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Okt 07 2018

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Anime-Simulcast-Herbstsaison 2018 Teil 1

Pünktlich zum Beginn des Oktobers, ist auch die Anime-Herbstsaison 2018 mit ersten Simulcasts gestartet.

Im ersten Erster-Blick-Teil zur Anime-Herbstsaison 2018 widme ich mich den ersten Episoden der bei Crunchyroll und Wakanim laufenden Simulcasts von Between the Sky and Sea, Ms. Vampire who lives in my neighborhood., Rascal Does Not Dream of Bunny Girl Senpai, That Time I Got Reincarnated as a Slime, Xuan Yuan Sword Luminary und Zombie Land Saga.

Between the Sky and Sea (Sora to Umi no Aida)

Studio: TMS Entertainment
Genre: Science-Fiction, Abenteuer
Termin: 03. Oktober 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Zehn Jahre ist es her, seit alle Fische aus den Meeren verschwunden sind. Um den Wunsch der Menschen nach Fisch zu befriedigen, wurden riesige Tanks als künstliche Fischereigründe im Weltall erreichtet. Dort gehen die Weltraumfischer auf die Jagd nach den Meerestieren. Das Gleichberechtigungsgesetz ermöglicht es auch sechs Mädchen als Kadettinnen ihrem Wunsch, Weltraumfischer zu werden, nachzugehen. Unter ihnen ist Haru Soramachi, die sich bei ihrer Ankunft Onomichi sofort verläuft und zufällig in einen Streit gerät. Kurzerhand muss sie ohne jegliche Erfahrung zu ihrem ersten Einsatz ins Weltall aufbrechen.

Ersteindruck
Nach der ersten Episode bin ich nicht ganz sicher, was ich von der Videospiel-Adaption Between the Sky and Sea halten soll. Die Grundstory ist recht schräg und wird durch die skurrilen, aber auch stereotypischen Figuren noch ergänzt. Immerhin vermittelt der Serienauftakt einen ordentlichen Eindruck von Setting und einigen der Hauptfiguren. Besonders Haru wird als Protagonistin ausführlich vorgestellt und darf mit ihrer aufgedrehten, verrückten und mitunter nervigen Art den Anfang der ersten Episode alleine tragen. Erst später werden weitere Charaktere eingeführt. Mit Makiko Maki und Namino Murakami zwei weitere Weltraumfischer-Kadettinnen. Zudem darf ein erste Ausflug ins All natürlich nicht fehlen. Hier stellt sich schnell die Frage, weshalb in den künstlichen Fischereigründen, die lediglich dem Fischfang dienen, riesige, monsterartige Meerestiere hausen. Aber das ist nur eine der vielen Seltsamkeiten, die sich Between the Sky and Sea zum Serienanfang erlaubt. Dank des seichten Humors, der eher lockeren Stimmung und dem ungewöhnlichen Setting, kann die Serie aber auch ein paar Pluspunkte sammeln. Ergänzt wird das mit einem relativ typischen Streit zwischen männlichen Weltraumfischern und den Kadettinnen, der sich auf die Gleichberechtigung und Eignung von Frauen beziehungsweise Mädchen für den Beruf im All bezieht. Hier könnte Between the Sky and Sea noch interessante Aspekte ansprechen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass sich die Serie in ihrer skurrilen Art verliert und letztlich nur eine wenig überraschende Geschichte erzählt. Vorerst bleibt schwer zu beurteilen, welchen Weg Between the Sky and Sea einschlägt. Nach Episode eins erwarte ich aber nicht zu viel von der Serie.

Ms. Vampire who lives in my neighborhood. (Tonari no Kyuuketsuki-san)

Studio: Gokumi, AXsiZ
Genre: Slice of Life, Comedy, Mystery
Termin: 05. Oktober 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Akari ist vernarrt in Puppen. Als sie von einer Freundin erfährt, dass in einem Haus im Wald eine lebendige Puppe hausen soll, begibt sich Akari dorthin, verläuft sich aber nachts zwischen den Bäumen. Die zufällige Begegnung mit einem niedlichen Mädchen rettet sie. Bei Sophie handelt es sich jedoch um keinen Menschen sondern eine Vampirin, die mit ihrem Dasein ganz offen umgeht. Fortan verbringt Akari jeden Tag bei Sophie, in die sie aufgrund ihres puppenhaften Aussehens vernarrt ist.

