«

»

Okt 17 2018

Beitrag drucken

Rezension: Aoharu X Machinegun – Vol. 1 (Blu-ray)

Schulden und Geschlechterverwechslung bringen Oberschülerin Hotaru in Aoharu x Machinegun Volume 1 mit dem Airsoft-Spiel in Kontakt.

Hotaru Tachibana hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und sorgt an der Schule dafür, dass Schläger keine Chance haben andere zu terrorisieren. Allerdings ist Hotaru, entgegen ihres Aussehens und der Jungen-Uniform, ein Mädchen mit jungenhafter Erscheinung. Erst seit kurzem lebt sie, nachdem ihre Eltern ins Ausland gezogen sind, alleine und schon häufen sich die Probleme. Bei einer von ihrem Gerechtigkeitssinn und Übermut angeregten Aktion, sorgt ihre leichtsinnige und vorschnelle Handlungsweise dafür, dass Hotaru einen großen Berg Schulden anhäuft. Statt diesen abzubezahlen bietet ihr Masamune Matsuoka, Mitarbeiter in dem Club, dem Hotaru Geld schuldet und zufällig auch ihr Nachbar ist, eine andere Möglichkeit. Hotaru soll in Masamunes Survival-Game-Team Airsoft spielen, um gemeinsam das beste Team Japans zu werden. Dabei ist Hotaru nicht allzu talentiert mit Waffen. Ausgeglichen wird dieser Mangel von ihrem großen Blutdurst. Normalerweise akzeptiert Masamune jedoch keine Mädchen in seinem Team. Zum Glück hat er noch nicht gemerkt, dass Hotaru kein Junge ist. Unproblematisch ist das nicht und Ärger ist vorprogrammiert.

Survival-Game mit Geschlechterverwechslung

Oberschülerin tritt als Junge einem Survival-Game-Airsoft-Team bei, um ihre Schulden los zu werden. Die Story der Manga-Adaption Aoharu x Machinegun klingt im ersten Moment etwas seltsam, stellt sich dann aber schnell als amüsant und kurzweilig heraus. Im Mittelpunkt steht Hotaru Tachibana, die nicht nur eine Jungen-Schuluniform trägt, sondern auch in Sachen Aussehen jungenhaft ist. Ihr filigraner, wenig weiblicher Körper unterstützt, zusammen mit ihrem Kleidungsstil und ihrer Kurzhaarfrisur den Eindruck, Hotaru sei ein Junge. Allzu sehr ruht sich Aoharu x Machinegun in den ersten vier der insgesamt zwölf Episoden aber nicht auf dieser Grundprämisse auf. Zwar wird, vorwiegend durch Hotarus Gedanken, wenn sie wieder einmal als Junge bezeichnet wird, regelmäßig daran erinnert, dass sie eigentlich ein Mädchen ist, eine zu große Rolle wird dem jedoch nicht beigemessen. Viel mehr steht Hotarus Einstieg in die Survival-Game- und Airsoft-Szene sowie ihre wachsende Kameradschaft mit ihren Teamkameraden Masamune Matsuoka und Tooru Yukimura im Vordergrund. Das ist gut so, da auf diese Weise sowohl die große Besonderheit der Geschlechterverwechslung als auch die Survival-Game-Thematik und die Figuren ausführlich behandelt werden.

Rein vom Genre mischt Aoharu x Machinegun Comedy mit Action, Slice-of-Life-Elementen und dem Ganbatte-, also Wettbewerbs-Genre. Wie in anderen Klub- oder Team-Animes haben Masamune und Yukimura, deren Airsoft-Team Toy Gun Gun heißt, ein relativ klares Ziel vor Augen und möchten bei Survival-Game-Events gewinnen. Zu sehr stehen die Matches aber nicht im Vordergrund. Zwar wird das erste Spiel an dem Hotaru teilnimmt ausführlich behandelt, anschließend werden aber auch wieder alltägliche Momente gezeigt und der Fortschritt beim Air Soft spielen zusammengefasst. Das hilft sowohl der Charakterentwicklung als auch der Handlung, die deshalb etwas schneller voranschreiten kann, ohne dabei gehetzt zu wirken. Viel mehr fokussiert sich Aoharu x Machinegun auf das Wichtigste und erzählt gleichzeitig eine unterhaltsame, kurzweilige Geschichte. Teile der Grundstory werden sogar bereits früh fallen gelassen, ohne dass die Serie darunter leidet. Viel mehr profitieren Handlung und Figuren davon und können sich sinnvoll weiterentwickeln. Kleinere Logikschwächen fallen hingegen kaum ins Gewicht, da sie meist dem Unterhaltungswert dienen und für witzige Szenen genutzt werden.

