Erster Blick: Anime-Frühlings-Season 2026 – Teil 1

Die Anime-Frühlings-Season 2026 ist gestartet und im ersten Teil der Erster-Blick-Reihe werden Ersteindrücke zu einigen neuen Serien vorgestellt.
Wieder einmal bringt der April die Anime-Frühlings-Season. Nachdem erste Serien bereits im März gestartet sind, geht die zweite Animesaison des Jahres 2026 nun in die Vollen. Mehrere Serien-Neustarts und -Fortsetzungen sind bereits im Simulcast angelaufen. Im Rahmen der Erster-Blick-Artikel-Reihe sollen wieder Ersteindrücke zu ausgewählten Anime-Serien, die als Simulcast laufen, vorgestellt werden. Dabei liegt der Fokus auf Neustarts, während Fortsetzungen nur in Ausnahmen berücksichtigt werden. Die Auswahl der Serien wird subjektiv getroffen und es wird voraussichtlich nicht zu allen Anime-Serien einen Ersteindruck geben.
Im ersten Teil wird ein erster Blick auf die Serien Kirio Fan Club, Rooster Fighter, The Food Diary of Miss Maid und The Strongest Job is Apparently Not a Hero or a Sage, but an Appraiser (Provisional)! geworfen.
Go Fot It, Nakamura-kun!!
Studio: Drive Inc. | Genre: Romantik, Komödie, Boys Love | Termin: Mittwoch um 19:00 Uhr (OmU) | Stream bei Crunchyroll
Story: Seit dem Tag der Einschulung in die Oberschule, ist Oktuo Nakamura in seinen Klassenkameraden Aiki Hirose verliebt. Schon ein Blick hat genügt, damit Nakamura dem niedlichen Hirose verfallen ist. Allerdings ist Nakamura schüchtern und unscheinbar. Bisher hat er es nicht geschafft, auch nur ein Wort mit Hirose zu wechseln. Dabei möchte er sich unbedingt mit ihm anfreunden. Entschlossen, aber nicht immer geplant und etwas tollpatschig, versucht Nakamura seinem Schwarm näherzukommen.
Ersteindruck: Die Mangavorlage von Go Fot It, Nakamura-kun!! ist ursprünglich in einem Band zusammengefasst worden und hat anschließend noch eine ebenfalls einbändige Fortsetzung erhalten. Obwohl die Reihe damit noch nicht als abgeschlossen gilt, erhält die Boys-Love-Romantik-Comedy-Geschichte eine Anime-Adaption. Die ersten beiden Episoden fangen den Stil und die Stimmung des Mangas gut ein. Vor allem wird Nakamura mit verschiedenen Situationen in der Schule konfrontiert, in denen er versucht seinem Schwarm Hirose näherzukommen. Dabei läuft nicht alles gut und häufig zeigt sich die Tollpatschigkeit von Nakamura. Locker erzählt, setzt Go Fot It, Nakamura-kun!! auf leichtgängigen Humor, Niedlichkeit und einen unsicheren Protagonisten. Das ist kurzweilig unterhaltsam, auch wenn keine wirklich tiefgründige Geschichte erwartet werden sollte. Falls die kommenden Episoden die Qualität halten, werden Genre-Fans trotzdem Spaß mit der Serie haben.
Kirio Fan Club
Studio: Satelight Inc. | Genre: Romantik, Komödie | Termin: Donnerstag um 18:00 Uhr (OmU) | Stream bei aniverse
Story: Aimi und Nami sind beste Freundinnen – und Rivalinnen. Beide sind in ihren Klassenkameraden Kirio verliebt. Bisher bleiben ihre Gefühle jedoch unerwidert oder vielmehr unbemerkt. Den Mut, Kirio zu gestehen, was sie für ihn empfinden, haben Aimi und Nami nicht. Trotz ihrer Rivalität unterstützen sie sich, stehen aber auch in Konkurrenz zueinander. Werden sie es schaffen, ihre Freundschaft zu erhalten? Und noch viel wichtiger: Werden ihre Gefühle bei Kiriko ankommen?
Ersteindruck: Grundsätzlich klingt die Handlung von Kirio Fan Club nicht schlecht und hat das Potential zu einer lustigen Romantik-Comedy-Serie. Leider bleibt die erste Episode hinter den Möglichkeiten zurück. Die beiden Protagonistinnen proben zusammen in der Kantine ein mögliches Geständnis an Kirio und versuchen dabei, ihn zu imitieren. Bereits hier ist der Humor bestenfalls seicht. Zudem bleiben Aimi und Nami etwas zu blass. Offenbar gibt es für die beiden Oberschülerinnen nichts anderes als Kirio. Und der Angebetete selbst hat kaum Auftritte. Genauso selten treten andere Figuren außer Aimi und Nami auf. Das kann sich noch ändern und das Potential für mehr ist vorhanden, der Ersteindruck zum Serienstart ist allerdings ernüchternd.
Rooster Fighter
Studio: Sanzigen Inc. | Genre: Action, Komödie | Termin: Sonntag (OmU) | Stream bei Disney+
Story: Seit einiger Zeit tauchen überall auf der Welt fast täglich Monster auf. Die sehr unterschiedlichen, riesigen Wesen sorgen für Chaos und bringen Menschen wie Tieren Schrecken und Trauer. Aber es gibt einen Streiter für den Frieden. Auf seiner Suche nach Rache für seine von einem Monster getötete Schwester, nimmt Keiji den Kampf mit den Monstern auf. Allerdings ist Keiji kein Mensch, sondern ein Hahn, der mit einem kräftigen Kikeriki seine Gegner zu Fall bringt.
