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Apr 13 2019

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Anime-Simulcast-Frühlingssaison 2019 Teil 2

In den vergangenen Tagen sind weitere Simulcasts in der Anime-Frühlingssaison 2019 gestartet.

Nach Crunchyroll und Wakanim ist die Anime-Frühlingssaison nun auch bei Anime on Demand gestartet. In den vergangenen Tagen wurden die ersten Episoden von Strike Witches 501st Joint Fighter Wing Take Off! und Sarazanmai beim Streamingdienst veröffentlicht. Wakanim setzt die Simulcasts mit After Lost, Fairy Gone, RobiHachi und Wise Man’s Grandchild fort.

After Lost (Shoumetsu Toshi)

Studio: Madhouse
Genre: Action, Science-Fiction, Mystery
Termin: 08. April 2019
Stream bei Wakanim

Worum geht’s?
Drei Jahre ist es her, seit eine Stadt ohne Vorwarnung verschwunden ist. Seither ist das mittlerweile als Lost bekannte Gebiet abgeriegelt. Yuki ist die einzige Überlebende der Katastrophe und wird in einem Labor einer geheimen Organisation als Testobjekt gefangen gehalten. Beauftragt mit ihrer Rettung, hilft Kurier Takuya dem Mädchen bei der Flucht. Kurz darauf erhält er den Auftrag, Yuki nach Lost zu bringen und einer Nachricht ihres, bei der Katastrophe verstorbenen Vaters zu folgen. Allerdings macht die Organisation jagt auf sie und Wesen mit übernatürliche Kräften sowie weitere Mysterien stellen sich Yuki und Takuya in den Weg.

Ersteindruck
Basierend auf einem Mobile-Game hat das bekannte Studio Madhouse After Lost umgesetzt. Die Science-Fiction-Action-Serie mit Mystery-Elementen präsentiert sich in der ersten Episode als relative Standardkost. Inhaltlich besticht der Serienauftakt mit vielen eingeführten Details und Gegebenheiten, aber kaum Erklärungen. Dazu kommen einige Figuren, die nur mäßig charakterisiert werden und dadurch eher blass bleiben. Lediglich Yuki und Takuya sind relativ schnell erfasst, weisen aber wenig Tiefe auf. Immerhin zeigt die Handlung grundsätzlich etwas Potenzial, so dass Luft nach oben vorhanden ist. Nach der ersten Episode bin ich jedoch skeptisch, ob After Lost inhaltlich überzeugen kann. Bedauerlich ist aber, dass die Animationen nicht über durchschnittlichen Standard hinauskommen und von mäßigen CGI-Effekten zusätzlich getrübt werden. Lediglich das Ende der ersten Episode hat ein wenig meine Neugier geweckt, weshalb ich After Lost vielleicht noch eine Chance gebe.

Fairy Gone

Studio: P.A. Works
Genre: Fantasy, Action, Mystery
Termin: 08. April 2019
Stream bei Wakanim

Worum geht’s?
Im großen Einigungskrieg erlangten die Menschen eine ultimative Waffe: die Feensoldaten. Um sie zu erschaffen, wurde Menschen die Kraft einer Fee implantiert, so dass sie diese an ihre Seite beschwören können. Mittlerweile ist der Krieg seit neun Jahren zu Ende und Feen werden illegal genutzt. Die junge Frau Maria hat in dem langen Konflikt alles verloren. Nur sie und ihre Freundin Veronica haben aus ihrem Dorf überlebt. Doch schon seit Jahren ist Maria auf der Suche nach ihr. Dafür hat sie sich sogar der Mafia angeschlossen. Bei einem Überfall auf eine Auktion ändert sich für Maria alles.

Ersteindruck
Interessantes Setting, passendes Charakterdesign, spannende Geschichte, gut vorgestellte Figuren und packende Action. Fairy Gone Episode eins liefert zum Auftakt einiges und versteht es, als Serienbeginn zu überzeugen. Natürlich zeigen sich übliche Schwächen wie lange Einführungen, Erklärungen und ein zu Beginn langsames Erzähltempo. Aber das ist normal für eine neue Serie, da die wichtigen Grundlagen gelegt werden müssen. Das schafft Fairy Gone sehr gut und hat damit mein Interesse geweckt. Dazu kommt ein für mich funktionierendes Setting, das viktorianisch angehaucht ist und Fantasy-Elemente mit einbindet. Besonders die Feen stechen hierbei hervor und fügen sich – trotz recht auffälligem CGI – optisch gut in das Design der Serie ein. Dazu kommen schöne Animationen, die sich nur wenige Macken erlauben, und ein toller Soundtrack. Dennoch bin ich auch ein wenig skeptisch, ob Fairy Gone die gezeigte Qualität halten kann. Erstens aufgrund der Regierungs-Organisation Dorothea, deren Aufgabe es ist Feen-Kriminalität zu bekämpfen. Hier könnte sich die Serie zu schnell im Einsätze-der-Woche-Konzept verlieren. Und zweitens, weil gerade die Verbindung von Maria und Veronica eine zu große Sentimentalität befürchten lässt. Schafft Fairy Gone aber den Spagat zwischen den unterschiedlichen Einflüssen, hat die Mystery-Action-Serie das Potenzial, eines meiner Saison-Highlights zu werden. Genre-Fans sollten einen Blick wagen.

