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Jan 10 2019

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Anime-Simulcast-Wintersaison 2019 Teil 1

Einige Tage nach Jahresbeginn ist auch die Winter-Saison 2019 gestartet und bringt neue Simulcasts auf Anime on Demand, Crunchyroll, Wakanim und Amazon Prime Video. Im ersten Teil der Erster-Blick-Artikel-Reihe stehen Boogiepop and Others, Dororo, Pastel Memories, The Price of Smiles, The Rising of the Shield Hero und Wataten!: an Angel Flew Down to Me im Mittelpunkt.

Boogiepop and Others (Boogiepop wa Warawanai)

Studio: Madhouse
Genre: Horror, Mystery
Termin: 04. Januar 2019
Stream bei Wakanim

Worum geht’s?
An der Shinyo Akademie verschwinden Schülerinnen. Polizei und Fakultät sind überzeugt, dass es sich um jugendliche Ausreißer handelt. Aber ist das wirklich die Wahrheit oder steckt mehr dahinter? Die urbane Legende von Boogiepop macht die runde und bringt die mysteriöse Gestalt in Umhang und mit Hut in Verbindung mit den Vermissten. Steckt tatsächlich dieses Wesen, das Menschen von dem Schmerz, den sie erleiden, erlösen kann hinter den verschwundenen Schülerinnen? Oder verbirgt sich in der Shinyo Akademie eine größere Gefahr?

Ersteindruck
Nach Goblin Slayer! bringt AniMoon Publishing mit Boogiepop and Others einen weiteren Simulcast zu Wakanim. Die Adaption der Light-Novel-Reihe von Kouhei Kadono ist direkt mit zwei Episoden gestartet und das ist gut so, da die Geschichte verworren und nicht direkt zugänglich ist. Dabei erweckt Boogiepop and Others zu Beginn einen anderen Eindruck. Folge eins konzentriert sich auf wenige Figuren, stellt aber direkt einige weitere wichtige Charakter kurz vor, bringt Namen ins Spiel und dient letztlich dazu, Boogiepop zu thematisieren sowie die Ausgangslage der verschwundenen Schülerinnen aufzubauen. Erst Episode zwei liefert ein paar genauere Antworten, beleuchtet Ereignisse der ersten Episode aus anderen Blickwinkeln und setzt dabei auch innerhalb der knapp 24 Minuten auf längere Rückblicke, um zum richtigen Zeitpunkt Erklärungen zu liefern. Trotzdem bleibt die Geschichte rätselhaft, was jedoch gerade nach beiden Episoden für Spannung und Neugier sorgt. Die Figuren sind gelungen, die Handlung interessant und es kommt bereits eine bedrohliche Atmosphäre auf. Obwohl schon vergleichsweise viele Informationen gestreut werden, hatte ich dennoch den Eindruck, noch nicht viel verstanden zu haben. Das liegt auch daran, dass die beiden Episoden mit eigenen Hauptakteuren aufwarten. So spielt etwa Boogiepop in der zweiten Folge keine wirkliche Rolle, während Nagi Kirima erst in dieser wirklich vorgestellt und zentraler behandelt wird. Hier muss sich noch zeigen, worauf sich Boogiepop and Others letztlich stützt, doch mit Boogiepop und Nagi Kirima sowie anderen Figuren wie Toka Miyashita und Kazuko Suema sind bereits einige interessante Charaktere sowie eine spannende Geschichte vorhanden. Auch weil ich noch unsicher bin, was mich nun wirklich bei Boogiepop and Others erwartet, bin ich gespannt wie die Serie weitergeht. Horror-Mystery-Fans sollten definitiv einen Blick wagen.

Dororo

Studio: Tezuka Productions, Mappa
Genre: Abenteuer, Fantasy
Termin: 07. Januar 2019
Stream bei Amazon Prime Video

Worum geht’s?
Um sein von Hungersnöten und Krankheit heimgesuchtes Fürstentum zu retten und seinen Traum nach der Macht in ganz Japan zu erfüllen, geht Kagemitsu Daigo einen Pakt mit den Teufelsgöttern ein. Für die Erfüllung seines Traums, bietet er ihnen alles an, was sie wollen. Bei der Geburt seines Sohnes erfüllt sich schließlich das Schicksal. Der Junge verliert 48 Körperteile, darunter seine Arme, Beine, Augen, Ohren und die Haut. Viele Jahre später zieht ein mit Prothesen und Maske ausgestatteter junger Mann durchs Land und bekämpft Dämonen. Diese Monster sind seine einst geraubten Körperteile.

