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Apr 10 2019

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Anime-Simulcast-Frühlingssaison 2019 Teil 1

Neues Quartal, neue Anime-Saison: Vergangene Woche sind die ersten Frühjahrs-Simulcasts angelaufen.

Ein Blick auf die Anime-Frühjahrs-Saison 2019 zeigt, dass im japanischen Fernsehen weitaus weniger Serien platziert sind, als in den vergangenen Seasons. Doch heißt die geringere Masse auch direkt höhere Qualität? Wie üblich, werden ausgewählte deutsche Simulcasts in einer Erster-Blick-Reihe zur neuen Saison vorgestellt. Obwohl noch nicht das gesamte Programm steht und einige Streaminganbieter noch weitere Serien in ihr Porfolio aufnehmen werden, sind vergangene Woche bei Crunchyroll und Wakanim erste Episoden an den Start gegangen.

Zu beachten ist dabei, dass Spezial- und Bonus-Episoden sowie -OVAs, Kurz-Anime mit einer Laufzeit unter zehn Minuten, Filme und Fortsetzungen in den meisten Fällen nicht berücksichtigt werden. Ausnahmen sind möglich.

Den Anfang machen im ersten Teil der Ersten-Blick-Reihe zur Anime-Simulcast-Frühjahrssaison 2019 Crunchyroll mit Amazing Stranger, Hitoribocchi no Marumaruseikatsu und Cinderella Nine sowie Wakanim mit Fruits Basket, We Never Learn und Demon Slayer.

Amazing Stranger (Chou Kadou Girl 1/6: Amazing Stranger)

Studio: Studio A-CAT
Genre: Komödie
Termin: 06. April 2019
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Otaku Haruto Bouida hat kein Interesse an dreidimensionalen, also realen, Frauen. Für ihn zählen nur Anime- und Game-Charaktere. Als er endlich in eine eigene Wohnung zieht, kauft er sich zur Feier die Figur seiner Favoritin Nona aus seinem Lieblingsanime Girls: Planetary Investigation. Bei Nona handelt es sich jedoch nicht um ein einfaches Sammlerstück. Schon bald erwacht die Figur zum Leben. Ihre Erinnerungen sind die Geschichten der Anime-Serie. Damit beginnt das gemeinsame Leben von Haruto und Nona.

Ersteindruck
Die Manga-Adaption Amazing Stranger lässt sich mit einer Laufzeit von zirka zwölf Minuten pro Episode ebenfalls als Kurzanime einstufen. Dennoch ist der Umfang der ersten Episode ausreichend, um einen Eindruck von Haruto und Nona zu bekommen. Wirklich viel ist dafür nicht erforderlich, da gerade Haruto ein stereotypischer Überzeugungs-Otaku ist. Reale Frauen lehnt er ab, nur seine geliebten Charaktere zählen. Besonders natürlich Nona. Wie er an die Figur kommt wird lediglich nur gezeigt. Stattdessen beginnt die erste Episode bereits damit, dass Nona in der fremden Umgebung von Harutos Wohnung aufwacht. Durchaus interessant ist dabei, dass sie fest davon überzeugt ist, der Charakter aus der Anime-Serie Girls: Planetary Investiation zu sein. In diesem Ansatz steckt etwas Potenzial, da Haruto alles daran setzt, um zu verhindern, dass Nona etwas über ihre Anime-Herkunft erfährt. Was es mit wirklich auf sich hat, müssen die noch kommenden Episoden zeigen. Wirklich spannend, witzig oder unterhaltsam ist die erste Episode jedoch nicht. Stattdessen plätschert die Handlung vor sich hin, setzt teilweise auf angedeutete Ecchi-Elemente bezüglich der winzig kleinen Nona und könnte sich im einfachen Alltag verfangen. Negativ muss das nicht sein, aber große Hoffnungen habe ich bezüglich der Serie nicht. Dazu kommt das Charakterdesign von Haruto, dessen schwarze Haare aufgrund des braunen Ponys im ersten Moment wie eine Mütze aussehen und bis zum Schluss befremdlich und im Kontrast unnatürlich wirkten. Gelungen ist hingegen Nonas Gestaltung sowie die anderer Figuren, die im Intro zu sehen sind und im Laufe der Serie auftreten dürften. Noch bin ich nicht sicher, ob ich mir Amazing Stranger weiter anschauen werde. Wirklich schlecht ist die Serie nicht, weshalb Interessierte einen Blick wagen können.

