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Jan 13 2019

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Anime-Simulcast-Wintersaison 2019 Teil 2

Die Anime-Winter-Saison 2019 hat in den vergangenen Tagen weitere Simulcast-Starts bei Amazon Prime Video, Crunchyroll und Wakanim gebracht. Im zweiten Teil der Erster-Blick-Reihe zur ersten Anime-Saison des Jahres geht es um Girly Air Force, Kemurikusa, My Roommate is a Cat und The Promised Neverland.

Girly Air Force

Studio: Satelight
Genre: Action, Science-Fiction
Termin: 10. Januar 2019
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Mit ihren überlegenen Kampfflugzeugen sorgen die mysteriösen Zai für Terror auf der Welt. Um sich ihnen entgegen zu stellen, werden spezielle Jets erschaffen. Gesteuert werden diese von Auto-Piloten, die in Form von Mädchen erscheinen. Bei der Flucht aus Shanghai gerät die Schiffsflotte, der die Fähre von Kei und Minhoa angehört, in einen Angriff der Zai. Erst das Erscheinen eines unbekannten roten Flugzeugs bringt die Wende und rettet den beiden sowie zahlreichen weiteren Flüchtlingen das Leben. Die Begegnung mit der Pilotin des Jets verändert Keis Leben deutlich.

Ersteindruck
Die erste Episode von Girly Air Force liefert lediglich die groben Grundlagen der Geschichte und macht in vielerlei Hinsicht eine genaue Einschätzung schwierig. Statt der namensgebenden Mädchen, die mit ihren Flugzeugen die Zai bekämpfen, steht Kei im Mittelpunkt des Serienauftakts. Lediglich eine der Anima genannten Auto-Pilotinnen ist kurz zu sehen, bleibt dabei aber schwer einzuschätzen. Dafür liefert die Serie ordentlich Informationen über die aktuelle Weltlage und die Verbindung von Kei zu seiner Kindheitsfreundin Minhoa. Dabei wirkt alles irgendwie bekannt. Ein mächtiger Feind bedroht die Welt, der Hauptcharakter ist ein Jüngling, der unbedingt kämpfen will, aber dennoch irgendwie zufällig in den wahren Widerstand gezogen wird, seine Kindheitsfreundin hält nicht viel davon, macht sich Sorgen um ihn und steht ihm näher, als beide zugeben. Dass außerdem Kei zufällig irgendwie Einfluss auf die nicht korrekt funktionierende Anima Gripen hat, ist auch eher stereotypisch. Dennoch ist Girly Air Force nicht zwingend schlecht. Die Action zu Beginn der Episode weiß zu unterhalten und zumindest Teile der Handlung bergen noch interessantes Potenzial, allerdings auch weitere Stolpersteine, die der Serie schaden könnten. Viel hängt davon ab, wie die Flugzeug-Mädchen ausfallen und worauf sich die Geschichte letztlich stützt. Einschätzen lässt sich das bisher nicht, weshalb Girly Air Force nach der Auftakt-Folge eher etwas belanglos wirkt, auch keine sonderlich aussagekräftige erste Episode hat.

Kemurikusa

Studio: Yaoyorozu
Genre: Action, Fantasy, Science-Fiction
Termin: 09. Januar 2019
Stream bei Amazon Prime Video

Worum geht’s?
In den Ruinen einer zerstörten Welt leben die Schwestern Rin, Ritsu und die fünf Rinas. Gemeinsam kämpfen sie gegen dir roten Käfer, die aus dem roten Nebel aufsteigen und sie angreifen. Dabei helfen ihnen ihre besonderen Fähigkeiten, die sie von den Blättern einer mysteriösen Pflanze erhalten. Bei der Suche nach Wasser werden Rin und Rinako, eine der mehreren, identischen Rinas, von roten Käfern angegriffen. Kurze Zeit später trifft die Gruppe auf ein seltsames Wesen, das behauptet ein Mensch zu sein und sich als Wakaba vorstellt.

Ersteindruck
Kemurikusa bietet zu Beginn keine große Erklärungen, sondern konfrontiert direkt mit einer in Ruinen liegenden Welt und der Suche zweier Mädchen nach Wasser. Auch der erste Kampf von Rin gegen einen der roten Käfer lässt nicht lange auf sich warten. So wird ein relativ guter Überblick über die erste Episode geschaffen. Wirkliche Spannung kommt im Laufe von dieser jedoch nicht auf. Nicht einmal die Wendung im Anschluss an den Kampf kann wirklich überraschen, was auch an der Inszenierung liegt. Zumindest ein wenig unerwartet kommen die Ereignisse trotzdem, werden aber relativ schnell aufgelöst. Ansonsten liegt die Konzentration darauf, die Hauptfiguren vorzustellen, ihre Vorsicht angesichts möglicher Angriffer von roten Käfern zu verdeutlichen und den ihnen fremden Wakaba, der sich optisch klar von den Schwestern unterscheidet, einzuführen. Das alles wirkt stets etwas oberflächlich und seicht. Ähnliches gilt für die stereotypen, simpel gestrickten Figuren. Da zudem wirkliche Spannung ausbleibt, gelingt es dem Serienauftakt kaum zu begeistern oder Interesse zu wecken. Wirklich schlecht ist die erste Episode aber nicht, sondern eher einfache Durchschnittskost. Lediglich das Setting könnte noch ein paar, wenn auch genretypische, Reize bieten, die dazu verleiten, Kemurikusa noch eine Chance zu geben.