Ersteindruck
Ms. Vampire who lives in my neighborhood. ist die 4-Panel-Manga-Vorlage relativ schnell anzumerken. Viele Szenen wirken wie kurze Witze, die aneinander gereiht wurden. Trotzdem erzählt die Comedy-Serie in der ersten Episode eine durchaus gelungene, locker-fröhliche Geschichte. Der Fokus liegt dabei klar auf den niedlichen Mädchen, von denen neben Akari und Sophie in zum Serienauftakt auch Akaris Klassenkameradinnen kurze Auftritte haben. Vorweigend werden aber die beiden Protagonistinnen und ihre sich recht zügig entwickelnde Freundschaft vorgestellt. Dank seichter, aber gelungener Witze, die zum Schmunzeln und gelegentlich auch Lachen verleiten, ist dabei stets für kurzweilige Unterhaltung gesorgt. Interessant ist auch die Rollenverteilung. So wirkt Sophie als Vampirin wesentlich normaler als die aufgedrehte und anhängliche Akari. Sehr früh zeigt die Schülerin eine Vernarrtheit in Sophie und fördert von ihrer Seite aus die Beziehung der Beiden. Anspielungen in Richtung Yuri- beziehungsweise Girls-Love bleiben dabei nicht aus. Explizit diesem Genre ist Ms. Vampire who lives in my neighborhood. jedoch nicht zuzurechnen. Für den Anfang macht die erste Episode vieles richtig, so dass ich meinen Spaß mit Akari und Sophie hatte. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Serie zu oberflächlich bleibt, selbst für eine Alltags-Comedy-Serie um junge oder jungwirkende, niedliche Mädchen. Gelingt es diese Gefahr zu umgehen, könnte Ms. Vampire who lives in my neighborhood. eine gelungene und unterhaltsame sowie leichtgängige Anime-Serie werden.

Rascal Does Not Dream of Bunny Girl Senpai (Seishun Buta Yarou wa Bunny Girl Senpai no Yume wo Minai)

Studio: Clover Works
Genre: Mystery, Romance, Comedy
Termin: 03. Oktober 2018
Stream bei Wakanim

Worum geht’s?
Sakuta Azusagawa sieht in der Bibliothek plötzlich Mai Sakurajima, die einen Jahrgang über ihm die selbe Schule besucht und eine berühmte Schauspielerin in Karrierepause ist. Allerdings ist ihr Auftreten nicht normal. Mai trägt ein knappes Bunny-Kostüm und trotzdem zieht sie keine Aufmerksamkeit auf sich. Nur Sakuta ist in der Lage sie zu sehen. Am Tag darauf, trifft er sie nach der Schule wieder und erfährt mehr über die seltsamen Ereignisse. Hat das etwas mit dem Pubertätsyndrom zu tun, von dem Saktua im Internet gelesen hat und mit dem er selbst bereits in seinem Umfeld konfrontiert wurde?

Ersteindruck
Offiziell wird Rascal Does Not Dream of Bunny Girl Senpai als Romantische Komödie und Alltagsdrama bezeichnet. Die erste Episode zeigt aber auch Mystery-Elemente, die der seltsam anmutenden Geschichte eine interessante Seite verleiht. Dabei steigt die Folge direkt mit einem Rätsel ein und erweitert dieses um weitere mysteriöse Ereignisse. Gleichzeitig werden die Grundlagen für die Serie geschaffen. Darunter fällt neben der Vorstellung von Sakuta, Mai und dem Pubertätssyndrom auch die Einführung weiterer, potenziell wichtiger Figuren wie Sakutas kleiner Schwester Kaede. Es ist gerade das Rätsel um Mais scheinbare Unsichtbarkeit für immer mehr Menschen, die mein Interesse an der Serie im Verlauf der ersten Episode geweckt hat. Das Pubertätssyndrom und seine Auswirkungen bieten einige Möglichkeiten, die zukünftig durch weitere Charaktere ausgebaut werden dürften. Gleichzeitig werden ernste und reale Jugendprobleme verwendet, um eine Ursache für die unterschiedlichen Arten des Syndroms aufzuzeigen. Hier verbirgt sich viel Potenzial, das jedoch davon abhängt, worauf sich die Geschichte konzentriert. Bleibt der Mystery-Teil stets präsent, könnte die Serie eine spannende Handlung rund um interessante Figuren erzählen. Allerdings zeigt bereits die erste Episode Grundzüge des Harem-Genres und leichte, ecchiartige Witze. Beides fügt sich vorerst noch gut ein und fällt als Ergänzung auch nicht negativ auf. Es bleibt also abzuwarten, welchen Weg Rascal Does Not Dream of Bunny Girl Senpai einschlägt. Ansehen werde ich mir die kommenden Episoden aber definitiv, da ich neugierig bin, wie es mit Sakuta und Mai weiter geht. Fans leichtgängiger Mystery- und Comedy-Romantik-Serien sollten Rascal Does Not Dream of Bunny Girl Senpai eine Chance geben.

