Rezension: Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee – Band 2 (Manga)

Ruhig und gefühlvoll erzählt Mangaka Makoto Hagino Koyukis und Konatsus Geschichte in Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee Band 2 weiter.

Koyuki und Konatsu haben in der Meeres-AG zusammengefunden. Beide Mädchen sind einsam, doch langsam öffnen sie sich einander. Als Koyuki Konatsu beim Tag der offenen Tür plötzlich umarmt, ist Konatsu verwirrt und Koyuki das Ganze peinlich. In den Sommerferien machen die beiden Schülerinnen als Meeres-AG schließlich einen Ausflug, der besonders Koyukis Gefühle durcheinander bringt. Das von allen als unerreichbare Blume betrachtete Mädchen, kennt sich bei zwischenmenschlichen Beziehungen nicht aus und weiß deshalb auch nicht, wie sie Konatsu nach deren Handynummer fragen soll. Später steht auch noch das Sommerfest bevor. Wie lädt man jemanden dazu ein? Für Koyuki eine Herausforderung.

Sanfte Zweisamkeit

Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee Band 2 knüpft direkt an den Vorgänger an und zeigt erneut wie Koyuki ihre jüngere, neue Freundin beim Tag der offenen Tür plötzlich umarmt. Das erste Kapitel des Mangas ist anschließend vom Umgang der beiden Mädchen mit der Situation bestimmt. Während sich Konatsu vorwiegend Sorgen darum macht, dass Koyuki keine Zeit hatte sich auszuruhen und somit auch nichts gegessen hat, ist Koyuki die Umarmung höchst peinlich. Hierbei zeigt sich erneut, dass vor allem die Ältere der beiden Schülerinnen unsicher gegenüber der jüngeren ist. Dabei zeichnen sich im Laufe des ersten Bandes leichte Andeutungen bezüglich tieferer Gefühle ab. Sowohl Koyuki als auch Konatsu scheint die Freundschaft und Bindung zur jeweils anderen wichtig. Was oft der unsichere Umgang mit einer neuen Freundin ist, zeigen immer wieder Gedanken, die auch auf mehr hindeuten könnten. So beginnt Konatsu recht früh, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, weshalb Koyuki sie bei ihrer ersten Begegnung überhaupt angesprochen hat. Koyuki hingegen bekommt den Gedanken eines Dates nicht mehr aus dem Kopf, nachdem ihr Bruder sie entsprechend aufgezogen hat.

Gelegentliche zweideutige Situationen sorgen für zusätzliche Unsicherheiten, kleineren Peinlichkeiten und übertriebenen Reaktionen. Etwa wenn sich Koyuki und Konatsu ungewollt sehr nahe kommen und eine der beiden dann leicht verschämt ganz schnell zurückschreckt. Zusätzlich schlagen sie sich mit allerlei kleinen Sorgen, die vorwiegend etwas mit der jeweils anderen zu tun haben, herum. Es ist überaus menschlich und glaubhaft, wenn Konatsu und Koyuki sich ihren kleinen Problemen stellen und dabei einander langsam näher kommen. Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee Band 2 bleibt bodenständig und verzichtet auf großes Drama. Stattdessen setzt Mangaka Makoto Hagino weiterhin auf sanfte Coming-of-Age- und gefühlvolle Slice-of-Life-Einflüsse, die trotz sich stärker abzeichnender Girls-Love-Thematik immer noch im Vordergrund bleiben und somit, wie schon beim Vorgänger, die Reihe auch für Anhänger der beiden Genres interessant macht.

Ebenfalls gelungen ist die Nutzung der sympathischen und liebenswerten Figuren. Vor allem Koyuki und Konatsu sind wieder wunderbar dargestellt und haben einige schöne, emotionale und sogar witzige Momente. In ihrer Geschichte begleitet werden sie von nicht weniger gelungenen Nebencharakteren. Egal ob nun Konatsus Klassenkameradin Kaede, die mit ihrer lebhaften, direkten Art einen schönen Kontrast zu den nachdenklichen, in sich gekehrten Hauptfiguren darstellt oder Koyukis ruhiger, sanfter Vater, der den Mädchen auch mal einen nötigen Schubs in die richtige Richtung gibt, ohne sich wirklich einzumischen. Mangaka Makoto Hagino unterstreicht auf diese Weise wunderbar das glaubhafte Coming-of-Age-Schulszenario rund um Koyuki, Konatsu und die Meeres-AG. Gleichzeitig gelingt ein ähnlich neugierig stimmendes offenes Ende, das das Interesse am Nachfolger erhält, wie schon beim ersten Band.

Fazit

Sanfte Slice of Life, gefühlvolle Coming of Age und zarte Girls Love, Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee Band 2 vereint die drei Genres in einer bodenständigen, glaubhaften Geschichte mit liebenswerten Hauptfiguren. Schnell hat mich der zweite Manga der Reihe in seinen Bann gezogen. Koyuki und Konatsu sind mir längst ans Herz gewachsen und ich habe sie gerne erneut in ihrem Alltag begleitet und beobachtet, wie sich ihre Freundschaft vertieft. Erste möglicherweise weitergehende Gefühle inklusive. Besonders schön ist, dass die Geschichte niemals abhebt, zu dramatisch wird und auf diese Weise stets realistisch bleibt. Unterstützt wird dieser Eindruck vor allem von den sympathischen Haupt- und Nebencharakteren sowie den einfachen, alltäglichen Ereignissen. Egal ob nun der Tag der offenen Tür, ein gemeinsamer Ausflug von Koyuki und Konatsu oder das anstehende Sommerfest, nichts wirkt unpassend, wenn auch auf gängige Klischees nicht immer verzichtet wird. Gerade die Beziehung von Koyuki und Konatsu ist es, die die Geschichte trägt und letztlich auch meine Neugier bezüglich der Fortsetzungen, angestachelt vom offenen Ende, weiter erhält. Gerne möchte ich wissen, wie die aktuelle Situation aufgelöst wird. Leider fällt die Wartezeit relativ lang aus. Band drei erscheint erst im Oktober.

Kurzfazit: Sanfte, bodenständige und glaubhafte Mischung aus Coming of Age, Slice of Life und Girls Love, die mit der gefühlvollen, realistischen Geschichte und den liebenswerten Hauptfiguren punktet.

Vielen Dank an altraverse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee – Band 2!

Details
Titel: Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee – Band 2
Originaltitel: Nettaigyo wa Yuki ni Kogareru
Genre: Girls Love, Slice of Life, Coming of Age
Verlag: altraverse
Text/Zeichnungen: Makoto Hagino
Seiten: 160
Preis: 7,00 €
ISBN: 978-3-96358-241-7
Verlagsseite: Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee – Band 2 bei altraverse
Erscheinungsdatum: 14. Juni 2019

© Makoto Hagino / Kadokawa / altraverse

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