Rezension: Higurashi no Naku Koro ni Kai – Vol. 1: Das Yakusamashi Kapitel (Blu-ray)

Higurashi no Naku Koro ni Kai Volume 1 fokussiert sich zum Auftakt der zweiten Staffel auf Rika und Satoko.

Juni 1983. Die Mitglieder des Spieleklubs verbringen ihre Zeit wieder mit allerlei Spielen und Bestrafungen für die Verlierer. Aber die vermeintlich fröhlichen Tage von Keiichi, Mion, Rena, Rika, Satoko und der nun ebenfalls an die Schule gewechselten Shion stehen unter keinem guten Stern. Satoko bemerkt, dass ihre sonst fröhliche Freundin Rika eine niedergeschlagen ist. Nachts führt sie düstere Selbstgespräche und mit dem näher rückenden Watanagashi-Fest scheint sich Rikas Stimmung zu verschlimmern. Als sie eines Nachts davon spricht, dass sie sterben wird, wendet sich Satoko Hilfe suchend an ihre Freunde. Außerdem bemerkt sie eine unheimliche Gestalt, die Rika oder ihr zu folgen scheint.

Spoilerhinweis: Als zweite Staffel baut Higurashi no Naku Koro ni Kai auf den Ereignissen von Higurashi no Naku Koro ni auf. Spoiler bezüglich der alternativen Kapitel der ersten Staffel sowie zum Serienende sind entsprechend kaum zu vermeiden.

Beginn der Antworten

Die zweite Higurashi-Staffel beginnt nicht direkt mit dem nächsten Kapitel der Mystery-Serie, sondern steigt mit der Intro-Episode „Wiedervereinigung“ ein. In dieser besuchen der einst aufgrund einer Kindesentführung nach Hinamizawa gekommene Polizist Mamoru Akasaka gemeinsam mit dem ansässigen ehemaligen Polizisten Kuraudo Ooishi, der in der Serie eine der größten Nebenrollen einnimmt, dreißig Jahre nach der Katastrophe, die fast alle Bewohner getötet hat, das nun verlassene Dorf. Damit wird ein grober Rückblick auf wichtige Ereignisse und das Mysterium rund um Hinamizawa geboten. Zugleich werden die wichtigsten offenen Fragen noch einmal angesprochen und die Zukunft nach dem letzten Kapitel rund um Rena aufgezeigt. Der von den Kapiteln unabhängige Einstieg ist eine gute Abwechslung und bringt interessante Blickwinkel auf die möglichen Hintergründe ein, steht aber vorerst für sich.

Mit der zweiten Episode beginnt das Yakusamashi Kapitel, das in vier Akten Rikas Umgang mit einem erneuten durchlaufen der Ereignisse in Hinamizawa zeigt. Das Ende von Staffel eins hat offenbart, dass sich das Mädchen in einer Zeitschleife befindet und die Ereignisse der paar Wochen vor dem Watanagashi-Fest bis zu ihrem Tod immer wieder aufs neue erleben muss. Längst aller Hoffnung auf einen neuen Ausgang beraubt, versinkt Rika in düsteren Gedanken, führt finstere Selbstgespräche, versucht aber gleichermaßen, sich vor ihren Freunden nichts anmerken zu lassen. Zum Auftakt des Yakusamashi Kapitels wird etwa der übliche Spaß des Spieleklubs gezeigt. Keiichi fällt auf eine Falle von Satoko rein und später spielen die Freunde auf ihre üblich aufgedreht, leicht verrückte Art eine Abwandlung von Fangen. Natürlich inklusive Strafe für den Verlierer. Hier wird der auflockernde Humor, der Higurashi auszeichnet und auch im ersten Volume der zweiten Staffel nicht fehlt, deutlich. Dass es sich um eine weitere alternative Geschichte handelt, wird spätestens mit der erneuten ersten Begegnung von Keiichi mit Jirou Tomitake und Miyo Takano sowie der Enthüllung der Morde und verschwundenen Personen aus den Jahren zuvor gegenüber dem neuen Schüler deutlich. Soweit folgt die zweite Staffel noch dem Weg des Vorgängers.