RobiHachi

Studio: Studio Comet
Genre: Science-Fiction, Abenteuer, Komödie
Termin: 08. April 2019
Stream bei Wakanim

Worum geht’s?
Robby Yarge möchte ein einfaches, sorgenfreies Leben führen, doch auch in der Zukunft ist das nicht einfach. Fünfzig Jahre sind seit dem Erstkontakt mit Außerirdischen vergangen. Der knapp 30-jährige Robby ist vom Pech verfolgt. Mehrmals wurde er ausgetrickst, hat Schulden, wurde bei einem Unfall verletzt und jetzt auch noch ausgeraubt. Glücklicherweise kommt ihm der junge Hatchi Kita zur Hilfe. Blöd nur, dass in der gestohlenen Tasche Geld ist, dass Robby von einem Gangster geliehen hat. Ausgerechnet Hatchi taucht am nächsten Tag bei Robby auf, um es wiederzubeschaffen. Als sich dann auch noch Gangster Yang blicken lässt, flüchtet Robby gemeinsam mit seinem hasenartigen Roboter Ikku ins Weltall – mit an Bord Hatchi.

Ersteindruck
RobiHachi beginnt relativ normal und gemäßigt. Im Jahr G.C.0051 hat die Menschheit bereits Kontakt zu Außerirdischen hergestellt. Demnach sieht Neo Tokyo sehr zukunftslastig aus und allerlei Wesen tummeln sich in der knallig bunt gestalteten Stadt. Etwa die erste Hälfte der Auftaktepisode wird genutzt, um Robby und Hatchi sowie ihre jeweilige Ausgangslage vorzustellen. Dadurch wird das nötige Wissen über die beiden gegensätzlichen, amüsant-sympathischen Hauptfiguren vermittelt. Anschließend dreht die Serie so richtig auf. Schuldeneintreiber, Gangster, Raumschiffe, Transformationen zu riesigen Kampfrobotern, verrückte Figuren und abgedrehte Werbung für den Planeten Isekandar. RobiHachi ist verrückt und lässt auf einen wilden Genre-Mix hoffen. Noch bleibt die Serie hinter den Möglichkeiten zurück, doch sollten die weiteren Episoden die Möglichkeiten nutzen, könnte RobiHachi eine witzige Science-Fiction-Comedy-Serie werden, die mich bereits jetzt ein wenig an Space Dandy erinnert hat. Zu verdanken ist das sicherlich auch dem farbenfrohen Stil und dem gelungenen Soundtrack.

Sarazanmai

Studio: Mappa
Genre: Abenteuer, Fantasy, Drama
Termin: 11. April 2019
Stream bei Anime on Demand

Worum geht’s?
Kazuki macht sich Gedanken über Verbindungen und Freundschaft. Der Schüler folgt außerdem drei Regeln, die eng mit einem Fernseh-Idol zusammenhängen. Als er auf Toi trifft, kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall. Kurz darauf ist Toi der neue Klassenkamerad von Kazuki und gemeinsam mit Enta treffen die beiden auf Keppi, den Prinz des Kappareichs. Dieser verwandelt Kazuki, Toi und Enta ebenfalls in Kappa und fordert sie auf, Zombies zu bezwingen, indem sie ihnen die Shirikodama (in den deutschen Untertitel Anusperle) nehmen. Doch ihr Auftrag erfordert eine Verbindung, bei der die Geheimnisse der Schüler nicht mehr geschützt sind.

Ersteindruck
Kartons, Anusperlen, Begierden, Kappas, Kappa-Zombies, ein seltsames Fernseh-Idol und singende Helden beim Kampf. Sarazanmai hat mich in der ersten Episode fast die gesamte erste Episode verwirrt. Zeitweise wirkt der Serienauftakt wirr und abgedreht, doch deshalb nicht schlecht. Viel mehr werden Themen wie Freundschaft, Geheimnisse und Begierden durchaus interessant aufgearbeitet. Kazuki, Toi und Enta funktionieren als Hauptfiguren und wecken das Interesse an ihrem Leben, ihren Beweggründen und dem was sie verbergen. Dabei schafft es Sarazanmai bereits zum Ende der ersten Episode, mit einer unerwarteten Entwicklung zu überraschen. Trotzdem bin ich unsicher, ob die abwechslungsreich gestaltete und mit flüssigen Animationen ausgestattete Serie auf Dauer funktionieren und unterhalten kann. Die Auftaktepisode ist in vielerlei Hinsicht noch zu verwirrend, um den genauen Weg erkennen zu können. Schon deshalb, werde ich mir zumindest die nächste Folge ansehen. Ob Sarazanmai am Ende für mich funktioniert, muss sich erst noch zeigen. Wer etwas mit ungewöhnlichen Serien anfangen kann, kann einen Blick wagen.

Strike Witches 501st Joint Fighter Wing Take Off! (World Witches Series: 501 Butai Hasshin Shimasu!)