Cinderella Nine (Hachigatsu no Cinderella Nine)

Studio: TMS Entertainment
Genre: Sport
Termin: 07. April 2019
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Neu an der Oberschule möchte Tsubasa Arihara einen Baseballclub für Mädchen gründen. Auf Rat ihrer Kindheitsfreundin Tomoe unternimmt sie etwas Gewagtes, um so Aufmerksamkeit für ihr Vorhaben zu bekommen. Allerdings handelt sie sich damit Ärger mit dem Schülerrat ein. Unterstützung erhalten Tsubasa und Tomoe von ihrer Lehrerin Kakehashi-sensei. Schon bald finden die beiden zwei Schülerinnen, die Interesse zeigen, aber noch unsicher sind. Das sind aber nicht die einzige Probleme, die sich ergeben.

Ersteindruck
Cunderella Nine basiert auf dem Mobile-Game Hachigatsu no Cinderella Nine und erzählt von einigen Oberschülerinnen, die einen Mädchen-Baseballclub gründen. Episode eins präsentiert sich zum Auftakt als leichte, eher fröhliche Unterhaltung mit allerlei typischen Genre-Elementen. Von der Übereifrigen Protagonistin über die etwas gefasstere Kindheitsfreundin und talentierte sowie tollpatschige potenzielle Klub-Mitglieder bis hin zum Schülerrat, der sich dem Vorhaben in den Weg stellt. Für den Anfang liegt der Fokus allerdings stark auf Tsubasa, Tomoe, Yuuki und Akane, die alle dem Hauptensemble der Serie angehören. Auf lockere Weise wird Baseball thematisiert und die vier Mädchen sind bereits nach kurzer Zeit verständlich charakterisiert. Letzteres liegt allerdings an den verwendeten Stereotypen und Klischees, die mir jedoch im Laufe der Episode nicht negativ aufgefallen sind. Mit der leicht-lockeren Stimmung, den fröhlichen Charakteren und der farbenfrohen, manchmal etwas grellen Optik hat mir Cinderella Nine sogar recht gut gefallen. Ein neuer Meilenstein im Genre wird die Serie sicher nicht, sollte der weitere Weg aber nicht zu sehr in Sport-Anime-Standards versinken, bin ich zuversichtlich, dass zumindest seichte Unterhaltung für zwischendurch geboten wird.

Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba (Kimetsu no Yaiba)

Studio: ufotable
Genre: Fantasy, Drama, Abenteuer, Action
Termin: 06. April 2019
Stream bei Wakanim

Worum geht`s?
Tanjirou lebt mit seinen fünf Geschwistern und seiner Mutter in einer einfachen Hütte in den Bergen. Eines Tages bricht der vaterlose Junge durch den verschneiten Wald zur nächstgelegenen Stadt auf. Dort will er Kohle verkaufen, um genügend Lebensmittel für die Familie besorgen zu können. Als er am nächsten Tag zurückgekehrt offenbart sich ihm eine Tragödie, die seinen friedlichen Alltag vollkommen verändert. Seine Familie wurde von einem menschenfressenden Teufel getötet. Nur seine jüngere Schwester Nezuko hat überlebt, verwandelt sich aber bald selbst in einen gewalttätigen Teufel. Um eine Heilung für das Mädchen zu finden, brechen Tanjirou und Nezuko zu einer langen Reise auf.

Ersteindruck
Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba war der erste Simulcast den Wakanim für die Frühjahrs-Saison angekündigt hat. Die Adaption einer Manga-Reihe beginnt in der ersten Episode direkt mit einem Ausblick auf Tanjirous verzweifelten Versuch, seine schwerverletzte Schwester Nezuko in die Stadt zu bringen. Danach wird die Zeit ein wenig zurückgedreht, um die Ausgangslage näher zu beleuchten. Neben Tanjirou und Nezukoa wird auf diese Weise auch der Rest der Familie vorgestellt. Es zeigt sich ein einfaches, aber offenbar friedliches und fröhliches gemeinsames Leben der sechs Kinder mit ihrer Mutter. Schnell ist auch ohne Kenntnisse einer Storyzusammenfassung klar, dass irgendetwas Schreckliches passiert, während Tanjirou unterwegs ist. Trotzdem kann die Tragödie ihre Wirkung ausspielen und die Verzweiflung des Jungen ist jederzeit greif- und nachvollziehbar. Gleichzeitig setzt die Auftaktepisode erste Ansätze für die vorhandenen Kampfeinlagen. Obwohl ein leicht pathetischer Faktor in die Geschichte eingeflochten ist, ist die Handlung spannend erzählt und schnell entwickelt sich ein Interesse an Tanjirous und Nezukos Schicksal. Ein wenig unsicher bin ich lediglich noch aufgrund der Teufel. Hier hängt viel von der künftigen Darstellung ab. Im Gegensatz dazu lassen Optik und Sound- sowie Musikuntermalung keine Zweifel an der Klasse der Serie aufkommen. Flüssige Animationen, schöne Zeichnungen, ein erstklassiger Soundtrack und passende Soundeffekte runden die erste Episode hervorragend ab. Demon Slayer Episode eins hat definitiv meine Neugier an der Serie geweckt und ich bin schon gespannt, wie sich die Serie entwickelt. Genre-Fans sollten sich Demon Slayer näher ansehen.

