Erster Blick: Anime-Winter-Season 2026 – Teil 1

Die Anime-Winter-Season 2026 ist gestartet und im ersten Teil der Erster-Blick-Reihe werden Ersteindrücke zu einigen neuen Serien vorgestellt.
Pünktlich zum neuen Jahr, ist die Anime-Winter-Season 2026 gestartet und bringt wieder zahlreiche Serien-Neustarts und -Fortsetzungen Im Rahmen der Erster-Blick-Artikel-Reihe sollen wieder Ersteindrücke zu ausgewählten Anime-Serien, die als Simulcast laufen, vorgestellt werden. Dabei liegt der Fokus auf Neustarts, während Fortsetzungen nur in Ausnahmen berücksichtigt werden. Die Auswahl der Serien wird subjektiv getroffen und es wird voraussichtlich nicht zu allen Anime-Serien einen Ersteindruck geben.
Im ersten Teil wird ein erster Blick auf die Serien Hana-Kimi, Journal with Witch, Sentenced to Be a Hero, Shiboyugi: Das Phantom-Mädchen im Spiel des Todes, The Demon King’s Daughter Is Too Kind!!, Tune In to the Midnight Heart und Wash It All Away geworfen.
Hana-Kimi (Hanazakari no Kimi-tachi e)
Studio: SIGNAL.MD | Genre: Romantik, Komödie, Sport | Termin: Sonntag um 15:00 Uhr (OmU/DE) | Stream bei Crunchyroll
Story: Mizuki Ashiya hat es geschafft. Sie konnte ihre Eltern überzeugen, alleine nach Japan zurückkehren zu dürfen, um dort ein Internat zu besuchen. Dabei verfolgt sie ein bestimmtes Ziel: Ihr Idol, den gleichaltrigen Hochspringer Izumi Sano, kennenlernen, der ebenfalls die Schule besucht. Allerdings hat sie verschwiegen, dass es sich um eine reine Jungen-Schule handelt. Deshalb gibt sich Mizuki als Junge aus und setzt alles daran, nicht aufzufliegen. Das ist nicht so leicht, wie sie dachte. Aber Mizuki ist entschlossen, ihrem Idol näher zu kommen. Doch nicht nur Sano, der auch noch ihr Zimmergenosse ist, kommt ihr näher und schon bald sorgt Mizuki für das erste Chaos und einige Missverständnisse.
Ersteindruck: Die Manga-Vorlage von Hana-Kimi wurde bereits im August 2004 nach dreiundzwanzig Bänden abgeschlossen. Zweiundzwanzig Jahre später erhält der Shojo-Klassiker nun eine Anime-Adaption, die in den ersten beiden Episoden zeigt, wie gut eine Romantik-Geschichte umgesetzt sein kann. Schöne Animationen mit wechselnden Perspektiven und gelungenen Kamerafahrten hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Zusätzlich weiß Hana-Kimi zum Auftakt mit einer witzig erzählten Geschichte und herrlichen Charakteren zu unterhalten. Zwar ist die Grundgeschichte sicherlich ein wenig klischeebehaftet und dass an der Jungen-Schule nur Schönlinge unterwegs sind, könnte auch seltsam wirken, passt aber zum Genre. Zumal Hana-Kimi mit viel Humor arbeitet und reichlich Charme versprüht. Ein vielversprechender Auftakt, der Lust an der Shojo-Romantik-Serie weckt.
Journal with Witch (Ikoku Nikki)
Studio: Shuka | Genre: Drama, Slice of Life | Termin: Sonntag um 16:30 Uhr (OmU) | Stream bei Crunchyroll
Story: Nach dem Unfalltod ihrer Eltern wird die fünfzehnjährige Asa Takumi von ihrer exzentrischen Tante Makio Koudai aufgenommen. Diese hatte ein schlechtes Verhältnis zu ihrer älteren Schwester, der Mutter von Asa, und ist eine verschrobene Autorin, in deren kleiner Wohnung großes Chaos herrscht. Aber sie ist nicht bereit, Asa, die nun alleine ist, im Stich zu lassen. Asa kämpft mit ihren widersprüchlichen Gefühlen und weiß nicht, wie sie den Tod ihrer Eltern betrauern soll, weshalb Makio ihr vorschlägt, ein Tagebuch frei von Regeln und Wahrheit zu führen, um das Chaos ihrer Gefühle zu ordnen. Die eigenwillige Autorin und die trauernde Jugendliche beginnen ihr ungewöhnliches Zusammenleben und müssen sich mit den neuen Verhältnissen zurechtfinden.
