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Okt 31 2018

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Rezension: School-Live! – Vol. 1 (Blu-ray)

Niedliche Oberschülerinnen kämpfen in School-Live! Volume 1 nach der Zombie-Apokalypse ums überleben und sorgen für Yukis normalen Alltag.

Eigentlich ist Yuki eine ganz normale Oberschülerin. Obwohl sie etwas vergesslich ist, keine besonders guten Noten hat und nicht gerne lernt, geht sie gerne in die Schule. Sie mag ihre Klassenkameraden und Lehrer. Fröhlich und quirlig stürzt sie sich jeden Morgen gemeinsam mit Hündchen Taromaru in einen neuen Tag. Aber Yuki sieht die Welt um sich herum nicht so wie sie wirklich ist. Die leeren Klassenräume, Schäden am Schulgebäude oder schlurfende Gestalten auf dem Schulhof fallen ihr nicht auf. Dafür sichern ihre Klubfreundinnen Kurumi, Yuri und Miki nach der Zombie-Apokalypse das tägliche Überleben und kümmern sich um Yuki, die ihre Tage lebenswert macht.

Niedliche Zombie-Apokalypse

Selten ist die Zombie-Apokalypse so niedlich wie in School-Live!. Auf Niedlichkeit getrimmte Moe-Charaktere kämpfen in ihrer Schule gemeinsam um ihre Überleben. Die Besonderheit, die sich bereits in der ersten von vier Episoden auf Volume eins zeigt, ist Yuki Takeya. Das quirlige, stets fröhliche Mädchen bekommt von all den Schrecken um sich herum überhaupt nichts mit. Jeden Morgen erwacht sie voller Elan, trifft sich mit ihren Kameradinnen vom Schulleben-Klub und frühstückt mit ihnen, bevor es zum Unterricht geht. Yuki lebt in ihrer ganz eigenen Welt, während Kurumi, Yuri und Miki sich um Verpflegung, Strom und alle anderen Dinge kümmern. Darunter auch die Zombies, die hinter den errichteten Barrieren gelegentlich das Schulgebäude unsicher machen. School-Live! Volume 1 zeigt eine interessante Mischung aus Comedy, Horror, Mystery und Slice of Life und garniert das Ganze mit Yukis zentraler Verdrängung der Wirklichkeit.

In Episode eins wird sogar lange Zeit verschwiegen, was wirklich geschehen ist. Stattdessen erlebt Yuki ihren ganz normalen Alltag. Sie spricht mit ihren Klassenkameraden, hat Unterricht und jagt gemeinsam mit Miki dem Klubhündchen Taromaru nach. Dadurch werden nicht nur die wichtigsten Figuren – egal ob real oder nicht – vorgestellt, sondern auch die Grundlagen der Geschichte. Vordergründig natürlich Yukis ganz eigene Sicht auf die Welt, die nicht einmal von der Tatsache, dass die Mädchen in der Schule leben, diese nicht wirklich verlassen dürfen und hinter den Barrieren Monster lauern, getrübt wird. Aber auch die Zombie-Apokalypse und welche persönlichen Schicksale diese für die Hauptfiguren mit sich gebracht hat, behandelt School-Live! in den ersten vier der insgesamt zwölf Episoden umfassenden Serie.

Charakter bezogene Vergangenheit

Um ein genaueres Bild der Zombie-Apokalypse und der Figuren zu zeichnen, bedient sich School-Live! einiger Rückblicke, die teilweise den Großteil einzelner Episoden einnehmen oder zumindest in diesen eine zentrale Rolle spielen. So wird nicht nur gezeigt wie alles begann, auch wenn die Gründe wie in vielen Zombie-Geschichten verschwiegen werden, sondern auch weshalb Kurumi so sehr an ihrer Schaufel hängt. Dieser Kniff ist gerade deshalb interessant, weil die Geschichte die fröhliche und lockere Natur von Yuki gekonnt mit dem Horror und der Bedrohung der Zombies verknüpft. Leichtgängiger Grusel geht dabei Hand in Hand mit gelungenem Humor, der zumindest zum Grinsen anregt und den Niedlichkeitsfaktor von School-Live! unterstreicht. Es ist gerade diese Moe-artigkeit, dieses Niedliche, das einen ungewohnten Kontrast zur Zombie-Thematik darstellt. Hier dürften sich dann auch die Geister scheiden. Wer absolut nichts mit auf Niedlichkeit getrimmten Charakteren anfangen kann, ist bei School-Live! falsch. Genauso dürfte die Mischung aus Moe, Comedy und Horror nicht jedem gefallen, da die Atmosphäre häufig von albern über traurig, betrüblich bis hin zu beklemmend wechselt. Das ist zwar vielfältig und passt gut zur Serie, verstärkt aber den Kontrast und lässt damit die unterschiedlichen Elemente, die dennoch gut zusammen passen, noch stärker hervorstechen. Aber gerade deshalb gelingt School-Live! Volume 1 der Spagat zwischen düster-ernst und fröhlich-amüsant so gut. Damit schaffen es die ersten vier Episoden weder zu belanglose Comedy zu sein, noch zu beklemmende Zombie-Apokalypse ohne den Ernst der Lage zu ignorieren. Unterhaltsam fesselt die Serie so an den Fernseher und bietet zugleich ein spannendes, offenes Ende, das gemeinsam mit der leichten Unvorhersehbarkeit das Interesse an der Serie erhält.

