Rezension: Aoharu X Machinegun – Vol. 2 (Blu-ray)

Hotaru lernt in Aoharu X Machinegun Volume 2 die harten Seiten des Airsoft-Spiels und die Erzfeinde von Toy Gun Gun kennen.

Anfänglich aufgrund eines Missgeschicks und hoher Schulden dazu gezwungen, hat Hotaru mittlerweile gefallen an Airsoft gefunden. Allerdings gibt sich die Oberschülerin als Junge aus, um weiter bei Team Toy Gun Gun bleiben zu können. Als sie wegen eines Streits von ihren Kameraden ins gegnerische Team gesteckt wird, nimmt sich die Anführerin Hanako ihrer an. Dabei wird sie erneut damit konfrontiert, dass Frauen bei Toy Gun Gun nicht aufgenommen werden. Endlich erfährt Hotaru schließlich den traurigen Grund dafür. Um so mehr möchte sie Masamune Matsuoka und Tooru Yukimura beim kommenden Turnier beistehen. Schließlich hat sich dort jenes schicksalhafte Ereignis zugetragen und eine Begegnung mit dem verantwortlichen Airsoft-Team ist wahrscheinlich. Kann Toy Gun Gun die Vergangenheit endlich hinter sich lassen? Und wird Hotaru ihren Teamkameraden ihre wahre Identität offenbaren können? Noch viel wichtiger: Werden sie wieder gemeinsam Spaß an Airsoft haben?

Hartes Turnier

Aoharu X Machinegun Volume 2 ändert im Laufe der enthaltenen Episoden fünf bis acht recht schnell die Stimmung der Serie und lässt dafür einige der Stärken des ersten Seriendrittels fallen. Zu Beginn steht noch Hotarus Entwicklung und der Streit mit Masamune sowie ihre kurze Zeit im Team von Hanako im Mittelpunkt. Die Auftaktepisode des zweiten Volumes erhält sich die gelungene Mischung aus Airsoft, wachsender Freundschaft, Charakterentwicklung und verbindet diese mittels unterschiedlichen Genres. Comedy trifft auf ein wenig Action und Slice-of-Life-Einlagen. Leider kommt der Alltag etwas kurz und Hotarus Schulzeit wird überhaupt nicht thematisiert. Dafür steht das große Turnier und Ziel von Toy Gun Gun kurz bevor. Etwas überraschend findet das bereits früh in der Serie angedeutete Großereignis schon im zweiten Volume statt.

Darauf liegt letztlich auch die Konzentration von Aoharu X Machinegun Volume 2. Statt Training und Alltag heißt es an dem härtesten Airsoft Turnier teilnehmen. Das drückt schließlich auch die bisher eher leichtgängige Atmosphäre. Selbst in ernsteren Momenten, konnte sich Aoharu X Machinegun immer einen Funken dieser lockeren Grundstimmung erhalten und ist so stets angenehm geblieben. Leider verliert die Serie genau das im Laufe des zweiten Volumes. Stattdessen präsentiert sich eine wahrlich ernste, düstere Atmosphäre, die sogar beklemmende Wirkung hat. Nicht untypisch für Ganbatte-Serien. Zum harten Turnier mag das passen und der Unterhaltungswert leidet nicht darunter, aber in manchen Punkten geht Aoharu X Machinegun einen Schritt zu weit. Gemeint ist damit vorwiegend das Airsoft-Team um Nagamasa Midori, die Erzfeinde von Toy Gun Gun mit denen Masamune und Yukimura eine quälende Erinnerung verbinden. Kaum sieht man Akabane, Fujimoto und insbesondere Midori in Aktion, wird deutlich weshalb. Bieten Akabane und Fujimoto noch gute Airsoft-Duelle, die Action und Witz miteinander vereinen, ist das bei Midori anders. Dessen sadistische Art ist fast schon übertrieben und wirkt selbst für ein Turnier mit harten Regeln ein wenig zu unrealistisch.

Hier verliert sich Aoharu X Machinegun Volume 2 etwas zu stark in der finsteren Darstellung von Midori, der nicht nur hassenswert, sondern auch grausam sein soll. Es gelingt zwar, diesen Eindruck zu wecken, die auflockernden Elemente kommen aber etwas zu kurz und die Serie verliert dadurch ein wenig von ihrer sonst so fröhlichen Leichtigkeit, erhält sich diese glücklicherweise aber bis zu einem gewissen Punkt. Die Wirkung wird allerdings durch die Volume-Aufteilung und die dadurch gesammelte Geballtheit dieses Handlungsstrangs verstärkt. Wichtig ist, dass trotz der Härte und des abgeschwächten Comedy-Faktors, weder Spannung noch Qualität nachlassen. Das liegt auch an der Grundprämisse um Hotaru und ihrem Geheimnis gegenüber ihren Teamkameraden. Erneut wird das Thema aufgegriffen und bleibt ein zentrales Element der Geschichte sowie eine drohende Gefahr für den Zusammenhalt von Toy Gun Gun. Damit kann Aoharu X Machinegune Volume 2 genauso unterhalten wie der Serienauftakt, schlägt aber etwas andere Töne an und verlässt die erwarteten Pfade. Das ist bis zu einem gewissen Punkt sogar positiv, da die Serie auf diese Weise unvorhersehbar ist. Deshalb sollten sich all jene, denen Volume eins gefallen hat, auch Volume zwei nicht entgehen lassen.

Fazit

Aoharu X Machinegun Volume 2 hat mich bei der Grundstimmung etwas überrascht. Beginnt das erste Seriendrittel noch recht typisch, wird die Atmosphäre zusehens düsterer und schließlich etwas beklemmend. Zeitweise wird das noch für flotte Sprüche verwendet, doch spätestens, wenn Midori beim Airsoft in Aktion tritt, geht auch der letzte Leichtigkeits-Faktor verloren. Das ist trotz der gelungenen Darstellung von Midoris sadistischer Art bedauerlich. Besonders, weil die sonst gut inszenierte Airsoft-Action und die spannende Geschichte überzeugen können. Vielleicht klingt das alles nun etwas härter, als es tatsächlich ist, doch ein wenig mehr Auflockerung wäre gerade in der zweiten Hälfte von Volume 2 schön gewesen. Wie das geht, zeigt die Serie etwa in Fujimotos Verhalten, das tatsächlich benötigten Humor miteinbringt. Dass sich Aoharu X Machinegun wieder wandelt und den Alltag sowie eine lockerere Gangart mehr in den Mittelpunkt stellt, ist sicher und gerade deshalb freue ich mich auf Volume 3. Gerne hätte ich direkt nach Episode acht weitergeguckt.

Kurzfazit: Anfangs noch locker, verliert sich Aoharu X Machinegun Volume 2 etwas in der beklemmenden Atmosphäre des Airsoft-Turniers, lässt aber die gute Genre-Mischung zumindest weiterhin erahnen.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aoharu X Machinegun – Vol. 2!

Details
Titel: Aoharu X Machinegun – Vol. 2
Originaltitel: Aoharu x Kikanjuu
Genre: Action, Comedy
Regie: Hideaki Nakano
Studio: Brain’s Base
Produktionsjahr: 2015
Laufzeit: ca. 97 Minuten (Blu-ray), ca. 93 Minuten (DVD)
Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: PV, Trailer, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 28. Februar 2019
Herstellerseite: Aoharu X Machinegun – Vol. 2 bei KSM Anime

© Brain’s Base. / KSM Anime

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