Ersteindruck: Die Adaption der elfteiligen Slice-of-Life-Drama-Reihe beginnt mit einer melancholisch ruhigen Episoden. Zu Beginn wird ein Blick auf das bereits etablierte Zusammenleben von Asa und Makio gezeigt, bevor die Geschichte zurückspringt und sich auf die erste Begegnung der beiden Protagonistinnen konzentriert. Bereits hier wird deutlich, dass sie sich, obwohl sie Tante und Nichte sind, nicht kennen. Nachdenklich und gefühlvoll schafft der Serienauftakt ein Gefühl für die beiden Hauptfiguren, ihre Persönlichkeiten und etabliert einen groben Eindruck für ihr Zusammenleben. Dabei stehen Einsamkeit, Trauer und der Umgang mit veränderten Lebensumständen im Zentrum. Gerade die gut geschriebenen Charakteren, die ruhige Atmosphäre und die bewegende Geschichte zeigen das Potential einer herausragenden, nachdenklichen Slice-of-Life-Drama-Serie, die einer der großen Geheimtipps der Winter-Season werden könnte.
Sentenced to Be a Hero (Yūsha-kei ni Shosu)
Studio: Studio KAI | Genre: Fantasy, Action, Abenteuer, Drama | Termin: Donnerstag um 14:30 (OmU/DE) | Stream bei Crunchyroll
Story: Xylo Forbart und sein Begleiter Dotta haben den Auftrag, Ritter des Heiligen Ordens aus einer Notlage zu helfen. Als verurteilte Kriminelle ist es ihre Pflicht, als Helden dem Königreich im Kampf gegen die Beasts zu dienen. Während ihrer Mission entdecken die beiden einen seltsamen Sarg, den der Heilige Orden in Sicherheit bringen wollte. Darin befindet sich die Leiche einer Göttin. Bevor Xylo es verhindern kann, erwacht Teoritta, die Herrin der Klingen, und will ihn als ihren Ritter anerkennen. Doch der Kampf gegen die Beast-Bedrohung im Wald ist noch nicht beendet und Xylo hat ein großes Geheimnis, das mit seinem Hass auf Göttinnen in Verbindung steht.
Ersteindruck: Die rund einstündige erste Episode bietet fast Non-Stop-Action. Erstklassig animiert, konzentriert sich die extralange Auftaktfolge auf die Rettungsmission von Xylo und Dotta. Dabei stehen vor allem die Auseinandersetzungen der beiden zum Heldendasein verurteilten Kriminellen und des Heiligen Ritterordens im Mittelpunkt. Durchaus spannend erzählt, setzt die Geschichte auf einige Fantasy-Standards und stellt besonders die Heiligen Ritter als arrogant und selbstgefällig vor. Xylo hingegen wird als verbitterter, erfahrener und starker Kämpfer inszeniert. Deshalb wundert es auch nicht, dass die Göttin Teorita ihm Anerkennung entgegenbringt. Gleichzeitig strotzt die erste Episode nur so vor effektreichen und brachialen Kämpfen inklusive explodierender Dolche und riesiger, abstoßend-schöner Monster. Das Ende weckt zwar Neugier auf die Fortsetzung, unterstreicht aber zusätzlich, dass Sentenced to Be a Hero auf einige Genre-Standards setzt – auch wenn diese sehr gut und spannend umgesetzt sind. Gerade das offene Ende trägt zum Spannungsaufbau bei und deutet das vorhandene Potential der bereits sehr gut auf deutsch vertonten Fantasy-Serie an.
Shiboyugi: Das Phantom-Mädchen im Spiel des Todes (Shibō Yūgi de Meshi o Kū.)
Studio: Studio DEEN | Genre: Drama, Thriller, Action | Termin: Mittwoch um 16:00 Uhr (OmU/DE) | Stream bei Crunchyroll / Stream bei Netflix
Story: Yuki wacht gekleidet in einem Dienstmädchen-Kleid in einem ihr unbekannten Herrenhaus auf. In einem angrenzenden Raum trifft sie auf fünf ähnlich gekleidete Mädchen. Sofort ist Yuki bewusst, sie sind die Teilnehmerinnen eines Death Games, bei dem eine hohe Belohnung winkt, wenn sie die tödlichen Fallen überleben. Für Yuki ist es nicht das erste Spiel dieser Art, weshalb sie ruhig auf die Situation reagiert und versucht, alle lebend aus dem Gebäude zu bringen. Aber die Fallen stellen die sechs Mädchen vor große Herausforderungen. Dabei verfolgt Yuki ein persönliches Ziel und dafür muss sie das Death Game überleben, um an weiteren teilnehmen zu können.
