Anime-Simulcast-Herbstsaison 2018 Teil 3

Die Anime-Herbstsaison 2018 hat in der Woche neben zahlreichen Zweitepisoden auch einige Neustarts mit sich gebracht.

Teil drei der Erster-Blick-Artikel-Reihe zur Simulcast-Herbst-Saison beschäftigt sich mit den Neustarts der Serien As Miss Beelzebub likes, Conception, Merc StoriA, My Sister, My Writer und Ulysses: Jeanne d’Arc and the Alchemist Knight.

As Miss Beelzebub likes. (Beelzebub-jou no Oki ni Mesu Mama.)

Studio: Liden Films
Genre: Alltag, Comedy, Fantasy, Romantik
Termin: 11. Oktober 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Mullin hat einen Traumjob bekommen. Allerdings hat er es dort nicht leicht. Seine Vorgesetzte ist Fräulein Beelzebub, die Herrin der Dämonen in der Hölle. Bisher hat Mullin sie als erhabene Exzellenz verehrt, muss aber feststellen, dass Beelzebub ganz anders ist als erwartet. Das blonde, niedliche Mädchen steht auf alles was flauschig ist, schläft gerne nackt, ist unbedarft und hat meist wenig Lust auf ihre Arbeit, die sie trotzdem effizient erfüllt. Als ihr Assistent muss sich Mullin damit herumschlagen, dass Beelzebub statt ihrer Aufgaben eher die Flauschigkeit im Kopf hat. Bei einer Inspektion in der Stadt haut sie dann auch noch ab.

Ersteindruck
Basierend auf einer 4-Panel-Manga-Reihe adaptiert Liden Films As Miss Beelzebub likes als Anime-Serie. Die bei Crunchyroll im Simulcast laufende Serie rückt Beelzebub in ein völlig neues Licht. Episode eins zeigt eine niedliche, blonde Dämonin, um die alles strahlt und die in alles Flauschige vernarrt ist. An ihrer Seite agiert ihr leicht tsunderehafter und an ihrer Arbeitsunwilligkeit verzeifelnder Assistent Mullin. Die 4-Panel-Herkunft ist As Miss Beelzebub likes recht deutlich anzumerken. Zwei Geschichten, die aus mehreren kleineren Szenerien bestehen, erzählen vom Alltag von Beelzebub und Mullin. Dabei passieren keine großartigen Sachen. Vorwiegend geht es darum wie Mullin versucht mit seiner Arbeitgeberin und ihren Eigenheiten zurecht zu kommen. Anspruchsvoll oder spannend ist das zwar nicht, dafür haben mich die sanfte Stimmung und die allgegenwärtige Niedlichkeit kurzweilig unterhalten. Besonders von Beelzebub und Mullin hängt viel ab, da sich die Serie trotz weiterer Figuren in der ersten Episode fast ausschließlich auf sie und ihre Beziehung zueinander konzentriert. Das Duo ist durchaus gelungen und für ein paar kleinere Schmunzler gut, zeigt aber auch Entwicklungs-Potenzial. Sowohl komödiantisch als auch romantisch. Noch lässt sich aber schwer einschätzen, ob As Miss Beelzebub likes mehr zu bieten hat als kleine, aber feine Alltags-Geschichten und wie sich die weiteren Charaktere noch einfügen. Für simple, angenehme und fröhliche Unterhaltung für Zwischendurch, werde ich mir die Serie aber merken.

Conception (Conception: Ore no Kodomo o Unde Kure!)

Studio: Gonzo K.K.
Genre: Action, Fantasy, Harem, Romanze
Termin: 10. Oktober 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Als Itsukis Cousine und Kindheitsfreundin Mahiru ihm offenbart, dass sie anscheinend schwanger ist, hat er keine Gelegenheit es zu verarbeiten. Die beiden Oberschüler werden durch ein Portal am Himmel in eine andere Welt gezogen. In dieser parallelen Dimension namens Granvania erfahren Itsuki und Mahiru, dass sie als auserwählte Sternenkinder die Welt retten sollen. Um die Monster in einem Dungeon zu besiegen und zu exorzieren, muss Itsuki mit zwölf Frauen Sternenkinder erschaffen. Jede der Frauen trägt ein Sternzeichensymbol an ihrem Körper.

