Rezension: Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte (Blu-ray)

Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte erzählt eine emotionale Fantasy-Drama-Geschichte über das Leben einer jungen Frau.

Das Waisenmädchen Maquia lebt jenseits der Menschenwelt im fernen, mythischen Land Iorph. Mit einem jahrhunderte währenden Leben gesegnet, hört die Sippe in jungen Jahren auf zu altern. Seit Jahrhunderten weben sie jedes Ereignis in mystische Tücher, die Hibiol genannt werden. Friedlich verbringt Maquia ihre Tage mit ihren Freunden Leylia und Krim, der Meisterin von Iorph und all den anderen. Plötzlich ändert sich jedoch alles, als die Armee aus Mezarte angreift, um sich des langlebigen Blutes zu bemächtigen. Maquia gelingt im Chaos des Angriffs die Flucht, ist aber fortan von ihrem bekannten Leben und der ihr bekannten Welt getrennt. Im Wald umherirrend, findet sie in den Armen der toten Mutter einen Säugling und nimmt sich des Jungen an. Als Ziehmutter von Erial findet sie neues Glück. Um ihre langwährende Jugend jedoch geheim zu halten, ist sie gezwungen immer weiter zu ziehen. Derweil wird Erial immer älter und verändert sich.

Bewegendes Leben

Mari Okada hat sich vor allem als Drehbuchautorin für Anime-Serien und -Filmen, aber auch als Storylinerin einen Namen gemacht. Neben Serien-Adaptionen von Manga-Vorlagen und eigenen, als Manga umgesetzten Geschichten, sind es besonders ihre originalen Anime-Projekte mit Regisseur Tatsuyuki Nagai und Charakterdesigner und Chief-Animationdirector Masayoshi Tanaka, für die sie bekannt ist. Dazu zählen etwa Anohana – Die Blume, die wir an jenem Tag sahen und der Coming-of-Age-Film Anthem of the Heart. Mit Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte gibt Mari Okada ein herausragendes Regie-Debüt, zu dem sie selbst das Drehbuch geschrieben hat.

Die emotionale und bewegende Geschichte folgt der jungen Maquia, deren Sippe mit langem Leben gesegnet ist und die schon in jungen Jahren aufhört zu altern. Damit erregt das im Land Iorph lebende Volk jedoch die Aufmerksamkeit des Herrschers von Mezarte, der seine Macht durch das langlebige Blut festigen möchte. Allerdings konzentriert sich der Film nicht direkt auf das Schicksal der Bewohner von Iorph, sondern folgt anfangs fast ausschließlich Maquia, der die Flucht gelingt. Nachdem sie einen Säugling aufgenommen hat und ihm den Namen Erial gegeben hat, findet sie eine neue Aufgabe als Ziehmutter des Jungen. Mit gut platzierten Zeitsprüngen und einer flüssigen Erzählweise folgt Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte dem gemeinsamen Leben der Titelfigur und ihres langsam älter werdenden Sohnes. Dadurch entwickeln sich nachvollziehbare Probleme, schließlich wird Maquia selbst nicht älter und muss diese Tatsache verheimlichen. Zusätzlich wird die Beziehung von Maquia und Erial komplizierter und langsam zeichnen sich immer größere Schwierigkeiten zwischen den beiden ab.

