhalten und soll auf Soldier Island Bekanntschaft mit Mr. und Mrs. Owens machen. Als die Gäste eintreffen, fehlt von den Gastgebern jedoch jegliche Spur. Nur der Butler und seine Ehefrau wissen, dass die Owens erst einen Tag später eintreffen. Nach dem gemeinsamen Abendessen kommt es schließlich zu einem erschreckenden Zwischenfall: Jeder der zehn Anwesenden, zu denen auch die Bediensteten des Anwesens gehören, wird des Mordes beschuldigt. Und schon bald kommt es zu einem ersten Todesfall.

Zehn Beschuldigte

Agatha Christies 1939 erstmals veröffentlichter Roman Und dann gab’s keines mehr ist nicht nur das meistverkaufte Buch der bekannten britischen Autorin, sondern einer der erfolgreichsten Kriminalromane aller Zeiten. Mehrmals wurde die Geschichte über zehn Menschen, die von einem Fremden auf eine Insel gelockt und mit ihren Verbrechen konfrontiert werden, in andere Medien wie Filme, Serien oder Comics adaptiert. Mangaka Aya Nikaidou hat basierend auf einer im November 2010 veröffentlichten japanischen Version von Und dann gab’s keines mehr eine Manga-Adaption in drei Bänden umgesetzt. Im Original von Juni 2024 bis Dezember 2024 veröffentlicht, erscheint eine deutsche Übersetzung seit Anfang September 2026 bei Carlsen Manga. Agatha Christie: Und dann gab’s keines mehr Band 1 legt den Grundstein für die spannende Krimigeschichte und stellt die zehn Figuren vor.

So liegt zum Auftakt der Fokus kurz auf dem geheimnisvollen Mr. Owen, der Soldier Island aus unbekanntem Grund gekauft haben soll. Wie wild die Theorien um die wahren Hintergründe sind, wird sehr gut in Hintergrundgesprächen vermittelt. Parallel dazu werden die ersten zentralen Figuren mit ihren Namen und einer Charakterisierung vorgestellt. Auf dem Weg zur Insel befinden sich der pensionierte Richter Lawrence Wargrave, die Lehrerin Vera Claythorne, der ehemalige Hauptmann der Armee Philip Lombard, die feine alte Dame Emily Brent, der pensionierte General John MacArthur, der Arzt Edward Armstrong, Lebemann Tony Marston und der ehemalige Kriminalbeamte William Blore. Ergänzt werden sie vom bereits auf der Insel befindlichen Ehepaar Thomas und Ethel Rogers, die als Butler und Bedienstete im Anwesen arbeiten. Kleinere Blicke in die Vergangenheit heben manche Figuren, insbesondere Vera Claythorne, früh hervor. Es ist offensichtlich, dass sie und Philip Lombard größere Rollen einnehmen dürften als einige der anderen Figuren.

Zum Auftakt bleibt die Präsenz der meisten Charaktere aber ausgewogen. Es fällt leicht, die Persönlichkeiten der zehn Personen langsam zu erfassen und gleichzeitig in die immer spannendere Geschichte gezogen zu werden. Steht am Anfang lediglich das Geheimnis um Mr. Owen und den Erwerb von Soldier Island, wandelt sich die Geschichte zusehends, wird gefahrvoller und die Spannungskurve zieht rasant an. Dennoch bleibt der Manga dem klassischen Kriminalroman treu und setzt auf subtilere Darstellungen und Inszenierungen statt auf Bombast und Action. Dadurch wirkt der Manga angenehm bodenständig und zugleich mysteriös. Mangaka Aya Nikaidou versteht es, die Figuren perfekt in Szene zu setzen und jede Wendung spannend umzusetzen. Dadurch entfalten gerade die entscheidenden Momente ihre volle Wirkung, während Andeutungen aus der Vergangenheit der Figuren oder präsentierte Wahrheiten das Rätsel um die Vorgänge auf Soldier Island noch zusätzlich untermauern. Allgemein lebt der Krimi-Manga besonders stark von den gut geschriebenen Figuren, der spannenden Geschichte, der dichten Atmosphäre und den detailreichen, stimmungsvollen Zeichnungen, die das Geschehen bis zum fesselnden Cliffhanger-Ende perfekt darstellen.

Fazit

Obwohl ich die Geschichte von Agatha Christies Kriminalroman Und dann gab’s keines mehr bereits in verschiedenen Variationen gelesen oder gesehen habe, habe ich noch nie den Originalroman gelesen. Deshalb kann ich nur schwer beurteilen, wie nah sich die Manga-Adaption von Aya Nikaidou an diesem orientiert. Sicher ist aber, dass Agatha Christie: Und dann gab’s keines mehr Band 1, ein hochspannender Krimi-Manga mit erstklassiger Inszenierung, stimmungsvoller Erzählweise und gut geschriebenen Charakteren ist. Langsam werden Figuren und Handlung vorgestellt und schließlich sorgen hervorragend präsentierte Wendungen für eine stark ansteigende Spannungskurve. Dadurch konnte ich den Manga nicht mehr aus der Hand legen und nach dem Cliffhanger-Ende bin ich gespannt, wie die Geschichte im nächsten Band fortgesetzt wird. Krimi- und Agatha-Christie-Fans sollten Agatha Christie: Und dann gab’s keines mehr Band 1 unbedingt eine Chance geben.

Kurzfazit: Hochspannender und erstklassig inszenierter Krimi-Manga, der die Romanvorlage atmosphärisch umsetzt und mit gut geschriebenen Charakteren und wendungsreicher Geschichte fesselt.

Vielen Dank an Carlsen Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Agatha Christie: Und dann gab’s keines mehr – Band 1!

Details
Titel: Agatha Christie: Und dann gab’s keines mehr – Band 1
Originaltitel: Soshite Daremo Inaku Natta / And Then There Were None
Genre: Krimi, Thriller
Verlag: Carlsen Manga
Mangaka: Aya Nikaido
Seiten: 224
Preis: 12,00 €
ISBN: 978-3-551-80926-1
Verlagsseite: Agatha Christie: Und dann gab’s keines mehr – Band 1 bei Carlsen Manga
Erscheinungsdatum: 01. September 2026

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