Ersteindruck: Mit einer fast achtundvierzig Minuten langen ersten Episode, adaptiert Shiboyugi direkt den ersten Handlungsbogen der Light-Novel-Vorlage. Stimmungsvoll inszeniert, setzt die Action-Drana-Thriller-Serie auf einen hochwertigen Animationsstil mit hohem Wiedererkennungswert. Die ernste Geschichte ist nicht nur packend, sondern wartet mit einigen harten Wendungen, die entsprechend heftig umgesetzt sind auf. Das trägt maßgeblich zur dichten Atmosphäre bei. Zugleich schafft es Shiboyugi zum Auftakt einen sehr guten Eindruck der Serie und der Hauptfigur Yuki zu liefern. Dadurch wird über das Ende hinaus Spannung aufgebaut, zumal Yukis Ziele einen interessanten Aspekt offenbaren und eine vielversprechende und hoffentlich genauso abwechslungsreiche Geschichte erhoffen lassen. Ebenfalls überzeugen kann die sehr gute deutsche Synchronisation.
The Demon King’s Daughter Is Too Kind!! (Maō no Musume wa Yasashi Sugiru!!)
Studio: EMT Squared | Genre: Fantasy, Slice of Life, Comedy | Termin: Dienstag um 14:00 Uhr (OmU) | Stream bei Crunchyroll
Story: Mit gnadenloser Zerstörung und großer Macht hat Dämonenkönig Ahriman sein Reich und die meisten Dämonen vereint. Die rücksichtslose Gewalt seiner Armee hat nicht nur die noch unabhängigen Dämonen, sondern auch Menschen und das Himmelreich in Angst versetzt. Schließlich plant Ahriman eine Invasion und die Eroberung der Welt. Doch seine Pläne werden aus einem unerwarteten Grund unterbrochen: Doux, die kleine Tochter des Dämonenkönigs, ist zu nett. Statt wie für eine Dämonin üblich Angst und Schrecken zu verbreiten, ist Doux fröhlich und hilfsbereit – selbst Sklaven und Menschen gegenüber. Um das Problem in den Griff zu bekommen, soll sich Generalin Jahi der Prinzessin annehmen und sie zur echten Dämonin ausbilden. Das ist aber gar nicht so leicht, wenn Ahriman sein kleines Mädchen derart verwöhnt – und Doux’ Nettigkeit Einfluss auf ihr Umfeld hat.
Ersteindruck: Die Fantasy-Slice-of-Life-Comedy-Serie ist genau das, was Titel und Handlung vermuten lassen: locker-leichte Anime-Unterhaltung mit zuckersüßer Protagonistin. Schon die erste Episode setzt auf ein Grundgerüst, das von der zweiten Folge bestätigt wird und wahrscheinlich auch künftig zu erwarten ist: Um Dämonenprinzessin Doux zu einer wahren Dämonin auszubilden, muss sich Generalin Jahi Situationen einfallen lassen, um die Grausamkeit der Kleinen zu fördern. Gleichzeitig ist Doux so nett, fröhlich und hilfsbereit, dass das nicht so abläuft wie gedacht. Ob sie sich nun mit einer alten Menschen-Frau anfreundet, statt sie auszurauben oder einen Sklaven statt mit Folter mit ihrer bloßen Persönlichkeit besänftigt, Doux verhält sich nie wie von ihr erwartet. Das ist amüsant, kurzweilig und besonders niedlich. Allzu viel Tiefe sollte weder von Geschichte noch den Charakteren erwartet werden. Trotzdem ist genug Charme vorhanden, um leichtgängige Genre-Unterhaltung zu garantieren, sofern sich das Konzept nicht mit der Zeit zu sehr abnutzt. Die kurzen, putzigen Gesangseinlagen von Doux tragen ihren Teil zur Liebenswürdigkeit der Serie bei. Wer einfach abschalten will, sollte sich, trotz ein paar ernster Elemente, von Doux’ Nettigkeit anstecken lassen und der Serie eine Chance geben.
