Rezension: Flying Witch

Makoto zieht zusammen mit ihrer schwarzen Katze Chito in Flying Witch für ihre Hexenausbildung zu ihren Verwandten aufs Land.
Einer alten Tradition nach ziehen angehende Hexen, sobald sie fünfzehn Jahre alt sind, zu Hause aus, um in der Welt selbstständig ihr Training fortzuführen. Allerdings wollten die Eltern von Makoto Kowata nicht, dass sie irgendwo alleine lebt, weshalb sie zu Beginn der Oberschule zu ihren Verwandten aufs Land ziehen. Dort trifft sie ihren Cousin Kei und ihre Cousine Chinatsu wieder und freundet sich mit verschiedenen Personen an. Auch andere Hexen und Wesen der magischen Welt lernt sie kennen, während sie sich gemeinsam mit ihrer schwarzen Katze Chito, Chinatsu und Kei ihrem Alltag widmet. Und sogar ihre nomadenhaft lebende Schwester Akane taucht plötzlich auf.
Friedliches Hexen-Leben
Die bereits im Frühjahr 2016 ausgestrahlte Slice-of-Life-Fantasy-Anime-Serie Flying Witch basiert auf der gleichnamigen, in Japan noch nicht abgeschlossenen Manga-Reihe von Chihiro Ishizuka. Zu Beginn von Flying Witch zieht die fünfzehnjährige Makoto Kowata zu ihren Verwandten aufs Land. Während ihr Cousin Kei, den sie sechs Jahre nicht gesehen hat, noch weiß wer sie ist, erinnert sich die neunjährige Chinatsu nicht mehr an Makoto. Dann zeigt Makoto auch noch einige seltsame Verhaltensweisen. Sie unterhält sich mit ihrer Katze Chito, als würde sie antworten, hat seltsames Gepäck und wirkt etwas eigenwillig. Deshalb ist Chinatsu anfangs skeptisch gegenüber der neuen Bewohnerin im Hause Kuramoto. Als sich Makoto dann aber plötzlich auf einem Besen in die Lüfte schwingt, ist Chinatsu aus dem Häuschen und schließt Makoto ins Herz. Damit ist klar: Makoto ist eine Hexenanwärterin, die der Tradition folgend ihr Elternhaus verlassen hat.
Flying Witch erzählt in den zwölf Episoden von Makotos neuem Leben auf dem Land zusammen mit Chinatsu, Kei, deren Eltern und ihrer neuen Freundin und Klassenkameradin Nao. So lernt Makoto, die einen schrecklichen Orientierungssinn hat und sich schnell verläuft, langsam ihre neue Umgebung kennen, reagiert unerwartet aufgedreht auf die reichhaltige Natur, widmet sich dem Anbau von verschiedenen Kräutern oder von Gemüse und hilft bei der Apfelernte der Kuramotos. Dabei präsentiert sich Flying Witch als entspannt und leichtgängig. Die Slice-of-Life-Fantasy-Serie setzt komplett auf gemütliche und fröhliche Alltagsgeschichten. Schon Makotos Ankunft wird sehr gemütlich dargestellt, wodurch die Grundstimmung der Serie hervorgehoben wird. Selbst etwas aufregendere Momente bleiben stets bodenständig und ruhig, was wunderbar zur Serie passt und maßgeblich zum entspannten Unterhaltungswert beiträgt.
Natürlich nimmt die Magie von Makoto und ihrer bereits früh in der Serie auftretenden Schwester Akane sowie einiger weiterer Hexen ebenfalls eine wichtige Rolle ein. Großes Drama oder wirklich spannende Wendungen sollten von Flying Witch aber nicht erwartet werden. Dafür trumpft die Slice-of-Life-Fantasy-Serie mit faszinierenden Einflechtungen von Folklore oder Verweisen auf die magische Welt auf. Ob Makoto nun eine Wahrsagerin kennenlernt, in ein Café für nicht-menschliche Wesen geht oder altehrwürdige, seltene Tiere aufsucht, es sind gerade solche Momente, die für Abwechslung sorgen und Flying Witch mehr Tiefe verleihen. Das bedeutet aber nicht, dass die schön gezeichnete und animierte Serie abseits dieser Handlungsaspekte unspektakulär oder gar langweilig wäre. Im Gegenteil. Der Alltag von Makoto und den anderen lädt zum Entspannen ein und ist mit reichlich Witz, Leichtgängigkeit und Charme gefüllt. Besonders die liebenswerten Charaktere tragen Flying Witch und garantieren beste Genre-Unterhaltung. Dazu trägt die sehr gute japanische Synchronisation genauso viel bei wie die gelungenen deutschen Texte. Eine deutsche Vertonung liegt bisher nicht vor und auch eine Fortsetzung der Slice-of-Life-Fantasy-Serie wurde leider nie produziert.
Fazit
Flying Witch gehört zu den Anime-Serien, die ich immer wieder ansehe. Besonders, wenn ich ein wenig Entspannung suche und gleichzeitig in faszinierende andere Welten eintauchen will. Letzteres ist zwar nur ein kleiner, aber dafür wichtiger Teil von Flying Witch, dafür garantieren Makoto, Chinatsu, Kei, Nao, Akane und die anderen Figuren charmante und witzige Slice-of-Life-Unterhaltung. Die Alltagsgeschichten sind abwechslungsreich und wissen mit ihrer friedlichen und gemütlichen Art stets zu unterhalten, während die übernatürlichen Elemente perfekt eingeflochten sind und zusätzliche Abwechslung garantieren. Bedauerlich ist nur, dass nur ein kleiner Teil der Manga-Vorlage adaptiert wurde und nie eine Fortsetzung erschienen ist. Das ändert aber nichts daran, dass die zwölf Episoden beste Slice-of-Life-Fantasy-Unterhaltung garantieren und ein schönes wie zufriedenstellendes Ende haben. Genre-Fans sollten der Serie unbedingt eine Chance geben.
Kurzfazit: Charmante Slice-of-Life-Fantasy-Anime-Serie, die entspannte Alltagsgeschichten mit faszinierenden übernatürlichen Elementen erzählt und angenehme Wohlfühl-Genre-Unterhaltung garantiert.
Details
Titel: Flying Witch
Originaltitel: Flying Witch
Genre: Slice of Life, Fantasy, Comedy
Regie: Katsushi Sakurabi
Studio: J.C. Staff Co., Ltd.
Produktionsjahr: 2016
Laufzeit: ca. 276 Minuten
Sprachen: Japanisch
Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12+
Erscheinungstermin: 09. April 2016 bis 25. Juni 2016
Streaming: Flying Witch bei Crunchyroll
©Chihiro Ishizuka, KODANSHA/“Flying Witch“ Production Committee. All Right Reserved.
© Crunchyroll LLC.





