Rezension: FUR Squadron Phoenix (PC)

Der junge Pilot Robin schließt sich als Rekrut in FUR Squadron Phoenix nach dem Verlust seiner Staffel dem FUR Squadron um Blaze, Kiro und Axel an.

Bereits 2023 veröffentlichte Raptor Claw mit FUR Squadron einen Arcade-Weltraum-Shooter, der stark von Nintendos Genre-Primus Star Fox inspiriert war. Mit FUR Squadron Phoenix ist im Februar der Nachfolger erschienen und schickt euch erneut in den Kampf gegen das Skal-Imperium. Als neue Hauptfigur fungiert der junge Pilot Robin, der im Prolog seine gesamte Staffel verliert und anschließend als Rekrut neues Mitglied des FUR Squadron wird. Für seine Ausbildung muss Robin einige virtuelle Missionen bestreiten, die wie im Vorgänger den Hauptteil des Spiels ausmachen. Allerdings wird auch das Skal-Imperium unter Führung jenes Generals, der für den Tod von Robins früheren Kameraden verantwortlich ist, aktiv.

Klassische Weltraum-Action

FUR Squadron Phoenix bleibt dem Vorgänger treu und erinnert schon in den ersten Spielminuten an den Nintendo-64-Klassiker Lylat Wars beziehungsweise Star Fox 64. Mission für Mission steuert ihr Sternenjäger, schießt auf Feinde, setzt Spezialwaffen ein und sammelt Punkte. Dabei bleibt FUR Squadron Phoenix linear und setzt auf klassischen Rail-shooter-Levelaufbau. Schon nach kurzer Zeit ist die intuitive Steuerung verinnerlicht und es fällt leicht, die feindlichen Raumschiffe, bedrohlichen Asteroiden, herumfliegenden Trümmerteile und andere Hindernisse zu beseitigen. Allerdings fällt ebenfalls schnell auf, dass FUR Squadron Phoenix einen hohen Schwierigkeitsgrad hat. Schon die zweite Mission, die nach dem Prolog noch als Tutorial dient, kann herausfordernd sein. Steckt ihr zu viel Schaden ein und segnet das Zeitliche, heißt es wieder von vorne beginnen. Checkpoints existieren in FUR Squadron Phoenix genauso wenig wie Leben oder Continues. Gerade beim wiederholten Scheitern in einem Level oder gar bei einem Boss kann das schnell frustrieren.

Etwas ausgeglichen wird das von den Verbesserungen, die ihr für Fähigkeitenpunkte kaufen könnt. Unabhängig davon, ob ihr eine Mission erfolgreich abschließt oder sterbt, erhaltet ihr immer gemessen an der erzielten Punktzahl Fähigkeitspunkte. Anschließend dürfen diese in Aufwertungen wie ein verbessertes Schild, das eure Lebensenergie darstellt, stärkere Laser, schnellere Rollen oder mächtigere Spezialwaffen investiert werden. Dadurch werdet ihr zusehends stärker, was spürbaren Einfluss auf den Anspruch der Level hat. Schon nach einer Investition in dem Fähigkeitenbaum, sind die Auswirkungen erkennbar. Zu leicht wird FUR Squadron Phoenix trotzdem nicht. Zumal jede Mission aufs Neue fordert und Furst-Potential mitbringt. Allerdings ist das Arcade-Weltraum-Shooter-Spiel nie unfair, weshalb die Motivation weiterzuspielen, ein Level zu schaffen und schließlich in der Geschichte voranzukommen, stets erhalten bleibt.