Fruits Basket

Studio: TMS Entertainment
Genre: Romantische Komödie, Alltag, Fantasy
Termin: 05. April 2019
Stream bei Wakanim

Worum geht’s?
Seit dem Tod ihrer Mutter, lebt Tohru Honda bei ihrem Großvater. Zumindest sollte sie das. Da die Wohnung ihres letzten Familienmitglieds jedoch gerade renoviert wird und sie keine Belastung sein möchte, wohnt die Oberschülerin in einem Zelt. Allerdings gehört das Grundstück, auf dem sie ihre einfache Bleibe aufgeschlagen hat der reichen Familie Soma, zu denen auch ihr Klassenkamerade Yuki gehört. Durch Zufall trifft sie auf ihn und seinen Cousin Shigure, wodurch sich langsam ihr Leben verändert. Dabei erkennt Tohrua, dass die Soma-Familie ein großes Geheimnis hat.

Ersteindruck
Fruits Basket ist bereits die zweite Anime-Adaption der gleichnamigen Manga-Reihe. Der Genre-Mix aus romantischer Komödie, Alltagsdrama und Fantasy hat einige Fans, weshalb die Erwartungshaltung an die Neuumsetzung recht groß waren. Persönlich bin ich bisher nicht mit Fruits Basket in Berührung gekommen, war aber gespannt, was mich erwartet. Zum Auftakt hat mich die Serie gut unterhalten. Tohru ist sympathisch, der Storyaufbau funktioniert und langsam werden die Figuren gekonnt und mit allen notwendigen Informationen vorgestellt. Dadurch ist die Ausgangslage schnell erfasst, während gleichzeitig Tohrus Hintergründe näher beleuchtet werden. Besonders der Blick auf ihre Mutter und die Verbindung zu dieser ist überaus traurig. Andere Szenen hingegen muten fröhlich, lockerleicht oder witzig an. Hier spielt Fruits Basket in der ersten Episode gut mit der Tonalität der Serie und vermittelt dadurch glaubhaft die verschiedenen Gefühlsebenen von Tohru. Dazu gesellen sich Fantasy-Elemente, die das große Geheimnis der Soma-Familie betreffen. Recht schnell ist klar, dass hierbei die chinesischen Tierkreiszeichen eine wichtige Rolle spielen. Um so besser ist, dass sich die Geschichte nicht zu lange mit einer Lösung aufhält und die Lüftung des Geheimnisses als Cliffhanger nutzt. Damit wird zugleich das Interesse erhalten und ein langgezogenes Hin und Her vermieden. Lediglich die Tatsache, dass abseits von Tohru vorwiegend junge, gutaussehende Männer agieren, könnte mit Blick auf den Romantik-Teil den Unterhaltungswert bei zu viel klischeehaften Entwicklungen trüben. Nach der ersten Episode bin ich aber positiv gestimmt. Genre-Fans sollten sich Fruits Basket ansehen.

Hitoribocchi no Marumaruseikatsu (Hitoribocchi no Marumaru Seikatsu)

Studio: Challenge To Challenge
Genre: Komödie, Alltag
Termin: 05. April 2019
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Für Hitori Bocchi ist der erste Tag der Mittelschule das pure Grauen. Sie ist so schüchtern, dass es ihr schwerfällt mit anderen zu reden. Als wäre es nicht genug, dass ihre einzige Freundin auf eine andere Schule geht, hat sie Hitori auch noch verkündet, dass sie den Kontakt bis zum Ende der Mittelschule abbricht, es sei denn Hitori gelingt es sich mit allen Schülern in ihrer Klasse anzufreunden. Allerdings sind das mit ihr neunundzwanzig Jungen und Mädchen. Schon die Vorstellung vor der gesamten Klasse bereitet Hitori Probleme. Kann sie es trotzdem schaffen Freunde zu finden?

