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Nov 11 2018

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Rezension: Layla und das Biest, das sterben möchte – Band 1 (Manga)

Layla und das Biest, das sterben möchte Band 1 erzählt eine Fantasy-Action-Drama-Geschichte in einem modern angehauchten Setting.

Von seinem Herren zur Tötungsmaschine ohne Gefühle und Kenntnisse der Welt aufgezogen, bringt der Aaron jedem seiner Ziele den Tod. Trost findet der Therianthrop, halb Mensch, halb Tier, nur in einem Bilderbuch. Dieses verspricht ihm Hoffnung und die Erlösung des Todes in Form eines Engels mit blauen Augen. Ausgerechnet in der 16-jährigen Layla, deren Eltern Aaron gerade getötet hat, glaubt er genau diesen gefunden zu haben. Layla schwört Rache, ist aber auf die Hilfe des Tiermenschen angewiesen und verspricht ihn umzubringen, wenn er sie in die Kunst des Tötens einweist. Allerdings muss Layla feststellen, dass Aaron keinerlei Gefühle kennt und den Wert des Lebens nicht erfassen kann.

Kindliche Bestie

Die vierteilige Manga-Reihe Layla und das Biest, das sterben möchte stellt das Debüt von Zeichner Eziwa Saita, der eine Geschichte von Autor Asato Konami umsetzt, dar. Als Szenario dient eine um die Therianthropen angereicherte moderne Welt. Layla lebt in ärmlichen Verhältnissen in einer verfallenen, von Verbrechen kontrollierten Stadt. Zum Einstieg zeichnet der erste Band eine düstere, harte Gesellschaft, die von Gewalt, Vorurteilen und dem Kampf ums Überleben geprägt wird. Allzu stark arbeitet das Duo hinter dem Manga dies zwar nicht aus, aber als Grundlage für Aarons und Laylas bisheriges Leben, reicht das gezeigte vollkommen aus. Das bisherige Dasein des Tiermenschen ist von Brutalität, Mord und Tod bestimmt. Seine einzige Bestimmung ist es für seinen überspitzt böse und etwas klischeehaften Mafia-Boss-Herren Menschen und Therianthropen zu töten. Gefühle kennt Aaron genauso wenig wie ein anderes Leben außerhalb seines fensterlosen Gefängnisses. Deshalb ist es verständlich, dass er in einem Bilderbuch, in dem der Tod der Hauptfigur die Erlösung bringt, seinen Funken Hoffnung sieht. Zugleich ist Aaron überaus kindlich und versteht etwa nicht, was Trauer ist oder was „lecker“ bedeutet.

Ihm gegenüber steht Layla, die anfangs als starkes, sympathisches Mädchen dargestellt wird. Sogar den unterdrückten und geächteten Therianthropen bringt sie Freundlichkeit entgegen und hilft ihnen. Angesichts des brutalen Mordes an ihren Eltern, auch wenn ihr der Tot ihres gewalttätigen Vaters egal ist, und der anschließend gefahrenvollen, lebensbedrohlichen Lage, ist es verständlich, dass Layla auf Aaron angewiesen ist. Er beschützt sie und will gleichzeitig, dass sie ihn tötet. Natürlich steht dabei der Hass, den Layla dem Therianthropen gegenüber empfindet genauso im Vordergrund wie ihr langsames Mitleid aufgrund seines bisherigen Lebens. Auf ihre eigene Art bleibt Layla trotz ihrer Rolle als hilfebedürftiges Mädchen, was gerade in ihrer Lage sogar auf gewisse Weise logisch ist, stark. Schließlich versucht sie sich zu wehren, den Umständen zu trotzen und gibt auch in der scheinbar aussichtslosen Situation, in der sie sich befindet nicht auf. Schließlich bildet sie einen wichtigen Kontrast zu Aaron, so dass eine klassische Rollenverteilung entsteht. Der Therianthrop als brutaler, unwissender Beschützer und Layla als emotionale Figur. Hier versteckt sich sowohl die Gefahr einer zu sehr auf diese Charakterbilder fixierte Geschichte, gleichzeitig aber auch Potenzial, wenn die Figurenentwicklung im Laufe der kommenden drei Bände weiter voranschreitet. Das die Story zu mehr fähig ist, zeigt besonders das letzte Kapitel, das es schafft, Gefühle zu wecken und damit sogar für einen Kloß im Hals sorgt.

