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Mrz 01 2019

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Rezension: Devils‘ Line – Vol. 1 (Blu-ray)

Am 1. März erscheint bei Universum Anime mit Devils‘ Line Volume 1 der Auftakt einer Romantik-Action-Mystery-Serie im Vampir-Setting.

Aufgrund einer seltsamen Mordserie, bei der den weiblichen Opfern jegliches Blut ausgesaugt wurde, wird Studentin Tsukasa von ihrem Kommilitonen und gutem Freund Shouta Akimura nach Hause begleitet. Auf dem Weg begegnen sie dem finsteren Yuuki Anzai, der Akimura sofort konfrontiert. Tsukasa muss erfahren, dass der in sie verliebte Akimura einer von vielen vampir-ähnlichen Dämonen ist. Anzai gehört einer Spezial-Einheit der Polizei an, die dem Blutdurst verfallene Vampire jagt und festnimmt. Von der Situation überfordert, bricht Tsukasa zusammen und Anzai bringt sie nach Hause. Schnell fühlen sich die beiden zueinander hingezogen, doch stehen die sich anbahnenden Gefühle unter keinem guten Licht. Anzai ist selbst ein Halb-Vampir und seine inneren Dämonen könnten jederzeit die Überhand gewinnen. Außerdem bahnt sich im Hintergrund eine geheimnisvolle Bedrohung an, von der Anzai und seine Kollegen bisher nichts wissen.

Romantik über Logik

Basierend auf der dreizehnteiligen, gleichnamigen Debüt-Manga-Reihe von Ryo Hanada, entstand Devils‘ Line beim Studio Platinum Vision unter der Regie von Hideaki Nakano. Die zwölf Episoden umfassende Serie vereint Romantik mit Action-Thriller-Drama und Horror- sowie Mystery-Elementen. Passend zur Vampir-Thematik beginnt Devils‘ Line blutig, konzentriert sich aber recht bald auf die Beziehung von Tsukasa Taira und Yuuki Anzai. Obwohl die beiden Protagonisten nicht unsympathisch sind, bleiben sie etwas blass und können nur teilweise das Interesse wecken. Dafür funktioniert der Aufbau ihrer Bindung zueinander. Nach einem einprägsamen Erlebnis fühlen sie sich, befördert durch Yuukis Vampir-Hälfte, zueinander hingezogen. Statt eine zu schnell entwickelnde Liebe zu zeigen, arbeitet die Geschichte mit einigen Zeitsprüngen. Dennoch wächst die Beziehung von Tsukasa und Yuuki zügig, bleibt dabei aber in einem akzeptablen Rahmen. Weitaus schwerer wiegt, dass die Konzentration lange Zeit zu stark auf der sich anbahnenden Liebe der beiden liegt. Einige Situationen werden sogar nur geschaffen, um die Beziehung der Protagonisten zu beeinflussen. Das muss nicht zwingend negativ sein, wirkt relativ häufig aber zu konstruiert und geht sogar zu Lasten der Logik.

Hier zeigt sich eines der größten Probleme von Devils‘ Line. Einige Ereignisse sind in ihrer Abfolge nur bedingt nachvollziehbar und unlogische Handlungsentscheidungen sorgen für fragwürdige Szenen. Mit kleinen Anpassungen, hätte einiges verhindert und der Geschichte damit ein besserer Verlauf gegeben werden können. Zudem rückt das an sich interessante Setting zeitweise etwas zu stark in den Hintergrund. Die Serie vermittelt ausreichend, was es mit den vampirartigen Dämonen auf sich hat und bietet regelmäßig neue Informationen, hält die Thematik aber abseits von Anzai lange zu klein. Der drohende Blutrausch des Halb-Vampirs spielt zwar immer eine Rolle, dennoch wirkt Devil’s Line gerade in den ersten beiden Episoden etwas oberflächlich. Trotz diverser Versuche gelingt es nur bedingt, ein Gefühl für die Lebenssituation der Dämonen sowie ein Verständnis für die tatsächliche Lage rund um die Vampire aufzubauen.

Das führt sogar zu widersprüchlichen Details. Mal wirkt es so, als seien blutsaugende Dämonen nur ein Mythos, dann aber heißt es, dass Polizei, Behörden Krankenhäuser und andere Einrichtungen entsprechend informiert sind. Auch Arbeitgeber scheinen die wahre Identität ihrer Angestellten zu kennen. So ist im Laufe der ersten vier Episode beispielsweise einem Restaurantbesitzer bekannt, dass einer seiner Mitarbeiter ein Vampir ist. Die Serie geht hierbei jedoch noch weiter und deutet zumindest an, dass auch die Kollegen des Dämonen darüber informiert waren. Ein Widerspruch zur sonst gezeigten Situation, da Vampire in der Gesellschaft offenbar nicht allgemein bekannt sind. Devils‘ Line verschenkt mit solchen Mängeln vorhandenes Potenzial und sorgt für unnötige Verwirrung. Immerhin wiegt das alles nicht so schwer, wenn man sich ein wenig auf die Serie einlässt und die Logikprobleme akzeptiert. Letztlich lohnt es sich sogar, bis zum Ende von Volume eins dabei zu bleiben, da die Geschichte in der zweiten Hälfte der dritten Episode anzieht.