Charmanter Raumschiff-Shooter

Ärgerlich ist allerdings, dass in den Leveln zu selten Heilungsitems erscheinen. Dadurch fällt der Schwierigkeitsgrad noch höher aus. Hier ist der überlegte Einsatz des Overdrives wichtig. Sobald dieser aufgeladen ist, könnt ihr per Tastendruck in einen Überladen-Modus wechseln. Das hat zur Folge, dass ihr für kurze Zeit stärker und widerstandsfähiger seid. Außerdem wird ein Teil eurer Lebensenergie geheilt. Abseits davon können Spezialwaffen wie Torpedos oder ein Power-Beam eingesetzt werden, wenn durch den Abschuss von Feinden ausreichend Energie vorhanden ist. Eine weitere Besonderheit ist, dass ihr eure Bindung zu den anderen Mitgliedern eurer Staffel verbessern könnt. Helft ihr Blaze, Kiro oder Axel während einer Mission, hat das Einfluss auf eure Beziehung. Steigt diese im Level auf, erhaltet ihr nicht nur bessere Boni, sondern lernt die Charaktere in zusätzlichen Dialogen besser kennen.

Dabei überzeugen Robin, Blaze, Kiro und Axel als sympathische Figuren mit kleinen Eigenheiten. Zwar zeigen sie genauso einige stereotypische Ansätze, das fällt aber kaum negativ auf. Besonders Ingenieurin, Computerexpertin und Mechanikerin Axel, ein Axolotol, ist herrlich geschrieben. Doch auch der harte und loyale Wolf Kiro und Frettchen Blaze wissen zu überzeugen. Anhand der tierischen Grundlagen für die Figuren wird die Inspiration von Nintendos Star-Fox-Reihe noch deutlicher. Das fällt ebenfalls beim Design der Uniformen des FUR Squadrons auf. Dennoch zeigt das Spiel viel Eigenständigkeit. Grafisch setzt FUR Squadron Phoenix wie der Vorgänger auf einen Low-Poly-Stil, der durch die virtuellen Simulationen, die Robin absolvieren muss, begründet wird. Abwechslungsreich, schick und atmosphärisch weiß die Optik zu gefallen und setzt auf gelungene Effekte. Untermalt wird das Geschehen von einem passenden wie stimmungsvollen Synthwave-Soundtrack, der das moderne und dennoch klassische Arcade-Weltraum-Shooter-Erlebnis abrundet.

Fazit

Als Fan der Star-Fox-Spiele, freue ich mich über jeden Vertreter im eher marginal besetzten Arcade-Weltraum-Shooter-Genre mit On-Rail-Shooter-Mechaniken. FUR Squadron Phoenix knüpft an die bereits gute Qualität des Vorgängers an und liefert ein klassisches Genre-Erlebnis, das gleichzeitig mit modernen und eigenen, wenn auch nicht komplett neuen Ideen verbunden wird. Lediglich der etwas zu hohen Schwierigkeitsgrad hat mich manchmal zur Verzweiflung gebracht, zumal es weder Leben noch Continues oder Checkpoints gibt. Auch wenn ich nach einem gescheiterten Versuch Fähigkeitenpunkte erhalten und somit stärker werde, kostet es Überwindung mich direkt wieder an die zuvor angegangene Mission zu setzen. Hier hätten Schwierigkeitsgrade oder alternative Routen Abhilfe geschaffen. Wirklich langfristig wirkt sich das trotzdem nicht negativ auf den Spielspaß aus. Dafür motiviert mich FUR Squadron Phoenix zu sehr und bringt mich immer wieder zurück ins Cockpit, um mit Robin die Missionen erfolgreich abzuschließen. Genre-Fans sollten dem Arcade-Weltraum-Shooter eine Chance geben.

Kurzfazit: Spaßiger Arcade-Weltraum-Shooter, der trotz hohem Schwierigkeitsgrad mit motivierenden Missionen fesselt.

Vielen Dank an Raptor Claw für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von FUR Squadron Phoenix!

Details
Titel: FUR Squadron Phoenix
Genre: Action, Shooter, Arcade-Flugsimulator
Publisher: Raptor Claw
Entwickler: Raptor Claw
Spieler: 1
Syteme: PC (getestet), Switch
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungsdatum: 25. März 2026