Rezension: City Hunter (PS5)

Ryo Saeba wird bei seinen Aufträgen in der Neuauflage von City Hunter mit verschiedenen Kriminellen und ihren Machenschaften konfrontiert.
Fünfunddreißig Jahre nach der Veröffentlichung des einzigen Heim-Konsolen-Spiels zur Manga-Reihe City Hunter, hat der ursprüngliche PC-Engine-Titel eine Neuauflage spendiert bekommen. Wie in der Vorlage und der Anime- sowie Live-Action-Adaption stellt sich Ryo Saeba als Sweeper und Cleaner dem Kampf gegen den Abschaum der Stadt. Die Geschichte fällt eher simpel aus. Im Hauptmenü habt ihr die Wahl zwischen drei Leveln, die ihr frei wählen dürft. Vor jedem Level gibt es eine kurze Einleitung in Textform. Allerdings gleichen sich Missionen und Level deutlich. Teilweise sogar so sehr, dass Hintergründe und andere Grafik eins zu eins oder mit Farbabweichungen übernommen werden. Hier zeigen sich die ersten Schwächen des Action-Spiels.
Ballern und suchen
Der Aufbau der insgesamt vier Level, eins wird freigeschaltet, sobald die anderen drei abgeschlossen sind, ist weitgehend identisch. Unabhängig davon, ob Ryo in einem Bürogebäude, einer Fabrik oder auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs ist, ihr lauft durch die Level, schießt auf Gegner und versucht das nächste Ziel zu finden. Das ist aber gar nicht so einfach, weil ihr keine Hinweise habt. Deshalb gilt es einfach jeden Abschnitt der recht großen, aus mehreren Ebenen und Räumen bestehenden Level immer wieder abzusuchen. Habt ihr schließlich den nächsten Schritt erreicht, kann es sein, dass ihr wieder zum Anfang zurück oder an einen anderen Ort müsst. Aber wo genau euer nächstes Ziel liegt, bleibt offen. Entsprechend heißt es wieder umherirren, jeden Raum und jede Ebene untersuchen, bis ihr irgendwann gefunden habt, wonach ihr sucht. Wirklich spannend ist das nicht.
Immerhin funktioniert das grundlegende Action-Gameplay. Zwar sind Ryos Bewegungen etwas begrenzt, doch grundsätzlich sind die Schießereien ordentlich. Etwas nervig ist jedoch, dass ihr bei eingestecktem Schaden nicht nur zurückgestoßen werden, sondern anschließend in die Gegenrichtung seht und zielt. Dadurch müsst ihr euch für den nächsten Angriff erst wieder positionieren. Das ist in einem 2D-Spiel zwar schnell erledigt, kann bei mehreren Gegnern aber auch schnell in unnötig eingesteckten Schaden gipfeln. Ähnlich nervig sind schlecht platzierte Feinde, die direkt vor einer Tür aus der ihr kommt stehen, so dass ihr den erlittenen Treffern gar nicht entgehen könnt.
Repetitive Missionen
Letztlich fehlt es City Hunter aber vor allem an Abwechslung. Die ähnlich aufgebauten Level, die immer gleiche Action und eher schwache Bosskämpfe können auf Dauer nicht motivieren. Zumal die Geschichte ebenfalls dünn ausfällt, aber immerhin zur Vorlage passt. Wirklich lange motivieren kann City Hunter trotzdem nicht. Allerdings seht ihr relativ bald den Abspann. Selbst ohne Kenntnisse der Level, lässt sich das Action-Spiel in drei bis vier Stunden beenden. Klingt wenig, ist aber vollkommen ausreichend. Besonders wenn ihr auf dem schweren Schwierigkeitsgrad spielt, ist die Herausforderung zudem noch etwas höher. Außerdem könnt ihr das Spiel auch in der Original-PC-Engine-Version angehen. Hierbei verzichtet ihr auf kleinere grafische wie spielerische Verbesserungen. Inhaltlich sind die verschiedenen Varianten aber identisch.