Ersteindruck
Dororo basiert auf einer bereits 1969 als Anime adaptierten gleichnamigen Manga-Reihe von Osamu Tezuka. Die im feudalen Japan angesiedelte Fantasy-Geschichte hat mich früh in der ersten Episode gepackt. Bereits das Setting hat mir gut gefallen und die Handlung wirkt spannend. Der Serien-Auftakt hat meine Erwartungen weitgehend erfüllen und mein Interesse noch weiter anfachen können. Gut inszenierte Martial-Arts- und Samurai-Action, eine potenziell fesselnde Geschichte, die zum Auftakt noch etwas seicht und langsam ist und interessante Figuren zeichnen die erste Folge aus. Dabei ist es weniger der später als Hyakkimaru bekannte Mann, der seine Körperteile sucht, sondern vielmehr der freche Junge Dororo, der einen Sympathie- und Charme-Faktor in die Serie einbringt. Vorlaut und mit festem Willen kann der diebische Dororo schnell überzeugen. Gemeinsam mit dem noch schweigsamen Hyakkimaru könnte hier ein interessantes Duo entstehen. Zugleich wird das Feudale-Japan-Setting gut mit übernatürlichen Elementen wie den Dämonen und Teufelsgöttern angereichert. Fans des alten Japan sollten sich Dororo definitiv einmal ansehen. Hoffentlich kann die Serie die gezeigte Qualität halten. Vorerst freue ich mich auf die nächste Episode und bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht.

Pastel Memories

Studio: project No.9
Genre: Action, Abenteuer, Science-Fiction
Termin: 07. Januar 2019
Stream bei Anime on Demand

Worum geht’s?
Akihabara, das Technologiezentrum Tokios und Pilgerstätte vieler Otakus, ist in der Zukunft zu einem normalen, langweiligen Buisness-Bezirk geworden. Viele Anime-, Manga- und Games-Fans haben die Erinnerungen an ihre geliebten Hobbies verloren und ein Geschäft nach dem anderen musste schließen. Grund dafür sind Virus genannte geheimnisvolle Kreaturen, die Werke befallen und sie in Vergessenheit geraten lassen. Das Maid-Café „Hasenverschlag“ ermöglicht Kunden nicht nur zu Trinken und Essen, sondern bietet auch eine große Auswahl an Manga und Anime. Von hier aus bekämpfen zwölf Mädchen mit ihren magischen Fähigkeiten die Virus-Kreaturen.

Ersteindruck
Die Videospiel-Adaption Pastel Memories beginnt in der ersten Episode recht gemächlich und mit einer eher leichtgängigen Grundstimmung. Es wird verständlich vermittelt, dass Akihabara nicht mehr die Otaku-Pilgerstätte von einst ist und welche Rolle das Café „Hasenverschlag“ einnimmt. Genauso schnell wird deutlich, dass die Angestellten, alles junge Mädchen, selbst an diversen Objekten hängen. So zeigt sich eine bei einem bestimmten Manga begeistert, während eine andere ein besonders Faible an Softair-Pistolen hat. Eingeführt werden die zwölf Hauptfiguren eher langsam und mit einem Fokus auf dreier Gruppen. Im Mittelpunkt steht dabei Izumi Asagi. Statt aber den Kampf gegen die Virus-Kreaturen aus der Storybeschreibung und die damit zusammenhängende Situation zu thematisieren, begeben sich einige der Angestellten in der ersten Episode auf die Suche nach einer bestimmten Manga-Reihe. Damit soll der Wunsch eines Gastes und mit den Manga eng verbundene Erinnerungen erfüllt werden. Erst gegen Ende wird offensichtlich, dass Pastel Memories keine einfache Alltagsgeschichte erzählt und mit den Viren sowie den magischen Fähigkeiten der Mädchen auch Science-Fiction- und Fantasy-Elemente beinhaltet. Zu sehen gibt es davon aber leider nichts, weshalb noch schwer einzuschätzen, ist welcher Aspekt den Hauptteil der Serie ausmacht. Episode eins präsentiert sich als eher seicht, aber mit einem leichten Charme bezüglich der Otaku-Thematik. Für eine Folge ist das ganz unterhaltsam, ob es aber auf Dauer funktioniert, muss sich noch zeigen. Viel hängt davon ab, wie die Kämpfe gegen die Viren inszeniert sind und wie viel Spannung aufgebaut werden kann. Alleine um zu sehen, was genau die Mädchen bei ihren Auseinandersetzungen erwartet, werde ich mir Episode zwei ansehen.