Ersteindruck
Obwohl die Videospiel-Vorlage von Spike Chunsoft nicht als Eroge also Erotik-Spiel gilt, wecken Geschichte und Episode eins von Conception einen anderen Eindruck. Beginnt die Serie noch wie ein typischer Harems-Isekai-Titel, werden relativ schnell erste Anzüglichkeiten und eindeutig sexuelle Bemerkungen in die Gespräche eingearbeitet. Die Schwangerschaft von Mahiru, deren Hintergründe sehr schnell aufgelöst werden, spielt schon am Ende der ersten Episode keine Rolle mehr. Grundsätzlich hätte genau dieser Aspekt einen interessanten Handlungsteil ausmachen können. Genauso hätte die Weltrettungsthematik inklusive der zwölf Sternzeichenfrauen durchaus Potenzial für einen ordentlichen Genre-Vertreter. Aber Conception verliert sich in den erotischen Elementen. Dabei bleibt es nicht nur bei sexuell anzüglichen Dialogen, sondern wird auch etwas expliziert, ohne dass eindeutige Nacktheit gezeigt wird. Die Inszenierung und Storyentwicklung geht aber klar in eine Richtung, die Zweifel an der Geschichte wecken. Letztlich wirkt die Isekai-Harems-Handlung lediglich als Hintergrundbindeglied für die Verbindung von Itsuki mit zwölf hübschen Frauen. Da bisher auf Nacktheit verzichtet wird, fällt Conception noch nicht direkt in die Erotik-Kategorie, es ist aber anzuzweifeln, dass die Serie noch die Kurve hin zu einer ordentlichen Geschichte findet. Das Potenzial, das ich zu Beginn der ersten Episode gesehen habe, ist am Ende fast gänzlich verschwunden.

Merc StoriA (Merc Storia: Mukiryoku Shounen to Bin no Naka no Shoujo)

Studio: Encourage Films
Genre: Abenteuer, Fantasy
Termin: 11. Oktober 2018
Stream bei Anime on Demand

Worum geht’s?
In einer Welt in der Monster existieren, leben die Menschen friedlich mit diesen zusammen. Die verschiedensten Arten an Monstern sind Haustiere, Helfer, Arbeiter und vielerlei mehr. Möglich ist das aufgrund der Heilkraft einiger Menschen, die damit die Herzen der Monster heilen können. Auch Yu verfügt über diese Fähigkeit, hat aber ein Problem: Er hat Angst vor Monstern. Außerdem hat seine Freundin Merc, ein feenartiges Wesen, das in einer Flasche gefangen ist und mit dieser am Ende ihres Körpers umher fliegt, ihr Gedächnist verloren. Um ihrer Vergangenheit auf die Spur zu kommen, wollen Yu und Merc zu einer Reise aufbrechen. Das stellt sich aber aufgrund Yus Ängsten und anderer Hindernisse als nicht so leicht heraus.

Ersteindruck
Merc StoriA basiert auf dem gleichnamigen Free-to-Play Mobile-Spiel von Happy Elements. Die erste Episode beginnt mit Yu als Kind, der von seinem Vater eben jene Flasche in der sich Merc befindet, geschenkt bekommt. Erst nachdem sein Vater nach einer langen Reise nicht zurückkehrt, findet Yu heraus, was es mit der Flasche auf sich hat. Anschließend führt die erste Episode durch ein recht schnelles Abenteuer, das die beiden Hauptfiguren, die Welt und ein Monster, das Merc Reiskuchen nennt, vorstellt. Obwohl nur wenig Weitreichendes geschieht, ist der Serienauftakt eine gute Einführung, die ein grobes Verständnis über die Richtung vermittelt. Wie bereits der kindlich-bunte Look vermuten lässt, ist Merc StoriA eine eher fröhliche und locker-leichte Serie, die sanfte Fantasy-Töne mit ein wenig seichter Comedy vereint. Yus Angst vor Monstern und Mercs Vergangenheit bergen jedoch genügend Möglichkeiten und Geheimnisse, um ein wenig Neugier zu wecken. Grundsätzlich sind die Figuren auch gelungen, wandeln aber zwischen relativ sympathisch oder liebenswert bis zu leicht nervig. Gerade Merc könnte mit ihrer aufgedrehten Art schnell anstrengend werden. Vorerst aber überwiegt ihre niedliche Darstellung, die auch beim Monster Reiskuchen greift. Mehr als eine leichtgängige Fantasy-Geschichte erwarte ich von Merc StoriA nicht. Gut für Zwischendurch, viel mehr aber wahrscheinlich nicht.

My Sister, My Writer (Ore ga Suki na no wa Imouto dakedo Imouto ja Nai)

Studio: Magia Doraglier, NAZ
Genre: Romantik-Komödie, Alltag
Termin: 10. Oktober 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Die Geschwister Yuu und Suzuka sind grundverschieden. Suzuka besucht eine bekannte Mädchenschule, ist erfolgreich, sportlich und die beliebte Schulsprecherin. Yuu hingegen liest zahlreiche Light Novels und reicht eigene Manuskripte bei Wettbewerben ein, um seinen großen Traum selbst Autor zu werden zu erfüllen. Erfolgreich ist er damit allerdings nicht. Bereits in den Vorrunden scheitert er mit seinen Geschichten. Da Suzuka kein Verständnis für Light Novels und Otaku-Themen hat, ist Yuu um so überraschter, als sie ihm beichtet, dass der hochgelobte Sieger-Roman von seiner Schwester stammt. Da sie aber nicht als Autorin auftreten kann, soll Yuu ihren Platz einnehmen.