Tune In to the Midnight Heart (Mayonaka Heart Tune)
Studio: Gekkou | Genre: Romantik, Komödie | Termin: Dienstag um 15:00 Uhr (OmU) | Stream bei Crunchyroll
Story: Airus Yamabuki ist der Erbe des Yamabuki-Konglomerats und strebt absolute Perfektion an. Sein gesamter Alltag ist darauf ausgerichtet. Allerdings ist der Oberschüler seit dem zweiten Jahr der Mittelschule auf der Suche nach einer bestimmten Person. Damals hat er als einziger Zuhörer die Internet-Radiosendung der wahrscheinlich gleichaltrigen Apollo verfolgt. Der Austausch mit ihr bedeutet ihm immer noch viel und er hat auch sein Versprechen an sie nicht vergessen. Doch er hat noch einen anderen geheimen Grund, weshalb er sie dringend finden will. Deshalb hat er beschlossen, die Furin-Oberschule zu besuchen. Schließlich passt diese zur Beschreibung der von Apollo angestrebten Oberschule und perfekt für ihn: die Jungen- und Mädchenschulen wurden gerade zusammengelegt. Als er die Stimmen der vier Mitglieder des Radioklubs hört, ist er sicher: Apollo ist unter ihnen.
Ersteindruck: Im Vorfeld hat Tune In to the Midnight Heart bereits einige Aufmerksamkeit erhalten, was sicherlich auch an der auf deutsch unter dem Titel Midnight Heart Tune erscheinenden Manga-Vorlage liegen dürfte. Der Auftakt der Romantik-Comedy-Serie überzeugt in der ersten Episode vor allem mit der Qualität der japanischen Synchronisation. Die Geschichte fällt noch rudimentär aus und konzentriert sich auf die Grundlagen sowie die Vorstellung der fünf Hauptfiguren. So erhält Arisu, der aufgrund seiner Arroganz nicht unbedingt sympathisch ist, genauso wie Rikka, Shinobu, Iro und Nene etwas Aufmerksamkeit. Für die erste Episode ist das ausreichend, um Interesse an den Charakteren und der Geschichte zu wecken, zumal das Ende mit einem kleinen Cliffhanger gerade genug Neugier weckt. Gleichzeitig setzt der Serienauftakt auf gängige Romantik-Comedy-Standards und lediglich ordentliche, wenn auch optisch schicke Animationen. Damit kann Tune In to the Midnight Heart vielleicht nicht alle Erwartungen erfüllen, weckt aber Neugier für die Fortsetzung. Ein durchaus gelungener Serienstart, dem Genre-Fans auch über die erste Episode hinaus eine Chance geben sollten.
Wash It All Away (Kirei ni Shite Moraemasu ka.)
Studio: Okuruto Noboru | Genre: Slice of Life | Termin: Montag um 14:30 Uhr (OmU) | Stream bei Crunchyroll
Story: Seit zwei Jahren betreibt Wakana Kinme eine kleine Reinigung in einem Küstenort. Dort kümmert sie sich mit Sorgfalt und Liebe den Kleidungsstücken ihrer Kundschaft und zeigt, welche Leidenschaft sie für ihre Arbeit hat. Mit Tricks und Techniken gelingt es ihr sogar, die hartnäckigsten Flecken zu entfernen. Während ihrer Arbeit lernt sie unterschiedliche Menschen kennen und hat Anteil an ihrem Alltag. Unter ihnen ist auch der Schüler Kyusho Ishimochi.
Ersteindruck: Wie erwartet, erzählt die Anime-Adaption von Mitsuru Hattoris noch nicht beendeter Slice-of-Life-Manga-Reihe eine ruhige, bodenständige und charmante Geschichte. Die erste Episode folgt Protagonistin Wakana Kinme in ihrem Alltag. Sie kümmert sich voll Leidenschaft, Wärme und viel Liebe der Reinigung der Kleidung ihrer Kundschaft. Dabei setzt sie spezielle Techniken und Tricks ein. Langsam erzählt, stellt der Serienauftakt nicht nur die fröhliche und lebhafte Wakana vor, sondern auch einige wahrscheinlich wiederkehrende Nebenfiguren. Eine zentrale Rolle dürfte der Schüler Kyusho Ishimochi einnehmen, der zum Ende der ersten Episode etwas mehr Aufmerksamkeit erhält. Andeutungen bezüglich Wakanas Vergangenheit und ihrer bisher zweijährigen Zeit mit ihrer eigenen Reinigung lassen zudem erahnen, dass noch ausreichend Raum für die Entwicklung von Handlung und Protagonistin gegeben ist. Gerade Fans ruhiger und entspannter Gute-Laune-Anime, könnten mit Wash It All Away einen Slice-of-Life-Geheimtipp finden. Zumindest wenn die Qualität der ersten Episode gehalten wird.