Wachsende Spannung

Aus Spoilergründen soll hier nicht zu viel verraten werden, aber so viel sei gesagt: Eine Bedrohung bringt ein paar Veränderungen für Anzai, Tsukasa und ihre Beziehung mit sich. Zudem wird ein weiterer, zwar etwas klischeehafter, aber interessanter, Charakter eingeführt. Dazu gesellt sich ordentlich inszenierte Action. Weitaus wichtiger ist jedoch ein sich abzeichnender spannender roter Faden, der für die restlichen acht Episoden eine packendere Handlung erhoffen lässt. Das hat auch Einfluss auf die Figuren und besonders Tsukasa könnte, wenn die vorhandenen Ansätze genutzt werden, einen Schritt nach vorne machen. Zum Abschluss des ersten Volumes bietet Devils‘ Line tatsächlich einen Cliffhanger, der spannend genug ist, um das Interesse an der Fortsetzung zu wecken. Sollten die gezeigten Mängel im weiteren Serienverlauf zurückgehen, könnte Devils‘ Line noch deutlich besser werden. Bereits das erste Volume weckt in den stärksten Momenten Erinnerungen an Tokyo Ghoul. Bleibt zu hoffen, dass die Serie das Potenzial zu nutzen weiß.

Optisch fällt Devils‘ Line mit guten Animationen und einem gewöhnungsbedürftigem Stil auf. Gerade das Charakterdesign wirkt zu Beginn in manchen Szenen etwas seltsam, mit der Zeit fügt sich aber alles ordentlich zusammen, ohne jemals vollkommen überzeugen zu können. Ähnliches gilt für die an sich sehr gute deutsche Synchronisation. Besonders Anzais Stimme ist anfangs etwas ungewohnt, passt mit der Zeit aber genauso wie Tsukasas Sprecherin zum jeweiligen Charakter.

Fazit

Das Setting von Devils‘ Line erinnert gerade beim Lesen der Story-Zusammenfassung ein wenig an Tokyo Ghoul. Im ersten Volume zeigen sich aber deutliche Unterschiede. So liegt der Fokus von Devils‘ Line eindeutig auf den Romantik-Elementen und erst im Laufe der Zeit kristallisiert sich eine größere Rahmengeschichte heraus. Genau das ist eine der Schwächen der Romantik-Action-Mystery-Serie. Lange Zeit sind die beiden Protagonisten zu blass und der ordentliche Aufbau ihrer Beziehung lastet auf der nur oberflächlichen Darstellung des Settings. Immerhin kriegt Devils‘ Line im Laufe der vier Episoden die Kurve, baut die Vampir-Thematik stärker aus und verleiht auch den Charakteren mehr Profil. Dadurch wurde mein Interesse mit der Zeit immer mehr geweckt. Die Figuren sind nahbarer geworden und die Handlung hat spürbar angezogen. Gerade die dritte und vierte Episode tragen hier gemeinsam mit dem spannenden Cliffhanger-Ende viel dazu bei. Tatsächlich möchte ich nun wissen wie es weitergeht und was Tsukasa und Yuuki noch erwartet. Weitaus mehr interessiert mich jedoch, was es mit der sich aufbauenden Geschichte auf sich hat. Hier zeigt sich viel Potenzial, das hoffentlich genutzt wird. Bis dahin können Genre-Fans durchaus einen Blick wagen, sollten aber über Logikprobleme und einen schleppenden Anfang hinwegsehen können.

Kurzfazit: Schleppender Serienauftakt, der in der zweiten Hälfte spürbar anzieht und nicht nur den blassen Figuren mehr Profil verleiht, sondern auch eine spannende Geschichte mit Potenzial andeutet.

Vielen Dank an Universum Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Devils‘ Line – Vol. 1!

Details
Titel: Devils‘ Line – Vol. 1
Originaltitel: Devils‘ Line
Genre: Romantik, Action, Mystery, Thriller
Regie: Hideaki Nakano
Studio: Platinumvision
Produktionsjahr: 2018
Laufzeit: ca. 95 Minuten (Blu-ray), ca. 91 Minuten (DVD)
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Textless Opening & Ending
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 01. März 2019
Herstellerseite: Devils‘ Line – Vol. 1 bei Universum Anime

© Ryo Hanada,KODANSHA/Devils‘ Line Production Committee. All Rights Reserved.

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