Ersteindruck
Bereits die Storybeschreibung lässt erahnen, dass My Sister, My Writer vor der Kulisse der Light-Novel-Szene eine recht typische Bruder-Schwester-Geschichte mit Comedy- und Romantik-Elementen erzählt. Genauso präsentiert sich die Serie in der ersten Episode auch. Suzuka ist eine recht klare Tsundere, die ihren lascher auftretenden Bruder häufig zurechtweist. In gefühlvolleren Situationen, wird sie schnell abweisend und lehnt offensichtlich erkennbare Dinge ab oder leugnet ihre eigentlichen Gedanken. Gleichzeitig ist Yuu ein typischer Verlierer-Charakter, der weder in der Schule noch bei seinem Wunsch Light-Novel-Autor zu werden erfolgreich ist. Grundsätzlich stören diese stereotypischen Anleihen nicht, da Yuu und Suzuka funktionieren und sogar interessant und sympathisch sein können. Leider kommt die Comedy noch etwas zu kurz und kleinere eingebaute erotische Szenen wirken, auch aufgrund der Zensierung, überflüssig. Auch standardmäßige Harems-Elemente werden bereits angedeutet. So ist die für Yuu und Suzuka zuständige Redakteurin etwa eine vollbusige Schönheit, die selbst erstmals einen Autoren betreut. Allgemein werden neben Suzuka bereits vier weitere weibliche Figuren grob vorgestellt. Das kann sowohl positiv als auch negativ genutzt werden. Trotzdem hat mir die erste Episode ganz gut gefallen. Die Grundlagen wurden gelegt und gegen Ende wird die erste Folge besser. Es hängt aber viel davon ab, wie sich Geschichte, Figuren und Beziehungen entwickeln, ob My Sister, My Writer mich auch über die gesamte Staffel überzeugen kann. Vorerst habe ich diesbezüglich noch gemischte Gefühle und bin skeptisch, ob das durchaus vorhandene Potenzial, das in Episode eins noch etwas zu kurz kommt, gut genutzt wird.

Ulysses: Jeanne d’Arc and the Alchemist Knight (Ulysses: Jeanne d’Arc to Renkin no Kishi)

Studio: Axsiz
Genre: Action, Historie, Fantasy, Drama, Romantik
Termin: 07. Oktober 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Seit fast einem Jahrhundert befinden sich England und Frankreich in einem endlos erscheinenden Krieg. Der junge Kadett Montmorency hat sich in den Kopf gesetzt, die Kunst der ketzerischen Alchemie zu erlernen, um das Blutvergießen zu beenden. Allerdings kann er die Grimoires, die er von einem alten Buchhändler, der offensichtlich ein Alchemist ist, nicht entziffern. Seine Freunde, die adeligen Kadettinnen Richemont, Charlotte und Philippe halten zwar zu ihm, überzeugen kann er sie nicht. Eine harte Entwicklung im Krieg verändert für Montmorency alles und er wagt einen riskanten Versuch, der unerwartete Folgen hat.

Ersteindruck
Ulysses: Jeanne d’Arc and the Alchemist Knight konzentriert sich in der ersten Episode überraschend auf einen recht langen Prolog der eigentlichen Geschichte. Statt die Kindheit von Montmorency und damit die Zeit mit seinen Freundinnen schnell abzuhandeln, wird ausführlich das Leben der vier Kadetten gezeigt. Zwar bleiben größere Unterrichtsszenen oder der normale Alltag außenvor, trotzdem wird die Beziehung von Montmorency, Richemont, Charlotte und Philippe zueinander sehr deutlich und verständlich dargestellt. Gleichzeitig werden mögliche Konflikte oder künftige Verbindungen für die Zukunft, auch mit weiteren Charakteren, geschaffen. Im Fokus aber steht Montmorency und sein Wunsch Alchemist zu werden. Sein Versuch das zu erreichen, sorgt nicht nur für eben jene wichtigen Momente der vierer Gruppe, sondern auch für die erste Action innerhalb der Historie-Fantasy-Serie. Obwohl einige Stereotypen und Klischees erkennbar sind, wecken die vier zentralen Figuren der ersten Episode schnell Sympathien. Dadurch funktioniert die entscheidende, wenn auch vorhersehbare Wendung zum Ende hin um so besser. Es ist bereits klar, dass der Wunsch der vier Kadetten nicht in Erfüllung gehen kann und bereits die letzte Szene verrät, dass die Umstände in den kommenden Folgen verändert sind. Gerade das sorgt jedoch gemeinsam mit der allgemein gelungenen Storyentwicklung für Spannung. Hier zeigt Ulysses: Jeanne d’Arc and the Alchemist Knight einiges an Potenzial, lässt aber auch die Gefahr erkennen, sich in üblichen seichten Ecchi-Anspielungen, einer zu vorhersehbaren Geschichte oder übertriebener Entwicklungen zu verlieren. Nach der ersten Episode bin ich jedoch zuversichtlich, dass die Light-Novel-Adaption eine spannende und fesselnde Serie mit genau der richtigen Portion Humor und einer gelungenen Mischung aus Historie und Fantasy werden kann.