Ersteindruck
Hitoribocchi no Marumaruseikatsu fällt ganz klar in die Kategorie leichtgängige, niedliche Alltagskomödie rund um einige Schülerinnen. Im Mittelpunkt steht die extrem schüchterne Hitori Bocchi. In Episode eins wird der schwierige Beginn ihrer Mittelschulzeit erzählt. Dabei bietet die Serie angenehmen Humor, einen sanften Grundton und liebenswerte Figuren. Besonders Hitori habe ich nach kurzer Zeit ins Herz geschlossen und die ganze Zeit mit ihr gebangt und gelitten. Ihre Versuche irgendwie dem Versprechen zu entgehen, die Vorstellung vor der Klasse oder ihre tollpatschige, sehr eigene Art, machen sie überaus sympathisch. Dabei wird schnell klar, dass die Freundesfindung gar nicht so lange auf sich warten lässt. Bereits in der ersten Episode wird eine weitere Hauptfigur näher vorgestellt und abseits des Outros, das in den kommenden Folgen wahrscheinlich als Intro fungiert, sind weitere potenziell wichtige Charaktere schnell zu erkennen. Große Ereignisse sind von Hitoribocchi no Marumaruseikatsu dem Genre entsprechend nicht zu erwarten. Als leichtgängige, fröhliche und kurzweilige Alltagskomödie dürfte die Serie aber mit Sicherheit funktionieren und gut unterhalten können.

We Never Learn (Bokutachi wa Benkyou ga Dekinai)

Studio: Silver, Arvo Animation
Genre: Romantische Komödie
Termin: 06. April 2019 (Wakanim) / 13. April 2019 (Anime on Demand)
Stream bei Wakanim

Worum geht’s?
Nariyuki Yuiga ist im dritten Jahr der Oberschule und setzt alles daran, für eine VIP-Empfehlung ausgewählt zu werden. Da er aus ärmlichen Verhältnissen stammt, ist dieses Stipendium seine einzige Möglichkeit eine Universität zu besuchen. Als letzte Hürde bekommt er vom Direktor seiner Schule die Aufgabe, als Nachhilfelehrer zwei Mitschülerinnen dabei zu helfen, die Aufnahmeprüfungen an ihren Wunschuniversitäten zu bestehen. Rizu Ogata ist ein naturwissenschaftliches Genie, Fumino Furuhashi ein literatisches Ausnahmetalent. Doch beide streben ein Studium im Kompetenzbereich der jeweils anderen an und das obwohl sie außerhalb ihrer Themengebiete keinerlei Talent zeigen.

Ersteindruck
We Never Learn steigt fast direkt mit einer kurzen Vorstellung der drei Hauptfiguren ein. Mittels Erklärung von Nariyuki Yuiga werden zuerst die beiden Genies und anschließend er etwas näher beleuchtet. Dadurch ist schnell das wichtigste Wissen über die Charaktere vermittelt. Genauso zügig bringt die Anime-Adaption der gleichnamigen Manga-Reihe Nachhilfelehrer und seine beiden Schülerinnen zusammen. Dabei kommen ein paar Stereotypen und Klischees zur Anwendung, die jedoch den allgemein eher positiven Eindruck kaum schmälern können. Dafür ist We Never Learn zu locker und leichtgängig erzählt. Dem Romantik-Komödie-Genre entsprechend lassen kleinere Missverständnisse und Peinlichkeiten nicht lange auf sich warten, bleiben aber in einem unerwartet sanften Rahmen. Weitaus wichtiger sind in Episode eins die Figuren, ihre Wünsche und Vorstellungen und das Verständnis der drei füreinander. Damit kann die Serie kurzweilig unterhalten und legt einen ordentlichen Grundstein. Ergänzt wird das Trio durch einen kurzen Blick auf Nariyukis Familie, die das Potenzial für weitere amüsante Momente hat. Angesichts noch einer weiteren Hauptfigur, des bereits funktionierenden und sympathischen Charakterfelds und des leichtgängigen Humors, hat mich We Never Learn Episode eins recht gut unterhalten. Viel hängt davon ab wie sich die Serie entwickelt und ob das Konzept zwölf Folgen interessant bleibt. Vorerst werde ich Nariyuki, Rizu und Fumino aber noch weitere Chancen geben und mir die nächsten Episoden ansehen. Genre-Fans können einen Blick wagen, um abzuschätzen, ob die Romantik-Komödie für sie funktioniert.

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