Rezension: Viewfinder (Switch)

In Viewfinder gilt es Fotos und andere Bilder einzusetzen, um Umgebungen zu manipulieren und Rätsel zu lösen.

Nachdem Viewfinder erstmals bereits im Juli 2023 für PC und PlayStation 5 veröffentlicht wurde, ist das Puzzle-Spiel von Sad Owl Studios und Publisher Thunderful Publishing im Dezember 2025 für die Nintendo Switch erschienen. Nach der Ankündigung oft mit Portal verglichen, ist es in Viewfinder eure Aufgabe die 3D-Umgebungen mit zweidimensionalen Bildern wie Fotos oder Zeichnungen zu manipulieren, um neue dreidimensionale Objekte zu erschaffen und somit den nächsten Teleporter zu erreichen. Das ist motivierend, auch wenn Viewfinder nicht vollends überzeugen kann.

Manipulierende Bilder

Gleich zu Beginn sei gesagt, dass die Portierung auf die Nintendo Switch gelungen ist. Viewfinder läuft sowohl auf der ersten Switch als auch der Switch 2 flüssig und sieht angesichts des Comic-Stils und der zwar schicken, aber nicht anspruchsvollen Grafik gut aus. Das gilt sowohl im Fernseher- als auch im Handheld-Modus. Damit ist es problemlos möglich, die kurzweiligen Rätsel auch unterwegs zu erfüllen – ein großer Vorteil für die Nintendo-Konsolen.

Viewfinder schickt euch aus der First-Person-Perspektive in eine virtuelle Umgebung, die aus kleinen und überschaubaren Leveln besteht. Betreten werden diese nach dem Tutorial über verschiedene Hubwelten. Während die Ausgangsbereiche wenig bieten und etwas vollgepackt mit Gegenständen sind, überzeugen die Level selbst deutlich mehr. Hier müssen wir Fotos, Zeichnungen, Screenshots und andere 2D-Bilder verwenden, um sie in der Spielwelt zu platzieren. Dadurch verändert ihr die Gegebenheiten und könnt euch in den auf dem jeweiligen dargestellten Umgebungen bewegen. Das gilt sogar für Objekte, die sich auf einem Foto hinter einer Wand befinden. Daraus ergeben sich einige kreative Rätsel, bei denen stets das Ziel ist, den Ausgangsteleporter, der euch entweder zum nächsten Levelabschnitt oder wieder in den Hub-Bereich bringt, zu erreichen.

Perspektivische Rätsel

Allerdings reicht das bloße Platzieren von Bildern nicht aus. Damit diese euch helfen, müssen sie korrekt ausgerichtet oder aus einer anderen Perspektive platziert werden. So könnt ihr Wände zu Brücken umfunktionieren oder einen an einer Wand befindlichen Teleporter begradigen, damit er für euch erreichbar ist. Vor Fehlern braucht ihr keine Angst zu haben, da in Viewfinder jederzeit vollständig zurückgespult werden kann. So lassen sich mögliche Sackgassen vermeiden und Fehler direkt beheben. Ein durchaus willkommenes Feature, das den sowieso leichten Schwierigkeitsgrad weiter senkt.

Wirklich fordernd wird Viewfinder nie. Selbst wenn sich die Möglichkeiten mit der Zeit wandeln, neue Bedingungen dazu kommen oder ihr eines der etwas schwierigeren, optionalen Level spielt, wirklich fordernd ist Viewfinder nie. Negativ ist das aber nur bedingt. Weitaus auffälliger ist, dass das Puzzle-Spiel hinsichtlich Geschichte, Charakteren und Anspielungen etwas zu viel will. So setzt Viewfinder auf das aktuelle Thema des Klimawandels, der auch der Grund für die Erkundung der einst von einem Wissenschaftler-Team erschaffenen virtuellen Realität ist. Hier könnte sich ein Gerät verbergen, das die Erde retten könnte. Gleichzeitig will Viewfinder auch dynamische und lebendige Beziehungen der Figuren rein über Funksprüche und Tonaufnahmen erschaffen und zahlreiche kulturelle Verweise, besonders auf Videospiele, verarbeiten. Nichts davon ist wirklich ausgearbeitet, so dass alles ein wenig eindimensional und wenig tiefgründig wirkt. Das ist schade, weil hier mehr möglich gewesen wäre. Am Spielspaß des Gameplays ändert das aber wenig. Ein Nachfolger könnte auf den guten Grundlagen aufbauen.

Fazit

Als Puzzle-Spiel-Fan hat mich Viewfinder sofort angesprochen. Die Gameplay-Mechanik klang schon im Vorfeld überaus interessant. Dennoch habe ich das Spiel von Sad Owl Studios bisher nicht spielen können. Mit der Switch-Version wollte ich das nun nachholen und gerade der Handheld-Modus hat mich immer wieder in Knobeleien versinken lassen. Wirklich schwer ist Viewfinder nicht. Das liegt schon an der Rückspiel-Funktion. Gestört hat mich das aber nicht, da ich, dank der immer wieder neuen Mechaniken, zumindest ein wenig überlegen musste. Gegen Ende lässt Viewfinder zwar ein wenig nach, das ist aber nicht wirklich negativ. Stattdessen fällt auf, dass Geschichte, Charaktere und kulturelle Anspielungen etwas zu oberflächlich bleiben. Schade, hier wäre mehr möglich gewesen. Trotzdem bleibt Viewfinder ein spaßiges, wenn auch leichtes Puzzle-Spiel, das euch je nach Spielweise für vier bis sechs Stunden beschäftigen dürfte.

Kurzfazit: Kurzweiliges Puzzle-Spiel, das trotz Schwächen und eher niedrigem Schwierigkeitsgrad mit einfallsreichem Gameplay motiviert.

Vielen Dank an Thunderful Publishing & Sad Owl Studios für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Viewfinder!

Details
Titel: Viewfinder
Genre: Puzzle
Publisher: Thunderful Publishing
Entwickler: Sad Owl Studios
Spieler: 1
Syteme: Switch (getestet), PlayStation 5, PlayStation 4, Xbox Series X|S
Altersfreigabe: ab 0
Erscheinungsdatum: 03. Dezember 2025