That Time I Got Reincarnated as a Slime (Tensei shitara Slime Datta Ken)

Studio: 8bit
Genre: Fantasy
Termin: 01. Oktober 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Auf Bitten seines Arbeitskollegen und Freundes Tamura, trifft sich Satoru mit ihm und dessen Verlobter in der Stadt. Als plötzlich ein Angreifer angerannt kommt, wirft sich Satoru vor Tamura und wird dabei tödlich getroffen. Kaum gestorben, erwacht er in einer Höhle. Allerdings ist er kein Mensch mehr, sondern ein Schleim. Bei seinen Erkundungen, findet er nicht nur seine Fähigkeiten heraus, sondern macht auch eine erste Begegnung in der neuen Welt.

Ersteindruck
Erst vor kurzem ist die Manga-Vorlage von That Time I Got Reincarnated as a Slime mit dem Titel Meine Wiedergeburt als Schleim in einer anderen Welt bei altraverse auf deutsch erschienen. Die Fantasy-Geschichte folgt typischen Isekai-Motiven und verfrachtet Protagonist Satoru sehr früh in eine andere Welt. Allerdings ist die Art wie das geschieht interessant. Satoru wird als einfacher Schleim(!) wiedergeboren. Die erste Episode zeigt bereits gut, dass die Serie großes Potenzial hat. Inszenierung, Figuren, Story, Dialoge und Animationen wissen zu gefallen. So erhält Satoru während seiner Wiedergeburt eine neue Stimme. Der anfangs männliche, gut zu dem 37-jährigen Junggesellen passende Klang, wird durch eine jüngere und tiefere Tonlage ersetzt. Das verleiht der Schleimvariante von Satoru genau den richtigen Eindruck und passt sehr gut. Ansonsten hat in der ersten Folge lediglich der Sturmdrache Veldora, nach dem die Episode benannt ist, einen Auftritt – und das als wohl einer der herrlichsten Drachen überhaupt. Veldora sorgt für Humor, erweitert die Fantasy-Welt und bringt Story-Elemente mit ein. Am besten aber ist sein Verhalten Satoru gegenüber. Hoffentlich hält That Time I Got Reincarnated as a Slime die gelungene Mischung aus lockerer Atmosphäre, Witz, sympathischen Figuren und interessanter Geschichte. Episode eins ist sehr vielversprechend und Genre-Fans sollten definitiv einen Blick wagen. Ich werde mir That Time I Got Reincarnated as a Slime ganz sicher weiter ansehen.

Xuan Yuan Sword Luminary (Ken En Ken: Aoki Kagayaki)

Studio: Studio Deen
Genre: Fantasy, Abenteuer, Action
Termin: 01. Oktober 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Die Kindheitsfreunde Yu, Ning und Zhou wurden bei einem Angriff des Taibai-Kaiserreichs auf ihr Dorf voneinander getrennt. Seit dem ziehen Yu und Ning von Dorf zu Dorf, um sich mit ihrer Vorführung Geld zu verdienen und so zu überleben. Zhou hingegen ist als Sklave in den Ingenieurswerkstätten des Kaiserreichs gelandet. Dort werden die riesigen Konstrukte genannten Kampfmaschinen des Taibai-Kaiserreichs hergestellt und entwickelt. Bei einer Rast, stürzt Yu in einen seltsamen Raum und macht dort eine schicksalhafte Entdeckung. Derweil lernt Zhou ein mysteriöses Mädchen, das sein Leben verändern wird, kennen.

