Rezension: Die letzte Elfe – Band 1 (Manga)

Ahrau sucht in Die letzte Elfe Band 1 nach verbliebenen Naturgeistern, um ihre einstigen Pakte zu lösen.
Einst standen sich das Kaiserreich Sharmal und das Darmon-Imperium in einem unnachgiebigen Konflikt gegenüber. Die als hundertjähriger Krieg bekannte Auseinandersetzung konnte Sharmal mit Hilfe der Naturgeister-Heere gewinnen. Nach dem Sieg, begann der Kaiser jedoch die Naturgeister und ihre Macht zu fürchten, weshalb er anordnete alle Texte über sie zu vernichten und jene, die an der Seite der Naturgeister gekämpft hatten, die Elfen, auszurotten. Zweihundert Jahre später zieht die letzte lebende Elfe Aharu mit ihrem treuen Eulengefährten Glyph durch die Welt, um die von den Menschen vergessenen Naturgeister von ihren einstigen Pakten zu befreien und zu erlösen. Aber Aharus Wirken bleibt nicht unbemerkt und wird nicht von allen begrüßt.
Abenteuer des Abschieds
Die Geschichte von Aharu, der titelgebenden letzten Elfe, ist in einer Welt angesiedelt, in der die industrielle Revolution langsam die Magie verdrängt. Dabei bietet Die letzte Elfe Band 1 zum Einstieg eine kurze Erläuterung über die Vergangenheit, den entscheidenden hundertjährigen Krieg und das anschließende Schicksal von Elfen und Naturgeistern. Anschließend springt die Handlung zweihundert Jahre in die Zukunft und stellt Aharu vor, die auf der Suche nach einem der letzten großen Naturgeister in die Berge aufbricht. Der Reihenauftakt schafft es im ersten Kapitel einen guten Eindruck von der Protagonistin und ihrer Aufgabe zu liefern. Hierbei wird auch die leicht melancholische Stimmung des Fantasy-Mangas deutlich.
Allerdings ist Die letzte Elfe Band 1 trotz der ernsten Grundlage und des traurigen Schicksals und Abschieds der Naturgeister nicht ausschließlich bedrückend. Vielmehr gelingt es Mangaka Akira Sawano, eine vielschichtige und abwechslungsreiche Fantasy-Geschichte zu erzählen. So konzentriert sich das erste Kapitel auf Aharu und ihrer Suche nach dem großen Schlangen-Naturgeist Orochi. Anschließend erreicht die Elfe die Hauptstadt des Kaiserreichs und sucht in der Abenteurergilde nach Aufträgen, die möglicherweise mit Naturgeistern in Verbindung stehen. Dadurch wird deutlich, dass selbst die Protagonistin nicht weiß, wo sie die verbliebenen Geistwesen findet. Doch obwohl zeitweise eine lockere Stimmung aufkommt, setzt Die letzte Elfe Band 1 immer wieder auf melancholische und traurige Handlungselemente. Das gilt besonders für den zwei Kapitel umfassenden zweiten Handlungsbogen.
Doch genauso wie das abschließende vierte Kapitel, dient auch dieser dazu Aharu näher vorzustellen, die Struktur des Fantasy-Mangas zu etablieren und weitere, möglicherweise wiederkehrende Figuren einzubauen. Dadurch ist Die letzte Elfe Band 1 ein klassischer Auftaktmanga, der jedoch bereits einen sehr guten Eindruck hinterlässt und mit der spannenden wie stimmungsvollen Geschichte fesselt. Bis zum gelungenen Ende, das Neugier bezüglich der Fortsetzung weckt, lässt der Fantasy-Manga nicht los und erzeugt mit der ruhigen, nachdenklichen und melancholischen Atmosphäre eine regelrechte Sogwirkung, die immer wieder aufs Neue an Aharus Abenteuer fesselt. Die detailreichen Zeichnungen mit ihren lebhaften Figuren und wunderschönen Umgebungenen tragen ebenfalls viel zur Wirkung des Mangas bei. Einzig der noch nicht bekannte Termin des zweiten Bande ist ein wenig ernüchternd, was aber noch mehr unterstreicht, wie hochwertig Die letzte Elfe Band 1 ist.
Fazit
Schon seit Yomeru die deutsche Veröffentlichung von Die letzte Elfe angekündigt hat, war ich gespannt auf den Fantasy-Manga. Der erste Band hat mich sofort mit der ruhigen und melancholischen Stimmung, der sympathischen und gut geschriebenen Protagonistin, der vielschichtigen Welt und der abwechslungsreichen Geschichte gefesselt. Dabei ist die Struktur von Die letzte Elfe Band 1 noch relativ simpel, was jedoch keine negativen Auswirkungen auf die fesselnde Wirkung des Fantasy-Mangas hat. Im Gegenteil. Gerade weil die drei Handlungsbögen so klar aufgebaut sind, ist es leicht, die Grundlagen der Fantasy-Reihe zu verstehen. Gleichzeitig baut Mangaka Akira Sawano mit wahrscheinlich wiederkehrenden Nebenfiguren, möglichen Konflikten und Aharus betrüblicher Aufgabe eine spannende Grundlage für die Nachfolger auf. Bleibt nur zu hoffen, dass der zweite Band nicht zu lange auf sich warten lässt. Fantasy-Fans sollten sich Die letzte Elfe Band 1 auf keinen Fall entgehen lassen.
Kurzfazit: Stimmungsvoller Fantasy-Manga, der zum Auftakt eine vielschichtige und abwechslungsreiche Geschichte mit melancholisch-ruhiger Atmosphäre erzählt und von der großartigen Protagonistin, der vielversprechenden Welt und der spannenden Handlung getragen wird.
Details
Titel: Die letzte Elfe – Band 1
Originaltitel: Saigo no Elf
Genre: Fantasy, Abenteuer
Verlag: Yomeru
Mangaka: Akira Sawano
Seiten: 160
Preis: 11,00 €
Preis (eBook): 8,49 €
Preis (Limited Edition): 24,00
ISBN: 978-3-911024-54-9
ISBN (Limited Edition): 978-3-911024-55-6
Verlagsseite: Die letzte Elfe – Band 1 bei Yomeru
Verlagsseite: Die letzte Elfe – Band 1 (Limited Edition) bei Yomeru
Erscheinungsdatum: 19. Dezember 2025
© 2024 Akira Sawano / OVERLAP Inc., Ltd.
© Yomeru GmbH
