Rezension: Demon Slayer -Kimetsu no Yaiba- The Hinokami Chronicles (PS5)

Demon Slayer -Kimetsu no Yaiba- The Hinokami Chronicles erzählt die Geschichte von Tanjiro als Arena-Prügler nach.

Nach Manga- und Anime-Erfolg, haben Sega und Entwicklerstudio CyberConnect2 dem erfolgreichen und beliebten Demon-Slayer-Franchise auch eine erste Videospiel-Umsetzung spendiert. Demon Slayer -Kimetsu no Yaiba- The Hinokami Chronicles erzählt in acht Kapiteln die Geschichte der ersten Anime-Staffel und des Films Demon Slayer The Movie: Mugen Train nach. Dabei setzt CyberConnect2 auf einen sehr storylastigen Arena-Prügler. Als Tanjiro Kamado, der zum Dämonenjäger wird, um den Tod seiner Familie zu rächen und seine zur Dämonin gewordene Schwester Nezuko wieder in einen Menschen zu verwandeln, erleben wir die bekannten Handlungsbögen der Vorlage.

Dichte Story, stimmungsvolle Atmosphäre

Direkt zu Beginn sei gesagt, dass The Hinokami Chronicles nicht nur für Demon-Slayer-Fans geeignet ist. Auch all jene, die bisher nicht in Kontakt mit dem Franchise, das auf der Manga-Reihe von Koyoharu Gotoge basiert, gekommen sind, dürften ihre Freude mit dem Fighting Game haben. Kern des Spiels ist dabei der Story-Modus. Hier erleben wir nach und nach Tanjiros Geschichte. Allerdings beginnt diese nicht mit jenem schicksalhaften Tag an dem der Protagonist seine Familie ermordet auffindet, sondern bereits später mit seinem Training. Dieser Einstieg dient als Tutorial und im Anschluss erfahren wir mehr über die Beweggründe des jungen Hauptcharakters, ein Dämonenjäger zu werden. Später erkunden wir etwa den in Nebel gehüllten Fujikasane-Berg während des letzten Auswahlverfahrens oder begeben uns in den Tokioter-Stadtteil Asakusa. Hier zeigt sich bereits eine der großen Stärken: die Atmosphäre. Neben der Geschichte ist es besonders die Stimmung von Demon Slayer: The Hinokami Chronicles, die maßgeblich an der wunderbaren Vermittlung eines grandiosen Demon-Slayer-Gefühls beiträgt.

Zusätzlich finden wir uns an allerlei bekannten Orten, wie dem bereits erwähnten Fujikasane-Berg, dem Tokioter-Stadtteil Asakusa oder dem Haus des Dämonenmonds Kyogai wieder. Hier trumpft das Spiel mit seinem schicken Cel-Shading-Anime-Stil auf, auch wenn die Umgebungen manchmal etwas schlicht und leer wirken und die Level-Struktur eher simpel gehalten ist. Wirklich große Erkundungsmöglichkeiten werden uns fast nie geboten. Stattdessen folgen wir den vorgegebenen Storypfaden und weichen höchstens für kleinere, kapitelbasierte Nebenquests oder für Sammelobjekte ein wenig vom Weg ab. Dass das jedoch kaum stört und sich die Areale trotzdem so atmosphärisch anfühlen, ist der erwähnten ausgezeichneten Umsetzung der Vorlage zu verdanken.

Dämonische Arena-Kämpfe

Die Erkundung stellt aber sowieso viel eher ein Verbindungsstück für das eigentliche Gameplay dar. Sobald wir einem Feind begegnen, wechselt das Spielgeschehen in eine große 3D-Arena in der wir uns frei bewegen dürfen. Hier ist es unser Ziel, die Lebensenergie unseres Gegners auf Null zu bringen und diesen somit zu besiegen. Dafür reihen wir leichte und starke Angriffe, Spezialattacken und mächtige Ultimative Techniken aneinander. Aktionen sowie eingesteckte Treffer laden zudem eine Anzeige auf und erhöhen damit unsere Angriffskraft. Gut platzierte Kombos verbessern zudem unsere Wertung, die wir am Ende eines Kampfes erhalten. Da die Steuerung intuitiv ist, fühlen sich die Kämpfe schon früh sehr eingängig an und mit viel Spaß treten wir gegen Dämonen an. Besonders die Bosskämpfe fallen dabei schön aufwendig aus und inszenieren die besonderen Gegner detailreich. Lediglich der insgesamt sehr leichte Schwierigkeitsgrad kratzt etwas am Spielgefühl.