Ersteindruck: Schon die Mangavorlage war zeitweise unterhaltsam, hat aber schon bald die eigenwillige Besonderheit nicht mehr voll ausspielen können. Deshalb muss Rooster Fighter nicht nur mit dem ungewöhnlichen Protagonisten, sondern auch mit der Geschichte und der Action überzeugen. Beides gelingt in den ersten drei Episoden der bereits Mitte März gestarteten Anime-Adaption recht gut. Zumal sich Rooster Fighter weder zu ernst nimmt, noch zu albern wird. So wird gut inszenierte Action mit dem richtigen Maß an Witz und einer guten Portion Drama vermischt. Das funktioniert besser als erwartet und ist auch dank guten Episoden-Geschichten sowie den anderen Hauptfiguren, die sich Keiji anschließen abwechslungsreicher als gedacht. Zusätzlich ist Rooster Fighter optisch wirklich gelungen. Ob das Konzept aber für die gesamte Staffel funktioniert, muss sich noch zeigen.
The Food Diary of Miss Maid
Studio: EMT Squared, Magic Bus Inc. | Genre: Slice of Life, Komödie | Termin: Dienstag um 18:00 Uhr (OmU) | Stream bei Crunchyroll
Story: Die junge Maid Suzume Tachibana ist nach vielen Jahren in England erstmals wieder in Japan. Für eine kurze Auszeit will sie ihr altes Heimatland besuchen. Allerdings erhält sie bereits am Flughafen eine erschreckende Nachricht: das Anwesen ihres Arbeitgebers ist eingestürzt. Verletzt wurde zwar niemand, aber der Wiederaufbau dauert etwa ein Jahr, weshalb Suzume einfach solange in Japan bleiben soll. Aber wie soll sich die junge Maid in dem ihr fremden Land überhaupt zurechtfinden? Immerhin ist das Essen verlockend und ein Tagebuch mit ihren kulinarischen Erlebnissen sicherlich eine gute Idee.
Ersteindruck: The Food Diary of Miss Maid ist genau das wonach es klingt: eine niedliche Protagonistin im Maid-Outfit versucht sich im ihr fremden Japan zurechtzufinden und entdeckt dabei allerlei leckere Speisen. Bereits die erste Episode teilt sich in fünf kleine, locker miteinander verbundene Geschichten auf. So widmet sich Suzume Taiyaki, Takoyaki, Odango, Onigiri aus dem Konbini und Baumkuchen. Währenddessen trifft sie ihre Großmutter oder lernt ihre Mangaka kennen. Durchaus witzig und vor allem friedlich und fröhlich, ist The Food Diary of Miss Maid angenehme Gute-Laune-Unterhaltung zum entspannen – genau das, was von einer Wohlfühl-Slice-of-Life-Serie erwartet wird. Fans solcher Anime-Serien, werden sicherlich ihre Freude mit Suzumes Alltag haben.
The Strongest Job is Apparently Not a Hero or a Sage, but an Appraiser (Provisional)!
Studio: Studio Flad Ltd. | Genre: Isekai, Fantasy, Abenteuer, Komödie | Termin: Dienstag um 18:00 Uhr (OmU) | Stream bei Crunchyroll
Story: Hibiki Manabe ist auf einer ihm unbekannten Wiese erwacht und muss fast direkt vor einem seltsamen Hasen mit Horn fliehen. Eher durch Zufall kann er das Monster töten und entdeckt seine besondere Fähigkeit „Begutachten“. Diese hängt mit seiner Berufsbezeichnung „Gutachter (Provisorisch)“ zusammen. Doch wo ist er und wie soll er sich hier zurechtfinden? Zu seinem Glück wird er in einem weiteren heiklen Moment von der Elfe Emalia gerettet. Bereitwillig will sie ihn in die nächste Stadt bringen und erfährt dabei von seiner seltenen Fähigkeit, die ihn zu einem Gewinn für fast jede Abenteuergruppe werden lässt.
Ersteindruck: Isekai-Anime dürfen in keiner Season fehlen, genauso wenig Genrevertreter mit langem Titel. The Strongest Job is Apparently Not a Hero or a Sage, but an Appraiser (Provisional)! erfüllt diese Kriterien und ist zugleich eine gewohnt leichtgängige Fantasy-Abenteuer-Serie mit wahrscheinlich mächtigen Protagonisten. Hibiki ist gleichzeitig für seine sechzehn Jahre kindlich, weshalb er schon in der ersten Episode von der Elfe Emalia geknuddelt wird. Dass Emalia auch Probleme mit ihrer Kleidung hat – der Knopf ihres Hemdes fliegt regelmäßig aufgrund ihrer zu großen Brüste weg – soll Humor einbringen und unterstreicht, wie einfach strukturiert die Isekai-Fantasy-Serie ist. Trotz allem unterhält die erste Episode mit der lockeren Atmosphäre, einem ausreichend sympathischen Protagonisten und der überraschend amüsanten Emalia. Wirklich mehr als Standard-Genre-Kost dürfte aber nicht zu erwarten sein.
©Nakamura-kun!! Animation Project
©Chikyu no Osakana Ponchan, Jitsugyo no Nihon Sha/Kirio Fan Club Anime Production Committee
© SS/KH,V
©Susumu Maeya, KODANSHA/ The Food Diary of Miss Maid Production Committee
©2026 ATEKICHI, AlphaPolis/appraiser(provisional) Production Committee