Bei den Zeichnungen dominieren klare Linien und dynamische Bilder, die leider manchmal zu Lasten der Figurendarstellung geht. Mimik und Proportionen sind nicht immer ganz korrekt und schaden einigen dramaturgischen Höhepunkten damit unnötig. Dafür stechen einige Bilder angesichts ihrer Umsetzung und Wirkung um so mehr hervor. Besonders gut getroffene Mimik kann manchmal die Geschichte ohne Worte vorantreiben, wird aber zu selten eingesetzt, was angesichts der recht gut geschriebenen Texte jedoch nicht negativ ist. Insgesamt betrachtet ist das Artwork von Eziwa Saita trotz der Mängel immer noch herausragend, gerade wenn bedacht wird, dass es sich um die Debüt-Reihe des Zeichners handelt. Ob Layla und das Biest, das sterben möchte letztlich mehr als nur ein spannendes Fantasy-Drama mit Action-Anteilen wird und die emotionale Geschichte sich voll entfalten kann, bleibt abzuwarten, das Potenzial ist in jedem Fall vorhanden.

Fazit

Layla und das Biest, das sterben möchte Band 1 ist ein Action-Drama mit Fantasy-Elementen, das eine teilweise emotionale Geschichte, die mir in den stärksten Momenten nahe gegangen ist. Layla und Aaron sind mir sympathisch und ich habe das Duo gerne bei den ersten Schritten ihres Abenteuers begleitet. Dass Layla zumindest zeitweise eine Wandlung vom starken Mädchen hin zur Protagonistin, die beschützt werden muss macht, fällt nur zeitweise ins Gewicht und vollkommen hilflos wirkt sie zu keiner Zeit. Layla bleibt für sich stark und versucht mit der lebensbedrohlichen Situation zurecht zu kommen. Dass sie trotzdem auf Aaron angewiesen ist, ist angesichts ihrer Erfahrungen und der Gefahr, in der sie sich befindet sogar logisch, dürfte aber nicht jedem gefallen. Dennoch bleibt vorerst eine klare Rollenverteilung zwischen Layla und Aaron, die jedoch bereits zum Ende des ersten Bandes langsam aufgebrochen wird. Die guten Grundlagen werden hoffentlich in den Fortsetzungen genutzt. Gerade hinsichtlich der Charaktere, aber auch bei dem Mafia-Action-Setting sowie den emotionalen Teilen der Geschichte ist noch viel Potenzial vorhanden. Manga-Fans, die eine emotionale Fantasy-Geschichte erwarten, können genauso einen Blick wagen wie Action-Fans, die sich an ruhigeren Momenten nicht stören.

Kurzfazit: Brutaler und emotionaler Fantasy-Action-Drama-Mix, der trotz kleinerer Schwächen bei den Zeichnungen mit Geschichte und Charakteren berühren kann und viel Potenzial für die Fortsetzungen zeigt.

Details
Titel: Layla und das Biest, das sterben möchte – Band 1
Originaltitel: Laila to Shinitagari no Kemono
Genre: Fantasy, Abenteuer, Drama, Action
Verlag: Manga Cult
Story: Asato Konami
Zeichnungen: Eziwa Saita
Seiten: 192
Preis: 10,00 €
ISBN: 978-3-964330-80-2
Verlagsseite: Layla und das Biest, das sterben möchte – Band 1 bei Manga Cult
Erscheinungsdatum: 16. Oktober 2018

© Asato Konami / Eziwa Saita / Kadokawa / Manga Cult

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