Grafisch überzeugt City Hunter mit einem schicken Pixel-Stil, der nicht nur Ryo gut einfängt, sondern auch zur Vorlage passt. Einige abgedrehte Gegner und Boss tragen ebenfalls zur optischen Abwechslung bei. Dafür zeigen die Hintergründe der Level zu wenig Vielfalt. Der Soundtrack kann grundsätzlich mit einigen gelungenen Liedern überzeugen. Dennoch können diese teilweise etwas nervig sein, wenn ihr in einem Level immer nur dasselbe Gedudel hört. Trotzdem ist es schön, dass im Bonus-Abschnitt die Musik angehört werden kann. Zusätzlich lässt sich die Spielbox der Erstveröffentlichung ansehen und in der Galerie finden sich einige Illustrationen zu City Hunter. Bei den Funktionen und Einstellungen bleibt die Neuauflage im üblichen Rahmen. Es ist möglich, jederzeit zu speichern und zu laden, zurückzuspulen, ein optionaler CRT-Filter sowie verschiedene Seitenverhältnisse können ebenfalls eingestellt werden. Sehr schön: UI-Sprache und Spielsprache können getrennt voneinander verändert werden und es steht unter anderem deutsch zur Verfügung. Die Übersetzung ist gelungen und setzt ausreichend auf die Stimmung der Vorlage.
Fazit
Obwohl City Hunter erfolgreich ist und eine feste Fan-Gemeinde hat, haben die Manga-Reihe sowie die darauf basierende Anime-Serie nur wenige Videospiel-Umsetzungen spendiert bekommen. Umso besser ist es, dass das einzige Heim-Konsolen-Spiel von 1990 nun zurück ist – unabhängig von der Qualität des Action-Spiels. Wirklich überzeugt hat mich City Hunter allerdings nicht. Das Gameplay ist zu repetitiv, die Level zu ähnlich und der Umfang trotz zwei Schwierigkeitsgraden und der Original-Version eher gering. Trotzdem habe ich genug Motivation gefunden, um bis zum Ende weiterzuspielen. Dabei kam zwar keine Spannung auf und zeitweise war ich eher gelangweilt, trotzdem wollte ich aufgrund der kurzen Spielzeit wissen, ob zum Ende nicht doch noch etwas überraschendes passiert. Empfehlen kann ich das grafisch durchaus schicke Action-Spiel nur bedingt. Große Fans von City Hunter könnten an dem virtuellen Abenteuer von Ryo Saeba durchaus etwas Spaß haben. Genauso kann das Actionspiel für Retro-Fans einen Blick wert sein. Zu den besten Vertretern seiner Zunft gehört City Hunter aber nicht und Action-Fans finden auch aus der damaligen Zeit bessere Spiele.
Kurzfazit: Ordentliches Action-Spiel zur bekannten Manga- und Anime-Franchise, das unter repetitivem Gameplay leidet.
Vielen Dank an Red Art Games, Clouded Leopard Entertainment & SUNSOFT für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von City Hunter!
Details
Titel: City Hunter
Genre: Action
Publisher: Red Art Games, Clouded Leopard Entertainment Inc.
Entwickler: SUNSOFT, Red Art Games
Spieler: 1
Syteme: PlayStation 5 (getestet), Xbox Series X|S, Switch, PC
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungsdatum: 25. Februar 2026
©Tsukasa Hojo/COAMIX・YTV・SUNRISE ©SUNSOFT Licensed to and published by Clouded Leopard Entertainment Inc. Distributed by Red Art Games in Europe and North America. 「Get Wild」(Lyricist:Mitsuko Komuro/Composer:Tetsuya Komuro) ©1987 Bandai Namco Music Live Inc. & Jun & Kei Music Publishers, Inc. Licensed by Sony Music Labels Inc. PC Engine and PC Engine logo are trademarks of Konami Digital Entertainment Co., Ltd. and BIGLOBE Inc.







