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Nov 02 2018

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Rezension: Wanna Be the Strongest in the World – Vol. 1 (Blu-ray)

Aus Prinzipientreue und für eine Revanche wird ein Idol in Wanna Be the Strongest in the World Volume 1 zur Profi-Wrestlerin.

Bei einer Publikumsabstimmung wird die hübsche Sakura zum Unmut ihrer schärfsten Rivalin Elena zur neuen Leadsängerin der Idol-Gruppe Sweet Diva gewählt. Kurz darauf sucht die Managerin der Band nach Freiwilligen für eine Promotion-Aktion bei einer Wrestling-Veranstaltung. Sakura willigt sofort ein und auch Elena, die ihrer Konkurrentin in Nichts nachstehen will, meldet sich. Die beiden Idols sollen bei dem Frauen-Wrestling-Team ein Trainingsmatch, das Live übertragen wird, absolvieren. Allerdings kommt es direkt nach deren Ankunft zu einem Streit zwischen Elena und der erfahrenen Wrestlerin Rio Kazama, die von Popsternchen im Ring nichts hält. Schnell fertigt Rio Elena hart ab und spricht abfällig über die Idols. Das will Sakura nicht auf sich sitzen lassen und fordert eine Revanche gegen Rio. Dafür lässt das Idol Sweet Diva vorerst hinter sich und steigt ins Profi-Wrestling ein. Vor ihr liegt ein langer, harter Kampf und ein unbarmherziges Training.

Idol im Ring

Idol trifft auf Wrestling. Die Grundidee von Wanna Be the Strongest in the World ist zwar ungewöhnlich, aber nicht vollkommen neu. Bereits in anderen Ganbatte- und Sport-Anime hat ein Außenseiter auf eher ungewöhnliche Weise zum thematisierten Sport gefunden. Große Musik-Einflüsse sollten trotz der Herkunft von Protagonistin Sakura jedoch nicht erwartet werden. Im Mittelpunkt der ersten sechs Episoden der zwölf Folgen umfassenden Manga-Adaption steht ganz klar das Wrestling. Hier sollte aber nicht mit Showkämpfen gerechnet werden. In Wanna Be the Strongest in the World ist Wrestling echter Kampfsport und die Athletinnen treten mit bekannten Aktionen wie Boston Crab, Sleeper hold oder Suplex gegeneinander an. Davon abgesehen wird die Wrestling-Thematik recht gut umgesetzt. Es gibt typisch aufgebauschte Dialoge, Fanlieblinge und Hassfiguren sowie verschiedenste Arten von Kämpferinnen. Lediglich in Sachen Regeln wirkt die Serie manchmal zu flexibel und wirkt diesbezüglich etwas willkürlich. Der seichten Geschichte schadet das jedoch nicht. Sakura als Protagonistin wird als hilfsbereit, liebenswert, aber auch stolz und entschlossen mit einem eisernen Willen vorgestellt. Deshalb ist es wenig überraschend, dass sich gerade die Leadsängerin von Sweet Diva für die Wrestling-Promotion-Aktion meldet. Auch ihr Entschluss ihre Rivalin und Band-Kollegin Elena sowie die Ehre der Idols in einem Match gegen Rio Kazama zu verteidigen, passt zur eher seichten, mit Stereotypen versehen Persönlichkeit der Protagonistin.

Allerdings fügt sich Sakura damit gut in die Serie ein. Wanna Be the Strongest in the World erzählt eine eher simple Geschichte. Das muss natürlich nicht negativ sein, da der Werdegang eines Idols zu einer Wrestlerin nun nicht unbedingt Tiefgang erwarten lässt und trotzdem unterhaltsam sein kann. Leider wird aber auf auflockernden Humor fast völlig verzichtet und die Serie nimmt sich selbst etwas zu ernst. Sakuras Schmerz in Kämpfen und Training wird hingegen recht zentral behandelt. Bereits bei ihrem ersten Kampf in Episode eins, jenes Duell gegen Rio Kazama, das Sakura wenig überraschend verliert, leidet das Idol. Natürlich will sie trotzdem eine Revanche und unterzieht sich deshalb dem harten Training, um zur Profi-Wrestlerin zu werden. Angesichts ihrer kaum vorhandenen Wrestling-Erfahrungen ist das auch wenig verwunderlich und stellt, genauso wie nachfolgende Szenen, die Härte des Sports dar. Soweit ist das auch in Ordnung, aber in manchen, teilweise gefühlt mehrere Minuten langen Szenen, stützt sich die Serie zu sehr darauf, so dass ein mulmiges Gefühl aufkommt. Für Sakuras Entwicklung und die in ihr aufkommenden Zweifel hinsichtlich ihrer Entscheidung ist das natürlich notwendig, hätte aber auch etwas sanfter und weniger intensiv dargestellt werden können. Immerhin wird der harte Wrestling-Sport und Sakuras Unerfahrenheit in einen interessanten Kontrast zum Erfolg ihrer ehemaligen Idol-Gruppe Sweet Diva gestellt. Gerade hier sind ihre Zweifel und auch ihr trotzdem bestehender Wille weiter zu machen, ordentlich umgesetzt. Glücklicherweise bekommt die Geschichte rechtzeitig die Kurve und fängt nicht nur Sakura auf, sondern gestaltet auch die Kämpfe etwas anders. Wirkliche Tiefe erlangt die Serie aber zu keinem Zeitpunkt, weshalb der ausbleibende Comedy-Faktor immer wieder ins Gewicht fällt. Obwohl Wanna Be the Strongest in the World eher vorhersehbar ist, überrascht Volume 1 zumindest mit einem unerwartet runden Ende, das sogar ein wenig Interesse an der zweiten Serienhälfte wecken kann.