My Roommate is a Cat (Doukyonin wa Hiza, Tokidoki, Atama no Ue.)

Studio: Zero-G
Genre: Alltag, Slice of Life, Comedy, Romantik
Termin: 09. Januar 2019
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Subaru Mikazuki ist ein erfolgreicher Mystery-Autor allerdings auch Misanthrop, der die Gesellschaft anderer Menschen meidet und von ihnen seine Fantasie unterdrückt fühlt. Da seine Eltern beide bei einem Busunfall gestorben sind, lebt Subaru alleine und widmet sich seinen Büchern. Bei einem Friedhofsbesuch wird er am Grab seiner Eltern von einer Katze angesprungen. Diese bringt ihn auf die lang gesuchte Idee für seine neue Geschichte. Kurzerhand nimmt er den Streuner als Inspirationsquelle mit nach Hause. Durch seine Entscheidung verändert sich jedoch nicht nur das Leben der Katze, sondern auch Subarus.

Ersteindruck
Im Vorfeld der Simulcast-Ankündigung von Crunchyroll war mir die Manga-Adaption My Roommate is a Cat kein wirklicher Begriff. Die Geschichte über einen Autor und seine Katze weckte auch nur bedingt mein Interesse. Um so positiver hat mich die durchaus unterhaltsame und kurzweilige erste Episode überrascht. Subaru funktioniert als Hauptcharakter, hat einige Macken und sticht besonders mit seiner Rolle als misanthropischer Mystery-Autor heraus. Dazu gesellt sich die noch namenlose Katze, aus deren Sicht die zweite Hälfe der Folge erzählt wird. Auf diese Weise werden einige Aktionen des Streuners nachvollziehbarer und das unterschiedliche Verständnis der beiden Protagonisten in einigen Situationen sorgt für angenehm leichten Humor. Wirklich ereignisreich oder dramatisch wird My Roommate is a Cat trotz kleinerer etwas realistischerer Szenen über die Vergangenheit der Katze nicht. Vorwiegend stehen die Anfänge des Zusammenlebens von Subaru und seinem neuen Haustier im Mittelpunkt. Das Konzept funktioniert dabei überraschend gut, lässt aber Zweifel, ob die kurzweilige Serie auch über elf weitere Episoden überzeugen kann. Die Geschichte immer aus beiden Blickwinkeln zu erzählen muss noch fließender werden und darf nicht auf Dauer stur immer eine halbe Folge einnehmen. Außerdem müssen die weiteren Figuren, von denen zwei bereits auftreten, beweisen, dass sie sich gut einfügen. Gelingt es aber den Alltag von Subaru und seiner Katze interessant und witzig zu gestalten, könnte My Roommate is a Cat kurzweilige Comedy-Slice-of-Life-Unterhaltung bieten. Vorerst werde ich mir die Serie weiter anschauen und abwarten, wie sich die kommenden Episoden entwickeln.

The Promised Neverland (Yakusoku no Neverland)

Studio: CloverWorks
Genre: Horror, Mystery, Drama, Abenteuer
Termin: 09. Januar 2019
Stream bei Wakanim

Worum geht’s?
Emma, Norman und Ray leben mit über dreißig anderen Kindern und der Heimleiterin, die sie als Mutter betrachten, in einem Waisenhaus. Dort essen, schlafen und spielen sie zusammen. Sogar individuellen Unterricht, der den Kindern viel abverlangt findet statt. Das weitläufige Gelände ermöglicht ihnen viel. Allerdings ist es ihnen strickt untersagt sich dem Zaun im Wald oder dem Tor, das den einzigen Ausgang von dem von einer Mauer umgebenen Grundstück darstellt, zu nähern. Als wieder eines der Kinder das Waisenhaus verlässt, machen Emma und Norman eine erschreckende Entdeckung.

Ersteindruck
Die Erwartungen an The Promised Neverland waren aufgrund der bereits beliebten Manga-Vorlage groß. Nicht wenige rechnen bei der Horror-Mystery-Drama-Serie mit einem der großen Hits der Winter-Season 2019. Episode eins beweist, dass The Promised Neverland den hohen Erwartungen gerecht werden könnte. Hervorragend animiert wird eine spannende Geschichte mit einem großen, sehr gut vorgestellten und trotz Fokus auf die Hauptfiguren zumindest verständlich ausgearbeiteten Charakterfeld, erzählt. Anfangs fröhlich und liebenswert, wandelt sich die Atmosphäre spürbar und wird immer beklemmender und düsterer bis schließlich das große Geheimnis hinter dem Waisenhaus, das die Grundlage für die noch folgenden Episoden darstellt, gelüftet wird. Jedenfalls die Grundlagen davon, denn die Serie erhält sich genug Rätsel, um auch auf dieser Ebene für Spannung zu sorgen. Gleichzeitig wirken Emma, Norman und Ray, die als klare Protagonisten fungieren, interessant und glaubhaft. Kleinerer Stereotypen stören dabei nicht, da auch diese gut zu den Figuren passen. The Promised Neverland schafft einen der besten Serienstarts der Winter-Season 2019. Sollte das gezeigte Potenzial genutzt werden und die Geschichte spannend und interessant bleiben, könnte die Serie nicht nur eines der großen Highlights der Saison, sondern des Jahres werden.

©2018 夏海公司/KADOKAWA/GAF Project
©ヤオヨロズケムリクサプロジェクト
© KAIU SHIRAI,POSUKA DEMIZU/SHUEISHA,THE PROMISED NEVERLAND COMMITTEE

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