Anime-Simulcast-Sommersaison 2019 Teil 2

Die zweite Welle an Serienstarts der Anime-Sommer-Saison 2019 steht an und damit weitere Simulcasts.

Bei Amazon Prime Video, Anime on Demand, Crunchyroll und Wakanim sind in den vergangenen Tagen weitere Serien im Simulcast gestartet. Der zweite Teil befasst sich mit den Ersteindrücken zu Arifureta, Dr. Stone, Fire Force, Granbelm, Hensuki, Isekai Cheat Magician und Vinland Saga.

Zu beachten ist dabei, dass die Erstschätzungen ausschließlich auf den ersten Episoden basieren. Bereits veröffentlichte weitere Episoden werden für die Erste-Blick-Artikel-Reihe nicht berücksichtigt.

Arifureta (Arifureta Shokugyou de Sekai Saikyou)

Studio: White Fox, asread
Genre: Abenteuer, Fantasy
Termin: 08. Juli 2019
Stream bei Anime on Demand

Worum geht’s?
Hajime Nagumo und seine Klassenkameraden wurden in eine fremde Welt gezogen. Im Gegensatz zu seinen Mitschülern hat er jedoch keine starke Fähigkeit erhalten, sondern beherrscht als Synergist lediglich die Umwandlung fester Gegenstände und damit eine gewöhnliche Profession. Bei einem Training im großen Orcus-Labyrinth gerät die Gruppe in eine Falle und Hajime stürzt aufgrund eines Verrats aus den eigenen Reihen auf die unteren Ebenen des tief verzweigten Höhlennetzwerkes. Ein harter Überlebenskampf gegen gefährliche Monster steht ihm bevor. Bereits zu Beginn wird er schwer verletzt und droht seine Hoffnung zu verlieren.

Ersteindruck
Statt sich lange mit dem Transportieren von Hajime und seinen Klassenkameraden in die andere Welt oder ihren ersten Schritte in dieser aufzuhalten, steigt Arifureta zu einem späteren Zeitpunkt ein. Schnell wird deutlich, dass Hajime und die anderen Schüler bereits erste Erfahrungen gesammelt haben und ihre Fähigkeiten austesten konnte. Zu Beginn findet sich Hajime allerdings auf den unteren Ebenen des großen Orcus-Labyrinths wieder und muss um sein Überleben fürchten. In Rückblicken wird anschließend erzählt, was Hajime bisher in der Fantasy-Welt getan hat, wie er in das Labyrinth gekommen ist und was ihn in seine missliche Lage gebracht hat. Dadurch liegt der Fokus zwar stark auf Hajime und seinem Überlebenskampf sowie dem langsamen Abstumpfen seines Verstandes, gleichzeitig wird aber auch ein erstes grobes Verständnis für andere Figuren und Hajimes Stellung in der Klasse geschaffen. Natürlich inklusive potenzieller starker Mitschüler, die auf den schwachen Hajime hinab sehen und einer schönen Klassenkameradin, die sich zumindest Sorgen um ihn macht. Etwas offen ist noch wie groß die Rollen der anderen Schüler werden und worauf sich Arifureta am Ende konzentriert. Die erste Episode konzentriert sich stark darauf Hajime zu verändern und aus ihm einen anderen Menschen zu machen. Das ist spannend erzählt und zeitweise wirklich beklemmend sowie blutig. Sollte die Serie den eingeschlagenen Weg einhalten, hat Arifureta das Potenzial ein sehr guter, wenn nicht sogar großartiger Isekai-Vertreter zu werden. Genauso könnte die Serie aber schwächeln und im weiteren Verlauf an Spannung verlieren. Viel verrät die erste Episode diesbezüglich nicht, doch gerade deshalb bin ich gespannt, wie es weitergeht.

