Rezension: From Bureaucrat to Villainess: Dad’s Been Reincarnated! (Blu-ray)

Nach einem Unfall wacht der zweiundfünfzigjährige Beamte Kenzaburo in From Bureaucrat to Villainess: Dad’s Been Reincarnated! als Antagonistin Grace aus einem Otomoe-Spiel auf.

Kenzaburo Tondabayashi ist ein typischer, etwas älterer Beamter. Der Zweiundfünfzigjährige ist Vater einer Tochter und überzeugter Otaku. Als er eines Tages ein Kind vor einem LKW rettet, wacht er kurz darauf als Grace Auvergne, der Antagonistin des Otome-Spiels seiner Tochter, wieder auf. Dank seines Wissens aus seinem Leben als Otaku und Beamter, ist Kenzaburo überzeugt, dass er seine neue Rolle als Bösewichtin meistern kann. Schließlich ist es seine Aufgabe, Protagonistin Anna Doll und ihre möglichen Liebespartner in die richtige Richtung zu lenken. Aber sein Verhalten lässt die eigentliche Geschichte des Otome-Spiels immer mehr andere Züge annehmen.

Beamter als Adelige-Antagonistin

Isekai-Anime sind schon lange Standard und auch die Wiedergeburt der Hauptfigur als Bösewicht oder Charakter eines Otome-Spiels ist nicht neu. From Bureaucrat to Villainess: Dad’s Been Reincarnated! verleiht dem Konzept aber trotzdem etwas eigenständiges in dem der zweiundfünfzigjährige Beamte und Vater Kenzaburo Tondabayashi als Antagonistin Grace Auvergne aufwacht. Schon die Art wie der überzeugte Otaku Kenzaburo mit seiner neuen Situation umgeht und seine immerwährenden Versuche, die Geschichte des Otome-Spiels zumindest teilweise wie beabsichtigt ablaufen zu lassen, ist amüsant. Natürlich läuft nichts so wie Kenzaburo es sich vorstellt und statt Anna Doll, Protagonistin des Otome-Spiels, ist es plötzlich Grace, die überall Aufmerksamkeit und Sympathie weckt – selbst bei ihrer eigentlichen Rivalin Anna.

In vielen Punkten bleibt From Bureaucrat to Villainess: Dad’s Been Reincarnated! allerdings dem Isekai-Genre und der Wiedergeburt in einem Otome-Spiel treu. So sorgt alleine Kenzaburos Anwesenheit dafür, dass sich einiges ändert – angefangen bei Graces Verhalten. Die Antagonistin sollte eigentlich böse sein, doch dank Kenzaburo ist sie höflich, zuvorkommend und hilfsbereit. Es ist immer wieder witzig mitzuerleben, wie das Umfeld auf Kenzaburo reagiert oder wie sich die Ereignisse im Alltag von Grace entwickeln. Dabei steht die Ausbildung der Charaktere an der königlichen Magie-Akademie im Mittelpunkt. Hier setzt From Bureaucrat to Villainess: Dad’s Been Reincarnated! absichtlich auf einige Klischees wie zahlreiche gut aussehende junge Männer oder Anna als Bürgerliche, die es dennoch an die von Adeligen besuchte Schule geschafft hat. Das alles nutzt die Fantasy-Isekai-Comedy-Serie für den herrlichen und leichtgängigen Humor, der bewusst mit Genre-Standards spielt.

Unterstrichen wird das von der Rolle von Kenzaburos Familie. Denn anders als in anderen Isekai-Geschichten, wird das alte Leben des Hauptcharakters nicht ausgeklammert, sondern auf amüsante Weise integriert. Dadurch nehmen Kenzaburos Tochter und Frau kleine, aber wichtige Rollen ein. Hier zeigen sich einige interessante Ansätze, die in Einklang mit der kurzweiligen Geschichte, dem lockeren Humor und den sympathischen Figuren angenehmen Isekai-Anime-Spaß garantieren. Gleichzeitig baut die gut animierte Serie einige neugierig stimmende Andeutungen, die leider nicht aufgelöst werden, auf. Daran zeigt sich, dass die Manga-Vorlage noch nicht abgeschlossen ist. Somit bietet From Bureaucrat to Villainess: Dad’s Been Reincarnated! zwar ein ordentliches, aber nicht vollständig rundes Ende. Entsprechend wäre eine zweite Staffel wünschenswert. Doch unabhängig davon lohnt die Isekai-Serie für Genre-Fans.

Fazit

From Bureaucrat to Villainess: Dad’s Been Reincarnated! hat mir bereits bei der Erstausstrahlung in der Winter-Season 2025 gefallen. Damals habe ich allerdings nur die ersten Episoden im Originalton mit Untertiteln gesehen. Die Veröffentlichung auf deutsch habe ich genutzt, um Kenzaburos Geschichte als Adelige Grace vollständig nachzuholen. Obwohl die Isekai-Fantasy-Comedy-Serie einige bekannte Genre-Standards nutzt, ist From Bureaucrat to Villainess: Dad’s Been Reincarnated! angenehm kurzweilig und versteht es die Klischees auf witzige Weise zu verarbeiten oder für den lockeren Humor zu nutzen. Besonders Kenzaburos Umgang mit seiner Wiedergeburt als Antagonistin des Otome-Spiels seiner Tochter, ist herrlich. Selbiges gilt für die witzige Einbindung der Familie des zweiundfünfzigjährigen Beamten. Gemeinsam mit den sympathischen weiteren Charakteren wie Anna Doll sowie der kurzweiligen Geschichte, wird unterhaltsamer Genre-Spaß geboten. Angesichts des offenen Endes, wäre eine zweite Staffel wünschenswert, doch auch ohne diese, sollten Genre-Fans From Bureaucrat to Villainess: Dad’s Been Reincarnated! unbedingt eine Chance geben.

Kurzfazit: Witzige Isekai-Fantasy-Comedy-Serie, die bekannte Standards amüsant verarbeitet und mit lockerem Humor, sympathischen Charakteren und viel Charme kurzweilige Genre-Unterhaltung bietet.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von From Bureaucrat to Villainess: Dad’s Been Reincarnated!!

Details
Titel: From Bureaucrat to Villainess: Dad’s Been Reincarnated!
Originaltitel: Akuyaku Reijō Tensei Oji-san
Genre: Fantasy, Comedy
Regie: Tetsuya Takeuchi
Studio: Ajiado Co., Ltd.
Produktionsjahr: 2025
Laufzeit: ca. 288 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Booklet, Opening- und Ending-Song, Trailer, PVs
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 26. Februar 2026
Herstellershop: From Bureaucrat to Villainess: Dad’s Been Reincarnated! bei Anime Planet

© Michiro Ueyama, Shonen Gahosha / „From Bureaucrat to Villainess: Dad’s Been Reincarnated!“ Production Committee, MBS
© KSM Anime / Plaion Pictures GmbH