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Dez 21 2018

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Rezension: Girls‘ Last Tour – Vol. 2 (Blu-ray)

Die Slice of Life und Endzeit-Mischung der Reise von Chito und Yuuri durch eine zerstörte Welt geht in Girls‘ Last Tour Volume 2 weiter.

Die Freundinnen Chito und Yuuri reisen mit ihrem Kettenkrad weiter durch eine zerstörte und von Menschen verlassene Welt. Dabei versuchen sie, in einer großen, unbewohnten Stadt die höheren Ebenen zu erreichen. Auf ihrer immerwährenden Suche nach Essen, Trinken und einem sicheren Schlafplatz, erleben die beiden Mädchen allerlei. Mal erkunden sie alte Wohnungen und stellen sich ein Leben in diesen vor, später haben sie eine Panne und treffen auf Ishii, die versucht ein Flugzeug zu bauen. Auch Erinnerungen und persönliche Ängste spielen für Chito und Yuuri eine große Rolle. Doch sie unterstützen einander und lassen sich auf ihrem Weg nicht entmutigen.

Leichtgängiger Überlebenskampf

Sanft erzählt Girls‘ Last Tour Volume 2 in vier Episoden die Reise von Chito und Yuuri weiter. Die beiden Freundinnen erleben erneut gemeinsam allerlei verschiedene Alltagssituationen. Dabei bleibt die Serie wie schon die ersten vier Folgen eher leichtgängig und verzichtet auf große Dramatik oder Spannung. Viel mehr bleibt Girls‘ Last Tour dem Slice-of-Life-Genre treu und nutzt dafür hervorragend das ungewöhnliche Endzeit-Setting. Dass abseits von Chito und Yuuri kaum Figuren auftauchen, schadet der Geschichte zu keiner Zeit. Im Gegenteil, die Handlung profitiert deutlich von der Konzentration auf die beiden Protagonistinnen und ihre Erlebnisse. Gemeinsam mit den Mädchen taucht man in eine unbekannte und doch vertraute Welt ein, lernt diese Stück für Stück besser kennen und bekommt trotzdem niemals eindeutige Antworten präsentiert. Schließlich kennen Chito und Yuuri vieles nicht und können nur vermuten oder versuchen alte Erfahrungen zu nutzen. So wissen sie etwa nicht, was genau Zucker ist oder lernen im Regen gemeinsam die Schönheit von Musik kennen.

Girls‘ Last Tour schafft dabei wunderschöne, besinnliche, berührende und manchmal auch bedrückende Momente. Die sanfte Grundstimmung unterstützt Geschichte und Figuren hervorragend, ohne dass etwas ernstere, wenn auch untergründige Tönen gänzlich ausbleiben. Gerade hinsichtlich der zerstörten Welt und der weitgehend ausgestorbenen Menschheit, gelingen einige starke Szenen, die zwar nicht ganz so deutlich wie im ersten Volume sind, aber noch immer erkennbar, auf den Untergang und die damit verbundenen Hintergründe verweisen. Krieg selbst wird weniger in Frage gestellt, dafür wird der Tod und die Erinnerung an verstorbene Menschen recht eindeutig thematisiert. Zu bedrückend wird Girls‘ Last Tour allerdings nie und dank Chito und Yuuri erhält sich die Serie immer einen etwas kindlich-naiven oder zumindest unschuldig-sanften Blick auf die Dinge. Schließlich verstehen die Protagonistinnen nicht alles. Hier greifen wieder die Vermutungen, die sie bei ihren Entdeckungen machen und mit denen sie versuchen, sich verschiedene Aspekte der Welt und der Vergangenheit zu erklären.

Die Erzählweise ist erneut kurzweilig. Trotz der weitgehend durchgängigen Geschichte, bleiben Sprünge in der Reise nicht aus. Erneut sind die Episoden in mehrere kleine Handlungsbögen unterteilt, die nicht zwingend direkt aneinander knüpfen müssen, aber trotzdem chronologisch sind. So sind Chito und Yuuri beispielsweise nach einem Szenenwechsel plötzlich an einem ganz anderen Ort. Das ist allerdings nicht immer so, da manche Handlungsbögen auch direkt ineinander greifen. Besonders die Episoden sechs und sieben, die den Mittelteil von Volume 2 darstellen, hängen sowohl für sich als auch gemeinsam etwas stärker zusammen als die restlichen. Trotz oder gerade aufgrund des leicht episodenartigen Erzählstils, bleibt Girls‘ Last Tour immer angenehm und schafft es, die Zeit wie im Flug vergehen zu lassen. Es ist einfach unterhaltsam Chito und Yuuri auf ihrer Reise zu begleiten.

Fazit

Schon das erste Volume von Girls‘ Last Tour hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Fortsetzung im zweiten Volume bleibt der ungewöhnlichen Slice-of-Life-Endzeit-Mischung treu und schafft es genauso wie der Vorgänger eine angenehme und kurzweilige Erzählweise mit einer sanften Grundstimmung und ernsten Themen, die hervorragend zum Setting passen, zu verknüpfen. Maßgeblichen Anteil an der gut funktionierenden Geschichte haben Chito und Yuuri, die die Serie fast alleine tragen müssen. Längst sind mir die beiden Freundinnen ans Herz gewachsen und ich habe sie mit Freude auf ihrer weiteren Reise durch die Ruinen der zerstörten Welt begleitet und mit ihnen allerlei Entdeckungen gemacht. Selbst kurzweilige Handlungsbögen bei denen es nur um einen Traum beim Mittagsschlaf geht, sind bei Girls‘ Last Tour einfach wunderschön. Vielleicht ist die Serie manchem von euch zu seicht, doch wer nicht zwingend brachiale Action, großes Drama oder packende Spannung braucht oder eine etwas andere Slice-of-Life- oder Endzeit-Erfahrung machen möchte, sollte Girls‘ Last Tour definitiv eine Chance geben.

Kurzfazit: Angenehm kurzweilig erzählt Girls‘ Last Tour Volume 2 vom faszinierenden und interessanten Alltag zweier liebenswerter Mädchen in einem ungewöhnlichen Slice-of-Life-Endzeit-Mix.

Vielen Dank an Universum Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Girls‘ Last Tour – Vol. 2!

Details
Titel: Girls‘ Last Tour – Vol. 2
Originaltitel: Shoujo Shuumatsu Ryokou
Genre: Abenteuer, Alltag, Drama, Science-Fiction, Endzeit
Regie: Takaharu Ozaki
Studio: White Fox
Produktionsjahr: 2017
Laufzeit: ca. 95 Minuten (Blu-ray), ca. 91 Minuten (DVD)
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Booklet
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 21. Dezember 2018
Herstellerseite: Girls‘ Last Tour – Vol. 2 bei Universum Anime

© TSUKUMIZU, SHINCHOSHA, GIRLS LAST TOUR PARTNERS

Lesetipp: Rezension: Girls‘ Last Tour – Vol. 1 (Blu-ray)

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