Dr. Stone

Studio: TMS Entertainment
Genre: Abenteuer, Action, Drama
Termin: 05. Juli 2019
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Seit fünf Jahren ist Taiju in Yuzuriha verliebt, hat ihr aber noch immer nicht seine Gefühle gestanden. Als er fest entschlossen das Gespräch mit ihr sucht, wird die Welt von einem seltsamen Licht eingehüllt und die gesamte Menschheit erstarrt zu Stein. 3700 Jahre verbringt Taiju gefangen in der Finsternis und ohne die Möglichkeit sich zu bewegen, bevor er wieder erwacht. Außer ihm ist nur sein Freund und Mitschüler, der intelligente Senku aus der Starre erwacht. Fest entschlossen Yuzuriha zu retten und die Zivilisation wieder herzustellen, arbeiten die beiden zusammen, um zu überleben und ein Heilmittel zu finden.

Ersteindruck
Bereits im Vorfeld der Sommer-Season war die Anime-Adaption Dr. Stone der gleichnamigen Manga-Reihe von Riichirou Inagaki, die hierzulande zukünftig bei Carlsen Manga erscheint, heiß erwartet. Die Rückkehr in eine Art Steinzeit hat als Setting etwas Reizvolles und wird in der ersten Episode ordentlich eingeführt. Dabei beginnt die Serie noch vor der Versteinerung der Menschheit. Taiju nimmt sich vor, Yuzuriha endlich seine Gefühle zu gestehen und nach einem kurzen Geplänkel, das zeigen soll wie intelligent Senku ist, steht auch schon das Treffen beim Baum auf dem Schulhof an. Dass Taiju nicht dazu kommt seine Liebe zu gestehen, kommt auch ohne Vorwissen wenig überraschend, schließlich soll sein Wille Yuzuriha irgendwann seine Gefühle zu offenbaren als Lebensfunke für den Schüler dienen. Nach den Folgen der Katastrophe holt sich die Natur nach und nach die Welt zurück, was recht gut vermittelt wird und auch zeigt, was mit Taiju in den 3700 Jahren bis zu seinem Erwachen geschieht. Bereits dabei besteht jedoch ein fragwürdiger Ansatz: Wieso hat Taiju nach dem Aufwachen keinerlei Schwierigkeiten? Keinen Kater, keine Ermüdungserscheinungen, nichts. Wenigstens kleinere Probleme hätten das Ganze ein wenig glaubhafter gemacht. Wirklich störend ist das aber nicht. Besonders weil sich die erste Episode vorwiegend darauf konzentriert, die neue Steinzeitwelt und Taiju sowie Senku vorzustellen. Dr. Stone arbeitet sowohl mit ernsthafteren Momenten als auch mit recht Shonen-typischer Comedy. Das gefällt sicher nicht jedem, fügt sich aber ganz ordentlich in die Geschichte ein. Auch Taiju und Senku funktionieren grundsätzlich als Hauptfiguren, lassen aber vorerst noch etwas Tiefe vermissen. So werden sie ziemlich deutlich auf ihre Stärke beziehungsweise Intelligenz reduziert. Da die Heilung der Versteinerung theoretisch recht früh in der Serie möglich ist, bleibt die Frage nach der Ausrichtung. Bereits angedeutete mögliche Widersacher der beiden, lassen einen starken Shonen-Faktor befürchten und könnten Dr. Stone in typische Genre-Gepflogenheiten abrutschen lassen. Hier müssen die kommenden dreiundzwanzig Episoden noch zeigen, wohin sich Dr. Stone bewegen soll. Der Auftakt fällt ordentlich aus, schafft es aber noch nicht vollends zu überzeugen, hat aber meine anfängliche Skepsis gegenüber der Serie etwas gedämpft und ein wenig Neugier auf die kommenden Episoden geweckt. Ob ich die Serie komplett ansehen werde, hängt von der weiteren Entwicklung ab.