Allerdings weicht Higurashi no Naku Koro ni Kai Volume 1: Das Yakusamashi Kapitel in einigen Punkten auch von der ersten Staffel ab. Begonnen mit Shion, die nun ebenfalls dem Spieleklub angehört. Hier wird ihre Verbindung zu Satokos Bruder Satoshi noch einmal aufgegriffen. Weitaus auffälliger ist jedoch, dass Rika zum neuen Zentrum der Handlung wird. Obwohl auch Keiichi, Mion, Rena, Shion und besonders Satoko wichtige Rollen einnehmen und weiterhin als Hauptfiguren dienen, ist schnell zu erkennen, dass Rika im Mittelpunkt des Kapitels steht. Angesichts des Endes der ersten Staffel keine große Überraschung. Auffällig ist außerdem, dass durch Rikas Wissen sowie die erste Staffel weitaus weniger Fragen aufkommen. Das erste Kapitel der zweiten Higurashi-Staffel ist wesentlich geradliniger erzählt und konzentriert sich vorwiegend darauf Rikas aktuellen Gemütszustand und ihre mangelnde Hoffnung, jemals eine Änderung erreichen zu können. Das passt zur Ausrichtung der zweiten Staffel, die endlich Antworten zu den großen Mysterien und der Verschwörung liefern soll. Worauf alles hinausläuft, lässt sich nach dem ersten Volume noch nicht sagen, dafür schafft es die Serie erneut, packende Spannung und eine düstere Atmosphäre aufzubauen. Lediglich der spürbar zurückgegangene Mystery- und Horror-Faktor könnte sich, sollte sich das in den kommenden Episoden der 24-teiligen Serie nicht ändern, negativ auf den faszinierenden Eindruck der Serie auswirken. Der Staffelauftakt kann aber überzeugen und fesselt auch ohne neue Fragen und mit dem reinen Story-Charakter-Fokus wie gewohnt vor den Fernseher, schafft es aber nicht mehr, so zu schockieren wie die erste Staffel. Dennoch wird die Neugier bezüglich der Mysterien von Hinamizawa erneut geweckt. Volume zwei kann nicht schnell genug erscheinen.

Fazit

Higurashi no Naku Koro ni Kai Volume 1 hat mich schnell wieder in die fesselnde Atmosphäre der Mystery-Serie hineingezogen. Obwohl das erste Kapitel kaum neue Fragen aufwirft und auch keine Antworten liefert, hat mich der Einblick in Rikas Umgang mit den Ereignissen und ihrem Schicksal ähnlich gepackt wie die schockierenden vorherigen Kapitel. Die zweite Staffel soll Antworten liefern, weshalb bezüglich der Ausrichtung eine Änderung zu erwarten war, ob das funktioniert, muss sich allerdings noch zeigen. Volume eins bietet lediglich einen Auftakt, der sich stark auf Rikas Gemütszustand, Satokos Sorgen um ihre Freundin und ein paar wenige Antworten bezüglich entscheidender Ereignisse konzentriert. Das große Ganze bleibt aber weiterhin ein Rätsel. Besonders die Frage, wie Rika den Schrecken der Zeitschleife entkommen soll. Wichtig ist, dass bei Higurashi no Naku Koro ni Kai nicht einfach nur mehr von Staffel eins erwartet wird. Die Ausrichtung scheint, soweit sich nach Volume eins einschätzen lässt, in eine andere Richtung zu gehen. Um so gespannter bin ich, wie es in den Episoden, die lediglich zwei große Kapitel darstellen, weitergeht.

Kurzfazit: Packender, düsterer Staffelauftakt, der eine weniger mysteriöse und schockierende, aber genauso spannende Ausrichtung der Serie andeutet und dabei erneut auflockernden Humor einbaut.

Vielen Dank an AniMoon Publishing für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Higurashi no Naku Koro ni Kai – Vol. 1: Das Yakusamashi Kapitel!

Details
Titel: Higurashi no Naku Koro ni Kai – Vol. 1: Das Yakusamashi Kapitel
Originaltitel: Higurashi no Naku Koro ni Kai
Genre: Drama, Horror, Mystery, Thriller
Regie: Chiaki Kon
Studio: Studio Deen
Produktionsjahr: 2007
Laufzeit: ca. 122 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Mini-Baseballschläger, Schuber Clean Opening, Clean Ending
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 28. Juni 2019
Herstellerseite: AniMoon Publishing

© 2007 Ryukishi07 / Higurashi-P / Animoon Publishing

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