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Sep 10 2018

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Rezension: Violet Evergarden – Vol. 2 (DVD)

Zusammenhängend und episodisch erzählt Violet Evergarden Volume 2 die Geschichte der jungen Hauptfigur gefühlvoll weiter.

Violet hat die Prüfung zur Akora nach anfänglichen Schwierigkeiten bestanden. Aber noch immer fällt es ihr schwer, die Gefühle der Menschen zu erkennen und zu verstehen. Von ihrem Umfeld als gefühllos und unverständlich wahrgenommen, nimmt Violet ihre Aufgabe ernst und erfüllt Aufträge als Akora. Sie begleitet ihr Kollegin Iris, schreibt Briefe für eine Prinzessin, unterstützt gemeinsam mit anderen Akoras Archivare bei der Niederschrift alter Bücher und assistiert einem bekannten Theaterautoren. All das bringt sie näher an das Verständnis der Menschen, denen sie begegnet und an die Antwort auf die wichtige Frage: Was ist Liebe?

Gefühlvolle Reisen

Episodisch und doch mit eindeutiger Entwicklung und zusammenhängender Hintergrundgeschichte, erzählen die vier Episoden von Violet Evergarden Volume 2 den Lebensweg der jungen Hauptfigur weiter. Dabei liegt die Konzentration stark auf den Aufträgen, die Violet erhält. Egal ob sie nun Briefe, Einladungen oder etwas anderes schreibt, stets stehen Gefühle klar im Fokus des Geschehens. Der Einfluss den Violet auf ihre Auftraggeber hat, ist oft groß, wenn auch von ihr nicht immer in dieser Form beabsichtigt. Alleine die Anwesenheit und Art der noch immer gefühlskalt wirkenden Protagonistin beeinflusst all jene, mit denen sie zu tun hat. Gleichzeitig lernt Violet, erfasst neue Dinge und beginnt zu verstehen, was Gefühle sind, welche Bedeutung sie haben und welchen Einfluss sie ausüben. Egal ob es nun unerwiderte Liebe, Missverständnisse mit den Eltern, Unsicherheit oder Verlust ist, Violet Evergarden versteht es mit all dem umzugehen und die Geschichten sanft, bewegend und manchmal sogar mitreißend zu erzählen.

Zwar lässt sich dabei ein klein wenig Kitsch und das enorme drücken auf die Tränendrüsen nicht vermeiden, doch das ist Kritik auf äußerst hohem Niveau. Besonders, weil diese Faktoren immer gut zur jeweiligen Episode passend in die Geschichte eingeflochten sind und alleine aufgrund des Geschehens entstehen, statt plump und erkennbar gewollt eingebaut zu sein. Dadurch fällt es auch nicht negativ auf, wenn die Serie einen kleinen Schritt zu weit geht. Viel mehr fügt sich das gut ein und scheint die jeweilige Handlung eher zu unterstreichen, als ihr zu schaden. Zu verdanken ist das der gefühlvollen und ruhigen Stimmung, die Violet Evergarden in allen vier Episoden ausstrahlt. Große Dramen sind zwar vorhanden, bleiben aber menschlich und nahbar. Zu keinem Zeitpunkt wirkt die Serie zu abgehoben, unrealistisch oder übertrieben.

Damit schafft es Violet Evergarden nicht nur vier Episoden lang vor den Fernseher zu fesseln, sondern auch stets für ein Interesse am Schicksal der Figuren zu sorgen. Unweigerlich fiebert man mit den Auftraggebern und Akteuren mit, wünscht sich das Beste für sie oder leidet an ihrer Seite. Gleichzeitig ist es Violet, deren langsame aber erkennbare Entwicklung gemeinsam mit der immer erkennbaren Hintergrundgeschichte, für einen roten Faden sorgt, der alles miteinander verbindet. Gerade die Hauptfigur weckt eine eigene Faszination, die von den wunderschönen, bezaubernden Bildern getragen und perfekt in Szene gesetzt wird. Dieses Zusammenspiel ist es dann auch, das die traumhafte, gefühlsstarke Atmosphäre mit erzeugt und es schwer macht sich nicht auf die Geschichten einzulassen. Um so packender ist das offene Ende der Haupthandlung, das Episode sieben abschließt und den Wunsch, sofort zu erfahren, was Violet als nächstes macht, weckt.

Fazit

Violet Evergarden unterstreicht mit dem zweiten Volume mehr als deutlich den Status als eine der besten Anime-Serien des Jahres 2018. Schwächte der Einstieg die Serie im Vorgänger noch, kann die episodische und doch zusammenhängende Erzählweise der Episoden vier bis sieben, das Potenzial ausgezeichnet nutzen. Bereits der Einstieg ins zweite Volume, hat mich bewegt, obwohl die Handlung noch relativ einfach ausfällt. Im Laufe der vier Folgen wird die Serie aber immer besser und genießt einen grandiosen Abschluss. Traurig, bewegend und zugleich gefühlvoll und mit ein wenig Hoffnung, hat mich die siebte Episode mitgerissen und den Tränen nah gebracht. Hier zeigt Violet Evergarden wozu die Serie im Stande ist und bleibt dennoch der ruhigen und sanften Art treu. Die zeitweise etwas dramatischen oder kitschigen Anleihen fallen im Endeffekt nicht negativ auf, da sie sich gut einfügen und im Gesamtwerk genau richtig eingesetzt werden. Wer gefühlvolle Serien, die mehr Tiefe enthalten, als es auf den ersten Blick scheint, mag, sollte sich Violet Evergarden nicht entgehen lassen.

Kurzfazit: Episodisch erzählte ruhig-sanfte Geschichte, die das Potenzial der Serie nutzt und mit gefühlvollen Momente bewegt.

Vielen Dank an Universum Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Violet Evergarden – Vol. 2!

Details
Titel: Violet Evergarden – Vol. 2
Originaltitel: Violet Evergarden
Genre: Drama, Alltag
Regie: Taichi Ishidate
Studio: Kyoto Animation
Produktionsjahr: 2018
Laufzeit: ca. 91 Minuten (DVD), ca. 95 Minuten (Blu-ray)
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Artcards (3 Stück), Booklet (36 Seiten), Imageboards (3 Stück), Japanische Kinotour Teil 2 (OmU), Original-Trailer 1, Original-Trailer 2
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 14. September 2018
Herstellerseite: Violet Evergarden – Vol. 2 bei Universum Anime

©2017 Kana Akatsuki, Kyoto Animation / Violet Evergarden Production Committee

Lesetipp: Rezension: Violet Evergarden – Vol. 1 (DVD)

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