Fire Force (En’en no Shouboutai)

Studio: David Production
Genre: Action, Abenteuer
Termin: 06. Juli 2019
Stream bei Wakanim

Worum geht’s?
Feuer greift um sich und Fallemwesen, die aus plötzlichen, unerklärlichen Selbstentzündungen von Menschen entstehen, sorgen für Schrecken. Zur Bekämpfung der dämonischen Wesen und Lüftung des Mysteriums ist die Fire Force verantwortlich. Als neuer Feuerwehrsoldat der achten Sondereinheit, tritt Shinra Kusakabe seinen Dienst an. Seine Besonderheit ist eine Fähigkeit der dritten Generation, durch die Flammen aus seinen Füßen lodern können, was ihm im Kampf gegen die Bedrohung der Menschheit hilfreich ist. Allerdings verfolgt ihn noch immer seine tragische Vergangenheit und der seit damals an ihm haftende Spitzname „Teufel“.

Ersteindruck
Die erste Episode von Fire Force hat mir besser gefallen, als ich anfangs erwartet habe. Zu Shonen-typisch wirken Optik und Story auf den ersten Blick. Doch Fire Force kann mit einem durchaus interessanten Setting, schicken Animationen und schönen Hintergründen sowie Umgebungen punkten. Passend zur Feuer-Thematik fallen visuell die hervorragend gestalteten Flammen aus. Aber auch bei der Geschichte bietet Episode eins einen guten Start in die vierundzwanzig-teilige Serie. Und das, obwohl der Fokus sehr stark auf Shinra und seiner tragischen Vergangenheit liegt, was dazu führt, dass andere Charaktere etwas zu kurz kommen. Lediglich kurz werden die Mitglieder der achten Sondereinheit vorgestellt. Immerhin ist ein grober Eindruck der verschiedenen Figuren möglich. Zudem rückt Shinras Hintergrund etwas zu sehr in den Mittelpunkt, wodurch sowohl seine Ankunft bei der Fire Force als auch sein erster Einsatz eher wie ergänzendes Beiwerk, das seine Gedanken und Erinnerungen auslöst, wirkt. Allerdings schafft die Serie so bereits einen Hinweis auf ein mögliches Ziel, das über Shinras Wunsch, ein Held zu werden, hinaus geht. Als Auftaktepisode funktioniert Folge eins von Fire Force gut und macht neugierig auf die Serie. Ein wenig mehr Story muss trotzdem aufgebaut werden, um auch über längere Zeit Spannung und Interesse aufzubauen. Vorerst bin ich aber zuversichtlich, dass Fire Force das schaffen kann und das Potenzial zu einer sehr guten Shonen-Action-Drama-Serie hat.

Granbelm

Studio: Nexus
Genre: Action, Fantasy, Science-Fiction
Termin: 06. Juli 2019
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Kohinata Mangetsu hat in der Schule etwas vergessen und macht sich deshalb bei blutrotem Vollmond noch einmal auf den Weg. Doch kaum im Klassenzimmer, verändert sich für sie plötzlich alles. Schule und Stadt verwandeln sich und riesige Roboter greifen sie an. Kohinata wird Zeugin einer harten Auseinandersetzung. Ohne zu wissen weshalb wird sie in Granbelm, einen Kampf der die einzige Magierin bestimmen soll, verwickelt.