Tragische Schicksale

Parallel befasst sich der Film mit dem tragischen Schicksal von Maquias Freunden Leylia, die gezwungen ist den Prinzen von Mezarte zu heiraten, und Krim, der sich ganz der Rettung Leylias widmet. Ein großer und wirkungsvoller Kontrast zu Maquias meist eher ruhigem und glücklichem Leben mit Erial und einigen wenigen weiteren Personen, denen sie im Laufe der Jahre näher kommt. Schließlich können sich Maquia, Erial und die anderen nicht des Krieges entziehen und werden in die Machtkämpfe der Menschen hineingezogen. Dabei bleibt Maquia aber immer die unschuldige Mutterfigur. Dank der eingeflochtenen Schicksale von Leylia und Krim fällt das jedoch kaum ins Gewicht. Viel mehr hebt Maquias Unschuld und fast schon mystifizierte Darstellung die Besonderheit der immer seltener werdenden phantastischen Wesen, zu denen neben der langlebigen Iorph-Sippe auch die von Mezarte domestizierten Drachen gehören, konsequent hervor. Mari Okada schreckt nicht davor zurück, ihr magisches und gleichermaßen emotionales wie tragisches Fantasy-Drama mit aller Konsequenz zu erzählen, so dass spätestens in der zweiten Hälfte des Films eine bewegende Szene auf die andere folgt. Das sorgt zumindest für den einen oder anderen Kloß im Hals und ist überaus mitreißend. Zu verdanken ist das auch der lebendigen und glaubhaften Welt und Geschichte mit ihren gut geschriebenen, individuellen Figuren.

Maßgeblich zur emotionalen, mitreißenden Stimmung tragen die wunderschönen Bilder bei. Die hochwertigen Animationen von P.A. Works zeigen malerische Dörfer, Städte und Landschaften und laden immer wieder zum Staunen über die wundersame Welt in der Maquia lebt ein. Selbst die nicht immer perfekten CGI-Effekte, etwa bei den Drachen, können das grandiose optische Gesamtbild, das von zauberhafter Musik begleitet wird, nicht negativ beeinflussen. Unterstrichen wird das Ganze von einer ausgezeichneten deutschen Synchronisation, die den Charakteren Leben einhauchen. Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte ist nicht nur ein audiovisueller Hochgenuss, sondern vor allem ein emotionales Fantasy-Drama, das von Anfang bis Ende bewegt. Ein starkes Regie-Debüt von Mari Okada.

Fazit

Egal ob Serienadaptionen von Mangas wie Toradora! oder Original-Titel wie Nagi no Asukara, Anohana – Die Blume, die wir an jenem Tag sahen und Anthem of the Heart, schon oft haben mich Anime mit Drehbüchern von Mari Okada bewegt, mitgerissen und begeistert. Um so gespannter war ich auf ihr Regie-Debüt. Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte ist ein packendes, emotionales Fantasy-Drama, das mich von der ersten bis zur letzten Minuten fasziniert und nicht mehr losgelassen hat. Die mitreißende Geschichte von Maquia, die sich nach dem sie alles verloren hat, als Ziehmutter durchschlägt sowie das tragische Schicksal ihrer Freunde Leylia und Krim, sind gefühlvoll und haben nicht nur einmal für einen Kloß in meinem Hals gesorgt. Spätestens in der zweiten Hälfte des Films sollten Taschentücher bereit gehalten werden, da die liebevoll erzählte Geschichte die eine oder andere Träne mit sich bringen kann. Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte ist ein in malerischen Bildern erzähltes, wundervolles Fantasy-Drama und zugleich ein grandioses Regie-Debüt von Mari Okada. Wer gefühlvolle, emotionale und bewegende Familien- und/oder Fantasy-Geschichten mag, sollte sich den Film unbedingt ansehen.

Kurzfazit: Emotionales, mitreißendes Fantasy-Drama, das vor malerischer Kulisse vom bewegenden und tragischen Schicksal der liebevoll und gut geschriebenen Figuren erzählt.

Vielen Dank an Universum Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte!

Details
Titel: Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte
Originaltitel: Sayonara no Asa ni Yakusoku no Hana o Kazarou
Genre: Fantasy, Drama
Regie: Mari Okada
Studio: P.A. Works
Produktionsjahr: 2018
Laufzeit: ca. 114 Minuten (Blu-ray), ca. 110 Minuten (DVD)
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras (Limited Collector’s Edition): 4 Artcards, Booklet: Drehbuchauszüge (8 Seiten), Making of, Original-Trailer & TV-Spots, Special Booklet (84 Seiten)
Opening & Ending
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 6
Erscheinungstermin: 09. August 2019
Herstellerseite: Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte bei Universum Anime

© Mari Okada / Project Maquia / P.A. Works / Universum Anime