Rezension: Majogami (PC)

Mit einem Katana und einem sprechenden, sich als ihr Vater ausgegebenen Talisman, versucht die unter Amnesie leidende Shiroha in Majogami einer Papierwelt zu entkommen.
Inti Creates ist vor allem für actionreiches und punktgenaues Gameplay bekannt. So hat das japanische Studio in der Vergangenheit an Spielen wie Mega Man 9 und Mega Man 10, der Gunvolt-Reihe, den Blaster-Master-Zero-Spielen oder Bloodstained: Curse of the Moon sowie dessen Nachfolger gearbeitet. Kurz vor dem dreißigen Jubiläum des Studios im Mai 2026, ist Majogami, das Inti Creates selbst als Paper-Craft-Character-Action-Spiel bezeichnet, erschienen. Darin vereint das Studio rasante Kämpfe mit einem ungewöhnlichen Grafikstil und einer durchaus interessanten Geschichte.
Erinnerungslose Schwertkämpferin
Majogami erzählt die Geschichte von Shiroha, die in einer ihr fremden Welt aus Papier erwacht. Hier begegnet sie einem seltsamen, sprechenden Talisman, der sich als ihr seit langem vermisster Vater Shiori vorstellt. Ausgerüstet mit einem Katana, bleibt Shiroha nur eine Möglichkeit: Shiori vertrauen, die papierartigen Gegner bekämpfen und die mächtigen Craft Witches besiegen. Nur so kann sie ihre Erinnerungen zurückerlangen und irgendwie der fremden Welt, in der sie gefangen ist, entkommen. Erzählt wird die Geschichte in zahlreichen Textboxen mit schicken Porträts der Figuren sowie in japanischer Vertonung mit englischen Texten. Gerade die Sprachausgabe fällt hochwertig aus und trägt viel zur Atmosphäre des Action-Spiels bei.
Beim Gameplay setzt Majogami im Kern auf klassische 2D-Action. Als Shiroha durchstreift ihr die Level in der Seitenansicht und bekämpft mit Shirohas Angriffen zahlreiche Gegner. Allerdings gibt es dabei eine Besonderheit. Neben Standardangriffen kann Shiroha Feinde gezielt mit einem schnellen und mächtigen Schnitt attackieren. Das geschieht durch Halten der Schultertaste. Hierbei ist die Richtung in die angegriffen wird relevant, da Gegner nicht von überall gleich anfällig sind. Im Grunde zerschneidet Shiroha mit ihrem Katana das Papier aus dem alles in Majogami besteht. Voraussetzung für diesen Angriff sind ausreichend Aufladungen des Spezialangriffs. Setzt ihr diesen jedoch gezielt und gemeinsam mit Standardattacken ein, lassen sich lange Komboreihen aufbauen. Zusätzlich erlernt Shiroha mit der Zeit weitere Angriffsmöglichkeiten, was die Möglichkeiten für Kombos zusätzlich erweitert.
Stylische Action mit Übersichtsmängeln
Allerdings kann bei den temporeichen Aktionen der Protagonistin und angesichts der Bildschirmfüllenden Effekte schnell die Übersicht verloren gehen. Was anfangs irritiert, ist mit der Zeit Gewohnheit, so dass es trotzdem meist gelingt, mehrere Angriffe zu langen Kombos aneinanderzureihen – unabhängig davon, ob ihr wirklich erkennt, was vor sich geht. Komplett kopflos solltet ihr aber nicht vorgehen, da die gezielten Spezialangriffe oft auch dazu dienen, höher gelegene Orte und somit Truhen und andere Geheimnisse zu erreichen. Diese sind zum einen für einen vollständigen Abschluss eines Levels wichtig, zum anderen erhaltet ihr wertvolle finanzielle Mittel, die im Shop gegen nützliche Items, unter anderem für Heilung, neue Amulette und Talismane oder eine Erweiterung von Shirohas Fähigkeiten ausgegeben werden kann.
Obwohl sich die Level nach einiger Zeit etwas ziehen und diese Macke erst durch das Erlernen neuer Angriffs- und Bewegungsmöglichkeiten ausgeglichen wird, bleibt Majogami grundsätzlich immer ausreichend motivierend. Das ist neben dem guten Action-Gameplay vor allem der durchaus interessanten Geschichte mit ihren skurrilen Charakteren zu verdanken. Zwar gewinnt die Erzählung keine Preise, angesichts der Eigenwilligkeit, entwickelt sie aber etwas Charme. Dazu gesellen sich großartige Bosskämpfe gegen die genauso wie Shiroha wirklich gelungenen Craft Witches und ein einzigartiger Grafikstil. Die Optik kann zwar zum Chaos und zur Unübersichtlichkeit beitragen, ist aber zugleich ein großer Garant für die dichte Atmosphäre und zeigt, wie kreativ Inti Creates sein kann. Damit ist Majogami zwar kein herausragendes Action-Spiel, kann aber kurzweiligen Genre-Spaß bieten.
Fazit
Schon beim ersten Trailer, hat Majogami mit der Mischung aus stylischer Grafik und actionreichem Gameplay mein Interesse geweckt. Das fertige Spiel mag nicht ganz das erfüllen, was ich erwartet habe, ist aber trotzdem noch eine durchaus motivierende und spaßige Genre-Erfahrung. Besonders das Kampfsystem sorgt dafür, dass Majogami trotz regelmäßig fehlender Übersicht und zeitweiser Eintönigkeit, immer unterhaltsam bleibt. Ebenso überzeugt das Action-Spiel mit gelungenen Charakteren, packenden Bossen, einer ausreichend packenden Geschichte und dem eigenständigen Grafikstil inklusive dichter Atmosphäre. Fans von 2D-Action-Spielen sollten zumindest die verfügbare Demo ausprobieren.
Kurzfazit: Motivierendes und kurzweiliges 2D-Action-Spiel, das trotz Schwächen mit Kämpfen, Grafikstil und Geschichte ausreichend fesselnden Genre-Spaß bietet.
Vielen Dank an Inti Creates für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Majogami!
Details
Titel: Majogami
Genre: Action
Publisher: Inti Creates Co., Ltd.
Entwickler: Inti Creates Co., Ltd.
Spieler: 1
Syteme: PC (getestet), Switch 2, Switch
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungsdatum: 06. November 2025
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