Ersteindruck
Magierinnen, die einen leichten Magical-Girl-Flair haben, eine alternative Dimension, große Mechs, die in actionreichen Kämpfen aufeinandertreffen, eine unwissende Protagonistin und viele unbeantwortete Fragen. Granbelm Episode eins wirft viel in den Raum, liefert aber nur wenige Antworten. Schon der Beginn der Geschichte wirkt ein wenig unsinnig. Protagonistin Kohinata Mangetsu merkt beim Abwaschen der zahlreichen Bento-Behälter, dass sie eines in der Schule vergessen hat. Statt bis zum nächsten Tag zu warten, macht sie sich trotz der späten Tageszeit, ein blutroter Vollmond erstrahlt am Himmel, auf, um das vergessene Bento zu holen. Als einzige Erklärung dient, dass sie für zahlreiche Freunde oder Bekannte täglich Bentos zubereitet. Relevant ist das aber nicht, da Kohinata in der Schule plötzlich in eine alternative Dimension gezogen wird. Das Gebäude verwandelt sich in eine Burg und auch die Stadt verändert sich. Fast sofort wird sie von riesigen Kampfrobotern, sogenannte Armanox, angegriffen. Gesteuert werden diese von Magierinnen, wie sich später herausstellt. Weshalb sie angegriffen wird oder warum ihr Shingetsu Ernesta Fukami zur Hilfe eilt, ist nicht völlig klar. Immerhin wird deutlich, dass sie in einen großen Kampf, der die letzte Magierin bestimmen soll, hineingezogen wurde. Ansonsten bietet die erste Episode vorwiegend brachiale und gut inszenierte Mecha-Action inklusive mächtiger Zauber. Optisch kann Granbelm damit genauso wie mit den Umgebungen und detailreichen Charaktermodellen überzeugen. Dafür bleibt die Serie zum Auftakt inhaltlich noch zu ungenau, um eine genaue Einschätzung abgeben zu können. Immerhin die ungefähre Ausrichtung hin zu einer Battle-Royal-Geschichte rund um Magierinnen, die mit großen Kampfrobotern gegeneinander antreten, ist kaum zu übersehen. Das könnte durchaus unterhaltsam werden und soweit die Figuren bisher vorgestellt werden, zeigen auch sie Potenzial. Deshalb werde ich Granbelm vorerst weiter ansehen und hoffe, dass sich die Original-Anime-Serie in den kommenden elf Episoden nicht zu sehr auf die Kämpfe und eine schwache Geschichte stützt.

Hensuki – Are You Willing to Fall in Love with a Pervert, as Log as Sheˋs a Cutie? (Kawaikereba Hentai demo Suki ni Natte Kuremasu ka?)

Studio: Geek Toys
Genre: Romantik, Komödie, Ecchi
Termin: 08. Juli 2019
Stream bei Anime on Demand

Worum gehts?
Nach dem gemeinsamen Putzen des Kalligrafieklubraums findet Keiki Kiryuu einen an ihn adressierten anonymen Liebesbrief. Als einziger Hinweis liegt dem Brief ein Höschen bei. Doch wer hat ihm die Botschaft hinterlassen. Sofort macht sich Keiki daran, die unbekannte Cinderella zu finden. Außer ihm waren neben seiner kleinen Schwester Mizuha nur seine Kalligrafieklub-Senpai Sayuki Tokihara, seine ihm nahestehende Klassenkameradin Mao Nanjou und die Zehntklässlerin Yuika Koga, die gemeinsam mit ihm für die Bibliothek zuständig ist, anwesend. Eine von ihnen muss hinter dem Brief stecken.

