Rezension: Rainbow: Die Sieben von Zelle sechs – Vol. 1 (Blu-ray)

Rainbow: Die Sieben von Zelle sechs Volume 1 erzählt vom brutalen Gefängnisalltag von sieben Jugendlichen in den 1950er Jahren.

Japan im Jahr 1955. Rund zehn Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs ist das Land von Armut zerrüttet. Sechs Jugendliche landen aus verschiedenen Gründen in einer Jugendhaftanstalt, die sich als Hölle auf Erden erweisen soll. Unter dem Regime des brutalen Wärters Ishihara und des zwielichtigen Arztes Sasaki ist jeder Tag hart und voller neuer Herausforderungen. Einen Hoffnungsschimmer finden die Sechs in ihrem bereits länger einsitzenden Zellengenossen Rokurouta Sakuragi, der schon bald wie ein großer Bruder für sie ist, sowie in ihrer immer enger werdenden Freundschaft. Gemeinsam versuchen sie die Grausamkeiten des Haftalltags zu überstehen.

Heftig & realistisch

Rainbow: Die Sieben von Zelle sechs zeigt bereits in den ersten sechs Episoden, die sich auf Volume eins befinden, dass die harte Drama-Serie nicht für jeden geeignet ist. Die insgesamt sechsundzwanzig Folgen umfassende Manga-Umsetzung von Studio Madhouse befasst sich mit dem grausamen Haftalltag von sieben Jugendlichen im Japan der 1950er Jahre sowie der Vergangenheit der sieben Jugendlichen. So wird bereits in den ersten sechs Episoden die Vergangenheit einiger Charaktere näher beleuchtet, aufgezeigt, weshalb sie im Gefängnis gelandet sind und welche Verbindungen sie noch zu ihren Familien oder anderen Menschen haben. Zugleich thematisiert Rainbow die unnachgiebige Nachkriegszeit Japans und welche Folgen der zweite Weltkrieg besonders für Kinder und Jugendliche hatte. Das trägt maßgeblich zum Sympathiefaktor der Hauptfiguren bei. Trotz ihrer Macken, negativen Seiten und gelegentlicher Streitigkeiten bilden Rokurouta, Mario, Ryuuji, Noboru, Jou, Tadayoshi und Mansaku genauso schnell eine Freundschaft, wie sie ans Herz wachsen, so dass es schwerfällt nicht mit ihnen zu fiebern und zu leiden.

Schon Grundthematik und Geschichte sind nicht leicht verkraftbar, einige Szenen hauen noch härter rein. Etwa wenn Wärter Ishihara zur Bestrafung seinen Schlagstock einsetzt oder sich die Jugendlichen mit anderen Häftlingen herumschlagen müssen. Und das ist nur der Anfang, Rainbow Volume 1 zeigt noch weitaus heftigere Momente, die die Insassen der Haftanstalt erleiden müssen oder in ihrem bisherigen Leben mitmachen mussten. Zeitweise kann das dazu führen, dass es schwer fällt, die sechs Episoden am Stück anzusehen. Glücklicherweise hat das Team um Regisseur Hiroshi Kojina für ausreichend Verschnaufpausen gesorgt. Einfacher und normaler Alltag, fröhliche Momente der Freundschaft oder sogar kurze Hoffnungsschimmer lockern das Geschehen auf. Zudem wird Rainbow gelegentlich fast schon etwas zu melodramatisch. Das ist jedoch nicht negativ, da die Geschichte dadurch etwas an Wirkung verliert, ohne dass der Realismus darunter leidet. Auch so bleibt Rainbow heftig, übertreibt es aber nicht und bleibt auf diese Weise fesselnd. Alleine schon deshalb, aber besonders aufgrund der Hauptfiguren, wird Interesse am weiteren Schicksal der sieben Jugendlichen und somit an den noch kommenden drei Volumes geweckt.

Obwohl Rainbow: Die Sieben von Zelle sechs bereits 2010 erschienen und damit neun Jahre alt ist, überzeugt die Serie mit hochwertigen, flüssigen Animationen. Triste, erdige Farben verstärken die bedrückende Atmosphäre, während in hoffnungsvollen und besonderen Momenten Standbilder mit regebogenfarben Effekten erstrahlen. Ein wunderbarer Kontrast der stets perfekt zur jeweiligen Szenen passt. Ähnlich gut unterstützen die ordentliche Musik- und Sounduntermalung das Geschehen. Besonders hervorzuheben ist allerdings die großartige deutsche Synchronisation. Die Sprecher hauchen den Charakteren Leben ein und vermitteln jeden Dialoge und jede Situation nahezu perfekt. Gelegentlich übertriebene Abschnitte, sind bewusste Überzeichnungen, die nicht nur gewollt, sondern auch genau richtig platziert sind und den wunderbaren audiovisuellen Eindruck, der maßgeblich zur Wirkung der harten, aber zugleich packenden Drama-Serie beiträgt.

Fazit

Alleine aufgrund des Themas und der Geschichte ist mir Rainbow: Die Sieben von Zelle sechs Volume 1 nicht leicht gefallen. Genau wie erwartet ist die Drama-Serie überaus hart, beklemmend und alles andere als leichte Kost. Realistisch erzählt Rainbow vom Leben von sieben Jugendlichen in einer Haftanstalt und dem Leid, dass sie unter dem grausamen Regime eines Wärters ertragen müssen. Dabei erhalten die teils brutalen und oft sehr heftigen Szenen glücklicherweise genau in den richtigen Momenten mit auflockernden Szenen eine notwendige Verschnaufpause. Die teilweise etwas melodramatische Geschichte verliert niemals ihren realistischen und glaubhaften Eindruck und entfaltet ihre Wirkung bis zuletzt, so dass es mir zeitweise sogar schwer gefallen ist weiterzusehen. Da mir die sieben Hauptfiguren trotz all ihrer Fehler schnell ans Herz gewachsen sind, wollte ich aber immer wissen, wie es weitergeht, so dass auch nach Volume eins mein Interesse an der Serie erhalten bleibt. Wer sich auf Rainbow einlässt sollte wissen, sich auf eine der vielleicht härtesten Drama-Serien der letzten Jahre einstellen, erhält aber auch eine packende Geschichte. Für jeden ist Rainbow aber definitiv nicht geeignet.

Kurzfazit: Harte Drama-Serie, die nicht an heftigen Szenen spart und mit beklemmender Stimmung sowie starken Charakteren überzeugt, aber nicht für jeden geeignet ist.

Vielen Dank an Universum Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rainbow: Die Sieben von Zelle sechs – Vol. 1!

Details
Titel: Rainbow: Die Sieben von Zelle sechs – Vol. 1
Originaltitel: Rainbow: Nisha Rokubou no Shichinin
Genre: Drama
Regie: Hiroshi Kojina
Studio: Madhouse
Produktionsjahr: 2010
Laufzeit: ca. 144 Minuten (Blu-ray), ca. 138 Minuten (DVD)
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Special Booklet, Textless Opening & Ending
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 26. Juli 2019
Herstellerseite: Rainbow: Die Sieben von Zelle sechs – Vol. 1 bei Universum Anime

©2010 George Abe, Masasumi Kakizaki/Shogakukan, VAP, NTV