The Price of Smiles (Egao no Daika)

Studio: Tatsunoko Production
Genre: Alltag, Drama, Science-Fiction
Termin: 04. Januar 2019
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Auf einem entfernten Planeten tritt Prinzessin Yuki an ihrem zwölften Geburtstag endgültig die Nachfolge ihrer verstorbenen Eltern an. Das fröhliche Mädchen möchte allen Bewohnern ihres Landes und des gesamten Planeten ein Lächeln schenken. Begleitet wird sie in ihrem Alltag von ihrem Sandkastenfreund und Beschützer Joshua. Mit dem benachbarten Kaiserreich scheint zudem erneut ein Nichtangriffspakt in Aussicht zu stehen.

Ersteindruck
The Price of Smiles ist eine Originalproduktion vom Studio Tatsunoko Production und bewegt sich in der ersten Episode zwischen den Genres Slice of Life und Science-Fiction angereichert mit etwas Mecha-Action. Die leichtgängige und fröhliche Geschichte wird von Prinzessin Yuki getragen. Das fröhliche Mädchen ist liebenswert und sympathisch, weist aber mit ihrer Naivität und kindlichen Art auch Klischees auf. Allgemein fällt das neben Yuki und ihrem Sandkastenfreund Joshua mit einigen Nebenfiguren, die alle ausreichend vorgestellt werden, Charakterfeld mit Stereotypen auf. Gleichzeitig wirkt The Price of Smiles etwas seicht und abgesehen von kleinen politischen Entscheidungen, Einführungen in Welt und Figuren und kurzer Mecha-Action, wird auch wenig geboten. Trotzdem hat mir die Serie als Zwischendurch-Unterhaltung ganz gut gefallen und gerade das Ende lässt auf eine Wandlung hoffen. Hier zeigt sich Potenzial, das zuvor nur langsam zu erahnen war. Dazu trägt auch bei, dass weitere Figuren, wie die 17-jährige Stella, die ebenfalls als Hauptcharakter fungiert, noch keinen Auftritt hatte und somit noch ein weiterer Blickwinkel auf das Leben auf dem fernen Planeten zu erahnen ist. Es hängt viel davon ab, wie The Price of Smiles die weitere Geschichte aufbaut, die Figuren nutzt und besonders in welche Richtung die Serie sich entwickelt. Soll eine eher leichtgängige Alltags-Science-Fiction- oder eine Militär-Science-Fiction-Handlung erzählt werden? Wahrscheinlich ist eine Mischung aus beidem und ein stets irgendwie vorhandener fröhlicher Unterton. Gelingt das, könnte The Price of Smiles zumindest kurzweilig funktionieren, aber auch schnell in die Durchschnittlichkeit abrutschen. Aber gerade, weil das Potenzial zu mehr vorhanden ist, werde ich die Serie vorerst weiter verfolgen.

The Rising of the Shield Hero (Tate no Yuusha no Nariagari)

Studio: Kinema Citrus
Genre: Fantasy, Abenteuer
Termin: 09. Januar 2019
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Naofumi Iwatani ist Student und lebt ein einfaches Leben als Otaku. Eines Tages findet er zufällig ein seltsames Buch in der Bibliothek und wird kurz darauf in eine andere Welt beschworen. Dort erinnert ihn vieles an die Geschichte, die er noch kurz zuvor gelesen hat. Als einer der vier Legendären Helden, sollen er und die drei anderen beschworenen Helden die Welt retten. Allerdings ist Naofumi lediglich der Held des Schilds, der keinen guten Ruf genießt, da er keine richtige Waffe trägt. Zu allem Überfluss kennt er sich im Gegensatz zu den anderen drei Helden nicht mit der Welt aus. Schließlich wird er auch noch wegen eines angeblichen Verbrechens geächtet, was sein Leben und seine Aufgabe deutlich erschwert.

