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Dez 05 2018

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Rezension: Aokana: Four Rhythm Across the Blue – Vol. 1 (Blu-ray)

Mit Anti-Gravitationsschuhen tritt eine Gruppe Schüler in Aokana: Four Rhythm Across the Blue Volume 1 in einem Sport in luftigen Höhen an.

Frisch auf das Vier-Insel-Archipel gezogen, macht Asuka Kurashima bereits an ihrem ersten Tag am Kunahama Institut eine besondere Erfahrung. Da hochentwickelte Technologie auf den Inseln normal ist, dürfen die Schüler sogenannte Grav-Shoes einsetzen und mit ihnen fliegen. Für Asuka geht damit ein Traum in Erfüllung. Aber ihr fällt es ausgesprochen schwer, sich richtig in der Luft zu halten. Dennoch ist sie begeistert und entdeckt schon bald Flying Circus für sich. Bei der angesagten Sportart stellen Athleten ihr fliegerisches Können im Wettkampf unter Beweis. Als blutige Anfängerin, zeigt Asuka eisernen Willen und ungebrochenen Sportsgeist. In Misaki Tobisawa, Mashiro Arisaka, Madoka Aoyagi und Shion Aoyagi, findet sie verlässliche Teamkameraden und Freunde. Nur ihr Klassenkameraden und anfänglicher Flugtrainer Masaya Hinata scheint eine Abneigung gegen Flying Circus zu haben.

Schulsportklub trifft Science-Fiction

Die zwölfteilige Visual-Novel-Serien-Umsetzung Aokana: Four Rhythm Across the Blue von Studio Gonzo gehört klar dem Ganbatte- beziehungsweise Wettkampf-Genre an. Wie in den meisten vergleichbaren Anime tritt ein eher heruntergekommener Klub, der vorwiegend aus Neulingen besteht, in Sportwettkämpfen an. Aokana verknüpft dieses Prinzip mit etwas Science-Fiction und verlagert die sportlichen Auseinandersetzungen, dank Anti-Gravitationsschuhen, in luftige Höhen. Ansonsten bleibt die Serie in den ersten sechs Episoden, die auf Volume eins vorliegen, den Grundprinzipen des Genres treu. Eine neue Schülerin entdeckt eine ihr bisher unbekannte Sportart für sich, zeigt bei ihrem ersten Kontakt unerwartetes Talent und schließt sich letztlich dem entsprechenden Klub an. Ein wenig Besonderheit erhält Aokana dadurch, dass der Flying-Circus-Klub des Kunahama Instituts nur aus Shion Aoyagi und seiner Schwester Madoka Aoyagi, die allerdings lediglich die Managerin ist, besteht. Die restlichen drei Mitglieder, schließen sich mehr oder weniger gemeinsam dem Klub an. Ein großer Spoiler ist das nicht, da bereits die Grundstory und das Intro darauf hinweisen.

Außerdem lässt sich Aokana trotz einer teilweise eher langsamen Erzählweise nicht viel Zeit. Bereits am Ende der ersten Episode lernt Asuka Flying Circus kennen und schon kurz darauf gehört sie dem Klub an. Der Handlung kommt das definitiv zu Gute. Statt die Neumitglieder lange zu überreden und ihnen ausführliche Überlegungszeit zu gewähren, handeln sie schnell entschlossen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, die Konzentration früh auf das Training und die Flugkünste der Charaktere zu legen und damit auf die ordentliche Flug-Action. Neben Asuka stehen dabei vor allem Misaki und Mashiro im Mittelpunkt. Ihre Entwicklung macht etwas mehr als die Hälfte des ersten Volumes aus. Parallel werden die eher simpel gestrickten Figuren aufgebaut und mögliche Rivalitäten geschaffen. Obwohl gerade letzteres schon in der ersten Episode begonnen wird, ist der potenzielle Widersacher, die Takafuji-Akademie weit weniger feindlich als in anderen Genre-Vertretern. Vielmehr setzt Aokana darauf, auch zwischen den Klubs Beziehungen aufzubauen und zumindest kleinere Verbindungen zu schaffen. Daraus ergibt sich, dass auf hochtrabende und überdramatisierte Feindseligkeiten verzichtet wird. Das ist wirklich angenehm, da so eine lockere Atmosphäre aufkommt. Wirklich anspruchsvoll wird Aokana allerdings zu keiner Zeit. Viel mehr plätschert die Serie vor sich hin und bietet kurzweilige, aber keine besondere Anime-Unterhaltung.