Ersteindruck
Hensuki – Are You Willing to Fall in Love with a Pervert, as Log as Sheˋs a Cutie? ist eine recht typische Harems-Ecchi-Romantik-Comedy. Aufgrund des anonymen Liebesbriefes hat Keiki den Verdacht, dass eines der Mädchen aus seinem Umfeld in ihn verliebt sein könnte. Passend überspitzt wird die Unbekannte als Cinderella bezeichnet, nur dass sie statt eines Schuhs ihr Höschen hinterlassen hat. Damit dürfte ungefähr klar sein, in welche Richtung sich Hensuki bewegt. Die Suche nach dem richtigen Mädchen wird Keiki längere Zeit beschäftigen, auch wenn eine der möglichen Verdächtigen bereits früh wieder aus dem Spiel zu sein scheint. Sicher ist das aber nicht, auch weil zum Ende der Episode eine durchaus überraschende Wendung auf Keiki wartet. Dass die Lösung der Urheberin des Liebesbriefs nicht bereits früh gelöst wird, war klar, so dass der Kniff durchaus eine gute Lösung ist, um keines der Mädchen direkt wieder komplett aus der Harems-Gleichung zu entfernen. Artworks weisen zudem darauf hin, dass die drei hübschen Mädchen und Keikis kleine Schwester noch um zwei weitere weibliche Charaktere ergänzt werden. Hensuki erzählt die Geschichte in einem angenehmen Tempo, platziert seichte Witze und setzt auf ein wenig Slice-of-Life-Flair. Der Fokus liegt in der ersten Episode aber auf der anfänglichen Suche nach der Urheberin des Briefs, kleineren Ecchi-Momenten und möglichen Verdachtssituationen mit jedem der potenziell in den Protagonisten verliebten Schülerinnen, die natürlich alle vage Andeutungen bezüglich möglicher Gefühle für Keiki zeigen. Dadurch werden sie alle ordentlich vorgestellt, bewegen sich aber weitgehend im Bereich von stereotypischen Genre-Charakteren. Damit schafft es Hensuki noch nicht gänzlich zu zünden. Potenzial ist aber durchaus vorhanden und die Serie könnte ein unterhaltsamer Genre-Vertreter für zwischendurch werden. Viel hängt jedoch davon ab, ob die teilweise nicht ganz sauberen, im Stil aber schönen Animationen keine größeren Ausfälle zeigen und wie stark der Comedy-Faktor zukünftig ausfällt. Zumindest seichte Harems-Ecchi-Romantik-Comedy-Kost wird zum Auftakt geboten.

Isekai Cheat Magician

Studio: Encourage Films
Genre: Fantasy, Abenteuer
Termin: 10. Juli 2019
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Taichi Nishimura und Rin Azuma sind seit ihrer Kindheit miteinander befreundet und führen ein Leben als normale Oberschüler. Eines Tages umhüllt sie auf dem Schulweg ein magisches Siegel. Kurz darauf erwachen sie in einer unbekannten Welt, die Taichi schnell an ein Rollenspiel erinnert. Um zu überleben, beschließen die beiden sich der Abenteurergilde anzuschließen, ohne zu wissen, dass sie gezielt beschworen wurden und unbekannte Mächte versuchen sie zu finden.

Ersteindruck
Wie der Titel schon verrät, gehört Isekai Cheat Magician dem Isekai-Genre an. Statt nur einer Hauptfigur, werden mit Taichi und Rin gleich zwei Protagonisten in eine andere Welt befördert. Das sorgt für eine bereits vorhandene Beziehung zwischen den Charakteren, die jedoch kaum über die üblichen Kindheitsfreunde mit möglicher unausgesprochener Liebe hinausgeht. Auch sonst bleibt Isekai Cheat Magician in der ersten Episode eher Genre-Standard. Taichi und Rin müssen sich in der unbekannten Welt zurechtfinden, können ohne Probleme die Bewohner verstehen und die für sie fremde Schrift lesen. Wenig überraschend stellt sich dann auch noch heraus, dass die beiden über große magische Kräfte verfügen. Wirklich Neues hat die erste Episode damit nicht zu bieten und auch die Charaktere bleiben weitgehend blass und bekannten Mustern treu. Zusätzlich fällt auf, dass sich neben Taichi ausschließlich weibliche Figuren als mögliche weitere Hauptfiguren präsentieren. Optisch fällt Isekai Cheat Magician ebenfalls eher durchschnittlich, aber immerhin nicht misslungen aus. Die Serie könnte seichte Genre-Kost für zwischendurch bieten. Viel sollte nicht erwartet werden, wer aber Isekai-Anime mag und keine zu hohen Erwartungen hat, könnte Gefallen an Isekai Cheat Magician finden. Persönlich werde ich der Serie zumindest noch eine zweite Chance geben, auch weil ich neugierig bin, wie sich die bisher nur grob vorgestellten anderen möglichen Hauptcharaktere entwickeln.

