Rezension: Never-Ending Man Hayao Miyazaki (Blu-ray)

Never-Ending Man Hayao Miyazaki begleitet den bekannten Regisseur in seinem Ruhestand und auf seinem Weg zurück in die Welt des Anime.

Hayao Miyazaki gilt als einer der bekanntesten und erfolgreichsten Anime-Regisseure aller Zeiten. Untrennbar ist sein Name mit dem von ihm und Isao Takahata gegründeten Studio Ghibli verknüpft. Filme wie Mein Nachbar Totoro, Prinzessin Mononoke oder Chihiros Reise ins Zauberland haben in Japan und international Fans begeistert. Auf einer Pressekonferenz 2013 verkündete der damals 72-jähirge Anime-Regisseur seinen Rückzug. Für seine Dokumentation Never-Ending Man Hayao Miyazaki hat Kaku Arakawa den als schwierig geltenden, legendären Anime-Schöpfer in seinem Ruhestand besucht, bei der Produktion des rein für das Ghibli Museum produzierten Kurzfilms Kemushi no Boro und damit auf dem Weg zur Rückkehr in die Welt des Anime begleitet.

Persönliches & Arbeit

Never-Ending Man Hayao Miyazaki beginnt mit der Pressekonferenz auf der Hayao Miyazaki 2013 seinen endgültigen Rückzug aus dem Anime-Geschäft verkündet hat. Bereits hier fallen Worte, die der Regisseur im Laufe der Dokumentation häufiger wiederholt. Das Alter hole ihn ein, weshalb ihm die Arbeit schwer falle. Zwei Jahre später, im Jahr 2015, besucht Regisseur Kaku Arakawa Hayao Miyzaki in dessen Atelier. Die Dokumentation erzählt vom Ruhestand, dem Sinn darin und Miyazakis erwachendem Interesse für CGI, was schließlich in der Umsetzung einer alten Idee endet: dem Kurzfilm Kemushi no Boro. Über sieben Kapitel folgt die Dokumentation Hayao Miyazakis Arbeit an dem Kurzfilm, den damit verbundenen Schwierigkeiten und Problemen in der Produktion und auch ein wenig dem Privatleben des Regisseurs.

Allerdings wirkt Never-Ending Man Hayao Miyazaki trotz vieler interessanter und informativer Einblicke relativ oft etwas gestückelt. Größere Zeitsprünge sind bei ähnlichen Dokumentationen durchaus normal, doch manche Themen, Gespräche und Momente werden lediglich angerissen, ein vollständiges Bild fehlt häufiger. Das ist sicherlich beabsichtigt, aber manche Szene hätte gerne länger ausfallen dürfen, um einen besseren Eindruck von der Arbeit an Kemushi no Boro und den Schwierigkeiten in der Produktion gewinnen zu können. Dass das Privatleben von Hayao Miyazaki nur angerissen wird, ist der Thematik der Dokumentation geschuldet und keinesfalls negativ. Immerhin soll Never-Ending Man Hayao Miyazaki einen Eindruck davon vermitteln, wie der Regisseur seinen Ruhestand verbringt und langsam wieder in die Welt des Anime zurückkehrt. Eingestreute Szenen aus der Zeit vor dem Rücktritt zeigen auch gewähren einen groben Eindruck von Miyazakis Arbeitsweise und Härte gegenüber seinen Mitarbeiter. Auch werden die Schwierigkeiten bei der Suche eines Nachfolgers sowie plötzliche Todesfälle im Umfeld Miyazakis angesprochen. Gerade letzteres zeigt ihn in persönlichen, nachdenklichen Momenten, die oft verdeutlichen, wie bewusst sich Miyazaki seines Alters ist. Um so erstaunlicher ist die, ebenfalls in der Dokumentation enthaltene Ankündigung eines weiteren Anime-Films, der 2020 veröffentlicht werden soll. Wie es dazu kam, kann die Dokumentation gut vermitteln. Allgemein ist der Einblick interessant, fällt aber etwas zu oberflächlich aus.

Fazit

Eine Dokumentation über Hayao Miyazaki ist natürlich für jeden Kenner und Fan der Filme des Regisseurs interessant. Selbst wenn diese sich wie Never-Ending Man Hayao Miyazaki auf die Jahre nach seinem Rücktritt konzentriert. Durchaus informativ wird von 2015 an erzählt, wie Miyazaki seinen Ruhestand verlebt und durch Interesse an CGI in die Produktion eines Kurzfilms einsteigt. Leider fallen mir viele Szenen etwas zu kurz aus, gerade im Mittelteil wirkt einiges etwas gestückelt und sprunghaft. Manche Augenblicke dürften bewusst nur angerissen sein, trotzdem wären etwas detailliertere Einblicke in die Arbeit an Kemushi no Boro begrüßenswert gewesen. Immerhin vermittelt Never-Ending Man Hayao Miyazaki gut, wie der Regisseur zurück in die Welt des Anime findet. Auch von seiner Arbeitsweise wird ein ordentlicher Eindruck vermittelt. Damit ist Never-Ending Man Hayao Miyazaki vielleicht nicht die beste, aber noch immer eine gute Dokumentation, die Hayao Miyazaki einige Zeit begleitet und grob vermittelt, wie er zur Produktion eines weiteren Films gefunden hat. Für Fans des Regisseurs und seiner Filme sicherlich interessant und lohnenswert.

Kurzfilm: Interessante Dokumentation, die ein wenig unter sprunghaften Schnitten leidet, aber einen guten Eindruck des bekannten Anime-Regisseurs, seines Ruhestands, Arbeit und Rückkehr zum Anime vermittelt.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Never-Ending Man Hayao Miyazaki!

Details
Titel: Never-Ending Man Hayao Miyazaki
Originaltitel: Owaranai hito: Miyazaki Hayao
Genre: Dokumentation
Regie: Kaku Arakawa
Studio: NHK World TV
Produktionsjahr: 2016
Laufzeit: ca. 70 Minuten (Blu-ray), ca. 70 Minuten (DVD)
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Japanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 6
Erscheinungstermin (bei Anime Planet): 29. August 2019
Herstellerseite: Never-Ending Man Hayao Miyazaki bei KSM Anime
Partnershop des Herstellers: Never-Ending Man Hayao Miyazaki (Blu-ray) bei Anime Planet / Never-Ending Man Hayao Miyazaki (DVD) bei Anime Planet

© Kaku Arakawa / KSM Anime / NHK World TV