Übliche Standards

Abgesehen von der zentralen Sportart, zeichnet sich Aokana durch nichts einzigartig aus. Asuka, Misaki, Mashiro, Masaya und die anderen entstammen den üblichen Charakter-Stereotypen, sind aber sympathisch und füllen die Geschichte gut aus. Von der aufgedrehten, tollpatschigen Asuka, über die oft verschlafene, aber aufgeweckte Misaki und die kindliche, auf Misaki fixierte Mashiro bis hin zu Masaya, der selbst einst ein guter Flying-Circus-Spieler war, aber nun nicht mehr antreten möchte, hat man alles irgendwo schon einmal gesehen. Das gilt auch für Kazunari Shindo, der als Präsident des Flying-Circus-Klubs der Takafuji-Akademie am ehesten einem Widersacher entspricht. Besonders für Asuka und Misaki. Bereits sein Äußeres lässt auf diese Rolle schließen. Doch auch hier bleibt Aokana, wie bereits erwähnt, eher seicht und setzt auf bodenständigere Rivalitäten. Einer der Vorteile den die Serie zu manch anderem Genre-Kollegen hat. Wirklich neu ist das aber auch nicht und über durchschnittliche Kost für Zwischendurch kommt Aokana in den ersten sechs Episoden selten hinaus. Da hilft auch das Ende, das mögliche Konflikte andeutet, nicht. Immerhin kann Aokana ausreichend unterhalten, um ein wenig Interesse an der Fortsetzung zu erhalten.

Genauso wie die Geschichte, präsentiert sich die Serie aus der Winter-Saison 2016 optisch im oberen durchschnittlichen Bereichen. Saubere und flüssige Animationen, gut eingebaute Effekte und schnelle Abläufe, die gerade bei Flying-Circus-Wettkämpfen zur Geltung kommen, zeichnen die Serie aus. Beim Charakterdesign wird aber wenig besonders geboten Störend fällt das nicht auf, da die Charaktere individuell genug sind, um innerhalb der Handlung Wiedererkennungswert zu haben. Auf der Sound- und Musik-Seite fällt Aokana ordentlich aus, bietet aber keine Ohrwürmer oder Stücke, die haften bleiben. Die deutschen Synchronisation sticht ebenfalls weder als besonders gut, noch als misslungen heraus und gehört zum guten Standard. Lediglich manche Sprecher wirken anfangs etwas unpassend und einige Dialoge sind nicht perfekt betont. Aufgrund der seichten, kurzweiligen Art von Aokana, schadet das jedoch kaum.

Fazit

Ganbatte-Anime gibt es einige und Aokana: Four Rhythm Across the Blue Volume 1 fügt sich in den üblichen Genre-Standard ein. Lediglich die Sportart Flying Circus mit ihren Science-Fiction-Elementen sticht hervor und hat mein Interesse geweckt. Ansonsten bleibt Aokana eher seichte, kurzweilige Anime-Unterhaltung für zwischendurch. Stereotypen, aber sympathische Figuren, wenig Konflikt oder Drama, dafür aber ordentliche Flugaction und eine eindeutig auf den Sport fokussierte Story ergeben eine durchschnittliche, aber keineswegs misslungene oder schlechte Mischung. Tatsächlich hatte ich sogar meinen Spaß mit der Serie. Große Schritte erwarte ich mir im zweiten Volume nicht, trotzdem bin ich ein wenig neugierig wie es weitergeht. Genre-Fans können einen Blick wagen.

Kurzfazit: Seichte, kurzweilige Sport-Science-Fiction-Serie, die abseits der ungewöhnlichen Sportart auf Genre-Standards setzt, aber trotzdem ordentliche Zwischendurch-Unterhaltung bietet.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aokana: Four Rhythm Across the Blue – Vol. 1!

Details
Titel: Aokana: Four Rhythm Across the Blue – Vol. 1
Originaltitel: Ao No Kanata No Four Rhythm
Genre: Science-Fiction, Ganbatte, Sport
Regie: Fumitoshi Oizaki
Studio: Gonzo K.K.
Produktionsjahr: 2016
Laufzeit: ca. 143 Minuten
Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: Opening und Ending Song, Storyboards von Opening und Ending Animation, Character Designs, Trailer, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 6
Erscheinungstermin: 06. Dezember 2018
Herstellerseite: Aokana: Four Rhythm Across the Blue – Vol. 1 bei KSM Anime

© Gonzo K.K. / KSM Anime

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