Wie bereits erwähnt, richtet School-Live! das optische Augenmerk auf niedliche Moe-Charaktere und damit einhergehend eine helle, fröhliche Farbgebung, die zugleich in einem gekonnten Kontrast zur düsteren, blutigen Verfallenheit der Zombie-Apokalypse und dem grausigen Design der Untoten steht. Alleine hiermit überzeugt School-Live! und kann zusätzlich flüssige Animationen, gute Musikuntermalung und eine gute, meist zu den Figuren passende deutsche Synchronisation bieten. Als Extra wird zudem ein Booklet geboten, das ein wenig an Yukis Klub-Jahrgangsbuch angelehnt ist und neben Infos zu den Charakteren auch Artworks, Konzeptzeichnungen und informative Texte enthält.

Fazit

Zombies und Moe-Charaktere in einem? School-Live! vereint auf interessante Weise zwei gegensätzliche Elemente und knüpft gleichzeitig unterhaltsam einen Genre-Mix aus Horror, Comedy, Mystery und Slice of Life. Die farbenfrohe Niedlichkeit steht in einem klaren Kontrast zur düster-blutigen Zombie-Darstellung, passt aber sehr gut zur Serie. Bereits in der ersten Episode war ich überrascht wie gut die Kombination funktioniert und wie gelungen Comedy und beklemmende Zombie-Apokalypse zusammen gebracht wurden. Sicher, School-Live! dürfte gerade deshalb nicht jedem gefallen. Mal ist die Serie etwas albern, dann wird sie bedrückend ernst und baut kurz darauf auf Niedlichkeit. Aber mir hat gerade dieser Unterschied der verschiedenen Elemente gefallen. Stets ist Abwechslung garantiert und die ersten vier Episoden schaffen es, genau in den richtigen Momenten zwischen ernst, witzig und gruselig zu wechseln. Wirklicher Horror kommt zwar nicht auf, der Atmosphäre kommen diese Elemente aber definitiv zu Gute. Dass sich die Geschichte nicht immer positiv entwickelt und auch etwas härtere Szenen enthalten sind, ohne dass es wirklich jemals zu brutal oder blutig wird, ist auch den Rückblicken zu verdanken. Diese fügen sich gut ein, während Yuki die locker-leichte Seite darstellt und zudem mit ihrer Welt-Verdrängung einen dramatischen Aspekt einbringt. Hier könnte School-Live! noch einiges an Potenzial besitzen, auch wenn ich hoffe, dass die Serie nie zu düster wird und sich den positiv-witzigen Kern erhält. Doch gerade diese Unsicherheit verstärkt mein Interesse an den folgenden acht Episoden, so dass ich bereits gespannt bin wie es mit Yuki, Kurumi, Yuri und Miki weitergeht.

Kurzfazit: Niedlichkeit trifft auf Zombies: School-Live! Volume 1 vereint liebenswerte Moe-Charaktere mit düsterem, teilweise beklemmendem Mystery-Horror und garniert das Ganze mit einer guten Portion gelungenem Humor.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von School-Live! – Vol. 1!

Details
Titel: School-Live! – Vol. 1
Originaltitel: Gakkō Gurashi!
Genre: Comedy, Horror, Drama
Regie: Masaomi Ando
Studio: Lerche
Produktionsjahr: 2015
Laufzeit: ca. 100 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch (DTS HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: 20 seitiges Booklet, Clear Opening, Clear Ending Part 1
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 13. Juli 2018
Herstellerseite: School-Live! – Vol. 1 bei Kazé Anime

© Nitroplus/Norimitsu Kaihou, Sadoru Chiba,Houbunsha/Gakkougurashi Production Committee

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