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Nov 26 2018

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Rezension: Ghost in the Shell: Stand Alone Complex – The Laughing Man (Blu-ray)

KSM Anime veröffentlicht die OVA Ghost in the Shell Stand Alone Complex – The Laughing Man erstmals auf deutsch.

Die Polizei-Spezialeinheit Sektion 9 rund um Major Motoko Kusanagi und Chief Daisuke Aramaki erhält von einem ehemaligen Kollegen von Togusa Hinweise auf eine mögliche Verschwörung. Diese scheint in Verbindung zum Fall „lachender Mann“, ein Akt schwerer Cyberkriminalität verbunden mit Entführung und Terrorismus, der vor Jahren für Aufsehen gesorgt hat. Neue Spuren kommen ans Licht und plötzlich ist der Lachende Mann zurück und erneut müssen sich die Ermittler mit den nie aufgeklärten Verbrechen befassen. Derweil werden die „Ghosts“, die Cyber-Hirne, unschuldiger Menschen gehackt.

Zusammengefasster Fall

Die 2005 in Japan veröffentlichte OVA Ghost in the Shell Stand Alone Complex – The Laughing Man fasst die Hauptgeschichte der ersten Serien-Staffel Ghost in the Shell: Stand Alone Complex aus dem Jahr 2002 zusammen. Das Alter des etwa 160 Minuten langen Films und des zugrunde liegenden Materials ist bereits auf den ersten Blick zu erkennen. Dennoch überzeugt The Laughing Man mit für damalige Zeit schicken und flüssigen Animationen sowie gut eingebundenen CGI-Elementen. Weitaus wichtiger ist aber die spannende Geschichte. Der Fall „lachender Mann“ beinhaltet alles, was einen guten Cyber-Thriller und Vertreter der Ghost-in-the-Shell-Reihe ausmacht. Komplizierte Computer-Hacks, intelligente Dialoge, Verschwörungen, einen gesellschaftskritischen Blick und packende Action sowie vielschichtige, interessante Charaktere. Damit kann die OVA genauso wie fast alle anderen Anime des Franchise bedenkenlos überzeugen.

Allerdings leidet The Laughing Man auch unter einigen Schwächen. Diese liegen vorwiegend bei der Erzählstruktur, der recht deutlich die Serienherkunft anzumerken ist. Harte Schnitte, plötzliche Szenenwechsel und damit holprige Übergänge werden durch einen teilweise zu ungenauen Handlungs- und Charakteraufbau ergänzt. Das trübt relativ deutlich die Qualität der OVA, da zumindest manchmal spürbar ist, dass irgendetwas fehlt. Zwar leidet darunter nicht das Verständnis der Geschichte und die gesamte Storyline um den lachenden Mann ist gut zusammengefasst, trotzdem bleibt der Eindruck, irgendetwas verpasst zu haben. Weitaus schwerwiegender ist der klare Serienursprung an der Art der Handlung zu bemerken. Scheinbar mehrere Geschichtsebenen folgen schnell und ohne Pause aufeinander. Zusätzlich ist die OVA überaus gestreckt und vollgepackt mit zahlreichen Informationen. An sich ist das nichts Negatives, doch The Laughing Man präsentiert zeitweise zu viele Details auf einmal. Dagegen helfen nicht einmal die häufigen, unvorhersehbaren und spannenden Wendungen, die ebenfalls die Serienherkunft deutlich machen.

Trotz der Mängel, bleibt Ghost in the Shell Stand Alone Complex – The Laughing Man überaus spannend und fesselnd und schafft es, die Kerngeschichte der ersten Serien-Staffel gut zusammenzufassen. Immerhin fügt sich die OVA gut in das Franchise ein und lässt, wie erwähnt, keinerlei Wünsche hinsichtlich eines guten Cyber-Thrillers offen. Umso bedauerlicher sind die Mängel, die mit einfachen Mitteln wie einer Zweiteilung der OVA hätten behoben werden können. Doch vieles davon ist Kritik auf einem relativ hohen Niveau, da der Recap-Film spannende Unterhaltung bietet und eine zumindest gelungene Alternative zu Ghost in the Shell: Stand Alone Complex darstellt. Lobenswert ist zudem, dass bei der deutschen Synchronisation auf die bekannten deutschen Ghost-in-the-Shell-Sprecher gesetzt wurde. Dadurch fügt sich die OVA noch besser in die bereits erhältlichen Vertreter der Reihe ein.

Fazit

Ghost in the Shell Stand Alone Complex – The Laughing Man ist mitunter anstrengend und zieht sich in den zirka 160 Minuten etwas. Trotzdem hat mich die OVA gepackt. Völlig zufrieden bin ich mit der Zusammenfassung des Lachender-Mann-Falls aber nicht. Zu stark erinnert die Erzählstruktur an eine Serie, zu viele Details werden in zu kurzer Zeit aufgeworfen. Zeitweise kann das sogar etwas überfordernd sein. Oft ist hier auch die Herkunft der OVA deutlich zu erkennen. Es wirkt in manchen Szenen so, als würden Zwischenstücke, die mögliche Auflockerung bieten, fehlen. Aber trotz all dieser Kritik auf einem recht hohen Niveau, macht The Laughing Man auch viel richtig. So bietet die Geschichte die bekannten Ghost-in-the-Shell-Themen und baut genau die richtige Cyber-Thriller-Atmosphäre auf. Dazu kommen die vielschichtigen Charaktere und natürlich die grundsätzlich spannende und fesselnde Geschichte sowie die bekannten Sprecher, die sofort für ein Abtauchen in die Welt von Ghost in the Shell sorgen. Dennoch würde ich jedem, der die Wahl hat, eher Ghost in the Shell: Stand Alone Complex empfehlen. Franchise- und Genre-Fans machen aber auch mit The Laughing Man nichts falsch und erhalten einen spannenden Cyber-Thriller.

Kurzfazit: Holprige Schnitte und eine serienlastige Erzählstruktur trüben den positiven Gesamteindruck der spannenden Cyber-Thriller-Story, die von Charakteren, Handlung und Atmosphäre profitiert.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ghost in the Shell: Stand Alone Complex – The Laughing Man!

Details
Titel: Ghost in the Shell: Stand Alone Complex – The Laughing Man
Originaltitel: Kōkaku kidōtai: Stand Alone Complex – The Laughing Man
Genre: Cyber-Thriller, Science-Fiction, Action
Regie: Kenji Kamiyama
Studio: Production I.G.
Produktionsjahr: 2005
Laufzeit: ca. 160 Minuten
Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Japanisch (DTS-HD MA 5.1)
Untertitel: Deutsch
Extras: Making Of, Bonusclips, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 06. Dezember 2018
Herstellerseite: Ghost in the Shell: Stand Alone Complex – The Laughing Man bei KSM Anime

© Production I.G. / KSM Anime

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