Rezension: King in a Lab Coat – Band 1 (Manga)

Verrückte Wissenschaflter stellen sich in King in a Lab Coat Band 1 ihrem abgedrehten Alltag, düsterer Mystery und gefährlichen Kreaturen.

Ein Serienmörder hat in Little Apple City bereits mehreren Menschen getötet und ihre Gehirne verschlungen. Als der Killer an die Tür des King Laboratory klopft, ist jedoch nicht er die größte Gefahr. Angeführt vom exzentrischen Sonderling Shiva, stellt sich ein Wissenschaftler verrückter als der andere heraus – und sie alle sind stets bewaffnet. Skalpell, medizinisches Hackbeil und anderen Utensilien tragen sie mit sich. Außerdem sind sie geübt im zerlegen von Leichen. Schließlich sind Obduktionen das liebste Hobby von Shiva, der seinen Angestellten einige Nerven abverlangt. Schon bald ist es der Killer, der am Rande des Wahnsinns wandelt. Lange unterbricht der Killer den Alltag im King Lab jedoch nicht. Dafür liefert er Gründe zu Besorgnis und schon bald müssen sich die Bewohner des Labors mit ähnlichen Problemen befassen.

Verrückte Wissenschaftler

King in a Lab Coat ist die in fünf Bänden abgeschlossene Debüt-Reihe von Mangaka Retsu Ayase. Der Genre-Mix aus Mystery und Comedy rückt den Alltag des exzentrisch-verrückten Wissenschaftlers Shiva King und seiner Mitarbeiter des King Laboratory, kurz King Lab, in den Mittelpunkt. Dabei treffen eine düstere Stimmung auf witzige Situationskomik und abgedrehte Charaktere. In welche Richtung sich King in a Lab Coat entwickelt, lässt Band eins noch nicht erahnen. Stattdessen setzt die Handlung in den vier Kapiteln auf miteinander verknüpfte Alltagsereignisse rund um das Wissenschaftler-Ensemble. Werden zum Auftakt noch die Hauptfiguren und das Setting vorgestellt, spielt Mangaka Retsu Ayase anschließend mit der Sichtweise. So werden die einzelnen Abschnitte aus dem Blickwinkel der Angestellten des King Lab erzählt. Dadurch werden Shiva Kings Mitarbeiter Shinobu, Rajul und Adam greifbarer und ihre Gedanken und Ansichten deutlicher. Dreh- und Angelpunkt ist aber stets Shiva, der die anderen Hauptfiguren mit seiner sonderbaren Art schnell in den Wahnsinn treibt.

Shiva ist auch eines der Highlights von King in a Lab Coat und sorgt regelmäßig für Lacher. Sei es mit seiner Vorliebe für Obduktionen, der Begrüßung mittels Hackbeil-Angriff oder, weil er in jedem Menschen lediglich ein Versuchsobjekt sieht. Dennoch oder gerade deshalb ist der sonderbare Labor-Chef absolut liebenswert. Ähnliches trifft auch auf die anderen Charaktere, die alle ihre Eigenheiten haben, zu. Vize-Chef Rajul ist mürrisch, raucht immer und hat keinerlei Glück bei Frauen. Wissenschaftler Shinobu kümmert sich mehr um den Haushalt als seine Forschungen. Lehrling und Oberschüler Adam hingegen ist fest davon überzeugt, dass in seinem rechten Augen der Teufel wohnt. Das Chunibyo oder Achtklässler-Syndrom lässt grüßen. Ergänzt wird die verrückte Truppe von der gruselig-niedlichen Roboter-Assistentin Trishka mit ihrem witzigen Dialekt und ihrer unbekümmert kindlichen Art.

Es ist der Humor, der King in a Lab Coat trägt. Immer wieder sorgt das Zusammenspiel der Charaktere für witzige Situationen, an denen meist Shiva die Schuld trägt. Schließlich verhält er sich nicht nur seinen Mitarbeitern gegenüber höchst exzentrisch und sonderbar. Die Geschichte an sich dreht sich um sogenannte Humanoide, Mischwesen aus Mensch und Tier, die keine Seele besitzen und auf Gehirne von Menschen aus sind. Obwohl hier spätestens nach dem zweiten Kapitel eine gewisse Vorhersehbarkeit auftritt, sind die kurzweiligen Konfrontationen eine willkommene Ergänzungen. Alleine schon, weil Shiva nicht lange fackelt und die gefährlichen Wesen blitzschnell und geübt ausschaltet. Nicht umsonst hat der Wissenschaftler durch sein Hobby Obduktionen durchzuführen Erfahrung im Auseinandernehmen von Leichen. Trotzdem schwächelt die Geschichte nicht und versteht es jederzeit zu unterhalten. Zu verdanken ist das vorwiegend der guten Mischung aus morbide-düsterer Mystery und großartiger Situationskomik. Dazu gesellt sich die Andeutung eines potenziell interessanten Gegenspielers. Verpackt ist das alles in schicke Zeichnungen, die mit einigen skurrilen Szenarien, schönen, aber abgedrehten Charakterdesigns sowie einem gelungenen Stilmitteln und einem sauberen Bildaufbau überzeugen. Genre-Fans sollten dem King Lab einen Besuch abstatten.

Fazit

King in a Lab Coat Band 1 hat mich mit der Mischung aus verrückten Charakteren, lustigem Humor und düsterer Mystery hervorragend unterhalten. Obwohl die Geschichte mit der Humanoiden-Thematik klassischer ausfällt, als ich erwartet habe, sticht der Manga im Genre hervor. Die abgedrehte Skurrilität ist ein klares Markenzeichen und wird besonders von Protagonist Shiva King vermittelt. Der exzentrische Sonderling ist einfach großartig und erinnert gleichzeitig an Dr. Frankenstein, die Addams Family und den verrückten Hutmacher. Seine Mitarbeiter stehen ihm in Sachen Eigenheiten jedoch kaum nach und so ergeben sich einige abgedreht-witzige Situationen, die von Genre-Standards gut ergänzt werden. Bisher lässt sich jedoch nur schwer einschätzen welche Richtung die Reihe einschlagen wird und ob die leicht episodenhafte Art der zusammenhängenden Kapitel bestehen bleibt. Alleine aufgrund des Humors und der liebenswert-verrückten Charaktere, die ich schnell ins Herz geschlossen habe, möchte ich wissen wie es im King Lab weitergeht. Mystery- und Comedy-Fans sollten unbedingt einen Blick wagen.

Kurzfazit: Abgedreht-witziger Mystery-Comedy-Mix mit verrückten Figuren, die schnell ans Herz wachsen und die etwas vorhersehbaren Standard-Elemente der Geschichte locker ausgleichen.

Vielen Dank an altraverse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von King in a Lab Coat – Band 1!

Details
Titel: King in a Lab Coat – Band 1
Originaltitel: Hakui no Ousama
Genre: Comedy ,Mystery, Slice of Life
Verlag: altraverse
Text/Zeichnungen: Retsu Ayase
Seiten: 184
Preis: 7,00 €
ISBN: 978-3-96358-240-0
Verlagsseite: King in a Lab Coat – Band 1 bei altraverse
Erscheinungsdatum: 14. Februar 2019

© Retsu Ayase / Square Enix / altraverse