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Jan 11 2019

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Rezension: Girls‘ Last Tour – Vol. 3 (Blu-ray)

Girls‘ Last Tour Volume 3 beschäftigt Chito und Yuuri zum Finale mit Leben, Empathie, Technologie und ihrer Freundschaft.

Auf ihrer Reise durch eine von Menschen verlassene Welt und die Ruinen einer unbewohnten Stadt, stoßen Chito und Yuuri auf zahlreiche Entdeckungen. Darunter eine seltsame Lebensform oder Roboter und Maschinen, die weiterhin unbeirrt ihren Aufgaben und Routinen folgen. Dabei sammeln sie allerlei Erfahrungen und lernen mehr über das Leben, Empathie und Kultur. Auch die Freundschaft der Mädchen zeigt, wie wichtig sie für das Überleben von Chito und Yuuri ist.

Nachdenkliches Finale

Girls‘ Last Tour erhält sich auch in den finalen vier Episoden die vorwiegend sanfte, leichtgängige Stimmung, reichert diese aber immer wieder mit nachdenklich stimmenden Themen und Situationen an. So begegnen Chito und Yuuri auf ihrer Reise einem empathischen Roboter und lernen mehr über das Leben oder fahren mit dem Zug und unterhalten sich über die Art von Bewegung und Zeit. Wirklich tiefgründig werden diese manchmal philosophisch angehauchten Gespräche jedoch nie, was auch mit dem mangelnden Wissen der Protagonistinnen über die Vergangenheit der Menschheit begründet ist. Dennoch fügt sich das alles gut in die angenehm erzählten Geschichten ein. Erneut sind die Folgen in zwei bis drei kleinere Handlungsbögen, die jedoch eng miteinander verbunden sind, unterteilt. Diese leichte Episodenartigkeit passt sehr gut zur Serie und trägt maßgeblich zur Lockerheit bei.

Im Mittelpunkt stehen wie zuvor Chito und Yuuri. Die sympathischen und liebenswerten Mädchen tragen die Geschichten und schaffen es immer wieder aufs Neue, dass man sie ins Herz schließt und gerne auf ihrem Weg durch die zerstörte Welt begleitet. Jedes noch so kleine Erlebnis ist schön erzählt. Allerdings setzt Girls‘ Last Tour im letzten Drittel nicht rein auf sanfte Töne. Zeitweise steigt die Spannung spürbar an. Etwa, wenn sich Chito und Yuuri eher unfreiwillig mit der Zerstörung, die Waffen anrichten können, auseinandersetzen müssen. Doch auch die Vergangenheit der beiden Mädchen und ihre Abreise oder ein Blick auf die Menschheit an sich, bringen beklemmende Gefühle mit sich. Düster wird die Serie dabei aber niemals. Genauso wenig ist Girls‘ Last Tour Volume 3 zu seicht. Viel mehr geht die Slice-of-Life-Endzeit-Mischung den perfekten Mittelweg und kann auf diese Weise die dunkle Vergangenheit der Menschheit mit Kriegen, Umweltverschmutzung und dergleichen ansprechen und bleibt dabei trotzdem sanft und niedlich.

Besonders die letzte Episode zeigt hier, wie gut das funktioniert und lüftet zugleich noch einige Geheimnisse, die sich im Laufe der Serie ergeben haben. Ob die Erklärungen jedem gefallen werden, ist aufgrund ihrer unerwarteten und etwas ungewöhnlichen Art jedoch schwer einzuschätzen. Sicher ist, dass Girls‘ Last Tour eine interessante Möglichkeit gefunden hat, manche Fakten zu liefern, ohne direkt an der Grundprämisse der Serie etwas zu ändern. Bleibt nur zu hoffen, dass eine zweite Staffel folgt oder zumindest die sechsbändige Manga-Vorlage den Weg nach Deutschland findet, um noch etwas mehr an Chitos und Yuuris Reise teilhaben zu können.

Fazit

Girls‘ Last Tour Volume 3 hat mich wie erwartet nicht enttäuscht und mit den letzten vier Episoden sowie dem Ende zufriedengestellt. Die sanfte Grundstimmung bleibt erhalten und gleichzeitig werden ernstere und nachdenklich stimmende Themen angesprochen. All das erlebe ich gemeinsam mit Chito und Yuuri, die ich einmal mehr ins Herz geschlossen haben. Damit bietet Volume drei genau das, was auch die restliche Serie ausgezeichnet hat und schließt diese zugleich hervorragend ab. Ob allerdings die Prämisse am Ende und die Lüftung einiger Geheimnisse jedem gefallen werden, lässt sich schwer einschätzen. Persönlich hat mich der kleine Kniff nicht gestört, da alles gut vorbereitet wurde und schlüssig wirkt. Allzu gerne würde ich Chito und Yuuri noch weiter auf ihrer Reise begleiten und hoffe auf eine zweite Staffel oder zumindest die Veröffentlichung der Manga-Vorlage. Doch auch so kann ich Serien- und Genre-Fans Girls‘ Last Tour wärmstens empfehlen.

Kurzfazit: Girls‘ Last Tour Volume 3 erhält zum Finale die angenehme Erzählweise bei und mischt die sanfte Grundstimmung gekonnt mit nachdenklich stimmenden Themen, während die liebenswerten Hauptfiguren den Slice-of-Life-Endzeit-Mix tragen.

Serienfazit: Der ungewöhnliche Genre-Mix aus Endzeit und Slice of Life erzählt sanft und nachdenklich von der Reise der Mädchen Chito und Yuuri durch eine von Menschen verlassene, in Ruinen liegende Welt. Faszinierend, kurzweilig und angenehm werden die Mädchen in ihrem Alltag begleitet. Dabei bleiben große Bedrohungen und Dramen aus, dafür überzeugt Girls‘ Last Tour mit liebenswerten Hauptfiguren und einer angenehm leichtgängigen Grundstimmung sowie einem liebevollen Charme.

Vielen Dank an Universum Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Girls‘ Last Tour – Vol. 3!

Details
Titel: Girls‘ Last Tour – Vol. 3
Originaltitel: Shoujo Shuumatsu Ryokou
Genre: Abenteuer, Alltag, Drama, Science-Fiction, Endzeit
Regie: Takaharu Ozaki
Studio: White Fox
Produktionsjahr: 2017
Laufzeit: ca. 95 Minuten (Blu-ray), ca. 91 Minuten (DVD)
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Sammelschuber (limitierte Erstauflage)
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 11. Januar 2019
Herstellerseite: Girls‘ Last Tour – Vol. 3 bei Universum Anime

© TSUKUMIZU, SHINCHOSHA, GIRLS LAST TOUR PARTNERS

Lesetipp: Rezension: Girls‘ Last Tour – Vol. 2 (Blu-ray)
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