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Mai 04 2019

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Rezension: Nicht schon wieder, Takagi-san! – Band 1 (Manga)

Episodische Slice-of-Life-Comedy mit zwei sich neckenden Mittelschülern hat altraverse mit Nicht schon wieder, Takagi-san! Band 1 ins Programm aufgenommen.

Nishikata ist ein typischer Mittelschüler. Unbedarft, ein wenig naiv und mit einer recht langen Leitung ausgestattet, fällt er ständig auf die Streiche seiner Sitznachbarin Takagi herein. Jeder Versuch von Nishikata, es seiner Klassenkameradin heimzuzahlen scheint zum Scheitern verurteilt und doch versucht er immer wieder das Blatt zu wenden und sie seinerseits reinzulegen. Tag für Tag denkt er sich neue Pläne aus, um ihr eins auszuwischen und hofft, nicht am Ende wieder auf Takagi hereinzufallen. Egal ob in der Schule, auf dem Schulweg oder bei zufälligen Begegnungen, Takagi nutzt jede Gelegenheit um Nishikata auf liebevolle Weise zum Narren zu halten.

Freundschaftliche Neckerein

Die Geschichte von Nicht schon wieder, Takagi-san! Band 1 verrät es bereits, große Action-Szenen oder eine zusammenhängende Handlung wird nicht geboten. Stattdessen erzählt Mangaka Soichiro Yamamoto in episodischen Kurzgeschichten ohne feste Reihenfolge oder tieferen Zusammenhang vom Alltag von Mittelschüler Nishikata mit seiner Klassenkameradin Takagi. Stets geht es um kleine Streiche, liebevolle Neckereien und Albernes an der Nase herumführen. Sei es im Unterricht, der Pause, auf dem Schulweg oder bei einer zufälligen Begegnung an einem freien Tag. Dass Takagis ewiges Ärgern nicht wie Mobbing wirkt, liegt zum einen an Nishikatas Reaktionen und seinem festen Willen es ihr irgendwann heimzuzahlen und an der sanften Art der Beziehung von Takagi und Nishikata.

Ohne direkt eine Romanze darzustellen, wird immer wieder mehr oder weniger offensichtlich angedeutet, dass Nishikata und Takagi sich nicht nur freundschaftlich mögen könnten oder dass zumindest irgendwann mehr entstehen könnte. Wirklich eine große Rolle spielt das aber nicht, da die episodischen Kurzgeschichten rein auf den kurzweiligen Spaß abzielen. Nishikata wird dabei als recht typischer Normalo-Mittelschüler dargestellt. Etwas naiv und mit einer langen Leitung, würde er weder ernsthaft darauf kommen, dass Takagi etwas für ihn empfindet, noch ihrer gewitzten Schlagfertigkeit etwas entgegensetzen zu können. Dennoch versucht er es ihr immer wieder heimzuzahlen und hangelt sich dabei nicht selten an allerlei Klischees aus Manga und Anime ab. Etwa, dass es Mädchen überaus peinlich ist, beim gemeinsamen Trinken aus einer Dose einen indirekten Kuss auszutauschen oder dass Mädchen mit kleinen Brüsten Komplexe deshalb haben. Takagi nutzt diese unbedarfte Art, um Nishikata aufs Glatteis zu führen und schafft es so, ihn immer wieder reinzulegen. Das ist durchaus amüsant und verleitet zum Schmunzeln.

Angesichts der Alltagssituationen, die jedes Mal von Neckerei zu Neckerei und Pointe zu Pointe springen, bleibt Nicht schon wieder, Takagi-san! Band 1 recht seicht und simpel. Weder große Action, noch dramatische Wendungen oder gar große Entwicklungen sind zu erwarten. Dafür kann Mangaka Soichiro Yamamoto mit kurzweiliger, einfacher, aber nicht langweiliger Slice-of-Life-Comedy-Unterhaltung punkten. Gerade für schnelle Manga-Kost zwischendurch ist Nicht schon wieder, Takagi-san! geeignet. Eine Affinität zu den bodenständigen, episodischen Alltags-Kurzgeschichten sollte jedoch vorhanden sein, um Gefallen an dem stark auf die Hauptfiguren fokussierten Manga zu haben.

Fazit

Nicht schon wieder, Takagi-san! Band 1 ist locker-leichte Slice-of-Life-Comedy-Kost, die mich mit einem angenehmen, einfachen Humor und episodischen Kurzgeschichten kurzweilig unterhalten hat. War ich anfangs ein wenig skeptisch, ob die Neckereien von Takagi nicht zu weit gehen könnten, haben mich die Streiche und Nishikatas Konter-Versuche schnell eines besseren belehrt. Der liebevolle Schlagabtausch zwischen den beiden Mittelschülern ist recht offensichtlich von einer potenziell tieferen Beziehung der beiden begleitet. Noch deutlicher wird das durch eine Spin-off-Fortsetzung, in der Soichiro Yamamoto einige Jahre später von den mittlerweile verheirateten Hauptfiguren Nishikata und Takagi und deren Tochter erzählt. Inklusive der Streiche von Takagi-san. Doch auch ohne diesen Gesichtspunkt ist das Duo durchaus sympathisch und liebenswert und ziemlich eindeutig in gewisser Weise eng befreundet. Da nicht viel abseits der kleinen Alltagssituationen inklusive Streichen passiert, bleibt jedoch abzuwarten, ob die in Japan bereits zehn Bände umfassende Reihe, mit dem episodischen Konzept, auch über längere Zeit unterhalten kann. Vorerst bin ich zuversichtlich, dass die kommenden Manga ebenfalls leichtgängige Slice-of-Life-Unterhaltung bieten. Genre-Fans sollten einen Blick wagen.

Kurzfazit: Nicht schon wieder, Takagi-san! Band 1 bietet kurzweilige Slice-of-Life-Comedy-Unterhaltung mit seichtem Humor und liebenswerten Hauptfiguren.

Vielen Dank an altraverse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nicht schon wieder, Takagi-san! – Band 1!

Details
Titel: Nicht schon wieder, Takagi-san! – Band 1
Originaltitel: Karakai Jozu no Takagi-san
Genre: Comedy
Verlag: altraverse
Story/Zeichnungen: Soichiro Yamamoto
Seiten: 160
Preis: 7,00 €
ISBN: 978-3-96358-159-5
Verlagsseite: Nicht schon wieder, Takagi-san! – Band 1 bei altraverse
Erscheinungsdatum: 18. April 2019

© Soichiro Yamamoto / Shogakukan / altraverse

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