Ersteindruck
Wieder ein Isekai-Anime? Die Light-Novel-Adaption The Rising of the Shield Hero bringt wie im Genre üblich den Protagonisten in eine Fantasy-Welt. Dort ist Naofumi einer der legendären Helden. Soweit so bekannt beginnt die zirka 47 Minuten lange erste Episode. Allerdings zeichnet sich The Rising of the Shield Hero mit einige Besonderheiten aus. Bereits die Grundprämisse, dass Naofumi als Held des Schildes wenig Ansehen genießt und eher ignoriert wird, bringt ihn in eine ungewöhnliche Situation. Trotzdem läuft die Handlung eine Weile in bekannten Bahnen. Erst mit der Zeit entwickelt sich die Geschichte anders und nimmt eine interessante Wendung, die durchaus hart erscheint und Naofumis Leben in der Fantasy-Welt deutlich erschwert. Hier setzt sich The Rising of the Shield Hero zumindest etwas ab und wählt vorerst einen ernsteren, teilweise düsteren Ton als so manch anderer Genre-Vertreter. Dadurch fällt die zweite Hälfte der Episode bedrückender und atmosphärisch dichter aus als noch der standardmäßige Anfang. Gerade dieser Aspekt könnte hilfreich sein, selbst wenn im Laufe der auf 24 Folgen ausgelegten Serie wieder die sehr wahrscheinlichen fröhlicheren und lustigeren Momente angeschlagen werden. Zudem funktioniert Naofumi als Protagonist und Identifikationsfigur. Andere Sympathieträger gibt es jedoch bisher nicht, was die Stimmung noch weiter drückt, aber gut zum Auftakt passt. Damit hat mich The Rising of the Shield Hero überrascht und meine Neugier geweckt. Gespannt darauf was Naofumi noch erlebt, bin ich sicher, dass ich mir die Serie weiter ansehen werde. Eine klare Empfehlung für Isekai- und Fantasy-Fans.

Wataten!: an Angel Flew Down to Me (Watashi ni Tenshi ga Maiorita!)

Studio: Doga Kobo
Genre: Comedy, Alltag
Termin: 08. Januar 2019
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Miyako ist eine schüchterne Studentin, der es schwer fällt, andere Menschen direkt anzusehen. Meistens verbringt sie ihre Tage zu Hause, fristet ein entspanntes Otaku-Dasein und entwirft Cosplay-Outfits. Als ihre kleine Schwester, die Fünftklässlerin Hinata, ihre Freundin Hana mit nach Hause bringt, ist es um Miyako geschehen. Die Studentin ist hin und weg von der süßen Hana, die an einen Engel erinnert. Fortan versucht sie sich mit dem Mädchen, das ihr gegenüber eher skeptisch ist, anzufreunden.

Ersteindruck
Wataten!: an Angel Flew Down to Me ist etwas schwierig einzuschätzen und das nicht, weil die erste Episode wenige Informationen über die Art der Serie gibt. Die bunte und fröhliche 4-Panel-Gag-Manga-Adaption präsentiert sich zum Auftakt als leichtgängig mit seichtem Humor und grundsätzlich sympathischen, wenn auch eher einfach gestrickten Figuren. Knackpunkt dabei ist jedoch, dass Hauptfigur Miyako schon bei der ersten Begegnung hin und weg ist von Hana, der Freundin ihrer kleinen Schwester. Gerade der hier vorherrschende Altersunterschied zwischen einer Studentin und einer Fünftklässlerin wirft Fragen auf, auf die in Episode eins sogar etwas eingegangen wird. Glücklicherweise steht vorwiegend aber der Versuch von Miyako sich lediglich mit Hana anzufreunden im Mittelpunkt. Dass dabei auch Bestechung mit Süßigkeiten sowie das Kleiden in niedliche Cosplay-Kostüme eine Rolle spielen, wirkt hingegen wieder etwas fragwürdig. Da Wataten aber weitgehend seicht und oberflächlich bleibt, könnte der Comedy-Aspekt im Laufe der Serie stärker im Mittelpunkt stehen und somit ordentliche Alltagsgeschichten rund um Miyako, Hinata, Hana und die weiteren Figuren, von denen eine am Ende der ersten Episode kurz auftritt, erzählen. Entscheidend ist dabei jedoch der Umgang zwischen Miyako mit den jüngeren Mädchen und wie stark die laut Genre-Einordnung vorhandenen Yuri-Elemente ausfallen. Dazu kommt, dass die Auftakt-Folge in ihrer Einfachheit noch viel Luft nach oben gelassen hat und die Serie auch bei Humor und Handlung etwas mehr bieten muss, um über den Status von seichter Durchschnittskost hinaus zu kommen. Zumindest etwas Potenzial ist vorhanden, bleibt nur die Frage, ob es genutzt wird.

@2018 KOUHEI KADONO/KADOKAWA CORPORATION AMW/Boogiepop and Others PARTNERS
どろろ ©手塚プロダクション/ツインエンジン
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©2019 アネコユサギ/KADOKAWA/盾の勇者の製作委員会
©椋木ななつ・一迅社/わたてん製作委員会

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