Vinland Saga

Studio: Wit Studio
Genre: Abenteuer, Drama, Historie
Termin: 07. Juli 2019
Stream bei Amazon Prime Video

Worum geht’s?
Das Jahr 1002. Thorfinn führt mit seinen Eltern Thors und Helga und seiner Schwester Ylva ein einfaches Leben in einem kleinen Dorf auf Island. Kälte und Schnee setzen ihnen zu und das tägliche Überleben ist ein harter Kampf. Gerne lauscht der aufgeweckte Junge den Geschichten des Seefahrers und Abenteurers Leif Eriksson, der ihm und den anderen Kindern von einem neuen Kontinent, dem grünen und weiten Vinland erzählt. Als Ylva im Schnee einen halb erfrorenen Sklaven findet, droht jedoch eine Konfrontation mit Halfdan, dem brutalen Herren des Nachbardorfs.

Ersteindruck
Vinland Saga basiert auf der bei Carlsen Manga erscheinenden gleichnamigen Manga-Reihe von MakotoYukimura, die in Japan derzeit zweiundzwanzig Bände umfasst und noch nicht abgeschlossen ist. Zum Start wurden bei Amazon Prime Video die ersten drei Episoden veröffentlicht, für die Ersteinschätzung habe ich wie üblich jedoch nur die erste Folge gesehen. Diese schafft vorwiegend die Grundlagen des Wikinger-Settings und stellt Thorfinn und seine Familie vor. Zuvor zeigt Vinland Saga aber bereits, womit in der Serie ebenfalls zu rechnen ist: blutige und schnelle Kämpfe. Die Anfangsschlacht der Serie ist bei hohem Tempo mitreißend inszeniert. Es ist einfach faszinierend zu beobachten, wie Thors von Schiff zu Schiff springt und sich durch die Feinde schnetzelt. Hier trumpft Wit Studio bereits mit den flüssigen Animationen und der tollen Optik, die bereits in der kurzen Szenen zuvor begeistern kann, auf und untermalt das genauso, wie die gesamte Episode mit einer passenden, großartigen Sound- und Musikkulisse. Doch auch im Anschluss versteht es Vinland Saga sowohl audiovisuell als auch inhaltlich zu überzeugen. Obwohl die erste Episode noch wenige Rückschlüsse auf die künftige Ausrichtung der Serie bietet, ist der Alltag von Thorfinn und seiner Familie interessant erzählt. Wasser holen, Kühe melken, Schafe versorgen, Schnee vom Dach entfernen und Geschichten von Onkel Leif Eriksson über das sagenumwobene Vinland lauschen. Dabei wird ein ausgezeichnetes Verständnis für die Figuren, ihre Bindung und die wichtigsten Grundlagen geboten. Wieso leben Thors und Helga mit ihren Kindern auf Island? Welchen Schwierigkeiten haben sich die Bewohner der Insel und Grönland zu stellen? Auch Konflikte mit benachbarten Dörfern, die Wichtigkeit von Gesetzen und die Schlichtung durch ein Thing werden zumindest grob aufgegriffen oder erwähnt. Hier zeigt sich, dass Vinland Saga trotz einiger nicht ganz realistischer Szenen wie etwa Thors Kampf zu Beginn stark auf historische Grundlagen setzt. Spannend bleibt, wie sich die Serie in den weiteren dreiundzwanzig Episoden noch entwickelt und wann der nächste Zeitsprung hin zum jugendlichen Thorfinn, der bereits im Opening gezeigt wird, ansteht. Vinland Saga zeigt in der ersten Episode viel Potenzial, das bei richtiger Nutzung eine packende Wikinger-Abenteuer-Serie garantiert. Diesbezüglich bin ich zuversichtlich und hoffe, dass die Handlung sich keine Patzer erlaubt. Weiter ansehen werde ich mir Vinland Saga in jedem Fall.