Später agieren wir in einigen Kämpfen auch mit einem Unterstützungscharakter wie Tanjiros Schwester Nezuko. Dieser Teampartner kann uns etwa mit gemeinsamen Angriffen hilfreich zur Seite stehen. Manchmal schlüpfen wir sogar in die Haut anderer Figuren wie Nezuko, Zenitsu oder Inosuke. Auch hier bleibt das Spiel der Vorlage treu. Der VS-Modus erlaubt es uns entweder Online oder Offline gegen andere Spieler anzutreten oder Herausforderungen zu meistern. Dafür stehen inklusive alternativer Versionen mancher Figuren insgesamt achtzehn Charaktere zur Verfügung. Weitere sollen mittels kostenlosem DLC nachgereicht werden. Darunter auch Dämonen, die im ursprünglichen Spiel leider fehlen.

Gelungene Umsetzung

In jedem Kapitel schalten wir außerdem Erinnerungsfragmente frei, die uns mehr über die Geschichte verraten und uns noch tiefer in die Handlung von Tanjiro eintauchen lassen. Außerdem können wir entweder durch bestimmte Aktionen im Spiel – wie das Ansehen einer bestimmten Zahl von Erinnerungsfragmenten – oder mittels Kimetsu-Punkten, die wir im Laufe der Geschichte verdienen, zahlreiche Boni wie die Kämpfer für den VS-Modus freischalten. Benötigen wir für das Grundabenteuer etwa acht bis zehn Stunden, können weitere Modi sowie der Wunsch alle Belohnungen zu erhalten, den Spielspaß noch deutlich verlängern.

Wie bereits erwähnt, kann sich Demon Slayer: The Hinokami Chronicles optisch durchaus sehen lassen. Besonders die Charaktere kommen im Cel-Shading-Anime-Stil gut zur Geltung, weisen zahlreiche Details auf und erinnern an ihre Anime-Vorlagen. Doch auch sonst überzeugt das Spiel trotz manchmal etwas leerer Levels oder schwacher Texturen grafisch. Dazu gesellt sich ein gelungener Soundtrack, der das Geschehen stets passend untermalt sowie wahlweise die Originalstimmen der japanischen oder englischen Anime-Version. Dadurch wird das Demon-Slayer-Erlebnis wunderbar abgerundet und The Hinokami Chronicles ist ein wirklich gelungenes erstes Konsolen- und PC-Spiel des Franchises, das vor allem Fans gefallen wird.

Fazit

Nachdem ich bereits die Manga-Reihe und die Anime-Serie gerne gelesen beziehungsweise gesehen habe, war ich gespannt, was mich bei Demon Slayer: The Hinokami Chronicles erwartet. Das erste Konsolen- und PC-Spiel der erfolgreichen Marke hat mich schnell gefesselt. Gerade die Arena-Kämpfe sind unterhaltsam, wenn auch nur bedingt herausfordernd. Doch der leichte Schwierigkeitsgrad hat mich nicht gestört. Dafür haben mich Atmosphäre, Gameplay und Geschichte zu sehr in ihren Bann gezogen. Selbst die eher schlauchartigen und in ihrem Aufbau wenig abwechslungsreichen Level, haben mich zu keiner Zeit gestört. Der Kern des Spiels liegt einfach auf den hervorragend inszenierten Kämpfen und der spannenden, gut nacherzählten Geschichte. Damit ist das Videospiel-Debüt von Tanjiro, Nezuko und den anderen gelungen. Demon-Slayer-Fans können bedenkenlos zugreifen und die bekannten Abenteuer noch einmal erleben. Wer bisher nicht mit dem Franchise in Berührung gekommen ist, wird der Geschichte aber auch problemlos folgen und Spaß mit dem Spiel haben können.

Kurzfazit: Spaßiger Arena-Prügler der die Demon-Slayer-Geschichte gekonnt nacherzählt und mit gelungenem Gameplay sowie dichter Atmosphäre überzeugt.

Vielen Dank an Koch Media und Sega für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Demon Slayer -Kimetsu no Yaiba- The Hinokami Chronicles!

Details
Titel: Demon Slayer -Kimetsu no Yaiba- The Hinokami Chronicles
Genre: Fighting Game, Action-Adventure
Publisher: Sega
Entwickler: CyberConnect2
Spieler: 1-2
Syteme: PS5 (getestet), PS4, Xbox Series X|S, Xbox One, PC
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2021