Angesichts der hübschen, gut gebauten, oft vollbusigen und knapp bekleideten Frauen ist es wenig überraschend, dass mit erotischen Einstellungen gespielt wird. Gerade im Ring setzten die Wrestlerinnen gerne auf Aufgabegriffe bei denen verschiedene Aspekte der Körper wie Brüste oder Po schön in Szene gesetzt werden können. Nackte Haut gibt es auch zu sehen, allerdings vorwiegend wenn die Charaktere duschen oder sich umziehen. Auf reißende oder verrutschende Kleidung während der Kämpfe wird glücklicherweise verzichtet. An sich sind die Ecchi-Elemente ordentlich umgesetzt, auch wenn gerade die Einstellungen auf die Körper der Frauen manchmal etwas übertrieben wirken. Auch, weil die Kämpfe an sich häufig zwar zentrales Element, animationstechnisch aber nur ordentlich umgesetzt sind. Hier kann der Eindruck entstehen die Nahaufnahmen und häufigen Aufgabegriffe erleichtern die Wrestling-Action, da nur manchmal schnelle Aktionsabfolgen gezeigt werden müssen. Allgemein wirken die Animationen in den Kämpfen manchmal etwas seltsam, Angriffe und Griffe folgen zügig und in Nahaufnahme nacheinander. Das passt jedoch zum insgesamt ordentlichen, wenn auch nicht schlechten Eindruck Animationen. Die deutsche Synchronisation fällt ebenfalls eher durchschnittlich aus und weist einige unpassend betonte Dialoge auf.

Fazit

Obwohl Wanna Be the Strongest in the World ganz klar eine Sport-Wettkampf-Serie ist, habe ich alleine aufgrund der Idol-wird-zur-Wrestlerin-Thematik mehr Comedy-Elemente erwartet. Die Serie nimmt sich für meinen Geschmack etwas zu ernst. Es ist nachvollziehbar, dass die ersten sechs Episoden Sakuras Werdegang hin zur Wrestlerin in den Mittelpunkt stellen und dabei auch die Härte des Sports thematisiert. Allerdings wirken manche Szenen zu sehr auf den Schmerz der Protagonistin in den Aufgabegriffen ihrer Gegnerinnen fokussiert. Auflockernder Humor hätte hier geholfen, um genau diese Aspekte etwas zu entschärfen. Natürlich wird die Wirkung von Sakuras Training so noch intensiver dargestellt, aber etwas weniger wäre hier trotzdem besser gewesen. Immerhin bekommt die Serie rechtzeitig die Kurve und rückt Sakuras Zweifel sowie ihren Werdegang als Wrestlerin stärker in den Mittelpunkt. Dadurch konnte mich Wanna Be the Strongest in the World Volume 1 zum Ende hin mehr packen, auch wenn die Geschichte hervorsehbar ist. Überrascht hat mich der runde Abschluss von Volume eins. Tatsächlich bin ich sogar ein wenig neugierig wie es mit Sakura in der zweiten Serienhälfte weitergeht.

Kurzfazit: Seichte Sport-Serie rund um Frauen-Wrestling, die sich etwas zu ernst nimmt und den Schmerz der Hauptfigur zu stark thematisiert, aber rechtzeitig die Kurve bekommt und mit leichten Ecchi-Elementen aufwartet.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wanna Be the Strongest in the World – Vol. 1!

Details
Titel: Wanna Be the Strongest in the World – Vol. 1
Originaltitel: Sekai de Ichiban Tsuyoku Naritai!
Genre: Sport, Ganbatte, Ecchi
Regie: Rion Kujo
Studio: Arms Corporation
Produktionsjahr: 2013
Laufzeit: ca. 150 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch (DTS HD 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: 3 Mini-Episoden
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 18. Mai 2018
Herstellerseite: Wanna Be the Strongest in the World – Vol. 1 bei Kazé Anime

© Arms Corporation / Kazé

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