Ersteindruck
Xuan Yuan Sword Luminary basiert auf Ken En Ken: Aoki Kagayaki, dem siebten Spiel der taiwanesischen Rollenspiel-Reihe Ken En. Die Herkunft ist der Serie in Episode eins teilweise recht deutlich anzumerken. Gerade in den Kämpfen übertreibt es Xuan Yuan Sword Luminary manchmal etwas, lässt Charaktere minutenlang in der Luft schweben oder fliegen. Das ist auch aus diversen asiatischen Filmen bekannt und fügt sich gemeinsam mit dem gelegentlich etwas übertrieben wirkenden Design zu einem typischen Games-Umsetzung-Bild zusammen. Negativ ist das aber nicht unbedingt, da Xuan Yuan Sword Luminary durchaus gute Ansätze zeigt. Die Geschichte ist interessant, das Setting mit seiner südostasiatisch angehauchten Fantasy-Welt unverbraucht und die Charaktere trotz einer gewissen Oberflächlichkeit in ihrer Darstellung für den Serienauftakt gelungen. Vielleicht hätte etwas weniger Inhalt der ersten Episode gut getan, aber so wird ein ordentlicher Eindruck vermittelt, was von der Serie zu erwarten ist. Darunter fällt auch die Einführung zahlreicher Figuren abseits von Yu, Ning und Zhou. Leider ist die Erzählweise ein wenig holprig, was auch dem Spannungsaufbau schadet. Zusätzlich trüben die durchschnittlichen bis guten Animationen manchmal den sonst eher positiven Eindruck, der außerdem von der lediglich ordentlichen Synchronisation beeinträchtigt wird. Dennoch überwiegen die positiven Eindrücke bei Setting, Story und Figuren, so dass ich zumindest der zweiten Episode noch eine Chance geben werde.

Zombie Land Saga (Zombieland Saga)

Studio: Mappa
Genre: Comedy, Mystery
Termin: 04. Oktober 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Sakura Minamoto ist im zweiten Jahr der Oberschule und hat den Traum, als Teil einer Idol-Gruppe erfolgreich zu sein. Gerade erst hat sie ihre Bewerbung für ein Vorsingen fertiggestellt, da wird sie vor ihrer Haustür von einem Lieferwagen erfasst. Als Sakura wieder erwacht, befindet sie sich in einem gruseligen Haus und wird von Zombies gejagt. Unsicher was vor sich geht, versucht sie zu fliehen, muss aber herausfinden, dass auch sie ein Zombie geworden ist. Für ihre Wiederauferstehung gibt es allerdings einen Grund: Zusammen mit anderen Zombie-Mädchen soll sie eine Idol-Gruppe bilden, um die Präfektur Saga als Regionale Idols zu retten.

Ersteindruck
Keine Anime-Saison ohne Idol-Serie. Zumindest könnte dieser Eindruck entstehen, wenn man sich die letzte Zeit ansieht. Im Herbst 2018 schiebt sich Zombie Land Saga in diese Kerbe, hält aber mit den Zombie-Hauptfiguren ein ungewöhnliches Setting parat. Die erste Episode ist skurril, durchaus witzig und abgedreht. Hauptfigur Sakura scheint zu Beginn dem typischen Idol-Protagonisten-Stereotypen zu entsprechen. Sie ist eine Oberschülerin, die sich danach sehnt, als Popsternchen berühmt zu werden und ihrer Lieblingsband nachzueifern. Allerdings hält dieser Eindruck nur wenige Minuten an, da Sakura noch vor dem Intro von einem Lieferwagen erfasst wird und stirbt. Dieser Knalleffekt ist gut inszeniert und erhält dank der metallastigen Musikuntermalung einen derben Zusatzeffekt. Anschließend werden die Grundlagen von Sakuras neuem Leben, ihre Kameradinnen sowie der Leiter des Projektes vorgestellt. Dabei nimmt sich Zombie Land Saga glücklicherweise nicht zu ernst und verbindet einen ordentlichen, wenn auch seichten Humor mit verrückten Ideen rund um Zombies, die auf der Bühne stehen. Ob das wirklich vollständig funktioniert und die Serie unterhält, lässt sich nach der ersten Episode noch nicht gänzlich einschätzen, da viele Figuren nur bedingt vorgestellt werden. Viel mehr vermittelt Folge eins einen groben Überblick über die Geschichte und das Setting, inklusive herrlicher Death-Metal-Parodie. Grundsätzlich könnte Zombie Land Saga aufgrund des Humors und der Zombie-Idol-Verbindung durchaus überraschend unterhaltsam werden, trotzdem bin ich noch ein wenig skeptisch, da unsicher ist, wie viele Genre-Klischees und typischen Abläufe letztlich erhalten bleiben. Verschwendet ist die Zeit mit der ersten Episode aber in keinem Fall. Zumindest kurzweilig kann der Serienauftakt von Zombie Land Saga unterhalten.

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