Natürlich kommt eine Serie wie Aoharu x Machinegun nicht ohne große Kontrahenten der Hauptfiguren aus. Diese werden in den ersten vier Episoden bereits eingeführt und mit einem deutlichen Kontrast zu Masamune und Yukimura vorgestellt. Dennoch sind die potenziellen Widersacher gerade deshalb interessant und versprechen noch so manchen Konflikt sowie spannende Airsoft-Duelle. Allzu hochtrabend oder dramatisch wird Aoharu x Machinegun zum Glück aber fast nie. Stattdessen bleibt die Serie eher locker und erhält sich auch bei ernsteren Szenen eine angenehme, nicht zu drückende Atmosphäre. Allgemein ist Aoharu x Machinegun eher eine sanft-seichte Serie, ohne zu leichtgängig oder oberflächlich zu sein. Die Mischung der Genres sorgt sowohl für spannende Action als auch witzige Momente, die zumindest zum Schmunzeln verleiten können. Dazu gesellen sich sympathische Charaktere, die nicht nur einzeln, sondern insbesondere gemeinsam funktionieren. Gerade Yukimura und Hotaru ergeben ein oft herrliches Duo, doch auch Masamune und Hotarus Schulfreundin Kanae können überzeugen. Gemeinsam tragen sie die Serie und unterstützen den positiven Gesamteindruck, der lediglich von der zwar insgesamt guten, aber manchmal etwas schwächelnden deutschen Synchronisation getrübt wird. Dafür können die Animationen im oberen Durchschnitt gemeinsam mit den gelungenen Charakterdesigns überzeugen.

Fazit

Vor Aoharu x Machinegun habe ich bereits zwei Anime-Serien mit Survival-Game-Thematik gesehen, weshalb ich gespannt war, wie die Manga-Adaption sich dieser annimmt. Angenehm finde ich, dass Aoharu x Machinegun trotz einer Oberschülerin als Hauptfigur keinen Survival-Game-Schulklub in den Mittelpunkt der Geschichte stellt. Zwar macht das Team von Masamune und Yukimura kaum einen Unterschied, doch sind Hotarus Kameraden im Gegensatz zu ihr bereits erwachsen und berufstätig. Das ändert einige Herangehensweisen und entfernt die Handlung vom allgemeinen Schulalltag. Obwohl die Story wenig dramatisch oder anspruchsvoll ist, haben mich die ersten vier Episoden schnell gepackt. Aoharu x Machinegun Volume 1 schafft es einen angenehmen Flow zu entwickeln, der mit seiner leichtgängigen Stimmung und dem gelungenen Genre-Mix kurzweilig unterhält. Schnell entsteht so eine fast schon sanfte, aber nicht zu seichte Atmosphäre, die perfekt zu Geschichte und Figuren passt. Außerdem wird die Serie genau an den richtigen Stellen ernster, baut Konflikte und Probleme ein und widmet sich mit der Geschlechterfrage einem nicht nur Potenzial versprechenden, sondern auch zeitgemäßen Thema, das nicht zu sehr in den Vordergrund rückt. Sicherlich ist Aoharu x Machinegun Volume 1 nicht fehlerfrei und kleinere Macken bei der Erzählweise, der zugrundeliegenden Logik oder der Verhaltensweise der Figuren können störend auffallen, trüben aber niemals den Unterhaltungswert. Es ist die leichtgängige, angenehme Art der Serie sowie die sympathischen Figuren, die mein Interesse an den kommenden Episoden geweckt haben.

Kurzfazit: Atmosphärisch leichtgängiger und kurzweilig unterhaltsamer Comedy-Action-Mix mit Survival-Game-Thematik und interessanter Geschlechterverwechslungsthematik.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aoharu X Machinegun – Vol. 1!

Details
Titel: Aoharu X Machinegun – Vol. 1
Originaltitel: Aoharu x Kikanjuu
Genre: Action, Comedy
Regie: Hideaki Nakano
Studio: Brain’s Base
Produktionsjahr: 2015
Laufzeit: ca. 97 Minuten (Blu-ray), ca. 93 Minuten (DVD)
Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: PV, Trailer, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 18. Oktober 2018
Herstellerseite: Aoharu X Machinegun – Vol. 1 bei KSM Anime

© Brain’s Base. / KSM Anime

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.thelostdungeon.de/2018/10/17/rezension-aoharu-x-machinegun-vol-1-blu-ray/