Studio: Acca effe, Giga Production
Genre: Alltag, Komödie, Science-Fiction, Action
Termin: 09. April 2019
Stream bei Anime on Demand

Worum geht’s?
Yoshika Miayfuji ist gerade erst zum 501. Jagdgeschwader, den Strike Witches, versetzt worden. Mit ihren Staffelkameradinnen bekämpft sie die gefährliche Neuroi, die weite Teile Europas erober haben. Allerdings gibt es auch Zeiten, in denen die Mädchen nichts zu tun haben und kein Kampf bevorsteht. Dann heißt es kochen, putzen, Wäsche waschen und allerlei andere alltägliche Aufgaben bewältigen. Nicht jede der Witches ist davon begeistert und das Leben auf der Basis ist wesentlich chaotischer als Yoshika gedacht hätte.

Ersteindruck
Strike Witches 501st Joint Fighter Wing Take Off! basiert auf einem Ableger-Manga und ist eine Art Spin-off zur 2008er Anime-Serie Strike Witches. Statt vom Kampf gegen die Neuroi beschäftigen sich die über dreizehn Minuten langen Episoden Geschichten aus dem Alltag der Mädchen. In Episode eins wird etwa der Kochdienst, das Aufwecken und die Tageswache in zwei Handlungssträngen thematisiert. An sich ist das ganz witzig und sympathisch erzählt. Yoshika und einige andere Witches werden ausreichend vorgestellt und selbst ohne Kenntnisse von Strike Witches sind die Figuren relativ schnell erfasst. Leider plätschert die Episode etwas vor sich hin und bleibt immer etwas zu simpel, um wirklich mitreißen zu können. Trotzdem kommt ein wenig Unterhaltung auf und je nach erzählter Alltagssituation hat Strike Witches 501st Joint Fighter Wing Take Off! das Potenzial, amüsante Ereignisse aus dem Leben der Mädchen zu erzählen. Bei den Animationen wird ein einfacher, nicht immer korrekt wirkender, aber auch nicht zwingend unschöner Stil verwendet. Teilweise wirkt die Qualität zwar nur durchschnittlich, große Fehler erlaubt sich die Serie in der ersten Episode aber nicht. Vorerst werde ich Strike Witches 501st Joint Fighter Wing Take Off! noch weiter ansehen, da der Unterhaltungswert stark von den erzählten Alltagssituationen abhängt. Episode eins hat jedoch einen eher durchwachsenen, wenn auch nicht schlechten Ersteindruck hinterlassen.

Wise Man’s Grandchild (Kenja no Mago)

Studio: Silver Link
Genre: Komödie, Fantasy, Abenteuer, Romantik
Termin: 10. April 2019
Stream bei Wakanim

Worum geht’s?
Bei einem Unfall stirbt ein junger Mann und wird als Baby in einer anderen Welt wiedergeboren. Nach einem Dämonenangriff auf die Kutsche seiner Eltern vom Weisen Merlin Wolford gerettet, wächst der Junge als dessen Enkel Shin auf. Die Erinnerungen an seines früheres Leben hat er nicht gänzlich verloren. Von Merlin und dessen Bekannten wird Shin in Magie und Schwertkunst unterricht. Bereits mit zehn Jahren kann er es mit einem Dämonen aufnehmen. Mit fünfzehn gilt Shin schließlich als erwachsen und erschrocken stellen Merlins Freunde, die für Shin einer Familie nahe kommen, fest, dass der Junge keinerlei Allgemeinwissen und keine Ahnung vom richtigen Leben hat.

Ersteindruck
Schon wieder eine Isekai-Serie? Die Handlung von Wise Man’s Grandchild hat mich anfangs skeptisch gemacht, da das Genre in den letzten Seasons bereits dauerhaft besetzt war und neue Ideen eher selten sind. Doch die Serie hat sich in der ersten Episode als erfrischend locker, witzig und kurzweilig erwiesen. Slapstick-Humor, überzeichnete Figuren und die Tatsache, dass sich Wise Man’s Grandchild nicht ernst nimmt, sorgen für angenehme Unterhaltung mit einem viel zu mächtigen Hauptcharakter, der vom richtigen Leben keine Ahnung hat. Statt reine Vorstellung zu betreiben, bringt die erste Episode die Geschichte bereits voran, leitet diese ein und vermittelt gleichzeitig die wichtigsten Grundlagen. Da stört es nicht, dass ein paar Shonen- und Genre-Klischees vorhanden sind. Großen Anspruch oder eine hochtrabende Geschichte erwarte ich nicht, dafür aber kurzweilige Fantasy-Comedy-Unterhaltung, die vom farbenfrohen Stil gut unterstützt werden. Dass der Serie auch noch ein Schul-Setting aufgedrückt wird, hat mich ebenfalls nicht gestört, da hier zusätzliche Möglichkeiten für Witz, lockere Geschichten und spannende Abenteuer geboten sind. Die nächsten Episoden werde ich mir ansehen und hoffe, dass sich die Serie nicht ins Negative entwickelt. Vorerst bin ich aber zuversichtlich, dass Wise Man’s Grandchild kurzweilig und amüsant werden kann.

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